[ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

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Vertigo
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#76

Beitrag: # 72990Beitrag Vertigo
25.09.2019, 15:09

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Dass die Leute verstreut wohnen is bekannt. Aber man erzählt mir nicht, dass man die Herren nicht für - sagen wir mal - drei Tage im Jahr zusammen in ein Studio bekommt. Da das alles Profis sind, könnte er ihnen vorab seine Songideen schicken, jeder entwickelt dann eigene, bringt die mit und Profis kriegen in drei Tagen locker dann solche Songs, die im Prinzip fertig sind, nur gespielt werden müssen, hin. Dann hätte er aber endlich mal wieder Atmosphäre im Studio.

Deinen Vorschlag mit nem allerletzten Album mit allen Beteiligten die noch leben und wollen und können fänd ich auch sehr schön und vermutlich jeder andere Eloy-Freund auch.

Aber in beiden Fällen...das würde nur funktionieren wenn Bornemann dann mal die Zügel auch lockerer lässt, anerkennt, dass andere Leute auch gute Ideen haben und was können. Und genau daran scheitert das alles, nicht an den verstreuten Wohnorten und Terminkalendern. Wer will kann sich das schon einrichten in seinen Terminkalender, aber wenn es dauernd nur vage "da könnten wir evtl. mal wenn ich bis dahin Songs habe" dafür schafft natürlich niemand kostbaren Platz im Kalender frei.
"Wir Bayern sind eben nicht nur gemütlich, wir sind auch ungemütlich. Wir sind nicht nur lustig, wir sind auch grantig." (Walter Sedlmayr)

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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#77

Beitrag: # 72991Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.09.2019, 15:19

Vertigo hat geschrieben:
25.09.2019, 15:09
Dass die Leute verstreut wohnen is bekannt. Aber man erzählt mir nicht, dass man die Herren nicht für - sagen wir mal - drei Tage im Jahr zusammen in ein Studio bekommt. Da das alles Profis sind, könnte er ihnen vorab seine Songideen schicken, jeder entwickelt dann eigene, bringt die mit und Profis kriegen in drei Tagen locker dann solche Songs, die im Prinzip fertig sind, nur gespielt werden müssen, hin. Dann hätte er aber endlich mal wieder Atmosphäre im Studio.

Deinen Vorschlag mit nem allerletzten Album mit allen Beteiligten die noch leben und wollen und können fänd ich auch sehr schön und vermutlich jeder andere Eloy-Freund auch.

Aber in beiden Fällen...das würde nur funktionieren wenn Bornemann dann mal die Zügel auch lockerer lässt, anerkennt, dass andere Leute auch gute Ideen haben und was können. Und genau daran scheitert das alles, nicht an den verstreuten Wohnorten und Terminkalendern. Wer will kann sich das schon einrichten in seinen Terminkalender, aber wenn es dauernd nur vage "da könnten wir evtl. mal wenn ich bis dahin Songs habe" dafür schafft natürlich niemand kostbaren Platz im Kalender frei.
Das klingt ja fast, als wenn Du Bornemann in gewisser Weise für einen kleinen Diktator hältst, der seinen Mitmusikern im Eifer des Gefechts keine Freiheiten läßt.... :mrgreen:

In einem aktuellen Interview, das ich letztens las, betonte er übrigens abermals die weit auseinander liegenden Wohnorte und Verpflichtungen der Musiker und stellte es wortwörtlich so dar, dass "derjenige, der gerade Zeit hatte, einfach vorbeikam und von mir dann irgendwie in das Projekt integriert wurde."
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#78

Beitrag: # 72994Beitrag Vertigo
25.09.2019, 15:30

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.09.2019, 15:19

Das klingt ja fast, als wenn Du Bornemann in gewisser Weise für einen kleinen Diktator hältst, der seinen Mitmusikern im Eifer des Gefechts keine Freiheiten läßt.... :mrgreen:

In einem aktuellen Interview, das ich letztens las, betonte er übrigens abermals die weit auseinander liegenden Wohnorte und Verpflichtungen der Musiker und stellte es wortwörtlich so dar, dass "derjenige, der gerade Zeit hatte, einfach vorbeikam und von mir dann irgendwie in das Projekt integriert wurde."
Dafür halte ich ihn in der Tat. Aber vermutlich nicht aus Machtgier, sondern aus falsch verstandener Fürsorgepflicht für sein Eloy-Baby. Seit er in den 80ern Eloy praktisch allein (mit dem Gerlach) stemmte, meint er wohl, er allein hätte die richtigen Ideen dafür. Wobei - ich meine gelesen zu haben, dass die Probleme der 70er mit den verschiedenen Besetzungen auch schon daher rührten, dass sich Leute erdreisteten eigene Ideen zu haben. Daher wohl auch Schmidtchens große Liebe zu ihm :mrgreen:

"Irgendwie in das Projekt integriert" heißt "ach Gott mit dir hab ich ja nicht gerechnet. Tja setz dich mal da hin und nimm dir die Gitarre da, spiel mal ein bißchen was dazu, ich spiel dir nen Track vor (und mische hernach deinen Beitrag eh soweit in den Hintergrund, dass den keiner mehr erkennt)"
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#79

Beitrag: # 72997Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.09.2019, 15:48

Vertigo hat geschrieben:
25.09.2019, 15:30
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.09.2019, 15:19

Das klingt ja fast, als wenn Du Bornemann in gewisser Weise für einen kleinen Diktator hältst, der seinen Mitmusikern im Eifer des Gefechts keine Freiheiten läßt.... :mrgreen:

In einem aktuellen Interview, das ich letztens las, betonte er übrigens abermals die weit auseinander liegenden Wohnorte und Verpflichtungen der Musiker und stellte es wortwörtlich so dar, dass "derjenige, der gerade Zeit hatte, einfach vorbeikam und von mir dann irgendwie in das Projekt integriert wurde."
Dafür halte ich ihn in der Tat. Aber vermutlich nicht aus Machtgier, sondern aus falsch verstandener Fürsorgepflicht für sein Eloy-Baby. Seit er in den 80ern Eloy praktisch allein (mit dem Gerlach) stemmte, meint er wohl, er allein hätte die richtigen Ideen dafür. Wobei - ich meine gelesen zu haben, dass die Probleme der 70er mit den verschiedenen Besetzungen auch schon daher rührten, dass sich Leute erdreisteten eigene Ideen zu haben. Daher wohl auch Schmidtchens große Liebe zu ihm :mrgreen:
Ja, stimmt, darüber haben wir schon mal gesprochen.....dabei war Frank ja anfangs immer überaus angetan, wenn neue Leute neue Ideen mitbrachten und ihn auch bei bestimmten Dingen etwas entlasten konnten. Das war schon so, als Jürgen Rosenthal die Texte übernahm und zeitgleich Detlev Schmidtchen (der ja ursprünglich Gitarrist gewesen war) seine ganzen imposanten Synthies auffuhr und diesbezüglich jede Menge neuer Ideen und Akzente beisteuerte, die zunächst sehr gut mit Franks Vorstellungen von der Eloy-Musik harmonierten.

Probleme kamen dann immer erst etwas später......vermutlich dann, wenn Frank merkte, dass die Leute zu selbständig wurden und sich überhaupt nichts mehr sagen lassen wollten. Erst erging es Rosenthal so, der zunehmend genervt davon war, dass Frank sich ständig in die Ausrichtung der Texte einmischen wollte (Frank waren die Lyrics von Jürgen bekanntlich zu negativ und apokalyptisch, der wollte lieber eine positivere Message verbreitet wissen) und Frank wiederum nervte, dass Jürgen sich eben nicht reinreden ließ und seine endlosen Wortkaskaden zudem einfach schlecht zu singen waren.

Detlev wollte spätestens ab "Silent Cries..." auch deutlich mehr musikalischen Einfluss geltend machen, nachdem er sich an seinen Synthies endgültig emanzipiert hatte....was Frank offenbar ebenfalls sauer aufstieß. Wobei speziell bei Detlev und Jürgen ja noch die Sache mit der geplatzten Studio-Teilhaberschaft hinzukam, was das Verhältnis zu Frank auch nicht eben verbesserte. Allerdings erstaunt es mich schon etwas, das Detlev anscheinend bis heute nicht sonderlich gut auf Frank zu sprechen ist, während sich alle anderen wie etwa Jürgen Rosenthal längst mit ihm ausgesprochen / ausgesöhnt haben.

Auch Hannes Folberth kommt schon seit Jahren wieder gut mit Frank klar (ist auf der neuen Scheibe ja auch wieder mit dabei), dabei haben die beiden auch ihre Probleme miteinander gehabt.....Hannes war ja noch relativ jung als er zu Eloy kam und mußte sich zunächst in den typischen Stil der Band musikalisch reinfinden und Frank schwebte wohl auch vor, dass er ihn diesbezüglich etwas "formen" könnte, was ja auch gelang....aber da Hannes eben von der Pike auf gelernter Pianist ist, wollte er sich natürlich auch irgendwann selber verwirklichen und nicht nur das spielen, was ein anderer ihm vorgibt....er hat ja dann auch aufgemuckt und ist mit Frank ebenfalls etwas aneinandergeraten.

Das führte dann letztlich auch zu "Performance", was ja zu einem gewissen Teil ein Ego-Trip von Folberth war, der allerdings wie wir wissen in die Hosen ging. Bei der Scheibe hatte Frank sich dann ja sogar weitgehend aus der kreativen Mitarbeit frustriert rausgezogen und die anderen, die dachten sie hätten den neuen Weg für die Band gefunden, ohne sein großartiges Zutun machen lassen. Und nachdem "Performance" dann gescheitert war, hat Frank von seinen nun wieder etwas kleinlauteren Kollegen wieder das kreative Ruder übernommen und seitdem auch nicht mehr losgelassen, wobei diese Besetzung kurz darauf ja trotzdem Geschichte war und einige Jahre später dann der Neustart mit Gerlach stattfand.
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Irgendwie ist das eine etwas böse Vorstellung, aber vermutlich ist es tatsächlich so oder ähnlich gewesen, ja. :mrgreen:
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#80

Beitrag: # 72998Beitrag Vertigo
25.09.2019, 15:57

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.09.2019, 15:48

Allerdings erstaunt es mich schon etwas, das Detlev anscheinend bis heute nicht sonderlich gut auf Frank zu sprechen ist, während sich alle anderen wie etwa Jürgen Rosenthal längst mit ihm ausgesprochen / ausgesöhnt haben.
Den einen fällt es leicht irgendwann zu vergeben und vergessen, andere hegen und pflegen ihren Groll jahre- und jahrzehntelang. Halte ich nicht für gesund für einen selber, aber kann man wohl nix machen, manche Charaktere sind so.
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#81

Beitrag: # 73178Beitrag Vertigo
30.09.2019, 13:07

So, zweimal durchgelaufen.

Fazit: Puuuh

Puuuuuuuuh. Langweilig. Richtig richtig langweilig. Übervoll mit Text.

Ich bin ja ein vehementer Verfechter davon, dass Eloy keinen anderen Sänger als Bornemann mit seiner eigenartigen Aussprache des Englischen braucht, aber was Eloy dazu braucht ist gute Musik. Das hier ist randvoll mit Versatzstücken, die mal gelungener, mal weniger gelungener sind, aber andauernd hab ich das Gefühl, dass die Musik hier drauf scheißegal ist, wir sollen vor allem ganz ergriffen sein von dem spinnerten Mädel, welches Stimmen hörte.

Nunja, jetzt geht mir persönlich Jeanne d'Arc am Popo vorbei, weil ich religiösen Wahn, egal welchen Glaubens, generell nicht so richtig gesund finde, aber das mal beiseite gelegt....also so penetrant wie Bornemann hier den textlichen Inhalt in den Vordergrund stellt geht ja nichtmal Neal "der Erlöser" Morse vor. Der hat verstanden, dass es da vor allem viel und, ja doch, auch mal spannende Musik geben muß, damit man dann vielleicht auch mal Lust hat sich mit seinem textlichen Inhalt zu beschäftigen.

Das gibts hier für mich nicht. Das erstemal, dass ich richtig aufhorchte und richtig das "Eloy-Gefühl" hatte war beim instrumentalen Zwischenspiel von "Compiégne" und das ist das viertletzte Stück. Das lässt allein schon aufhorchen weil es eben dies ist, ein instrumentales Zwischenspiel und das, was in meinen Augen immer Eloys große Stärke war, Atmosphäre zu erschaffen mittels interessanter instrumentaler Zwischenspiele, hier auf dem Album eigentlich gar nicht stattfindet.

Und dann noch - und der Punkt ärgert mich wirklich enorm - da bastelt Frank Bornemann zwei Jahre an dem Teil und nicht ein einziger Song hat nen Übergang in den nächsten. Nein, es wird sogar mal ausgeblendet oder es bleibt halt einfach still bis der nächste Song beginnt. Das ist für mich bei einem Konzeptalbum - noch dazu einem welches textlich so dicht gewebt ist - ein absolut unverzeihlicher Makel. Wie die Werbepausen der Privatsender die jede noch so gelungen aufgebaute Spannung oder Atmosphäre eines Films gnadenlos zerreissen, so fühlt sich das hier auch für mich an. Ich werde nicht vom einen Stück ins andere mitgenommen. Ist das für die Umkleidepausen bei dem kommenden Bühnenwerk gedacht oder was soll der Blödsinn?

Frank, sorry, du hättest doch in zwei Jahren irgendeine Idee entwickeln können wie man Stück A in Stück B überführt, oder? War nicht so wichtig gell, da mußten noch drei Interviews bzgl. Recherche durchgeführt werden ob Jeanne denn nun wirklich hier links oder doch rechtsrum in die Gasse ging. Hättest halt wenigstens einen der drei beteiligten Keyboarder ein wenig Dudelidu spielen lassen zwischen den Stücken, es hätte einem das Gefühl gegeben hier geht das ganze weiter. Oder fändest du es spannend in nem Film zu sehen, dass der Protagonist aus der Tür geht und den Schauplatz wechselt und du, als Zuschauer, siehst.....gar nix, weils jetzt erstmal schwarz auf der Leinwand wird. Nicht so wirklich mitreissend um dem Handlungsfaden zu folgen und in die Atmosphäre einzutauchen, oder?

Echt jetzt....wenn andauernd halbgare Songideen, ach was, Songs sinds eigentlich gar keine, Musikbegleitungen für Texte, dann auch noch, ohne dass einem davon irgendwas auffälliges hängengeblieben wäre, denn mit Melodien oder einprägsamen Grooves halten wir uns hier auf dem Album ja eh gar nicht auf, gell, wenn also solche Musikbegleitungsfragmente dann auch noch alle 2 oder 3 Minuten abreissen, damit das nächste Musikbegleitungsfragment den nächsten superwahnsinnigwichtigen Text ein wenig untermalt, spätestens dann steig ich geistig aus so nem Konzeptalbum aus und wenns die wichtigste Geschichte meines Lebens wäre, die mir hier präsentiert werden soll.

Klingt das Album denn nach Eloy? Ja schon, nach den Eloy so ab Mitte der 80er vor allem, wo das begann von allem ein wenig zuviel zu sein und aus der Band das Frank Bornemann Duo wurde.

Es ist auch kein völlig totaler Mist, auch wenn sich das hier vielleicht so liest, es ist nur einfach eine herbe Enttäuschung, weil es so unglaublich durchschnittlich ist und das vielleicht letzte Studioalbum der Band einfach nur so vorbeidahindudelt.

Weniger Text, mehr Musik, dazu vielleicht mal ein paar lange Stücke und dann wäre da mehr draus geworden, denn Musik hör ich jetzt also schon hauptsächlich um dann auch Musik zu hören und nicht um ne Religionsgeschichtslektion in erster Linie zu bekommen. Und dabei liebe ich Hörspielelemente auf Alben sehr, aber selbst die gibts hier auch nur zweimal. Was es aber mehr als genug gibt ist nen sehr ernsten Frank Bornemann.

Mir ist das alles jedenfalls zuwenig musikalisch zusammenhängend, zuwenig gefüllt mit musikalisch für sich allein packenden Ideen und viel zu viel Stückwerk. Gute, griffig zusammenhängende Konzeptwerke haben jedenfalls andere Bands schon deutlich flüssiger hinbekommen, egal ob einem dann das Thema etwas gibt oder nicht. Bornemann war das alles hier wohl so unglaublich wichtig, dass er auch noch jeden für ihn furchtbar wichtigen Aspekt textlich irgendwie unterbringen wollte und diesem Ansinnen eindeutig die Musik untergeordnet hat.

Muß man nicht haben, außer als Komplettist und muß man schon gar nicht Eloy-Neulingen empfehlen, die lassen bitte hiervon die Finger weg und holen sich eines der Alben zwischen 1975 und 1980 um mal zu entdecken warum Eloy ein wichtiges Stück deutscher Rockgeschichte sind. Wenns dann die modernen Eloy sein sollen, dann die Livescheibe von 2014, aber bitte nicht diesen Religionsbrocken als erstes antesten.
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#82

Beitrag: # 73186Beitrag Vinyl
30.09.2019, 16:18

Vertigo hat geschrieben:
30.09.2019, 13:07
So, zweimal durchgelaufen.

Fazit: Puuuh

Puuuuuuuuh. Langweilig. Richtig richtig langweilig. Übervoll mit Text.

Ich bin ja ein vehementer Verfechter davon, dass Eloy keinen anderen Sänger als Bornemann mit seiner eigenartigen Aussprache des Englischen braucht, aber was Eloy dazu braucht ist gute Musik. Das hier ist randvoll mit Versatzstücken, die mal gelungener, mal weniger gelungener sind, aber andauernd hab ich das Gefühl, dass die Musik hier drauf scheißegal ist, wir sollen vor allem ganz ergriffen sein von dem spinnerten Mädel, welches Stimmen hörte.

Nunja, jetzt geht mir persönlich Jeanne d'Arc am Popo vorbei, weil ich religiösen Wahn, egal welchen Glaubens, generell nicht so richtig gesund finde, aber das mal beiseite gelegt....also so penetrant wie Bornemann hier den textlichen Inhalt in den Vordergrund stellt geht ja nichtmal Neal "der Erlöser" Morse vor. Der hat verstanden, dass es da vor allem viel und, ja doch, auch mal spannende Musik geben muß, damit man dann vielleicht auch mal Lust hat sich mit seinem textlichen Inhalt zu beschäftigen.

Das gibts hier für mich nicht. Das erstemal, dass ich richtig aufhorchte und richtig das "Eloy-Gefühl" hatte war beim instrumentalen Zwischenspiel von "Compiégne" und das ist das viertletzte Stück. Das lässt allein schon aufhorchen weil es eben dies ist, ein instrumentales Zwischenspiel und das, was in meinen Augen immer Eloys große Stärke war, Atmosphäre zu erschaffen mittels interessanter instrumentaler Zwischenspiele, hier auf dem Album eigentlich gar nicht stattfindet.

Und dann noch - und der Punkt ärgert mich wirklich enorm - da bastelt Frank Bornemann zwei Jahre an dem Teil und nicht ein einziger Song hat nen Übergang in den nächsten. Nein, es wird sogar mal ausgeblendet oder es bleibt halt einfach still bis der nächste Song beginnt. Das ist für mich bei einem Konzeptalbum - noch dazu einem welches textlich so dicht gewebt ist - ein absolut unverzeihlicher Makel. Wie die Werbepausen der Privatsender die jede noch so gelungen aufgebaute Spannung oder Atmosphäre eines Films gnadenlos zerreissen, so fühlt sich das hier auch für mich an. Ich werde nicht vom einen Stück ins andere mitgenommen. Ist das für die Umkleidepausen bei dem kommenden Bühnenwerk gedacht oder was soll der Blödsinn?

Frank, sorry, du hättest doch in zwei Jahren irgendeine Idee entwickeln können wie man Stück A in Stück B überführt, oder? War nicht so wichtig gell, da mußten noch drei Interviews bzgl. Recherche durchgeführt werden ob Jeanne denn nun wirklich hier links oder doch rechtsrum in die Gasse ging. Hättest halt wenigstens einen der drei beteiligten Keyboarder ein wenig Dudelidu spielen lassen zwischen den Stücken, es hätte einem das Gefühl gegeben hier geht das ganze weiter. Oder fändest du es spannend in nem Film zu sehen, dass der Protagonist aus der Tür geht und den Schauplatz wechselt und du, als Zuschauer, siehst.....gar nix, weils jetzt erstmal schwarz auf der Leinwand wird. Nicht so wirklich mitreissend um dem Handlungsfaden zu folgen und in die Atmosphäre einzutauchen, oder?

Echt jetzt....wenn andauernd halbgare Songideen, ach was, Songs sinds eigentlich gar keine, Musikbegleitungen für Texte, dann auch noch, ohne dass einem davon irgendwas auffälliges hängengeblieben wäre, denn mit Melodien oder einprägsamen Grooves halten wir uns hier auf dem Album ja eh gar nicht auf, gell, wenn also solche Musikbegleitungsfragmente dann auch noch alle 2 oder 3 Minuten abreissen, damit das nächste Musikbegleitungsfragment den nächsten superwahnsinnigwichtigen Text ein wenig untermalt, spätestens dann steig ich geistig aus so nem Konzeptalbum aus und wenns die wichtigste Geschichte meines Lebens wäre, die mir hier präsentiert werden soll.

Klingt das Album denn nach Eloy? Ja schon, nach den Eloy so ab Mitte der 80er vor allem, wo das begann von allem ein wenig zuviel zu sein und aus der Band das Frank Bornemann Duo wurde.

Es ist auch kein völlig totaler Mist, auch wenn sich das hier vielleicht so liest, es ist nur einfach eine herbe Enttäuschung, weil es so unglaublich durchschnittlich ist und das vielleicht letzte Studioalbum der Band einfach nur so vorbeidahindudelt.

Weniger Text, mehr Musik, dazu vielleicht mal ein paar lange Stücke und dann wäre da mehr draus geworden, denn Musik hör ich jetzt also schon hauptsächlich um dann auch Musik zu hören und nicht um ne Religionsgeschichtslektion in erster Linie zu bekommen. Und dabei liebe ich Hörspielelemente auf Alben sehr, aber selbst die gibts hier auch nur zweimal. Was es aber mehr als genug gibt ist nen sehr ernsten Frank Bornemann.

Mir ist das alles jedenfalls zuwenig musikalisch zusammenhängend, zuwenig gefüllt mit musikalisch für sich allein packenden Ideen und viel zu viel Stückwerk. Gute, griffig zusammenhängende Konzeptwerke haben jedenfalls andere Bands schon deutlich flüssiger hinbekommen, egal ob einem dann das Thema etwas gibt oder nicht. Bornemann war das alles hier wohl so unglaublich wichtig, dass er auch noch jeden für ihn furchtbar wichtigen Aspekt textlich irgendwie unterbringen wollte und diesem Ansinnen eindeutig die Musik untergeordnet hat.

Muß man nicht haben, außer als Komplettist und muß man schon gar nicht Eloy-Neulingen empfehlen, die lassen bitte hiervon die Finger weg und holen sich eines der Alben zwischen 1975 und 1980 um mal zu entdecken warum Eloy ein wichtiges Stück deutscher Rockgeschichte sind. Wenns dann die modernen Eloy sein sollen, dann die Livescheibe von 2014, aber bitte nicht diesen Religionsbrocken als erstes antesten.
Das klingt ja schauderlich. Ich habe nichtmal Part I angehört. Da spare ich mir doch lieber die Zeit bzw. verzwinge das erstmal nicht.

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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#83

Beitrag: # 73190Beitrag Vertigo
30.09.2019, 16:30

Vinyl hat geschrieben:
30.09.2019, 16:18

Das klingt ja schauderlich. Ich habe nichtmal Part I angehört. Da spare ich mir doch lieber die Zeit bzw. verzwinge das erstmal nicht.
Brauchst du echt nicht, wenn ich nicht den Teil 1 gekauft hätte, würde ich die hier, nach anhören, gar nicht erst kaufen. Vielleicht verkauf ich die beiden Teile aber auch, mal gucken
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#84

Beitrag: # 73199Beitrag AusDemWegIchBinArzt
30.09.2019, 19:03

Vertigo hat geschrieben:
30.09.2019, 16:30
Vinyl hat geschrieben:
30.09.2019, 16:18

Das klingt ja schauderlich. Ich habe nichtmal Part I angehört. Da spare ich mir doch lieber die Zeit bzw. verzwinge das erstmal nicht.
Brauchst du echt nicht, wenn ich nicht den Teil 1 gekauft hätte, würde ich die hier, nach anhören, gar nicht erst kaufen. Vielleicht verkauf ich die beiden Teile aber auch, mal gucken
Das klingt aber gar nicht erfreulich. Da hätte ich mir schon deutlich mehr erwartet nach zwei Jahren des Bastelns und dem Schüren hochgesteckter Erwartungen, zumal es ja höchstwahrscheinlich die letzte Scheibe ist und Teil 1 alles andere als mies war. Ich hole mir die Scheibe natürlich demnächst trotzdem als alter Eloy-Fan und ich fälle mein finales Urteil selbstverständlich auch erst nach intensiver Beschäftigung mit dem Album, aber Deine Worte lassen ja schon durchblicken, dass eher mit einer kleinen Enttäuschung zu rechnen ist, die das Niveau des ersten Teils trotz vollmundiger Versprechungen nicht halten kann.

Vielleicht ist Frank wirklich altersbedingt dann doch etwas überfordert gewesen mit der Aufgabe, man weiß es nicht.....es ist ja auch nicht klar, warum der VÖ-Termin überhaupt verschoben werden mußte. Ich habe auch in einer anderen Rezi übrigens schon kürzlich gelesen, dass die Tatsache, dass - obwohl es ein Konzeptalbum ist - viele Songs einfach ausgeblendet werden und auch nicht in einander übergehen (was ja auf Teil 1 hingegen der Fall war) bereits negativ zur Kenntnis genommen wurde.

Seltsame Geschichte, das alles irgendwie...
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#85

Beitrag: # 73203Beitrag Vertigo
30.09.2019, 19:22

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
30.09.2019, 19:03
1.) Vielleicht ist Frank wirklich altersbedingt dann doch etwas überfordert gewesen mit der Aufgabe, man weiß es nicht.....

2.) es ist ja auch nicht klar, warum der VÖ-Termin überhaupt verschoben werden mußte.
zu 1.) Das denke ich ganz ernsthaft auch. Das Thema war ihm wahnsinnig wichtig und da hat er sich total überhoben, weil er vor lauter Geschichtstreue eben unbedingt jeden Furz drinhaben wollte im Text und die Musik drum - jedenfalls für mich - eher wie ne Garnierung wirkt. Wenn du dich mal nur auf die Musik konzentrierst, dann klingt das einfach nach Versatzstücken. Hier lag noch was rum und dort noch was, da nehmen wir mal nen Groove den wir so ähnlich schon hatten und verändern minimal was dran usw. so wirkt die Musik auf mich. Wie die Resteverwertung von Eloy-Schnipseln aus den letzten 20 Jahren. Und das find ich total enttäuschend. Wenn er schon so vollmundig da für den Schluß was ankündigt, dann erwarte ich aber auch phantasievolle Musik, nochmal in die Vollen mit dem was Eloy so kann. Nicht ein bisserl Brimborium rund um die Texte

zu 2.) Das hat er in nem Interview erzählt, Classic Rock oder so. Die Festplatte ist ihm abgeschmiert nach der letzten Session. Die Sicherungs-Kopie war aber nur bis zur vorletzten Session bestückt, so dass die Teile die sie nach dem vorletzten Mal noch hinzugefügt hatten nochmal eingespielt und hinzufügt werden mussten, daher der Monat Verzug.


Das mit dem Ausblenden und Leerstellen zwischen den Songs regt mich unglaublich auf. 2 Jahre Arbeit steckt er rein. Ja was machte er denn da? Sowas wie Nahtstellen zwischen Songs einpassen die sich elegant da einfügen, das gehört doch zu den grundsätzlichen Dingen wenn ich ein Konzeptalbum mache. Wieso denkt er an jeden Scheiß der noch draufmuß (textlich vermutlich) und vergißt sowas? Das ist eben auch ein gewichtiger Punkt der mir das Gefühl gibt, dass die Musik scheißegal ist, nur Begleitung für seine ihm so wichtigen Texte.

Und was nützt mir wenn da wieder der Matziol, der Folberth und der Gerlach dabei sind, wenn alles eh nur nach Bornemann klingt, weil keiner dran mitkomponiert hat? Dann hätt er sich auch nen Drummer mieten können und das ganze Zeugs gleich ganz allein machen.
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#86

Beitrag: # 73205Beitrag AusDemWegIchBinArzt
30.09.2019, 19:51

Vertigo hat geschrieben:
30.09.2019, 19:22
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
30.09.2019, 19:03
1.) Vielleicht ist Frank wirklich altersbedingt dann doch etwas überfordert gewesen mit der Aufgabe, man weiß es nicht.....

2.) es ist ja auch nicht klar, warum der VÖ-Termin überhaupt verschoben werden mußte.
zu 1.) Das denke ich ganz ernsthaft auch. Das Thema war ihm wahnsinnig wichtig und da hat er sich total überhoben, weil er vor lauter Geschichtstreue eben unbedingt jeden Furz drinhaben wollte im Text und die Musik drum - jedenfalls für mich - eher wie ne Garnierung wirkt. Wenn du dich mal nur auf die Musik konzentrierst, dann klingt das einfach nach Versatzstücken. Hier lag noch was rum und dort noch was, da nehmen wir mal nen Groove den wir so ähnlich schon hatten und verändern minimal was dran usw. so wirkt die Musik auf mich. Wie die Resteverwertung von Eloy-Schnipseln aus den letzten 20 Jahren. Und das find ich total enttäuschend. Wenn er schon so vollmundig da für den Schluß was ankündigt, dann erwarte ich aber auch phantasievolle Musik, nochmal in die Vollen mit dem was Eloy so kann. Nicht ein bisserl Brimborium rund um die Texte

zu 2.) Das hat er in nem Interview erzählt, Classic Rock oder so. Die Festplatte ist ihm abgeschmiert nach der letzten Session. Die Sicherungs-Kopie war aber nur bis zur vorletzten Session bestückt, so dass die Teile die sie nach dem vorletzten Mal noch hinzugefügt hatten nochmal eingespielt und hinzufügt werden mussten, daher der Monat Verzug.


Das mit dem Ausblenden und Leerstellen zwischen den Songs regt mich unglaublich auf. 2 Jahre Arbeit steckt er rein. Ja was machte er denn da? Sowas wie Nahtstellen zwischen Songs einpassen die sich elegant da einfügen, das gehört doch zu den grundsätzlichen Dingen wenn ich ein Konzeptalbum mache. Wieso denkt er an jeden Scheiß der noch draufmuß (textlich vermutlich) und vergißt sowas? Das ist eben auch ein gewichtiger Punkt der mir das Gefühl gibt, dass die Musik scheißegal ist, nur Begleitung für seine ihm so wichtigen Texte.

Und was nützt mir wenn da wieder der Matziol, der Folberth und der Gerlach dabei sind, wenn alles eh nur nach Bornemann klingt, weil keiner dran mitkomponiert hat? Dann hätt er sich auch nen Drummer mieten können und das ganze Zeugs gleich ganz allein machen.
Es ist so ein bisschen wie immer, wenn Musiker begeistert von irgendwelchen vermeintlich grandiosen Ideen sind...vor allem, wenn sie ganz alleine federführend an allem herumbasteln. Dann vergessen sie nämlich oft, ein zwingendes, stimmiges Drumherum zu kreieren und am Ende fährt der Karren vor die Wand: Ian Anderson fand die neuen Synthesizer und Technologien zu "Under Wraps"-Zeiten auch so großartig, dass er vergessen hat, anständige Songs zu schreiben und ein absolut fürchterlich klingendes Album das Resultat war. Gary Moore dachte auch eines Tages, er sei zum Blues berufen und hätte das musikalische Rad neu erfunden...alle seine Bluesalben sind schnarchlangweilige Kackalben (so, das mußte auch mal gesagt werden !) !

Und Frank ist anscheinend so vernarrt in "seine" Jeanne, dass ihm die Texte und die historisch korrekten Inhalte wichtiger zu sein scheinen, als die Musik. Was übrigens auch etwas bizarr anmutet, wenn man bedenkt, wie er sich früher über Rosenthals anspruchsvollen Texte aufgeregt hat... :roll:
Es ist auch seltsam das jetzt so zu verfolgen vor dem Hintergrund, dass Teil 1 ja eigentlich relativ stimmig war, was das gleichberechtigte Zusammenspiel aus konzeptionellem Überbau, Text, Gesang / Sprache und Musik angeht. Teil 1 wurde ja dem Anspruch eines anständigen Konzeptalbums sehr schön gerecht und war eigentlich eine gut ausbalancierte Mischung aus klassischen Eloy-Zutaten und einigen frischen Ideen. Da irritiert mich dieser anscheinende qualitative Absturz jetzt schon recht stark.

Übrigens finde ich mal ganz generell, dass Franks markanter Gesang - ohne den Eloy einfach nicht Eloy wären - schon seit Jahren deutlich nachgelassen hat (bereits auf "Visionary" wurde das deutlich) und heutzutage sehr dünn, zerbrechlich, angestrengt und irgendwie wirklich emotionslos rüberkommt.

Darüberhinaus frage ich mich auch schon seit Jahren, warum Frank sich bei neuen Alben hauptsächlich am Stil der 80er-Scheiben orientiert. Ich meine, nichts gegen "Metromania" oder "Planets", das sind schöne Alben, aber den kreativen Zenit hat die Band schließlich zwischen etwa 1975 und 1980 erreicht, also zwischen "Power And The Passion" und "Colours", als 5 Jahre lang ein Meisterwerk nach dem anderen erschien. Warum wird musikalisch darauf kaum noch Bezug genommen ?
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#87

Beitrag: # 73230Beitrag Vertigo
01.10.2019, 09:31

Ich denke auch, dass es gefährlich ist, eine Idee von der man selber sehr begeistert ist unbedingt ganz alleine umzusetzen. Das birgt immer die Gefahr der Betriebsblindheit. Bornemann ist tatsächlich von Jeanne d'Arc so schwer begeistert, dass er sich da wohl schon seit vielen Jahren total reinkniet, sich selber als einen der großen Experten in Sachen Jeanne d'Arc heute bezeichnet (kann ich nix dazu sagen ob dem so ist) und deswegen nun schon mit Emmanuel Macron sogar in Kontakt getreten ist, weil er da weiter tätig werden will. Das ist also schon ne Art Besessenheit.
Und dadurch scheint tatsächlich die Musik für ihn zweitrangig zu sein, wichtig wars textlich alles unterzukriegen. Ich hab gestern nochmal übers neue Album nachgedacht, die wirkt als ob sie nicht fertig ist. Nicht ausgearbeitet. Im Prinzip stehen die Ideen, einiges ist schon ausgearbeitet, aber es gibt noch keine Übergänge, keinen Raum für musikalische Spielereien, die anderen haben noch keine Ideen beigebracht. So als ob das Album lieber noch ein Jahr hätte verschoben werden sollen, dann 15 Minuten länger wäre und rund, empfinde ich das. Einfach echt schade, ne große vertanene Chance.
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#88

Beitrag: # 73328Beitrag Oracle
01.10.2019, 21:58

Da geht ihr sehr hart ins Gericht.
Ich denke, Bornemann hat sich da vermutlich künstlerisch selbst verwirklicht, so wie er es wollte.
Dass von vielen die Erwartungen doch nicht erfüllt werden ist bei so einer Vita eigentlich logisch.
Es gibt kaum Bands die nach 50 Jahren den eigenen Mythos bezwingen, ich glaube das klappt nirgends.

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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#89

Beitrag: # 73335Beitrag AusDemWegIchBinArzt
02.10.2019, 01:37

Oracle hat geschrieben:
01.10.2019, 21:58
Da geht ihr sehr hart ins Gericht.
Na ja, es gibt aber gewisse Tendenzen, die derartige Fragen und Gedankengänge auch für mich als beinharten Fan der Band rechtfertigen. Zumal das Album in allen halbwegs kompetenten und objektiven Reviews die ich bis jetzt kenne, tatsächlich schlechter wegkommt als der Vorgänger und das ist schon etwas auffallend. Und diese Reviews haben nichts mit dem üblichen Eloy-Bashing zu tun, das man seit 40 Jahren kennt - sowas meine ich nicht und das nehme ich generell nicht ernst.

Ein endgültiges Urteil erlaube ich mir natürlich sowieso erst, wenn ich mich eingehend mit dem Album beschäftigt habe. Bestellt ist es jedenfalls jetzt. 8-)
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#90

Beitrag: # 73351Beitrag Vertigo
02.10.2019, 08:20

Ich geh sehr hart damit ins Gericht, weil ich Eloy sehr gern mag. Wenns mir wurscht wären hätte ich nur geschrieben, dass es halt ne durchschnittliche Platte und eher langweilig ist und fertig.
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#91

Beitrag: # 73353Beitrag AusDemWegIchBinArzt
02.10.2019, 08:39

Man denkt so ein bisschen, Bornemann hat sich mit Teil 2 etwas verhoben und wollte das Ding am Ende einfach nur noch fertig kriegen, vor allem von textlicher Seite aus betrachtet, weswegen dann auf viele Details verzichtet und einiges nicht mehr zu Ende ausgearbeitet wurde - was für ein Konzeptalbum natürlich schädlich ist (insbesondere, wenn es die Fortsetzung eines an und für sich gelungenen ersten Teils ist). Jedenfalls schwingt dieses Gefühl mit.

Fällt ja auch auf, dass er die Anzahl der Gastmusiker im Vergleich zum diesbezüglich opulenten Teil 1 auf Null reduziert hat und wirklich nur die Eloy-Musiker plus bezahlter Drummerhure mitwirken.

Wenn ich dagegen an seine Aussagen von vor 2 Jahren denke, dass er auf Teil 1 noch einen draufsetzen und eine "angemessene Fortführung" realisieren wollte, einen absoluten Höhepunkt im Schaffen der Band, welcher keinen alten Eloy-Fan enttäuschen sollte, dann wirkt das jetzt alles schon etwas leicht befremdlich. Und da bleibt als logische Erklärung eigentlich nur noch, dass er sich total übernommen hat.
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Re: [ANKÜNDIGUNG] Eloy - "The Vision, The Sword And The Pyre, pt.II"

#92

Beitrag: # 73354Beitrag Vertigo
02.10.2019, 08:49

Je mehr ich da nachspüre, desto mehr stört mich dieses unfertige Gefühl. Als ob jemand die halbfertigen Demos zum Album veröffentlicht hat. Posthum lass ich mir sowas gefallen, denn dann ist sowas besser als gar nix. Aber so klingt das einfach, als ob das Album noch Arbeit gebraucht hätte, ein paar Monate, vielleicht ein halbes oder ganzes Jahr, aber so klingts einfach nicht fertig, nicht ausgearbeitet.
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