Eloy, Capitol Mannheim, 25.01.2013

das allerletzte Konzert!

Forumsregeln
Dieser Forenbereich ist fĂĽr Konzerttermine, Events und Festivals sowie Konzertberichte gedacht.
Bitte für jeden Event einen separaten Thread eröffnen.
Antworten
Benutzeravatar

Topic author
Oracle
Administrator
Beiträge: 3716
Registriert: 13.05.2017, 11:13
Wohnort: Free City
Hat sich bedankt: 436 Mal
Danksagung erhalten: 1065 Mal
Kontaktdaten:

Eloy, Capitol Mannheim, 25.01.2013

#1

Beitrag: # 50113Beitrag Oracle
18.11.2018, 15:10

Ma­jes­tä­tische Anachronisten am Werk!

Bild

Am 25.01.2013 habe ich nach vielen verpassten Gelegenheiten, es doch noch geschafft Eloy Live zu erleben.
Wahrscheinlich auf den letzten DrĂĽcker, denn Frank Bornemann ist seit seinem Unfall, im FrĂĽhjahr 2012, angeschlagen und muĂź nochmals operiert werden.
Ob er danach noch in der Lage ist eine 2 1/2 Stunden Show, wie dieser im Capitol Mannheim, durchzustehen ist fragwĂĽrdig.
Anzumerken ist dem 67-jährigen jedenfalls nichts.
Drahtig, jugendlich, spielfreudig und voller Energie betritt er punkt 20.00 Uhr die BĂĽhne und kommt sehr sympatisch rĂĽber.


Bild

Schon das Intro lässt nichts von dem „Pathos in Moll“ vermissen, für den Eloy schon vor 40 Jahren geprügelt wurden.
Kritiker sind weitgehend verstummt, Eloy haben ihren Weg bis heute jedoch unbeirrt fortgesetzt und sind frei von irgendwelchen Modetrends oder komerziellen Zugeständnissen.
Der Erfolg gibt ihnen Recht, was auch in Mannheim durch ein propenvolles Capitol mit ca. 1300 Besuchern quitiert wird.


Bild

Freunde des lyrischen Progrocks durften sich, vom ersten Moment an, eingeladen fühlen, in Bornemann’s Sience-Fiction-Phantasie-Welten einzutauchen.
Zwei ausgewachsene Keyboardtürme wurden auf die Bühne geschleppt um die richtige Atmosphäre für die Eloy-typischen Klanglandschaften zu schaffen.
Besonders Hannes Folberth tritt hier mit virtuosen Leistungen in den vordergrund, während Michael Gerlach mehr für Soundteppiche und Effekte zuständig war.

Bild

Für die rockigen Momente war neben Frank wieder Steve Mann an der Gitarre zuständig.
Zusammen bildeten sie ein gutes Gespann, das durch mitreiĂźende Soli und Riffs fĂĽr Bodenhaftung sorgte.
Der Stützpfeiler im Eloy-Sound ist jedoch der Bassist Klaus-Peter Matziol der mit seiner ungewöhnlichen Spielweise, neben der Stimme von Frank, den markantsten Einfluß bildet.
Mit Bodo Schopf hatte man auch einen kraftvollen, variationsreichen Drummer integriert der die Band sehr gut zusammenhält.


Bild

Frauenchöre waren schon immer eine wichtige Komponente, in den ausladenden Kompositionen bei Eloy, die tadellos harmonierten und immer wieder Szenenapplaus kassierten.
Klar, kommt einem hier vieles bekannt vor, wer denkt bei den ekstatischen Frauenstimmen nicht an Great Gig in the Sky oder die ganzen Synthiefahnen, die an Shine on Part 5-8 oder Animals erinnern.
Melodiebögen wie bei Genesis, Gitarrenhandwerk das an David Gilmour geschult ist.
Trotzdem hat die Band ihr ganz eigenes unverkennbares musikalisches Profil gebildet, das weit ĂĽber Epigonentum hinausgeht.

Bild

Highlights lassen sich gar nicht so leicht herausgreifen, denn bei Eloy fügen sich ungewöhnlicherweise auch die neueren Aufnahmen nahtlos ins Repertiore ein so dass es keine Durchhänger gab, es folgte ein Knüller auf den nächsten.
Die emotionalsten Momente waren dann aber wohl doch Poseidon's Creation, The Apocalypse, The Sun-Song und The Bells of Notre Dame.
Sehr schön war natürlich auch die Zusammenfassung von Ocean, als Zugabe.
Ansonsten wurden die StĂĽcke alle sehr nah an den Studiofassungen gehalten.


Bild

Zunächst war ich nicht sicher ob mir Eloy noch gefällt und ich überhaupt zu einem Konzert gehen soll.
Aber Live ist halt Live und hat mich letzlich wieder ĂĽberzeugt.
Auch der Sound war von Anfang bis Ende sehr gut, nicht zu laut aber druckvoll.
Die Lightshow war eher spartanisch, frĂĽher hatten sie da mehr zu bieten aber wirklich gefehlt hat eigentlich nichts.
Bleibt noch zu erwähnen, dass das Publikum sehr gut drauf war und das Konzert abgefeiert hat.
Frank Bornemann war sichtlich erfreut ĂĽber die euphorische Fanschar.

Between future and past (Intro)
Child Migration
Paralysed Civilization
Mysterious Monolith
Age of Insanity
The Apocalypse
Silhouette
Poseidon's Creation
Time to Turn
The Sun-Song
Horizons
Illuminations
Follow the Light
Awakening Of Consciousness
The Tides Return Forever
Ro Setau
Mystery
Encore:
Decay of Logos
Atlantis' Agony at June 5th - 8498, 13 P.M. Gregorian Earthtime
(without intro and ending)
Encore 2:
The Bells of Notre Dame
Thoughts

Gitarre, Gesang: Frank Bornemann
Keyboards: Michael Gerlach
Keyboards: Hannes Folberth
Bass: Klaus-Peter Matziol
Gitarre: Steve Mann
Schlagzeug: Bodo Schopf

Benutzeravatar

Topic author
Oracle
Administrator
Beiträge: 3716
Registriert: 13.05.2017, 11:13
Wohnort: Free City
Hat sich bedankt: 436 Mal
Danksagung erhalten: 1065 Mal
Kontaktdaten:

Re: Eloy, Capitol Mannheim, 25.01.2013

#2

Beitrag: # 50114Beitrag Oracle
18.11.2018, 15:11

Noch ein paar Bilder.
Selber fotografiert.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Benutzeravatar

AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 16336
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3799 Mal
Danksagung erhalten: 3949 Mal
Kontaktdaten:

Re: Eloy, Capitol Mannheim, 25.01.2013

#3

Beitrag: # 50117Beitrag AusDemWegIchBinArzt
18.11.2018, 15:24

Ganz tolle Bilder und Erläuterungen, mein Guter ! Lieben herzlichen Dank dafür ! :good:

Bei "Atlantis´ Agony" fand ich es sehr schade, dass sie das nur noch in einer kastrierten Version angeboten haben. Gerade die lange Einleitung und das psychedelische Ende sind aus meiner Sicht entscheidend für den Spannungsaufbau. So ist es gleich um die Hälfte kürzer und wirkt für mich einfach nicht richtig "rund", obwohl man sich natürlich grundsätzlich gefreut hat, dass sie es überhaupt aufgeführt haben. Damit war ja nicht in jedem Fall zu rechnen.

Und bei Steve Mann habe ich mich immer schon gefragt, warum er immer "nur" als Live-Unterstützung dabei ist, aber nie auf den Studioalben dieser Zeit als Mitglied mitgespielt hat, wie "The Tides Return Forever", "Ocean II" oder "Visionary". Auf "The Vision, The Sword & The Pyre" macht er dann zwar mit, aber nur als Sprecher, nicht als Gitarrist. Dabei harmoniert er auf der Bühne immer sehr gut mit Bornemann und hätte bestimmt auch auf den Alben interessante Akzente mit der Gitarre setzen können, so wie früher Hannes Arkona.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 16538
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5956 Mal
Danksagung erhalten: 3006 Mal
Kontaktdaten:

Re: Eloy, Capitol Mannheim, 25.01.2013

#4

Beitrag: # 50119Beitrag Vertigo
18.11.2018, 15:28

Auch von mir herzlichen Dank, Andreas, ein sehr schöner Konzertbericht.

Deine "Great Gig In The Sky" Bemerkung brachte mich wieder drauf, was ich drüben im Eloy-Thread schon schreiben wollte. Die Art wie Bornemann seinen Mädels-Gesang haben will erinnert mich nämlich auch immer wieder daran. Ich denke das Stück gefällt ihm sehr, sehr gut und da bin ich bei ihm. Einer der emotionalsten Momente der Rockmusik für mich, dieses Floyd-Stück.
"Wir Bayern sind eben nicht nur gemĂĽtlich, wir sind auch ungemĂĽtlich. Wir sind nicht nur lustig, wir sind auch grantig." (Walter Sedlmayr)

Die Liste der Besonderen (wird fortgesetzt):

- David Lynch
- Christian Vander
- Tom Waits
- Henryk M. Broder

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag