"Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

"Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#1

Beitrag: # 24770Beitrag AusDemWegIchBinArzt
16.03.2018, 18:44

So, da das Thema ja kürzlich angesprochen wurde und ich wenigstens schon mal wieder etwas zu unserem schönen Forum beitragen möchte,
richte ich hiermit einen Diskussionsthread zu den alten "Tatort"-Folgen ein, den wir hoffentlich mit lebhaften Inhalten fĂĽllen werden. SchlieĂźlich dĂĽrfte dieser ARD-Klassiker so ziemlich alle von uns maĂźgeblich sozialisiert haben.

Bei "alt" setze ich unter Vorbehalt und etwas willkĂĽrlich mal die Grenze im Jahr 1995. Aber alles, was danach an Tatorten kam, ist fĂĽr mich irgendwie eher als "neu" respektive moderner einzustufen und filmerisch / konzeptionell zunehmend meist anders umgesetzt, als die klassischen Folgen.

NatĂĽrlich habe ich analog dazu aber auch einen separaten Thread fĂĽr die neueren Folgen nach 1995 an anderer Stelle eingerichtet, falls jemand doch mal Lust haben sollte, auch aktuellere Episoden zu besprechen.

Neben allgemeinen Diskussionen zu den einzelnen Folgen, Ermittlern, Schauspielern oder Details können in den Threads gerne auch passende, mit dem "Tatort" im Zusammenhang stehende Links und Youtube-Videos gepostet werden, da dort ja etliche Filme in ganzer Länge auch zu sehen sind. 8-)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!


sopor joe
Beiträge: 3778
Registriert: 14.05.2017, 20:28
Hat sich bedankt: 630 Mal
Danksagung erhalten: 1238 Mal

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#2

Beitrag: # 25267Beitrag sopor joe
22.03.2018, 15:41

.

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#3

Beitrag: # 25297Beitrag AusDemWegIchBinArzt
22.03.2018, 22:46

Ich habe ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich die Finke-Tatorte allesamt für ganz ganz große Klasse halte. Da gibt es nicht einen drunter, den ich schwach finden würde. Alle höchst sehens- und empfehlenswert, immer wieder !

Zwar habe ich da auch meine beiden Lieblinge ("Blechschaden" und "Kurzschluss"), aber letztlich finde ich sie alle beeindruckend. In jeder Hinsicht toll und intelligent inszeniert, dabei absolut stimmig von den Geschichten her und von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend. Den Geschichten wird Zeit zur schlĂĽssigen Entwicklung gegeben und es wird langsam, aber kontinuierlich Spannung aufgebaut.

Es ist eben nicht so, dass - so wie heute - billige, schnell konsumierbare Action und Gewaltdarstellungen im Mittelpunkt stehen wĂĽrden oder in den ersten zehn Minuten schon drei Morde passiert sind.

Der ruhige, eher stoische Finke (wunderbar reduziert gespielt von Schwarzkopf, der die Figur atmen läßt und nicht zuviele Worte verliert, sondern oft eher zwischen den Zeilen spricht, durch Mimik und Gestik) wirkt in jeder Hinsicht glaubhaft und realitätsnah. Er verkörpert einen perfekt in die Szenerie passenden, typisch wortkargen und kurz angebundenen norddeutschen Charakter.

Ich glaube, es gibt nur deshalb sieben Folgen mit Schwarzkopf, weil der sich schon damals darüber aufregte, dass die Drehbücher immer schwächer wurden bzw. seinen Ansprüchen nicht mehr genügten und die Figur des Kommissar Finke zunehmend weniger Gewicht bekam. Da hat er es wohl vorgezogen auszusteigen, anstatt halbgare Sachen abzuliefern, hinter denen er nicht stehen konnte.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#4

Beitrag: # 32552Beitrag Vertigo
20.05.2018, 19:17

Neulich mal wieder zwei alte Münchner aus den 70ern mit Gustl Bayrhammer angeschaut. Also die Höhepunkte sind für mich immer die Außenaufnahmen, wenn ich Straßenzüge wiedererkenne die es so längst nicht mehr gibt, Gebäude sehe die abgerissen sind und dergleichen. Ansonsten waren die beide ziemlich stinklangweilig und sehr sehr wirr erzählt. Wenn ich den Bayrhammer nicht generell gern sehen würde, hätte ich die gleich wieder gelöscht.
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#5

Beitrag: # 32632Beitrag AusDemWegIchBinArzt
21.05.2018, 08:53

Vertigo hat geschrieben: ↑
20.05.2018, 19:17
Neulich mal wieder zwei alte Münchner aus den 70ern mit Gustl Bayrhammer angeschaut. Also die Höhepunkte sind für mich immer die Außenaufnahmen, wenn ich Straßenzüge wiedererkenne die es so längst nicht mehr gibt, Gebäude sehe die abgerissen sind und dergleichen. Ansonsten waren die beide ziemlich stinklangweilig und sehr sehr wirr erzählt. Wenn ich den Bayrhammer nicht generell gern sehen würde, hätte ich die gleich wieder gelöscht.
Der war aber auch ein echter Charakter, ein ur-bayerischer noch dazu....dem hat man seine Rollen voll abgenommen und den habe ich mir immer gerne angeguckt, auch als Nordlicht.. ;) ..Walter Sedlmayr auch, der geht ja an sich auch in diese Richtung. Aber der Bayrhammer war mir immer etwas sympathischer. Und Helmut Fischer natĂĽrlich auch - groĂźartig !

Ich mag die Bayrhammer-Tatorte eigentlich alle mehr oder weniger, auch schon deshalb, weil die so etwas behäbig sind und die Erzählweise eine ganz andere ist als heutzutage.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#6

Beitrag: # 32636Beitrag Vertigo
21.05.2018, 09:03

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 08:53
Vertigo hat geschrieben: ↑
20.05.2018, 19:17
Neulich mal wieder zwei alte Münchner aus den 70ern mit Gustl Bayrhammer angeschaut. Also die Höhepunkte sind für mich immer die Außenaufnahmen, wenn ich Straßenzüge wiedererkenne die es so längst nicht mehr gibt, Gebäude sehe die abgerissen sind und dergleichen. Ansonsten waren die beide ziemlich stinklangweilig und sehr sehr wirr erzählt. Wenn ich den Bayrhammer nicht generell gern sehen würde, hätte ich die gleich wieder gelöscht.
Der war aber auch ein echter Charakter, ein ur-bayerischer noch dazu....dem hat man seine Rollen voll abgenommen und den habe ich mir immer gerne angeguckt, auch als Nordlicht.. ;) ..Walter Sedlmayr auch, der geht ja an sich auch in diese Richtung. Aber der Bayrhammer war mir immer etwas sympathischer. Und Helmut Fischer natĂĽrlich auch - groĂźartig !

Ich mag die Bayrhammer-Tatorte eigentlich alle mehr oder weniger, auch schon deshalb, weil die so etwas behäbig sind und die Erzählweise eine ganz andere ist als heutzutage.
Bayrhammer, Sedlmayer, Fischer....aber auch Max GrieĂźer oder Karl Obermaier fallen mir ein, das waren alles groĂźartige bayrische Schauspieler, die seh ich auch alle sehr gern.

Das langsame Tempo stört mich auch gar nicht, aber die Geschichten sind schon manchmal sehr wirr. Oft frag ich mich, was sie eigentlich erzählen wollen.
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#7

Beitrag: # 32638Beitrag AusDemWegIchBinArzt
21.05.2018, 09:04

Vertigo hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:03
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 08:53
Vertigo hat geschrieben: ↑
20.05.2018, 19:17
Neulich mal wieder zwei alte Münchner aus den 70ern mit Gustl Bayrhammer angeschaut. Also die Höhepunkte sind für mich immer die Außenaufnahmen, wenn ich Straßenzüge wiedererkenne die es so längst nicht mehr gibt, Gebäude sehe die abgerissen sind und dergleichen. Ansonsten waren die beide ziemlich stinklangweilig und sehr sehr wirr erzählt. Wenn ich den Bayrhammer nicht generell gern sehen würde, hätte ich die gleich wieder gelöscht.
Der war aber auch ein echter Charakter, ein ur-bayerischer noch dazu....dem hat man seine Rollen voll abgenommen und den habe ich mir immer gerne angeguckt, auch als Nordlicht.. ;) ..Walter Sedlmayr auch, der geht ja an sich auch in diese Richtung. Aber der Bayrhammer war mir immer etwas sympathischer. Und Helmut Fischer natĂĽrlich auch - groĂźartig !

Ich mag die Bayrhammer-Tatorte eigentlich alle mehr oder weniger, auch schon deshalb, weil die so etwas behäbig sind und die Erzählweise eine ganz andere ist als heutzutage.
Bayrhammer, Sedlmayer, Fischer....aber auch Max GrieĂźer oder Karl Obermaier fallen mir ein, das waren alles groĂźartige bayrische Schauspieler, die seh ich auch alle sehr gern.

Das langsame Tempo stört mich auch gar nicht, aber die Geschichten sind schon manchmal sehr wirr. Oft frag ich mich, was sie eigentlich erzählen wollen.
Na ja, wirklich schlüssige Drehbücher zu schreiben, ist eben auch eine Kunst die nicht jeder beherrscht. Aber im Vergleich zu den heutigen Tatorten sind die alten noch geradezu vorbildlich logisch aufgebaut und frei von diesem ganzen übertriebenen Gedöns und diesen unzähligen, völlig überflüssigen Seitensträngen. Da finde ich die aktuellen um ein vielfaches wirrer - wirklich kaum ansehbar.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#8

Beitrag: # 32644Beitrag Vertigo
21.05.2018, 09:11

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:04
Vertigo hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:03
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 08:53


Der war aber auch ein echter Charakter, ein ur-bayerischer noch dazu....dem hat man seine Rollen voll abgenommen und den habe ich mir immer gerne angeguckt, auch als Nordlicht.. ;) ..Walter Sedlmayr auch, der geht ja an sich auch in diese Richtung. Aber der Bayrhammer war mir immer etwas sympathischer. Und Helmut Fischer natĂĽrlich auch - groĂźartig !

Ich mag die Bayrhammer-Tatorte eigentlich alle mehr oder weniger, auch schon deshalb, weil die so etwas behäbig sind und die Erzählweise eine ganz andere ist als heutzutage.
Bayrhammer, Sedlmayer, Fischer....aber auch Max GrieĂźer oder Karl Obermaier fallen mir ein, das waren alles groĂźartige bayrische Schauspieler, die seh ich auch alle sehr gern.

Das langsame Tempo stört mich auch gar nicht, aber die Geschichten sind schon manchmal sehr wirr. Oft frag ich mich, was sie eigentlich erzählen wollen.
Na ja, wirklich schlüssige Drehbücher zu schreiben, ist eben auch eine Kunst die nicht jeder beherrscht. Aber im Vergleich zu den heutigen Tatorten sind die alten noch geradezu vorbildlich logisch aufgebaut und frei von diesem ganzen übertriebenen Gedöns und diesen unzähligen, völlig überflüssigen Seitensträngen. Da finde ich die aktuellen um ein vielfaches wirrer - wirklich kaum ansehbar.
Aktuelle schau ich praktisch kaum noch. Vielleicht mal einen aktuellen Münchner. Eine zeitlang auch die Münsteraner, aber die sind längst ein Abklatsch ihres eigenen Konzepts geworden. Früher waren sie sehr lustig, heute sehr verkrampft lustig.

Die Frankfurter mit Jörg Schüttauf und Andrea Sawatzki in den 00er Jahren waren großartig, die mit Joachim Krol und Nina Kunzendorf großteils auch noch. Polizeiruf 110 mit Michaela May und Edgar Selge waren ganz stark, aber derzeitige fallen mir keine ein.

Die DrehbĂĽcher sind in der Tat ein groĂźes Problem. Es scheint verboten zu sein spannende DrehbĂĽcher mit ein wenig Tiefgang und interessanten Wendungen zu schreiben. Aber wir sind off topic, wir sollten das in deinen Tatort-Thread verlagern
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#9

Beitrag: # 32649Beitrag AusDemWegIchBinArzt
21.05.2018, 09:14

Vertigo hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:11
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:04
Vertigo hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:03


Bayrhammer, Sedlmayer, Fischer....aber auch Max GrieĂźer oder Karl Obermaier fallen mir ein, das waren alles groĂźartige bayrische Schauspieler, die seh ich auch alle sehr gern.

Das langsame Tempo stört mich auch gar nicht, aber die Geschichten sind schon manchmal sehr wirr. Oft frag ich mich, was sie eigentlich erzählen wollen.
Na ja, wirklich schlüssige Drehbücher zu schreiben, ist eben auch eine Kunst die nicht jeder beherrscht. Aber im Vergleich zu den heutigen Tatorten sind die alten noch geradezu vorbildlich logisch aufgebaut und frei von diesem ganzen übertriebenen Gedöns und diesen unzähligen, völlig überflüssigen Seitensträngen. Da finde ich die aktuellen um ein vielfaches wirrer - wirklich kaum ansehbar.
Aktuelle schau ich praktisch kaum noch. Vielleicht mal einen aktuellen Münchner. Eine zeitlang auch die Münsteraner, aber die sind längst ein Abklatsch ihres eigenen Konzepts geworden. Früher waren sie sehr lustig, heute sehr verkrampft lustig.

Die Frankfurter mit Jörg Schüttauf und Andrea Sawatzki in den 00er Jahren waren großartig, die mit Joachim Krol und Nina Kunzendorf großteils auch noch. Polizeiruf 110 mit Michaela May und Edgar Selge waren ganz stark, aber derzeitige fallen mir keine ein.

Die DrehbĂĽcher sind in der Tat ein groĂźes Problem. Es scheint verboten zu sein spannende DrehbĂĽcher mit ein wenig Tiefgang und interessanten Wendungen zu schreiben. Aber wir sind off topic, wir sollten das in deinen Tatort-Thread verlagern
Ich verschiebe gleich mal...aber in welchen davon ? Neue Tatorte oder Alte Tatorte ? ;)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: Irmin Schmidt - "Roll On Euphrates"

#10

Beitrag: # 32699Beitrag Vertigo
21.05.2018, 10:09

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:14
Vertigo hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:11
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 09:04


Na ja, wirklich schlüssige Drehbücher zu schreiben, ist eben auch eine Kunst die nicht jeder beherrscht. Aber im Vergleich zu den heutigen Tatorten sind die alten noch geradezu vorbildlich logisch aufgebaut und frei von diesem ganzen übertriebenen Gedöns und diesen unzähligen, völlig überflüssigen Seitensträngen. Da finde ich die aktuellen um ein vielfaches wirrer - wirklich kaum ansehbar.
Aktuelle schau ich praktisch kaum noch. Vielleicht mal einen aktuellen Münchner. Eine zeitlang auch die Münsteraner, aber die sind längst ein Abklatsch ihres eigenen Konzepts geworden. Früher waren sie sehr lustig, heute sehr verkrampft lustig.

Die Frankfurter mit Jörg Schüttauf und Andrea Sawatzki in den 00er Jahren waren großartig, die mit Joachim Krol und Nina Kunzendorf großteils auch noch. Polizeiruf 110 mit Michaela May und Edgar Selge waren ganz stark, aber derzeitige fallen mir keine ein.

Die DrehbĂĽcher sind in der Tat ein groĂźes Problem. Es scheint verboten zu sein spannende DrehbĂĽcher mit ein wenig Tiefgang und interessanten Wendungen zu schreiben. Aber wir sind off topic, wir sollten das in deinen Tatort-Thread verlagern
Ich verschiebe gleich mal...aber in welchen davon ? Neue Tatorte oder Alte Tatorte ? ;)
egal
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#11

Beitrag: # 32700Beitrag AusDemWegIchBinArzt
21.05.2018, 10:14

Sind verschoben in die alten Tatorte.

Dann lösche ich sie jetzt in diesem Thread.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#12

Beitrag: # 32703Beitrag Vertigo
21.05.2018, 10:17

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 10:14
Sind verschoben in die alten Tatorte.

Dann lösche ich sie jetzt in diesem Thread.
dieser Thread ist doch der mit den alten Tatorten
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#13

Beitrag: # 32705Beitrag AusDemWegIchBinArzt
21.05.2018, 10:18

Vertigo hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 10:17
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 10:14
Sind verschoben in die alten Tatorte.

Dann lösche ich sie jetzt in diesem Thread.
dieser Thread ist doch der mit den alten Tatorten
Jahaa.....ich hatte gerade einen Bedienungsfehler. Hat sich aber schon erledigt. ;)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!


Sabarthez
Beiträge: 1608
Registriert: 20.05.2017, 13:51
Hat sich bedankt: 347 Mal
Danksagung erhalten: 636 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#14

Beitrag: # 32712Beitrag Sabarthez
21.05.2018, 16:11

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
16.03.2018, 18:44
SchlieĂźlich dĂĽrfte dieser ARD-Klassiker so ziemlich alle von uns maĂźgeblich sozialisiert haben.

Mich völlig rausgenommen, könntest du da Recht haben... boys_lol ...nix ARD bis 1990. :aufgeben:

Benutzeravatar

Oracle
Administrator
Beiträge: 3202
Registriert: 13.05.2017, 11:13
Wohnort: Free City
Hat sich bedankt: 401 Mal
Danksagung erhalten: 940 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#15

Beitrag: # 32736Beitrag Oracle
21.05.2018, 20:47

kann sich noch jemand an die Helmut Fischer-Tatort-Folge erinnern wo er in einer schwarzen Lederkutte in eine Rockerbar ging?
In der Jukebox lief Motorhead - Ace of spades.
Das sind so die Momente die ich liebe. :biggrinn:

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#16

Beitrag: # 34838Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.06.2018, 08:42

Oracle hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 20:47
kann sich noch jemand an die Helmut Fischer-Tatort-Folge erinnern wo er in einer schwarzen Lederkutte in eine Rockerbar ging?
In der Jukebox lief Motorhead - Ace of spades.
Das sind so die Momente die ich liebe. :biggrinn:
Ja, ich erinnere mich vage....aber war das jetzt noch ein Veigl-Tatort oder schon ein reiner Lenz-Tatort ? Wie hieĂź die Folge denn, verdammt ?

Aber es mĂĽĂźte ein Lenz-Tatort gewesen sein, meine ich.

Abgesehen davon muß ich mal sagen, dieser ganze damalige Charme, den auch Schauspieler wie Fischer mit seiner Münchner Art so wunderbar verkörpert haben, den gibt es heute einfach nicht mehr, leider. Das wirkt heute schon fast nostalgisch. Die Zeit ist völlig anders mittlerweile und leider nicht besser.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#17

Beitrag: # 34844Beitrag Vertigo
05.06.2018, 08:48

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:42

Abgesehen davon muß ich mal sagen, dieser ganze damalige Charme, den auch Schauspieler wie Fischer mit seiner Münchner Art so wunderbar verkörpert haben, den gibt es heute einfach nicht mehr, leider. Das wirkt heute schon fast nostalgisch. Die Zeit ist völlig anders mittlerweile und leider nicht besser.
Da sprichst du den Hauptgrund an, warums mir in meiner Heimatstadt nicht mehr gefällt. Es gibt die echten Münchner mit dieser ganz speziellen Art nicht mehr. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal draußen unterwegs bin oder in nem Restaurant sitze etc., da fallen ich und ein Kumpel von mir schon richtig auf, denn wir haben diese Art noch. Aber wenn du dich dann umschaust, dann denken wir uns immer wieder, das könnte jetzt auch irgendeine andere Stadt sein, aber von München haben diese Leute nix mehr.
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#18

Beitrag: # 34847Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.06.2018, 08:51

Vertigo hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:48
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:42

Abgesehen davon muß ich mal sagen, dieser ganze damalige Charme, den auch Schauspieler wie Fischer mit seiner Münchner Art so wunderbar verkörpert haben, den gibt es heute einfach nicht mehr, leider. Das wirkt heute schon fast nostalgisch. Die Zeit ist völlig anders mittlerweile und leider nicht besser.
Da sprichst du den Hauptgrund an, warums mir in meiner Heimatstadt nicht mehr gefällt. Es gibt die echten Münchner mit dieser ganz speziellen Art nicht mehr. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal draußen unterwegs bin oder in nem Restaurant sitze etc., da fallen ich und ein Kumpel von mir schon richtig auf, denn wir haben diese Art noch. Aber wenn du dich dann umschaust, dann denken wir uns immer wieder, das könnte jetzt auch irgendeine andere Stadt sein, aber von München haben diese Leute nix mehr.
Und das kannst Du auf alle anderen Städte übertragen: Der hanseatische Hamburger, der satt berlinernde Berliner, der "kölsche Jung"....alles aussterbende Originale. Heute gibts zunehmend nur noch austauschbare und gesichtslose Allerweltsbürger, überall. Wie Du schon sagst, es gibt kaum noch Unterscheidungsmerkmale, nichts prägnantes mehr.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#19

Beitrag: # 34855Beitrag Vertigo
05.06.2018, 08:55

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:51
Vertigo hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:48
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:42

Abgesehen davon muß ich mal sagen, dieser ganze damalige Charme, den auch Schauspieler wie Fischer mit seiner Münchner Art so wunderbar verkörpert haben, den gibt es heute einfach nicht mehr, leider. Das wirkt heute schon fast nostalgisch. Die Zeit ist völlig anders mittlerweile und leider nicht besser.
Da sprichst du den Hauptgrund an, warums mir in meiner Heimatstadt nicht mehr gefällt. Es gibt die echten Münchner mit dieser ganz speziellen Art nicht mehr. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal draußen unterwegs bin oder in nem Restaurant sitze etc., da fallen ich und ein Kumpel von mir schon richtig auf, denn wir haben diese Art noch. Aber wenn du dich dann umschaust, dann denken wir uns immer wieder, das könnte jetzt auch irgendeine andere Stadt sein, aber von München haben diese Leute nix mehr.
Und das kannst Du auf alle anderen Städte übertragen: Der hanseatische Hamburger, der satt berlinernde Berliner, der "kölsche Jung"....alles aussterbende Originale. Heute gibts zunehmend nur noch austauschbare und gesichtslose Allerweltsbürger, überall. Wie Du schon sagst, es gibt kaum noch Unterscheidungsmerkmale, nichts prägnantes mehr.
Ich hab das geliebt wenn man früher im Biergarten war und dann saßen da ein echter Hamburger oder Berliner, Kölner, Frankfurter, Stuttgarter und man kam dann ins Gespräch und irgendwie ging das schon, dass man sich verständigte und alle hatten Spaß dabei, weil jeder so ein Individuum war und das andere Individuum schätzte. Diese Einheitsmenschen sind mir einfach zu langweilig, zu glatt, die haben keine Ecken und Kanten.

Die Ă–sterreicher sind die letzten, die man noch blind erkennen kann, weil die ungeniert ihren Dialekt und ihre Art leben.
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#20

Beitrag: # 34863Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.06.2018, 09:03

Vertigo hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:55
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:51
Vertigo hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:48


Da sprichst du den Hauptgrund an, warums mir in meiner Heimatstadt nicht mehr gefällt. Es gibt die echten Münchner mit dieser ganz speziellen Art nicht mehr. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich mal draußen unterwegs bin oder in nem Restaurant sitze etc., da fallen ich und ein Kumpel von mir schon richtig auf, denn wir haben diese Art noch. Aber wenn du dich dann umschaust, dann denken wir uns immer wieder, das könnte jetzt auch irgendeine andere Stadt sein, aber von München haben diese Leute nix mehr.
Und das kannst Du auf alle anderen Städte übertragen: Der hanseatische Hamburger, der satt berlinernde Berliner, der "kölsche Jung"....alles aussterbende Originale. Heute gibts zunehmend nur noch austauschbare und gesichtslose Allerweltsbürger, überall. Wie Du schon sagst, es gibt kaum noch Unterscheidungsmerkmale, nichts prägnantes mehr.
Ich hab das geliebt wenn man früher im Biergarten war und dann saßen da ein echter Hamburger oder Berliner, Kölner, Frankfurter, Stuttgarter und man kam dann ins Gespräch und irgendwie ging das schon, dass man sich verständigte und alle hatten Spaß dabei, weil jeder so ein Individuum war und das andere Individuum schätzte. Diese Einheitsmenschen sind mir einfach zu langweilig, zu glatt, die haben keine Ecken und Kanten.

Die Ă–sterreicher sind die letzten, die man noch blind erkennen kann, weil die ungeniert ihren Dialekt und ihre Art leben.
Ja, stimmt, bei den Österreichern ist das noch tatsächlich so. Und bei den Schweizern auch.

Ich habe übrigens einen Bekannten, der stammt aus Baden bei Wien, lebt aber schon seit ca. 20 Jahren hier in der Region. Nachdem seine Eltern sich getrennt hatten, zog seine Mutter mit ihrem neuen Freund eben nach Norddeutschland und er ging mit. Sein Vater blieb in Österreich. Der hat sich hier so assimiliert im Laufe der Zeit, dass du, wenn du mit ihm redest, nie drauf kommen würdest dass er Österreicher ist (quasi-Wiener noch dazu). Der spricht akkurates Hochdeutsch, ohne norddeutschen Einschlag natürlich, aber eben auch ohne österreichischen. Total akzentfrei. Aber wenn er seinen Vater besucht und drei, vier Wochen dort im Urlaub war, erkennst du ihn nicht wieder - dann hat er volle Kanne wieder den österreichischen Singsang drauf und braucht dann jedesmal ein paar Wochen, bis er sich an die hiesigen Gegebenheiten wieder angepasst hat. :biggrinn:

Woran liegt das eigentlich, dass diese ganzen speziellen Typen und Eigenarten eine so aussterbende Spezies sind ? Ist das einfach den Entwicklungen der Zeit, der Industriegesellschaft geschuldet wie so vieles oder wie siehst Du das ?
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#21

Beitrag: # 34940Beitrag Vertigo
05.06.2018, 17:54

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 09:03
Woran liegt das eigentlich, dass diese ganzen speziellen Typen und Eigenarten eine so aussterbende Spezies sind ? Ist das einfach den Entwicklungen der Zeit, der Industriegesellschaft geschuldet wie so vieles oder wie siehst Du das ?
Da hol ich mal ein wenig aus.

Dialekt grenzt ab. Man versteht ihn nur in einer bestimmten Region richtig gut, darüberhinaus weniger bis gar nicht. Das bewirkt natürlich, dass sich Menschen mit wenig Selbstbewusstsein ausgegrenzt fühlen wenn Dialekt gesprochen wird. Drum wird oft der dialektsprechende Mensch von anderen genötigt doch mal verständlich zu reden. Soweit, so nachvollziehbar.

Nun leben wir inzwischen in einer Welt der Gleichmacherei. Kapitalismus funktioniert nur wirklich gut, wenn alle möglichst die gleichen Bedürfnisse haben. Damit alle möglichst die von der Industrie grade als lukrativ angesehen Bedürfnisse befriedigen wollen, muß man die Menschen aber erst dahingehend manipulieren, sonst sind sie individuell einfach zu verschieden. Zu diesen Manipulationsmaßnahmen, die über Werbung, Marketing und Medien aller Art generell vonstatten gehen, gehören auch Dinge die bis in die subtilsten, individuellsten Bereiche des Menschen greifen.

Einer davon ist die Sprache. Geschliffene, kluge, intellektuelle Sprache grenzt sich genauso ab wie es der Dialekt auch tut. Wenn beides als gewünscht gepflegt wird bei den Menschen, fehlen mir diese Zielgruppen bei meinen Kampagnen, besser gesagt sie kosten mich Extra-Kampagnen um sie zu erreichen. Mein Wunsch als Kapitalist ist also möglichst alle gleich sprechen lassen, dann erreiche ich auch nahezu alle auf einmal mit meiner Manipulationskampagne.

Jahrzehntelang nun wurde im Stillen dahin gearbeitet. "Sprich richtig" oder "kannst du auch Deutsch", sowas hörte ich auch schon in der Schule in den späten 70ern oder in den 80ern dann im Beruf. Dialekt = Provinz, so schon damals die brav antrainierte Sichtweise bei immer mehr Stadtmenschen hier. Und Provinz wollen wir doch nicht sein, oder? So bohrt man subtile Löcher in der Seele von labilen Menschen. Irgendwann ists den Dialektsprechern dann oft zu anstrengend, mühsam oder auch schmerzhaft, wenn die frisch Angebetete dich blöd anmacht, weil du Dialekt sprichst (alles erlebt) und man beginnt sich anzupassen.

Noch einfacher natürlich beim intellektuellen Gespräch. Da haben die Marketingkampagnen ganze Arbeit geleistet nun nicht nur die grade aktuelle Jugend - welche ja immer ihre eigene Sprache gefunden hatte, von daher ist das nix besonderes - zu manipulieren sondern auch die Erwachsenen. Wenn ich Sendungen im TV sehe, Gespräche unterwegs höre, dann muß ich doch feststellen, dass sehr, sehr viele scheinbar erwachsene Menschen auf dem intellektuellen Niveau eines Jugendlichen stehengeblieben sind oder sich mit Freude dahin wieder rückentwickelt haben. Die deutsche Sprache mittels permanent gebrauchter, meist sinnlos eingesetzter, englischer Ausdrücke zu durchsetzen um "cool" zu sein, "jung" zu wirken und welch dumme Motivation noch so dahinterstecken mag, hat sich auf breiter Basis durchgesetzt. Den Rest haben die Handys und das Internet erledigt. Handys verführen die meisten Menschen wohl gradezu alles abzukürzen. Internetforen ebenso.

Das alles ist aber meiner Meinung nach hocherwünscht von Seiten der Industrie. Denn dumme Menschen, gleichgeschaltete Menschen sind hochgradig manipulierbar und das ist das wichtigste Anliegen jedes Unternehmens das etwas verkaufen will: Vertraue mir, meine Produkte oder Dienstleistungen brauchst DU. Diese Botschaft funktioniert einfach am besten wenn derjenige sie nicht hinterfrägt.

Dialekt ist ein Anzeichen von hochgradiger Individualität. Das ist gefährlich für diejenigen, welche Macht ausüben wollen. Im Dialekt sagen die Leute Dinge die sie sich in der Schriftsprache nicht trauen würden. Im Dialekt sind sie nicht politisch korrekt gleichgeschaltet, sind nicht auf einheitliche Reaktion gepolt wie die Masse. Das sollte bekämpft werden oder auf einer drolligen Ebene gehalten werden, damit es nicht gesellschaftlich relevante Auswüchse annimmt und damit Marketingplänen zuwider laufen würde.

NatĂĽrlich gibt es auch Dialekttrottel, das ist keine Frage. Dialekt macht dich nicht automatisch intelligenter. Wer aber heute immer noch mit Leidenschaft Dialekt spricht zeigt zumindest schon mal eines: Du und deine scheinbar unabdingbar wichtigen Vorgaben sind mir egal, du Staat, du Industrie.
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Benutzeravatar

Oracle
Administrator
Beiträge: 3202
Registriert: 13.05.2017, 11:13
Wohnort: Free City
Hat sich bedankt: 401 Mal
Danksagung erhalten: 940 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#22

Beitrag: # 35304Beitrag Oracle
07.06.2018, 23:53

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
05.06.2018, 08:42
Oracle hat geschrieben: ↑
21.05.2018, 20:47
kann sich noch jemand an die Helmut Fischer-Tatort-Folge erinnern wo er in einer schwarzen Lederkutte in eine Rockerbar ging?
In der Jukebox lief Motorhead - Ace of spades.
Das sind so die Momente die ich liebe. :biggrinn:
Ja, ich erinnere mich vage....aber war das jetzt noch ein Veigl-Tatort oder schon ein reiner Lenz-Tatort ? Wie hieĂź die Folge denn, verdammt ?

Aber es mĂĽĂźte ein Lenz-Tatort gewesen sein, meine ich.

Abgesehen davon muß ich mal sagen, dieser ganze damalige Charme, den auch Schauspieler wie Fischer mit seiner Münchner Art so wunderbar verkörpert haben, den gibt es heute einfach nicht mehr, leider. Das wirkt heute schon fast nostalgisch. Die Zeit ist völlig anders mittlerweile und leider nicht besser.
also Veigl war auf keinen Fall dabei und das war auch sicher schon in den 80ern.
Aber Titel kann ich mir nicht merken, das ist auch schon wieder lange her als ich die Wiederholung gesehen hat.

Benutzeravatar

Oracle
Administrator
Beiträge: 3202
Registriert: 13.05.2017, 11:13
Wohnort: Free City
Hat sich bedankt: 401 Mal
Danksagung erhalten: 940 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#23

Beitrag: # 41168Beitrag Oracle
28.07.2018, 23:46

hab gerade mal wieder eine Wiederholung von Zahn um Zahn mit Schimanski gesehen.
Hat mir nicht gefallen, war mir zu klischeehaft und unnatĂĽrlich.
Dann auch noch die Musik von Klaus Lage, das hat mich echt genervt.
Kann mich noch erinnern, dass der Film im Kino lief und sauerfolgreich war.
Alle wollten plötzlich Schimanskijacken. :biggrinn:
Götz George war darstellerisch aber trotzdem grandios.

Benutzeravatar

Topic author
AusDemWegIchBinArzt
Administrator
Beiträge: 15306
Registriert: 14.05.2017, 09:06
Wohnort: King Ludwig Country
Hat sich bedankt: 3691 Mal
Danksagung erhalten: 3881 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#24

Beitrag: # 41169Beitrag AusDemWegIchBinArzt
29.07.2018, 07:01

Vor ein paar Tagen erst lief mal wieder der Tatort "Leiche im Keller" von 1986 - der erste gemeinsame Fall von Stöver / Brockmöller, die ersten Stöver-Folgen davor waren ja noch mit Manfred Krug alleine, ohne Charles Brauer.

Jedenfalls finde ich "Leiche im Keller" heute noch genauso stark wie frĂĽher (ich hatte mir den sogar mal auf VHS aufgezeichnet irgendwann).

Holger Mahlich in seiner Doppelrolle als skrupellose ZwillingsbrĂĽder Karl und Herbert Koslowski spielt grandios, die ganze Story ist wunderbar nachvollziehbar (nicht so ĂĽberdreht oder hergesucht abstrakt wie heutzutage meistens) und der Film bis in die letzte Nebenrolle mit exzellenten Schauspielern besetzt.

Das ist einer jener Tatorte, die sich immer wieder anzusehen lohnen und auch nie langweilen - nicht mal dann, wenn man ihn schon zigmal gesehen hat.

Wenige Tage nach "Leiche im Keller" kam mit "Pleitegeier" von 1988 ein weiterer Stöver / Brockmöller-Tatort, für den exakt das Gleiche gilt.

Auch hier wieder der damals gerne genommene Holger Mahlich, diesmal als eiskalter und aalglatter Anwalt, dazu weitere tolle Charakterdarsteller wie der charismatische Horst Frank als rĂĽcksichtsloser Diskothekenbesitzer, der wunderbare Hans Helmut Dickow oder auch Heidi Kabel in einer ihrer wenigen Filmrollen abseits vom Theater, die sie meisterhaft spielt.

Ein Tatort von unglaublicher Tiefe, Dichte und GlaubwĂĽrdigkeit, der bis zu letzten Minute fesselt.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



I think I spider - that pulls me the shoes out !!!

Benutzeravatar

Vertigo
Beiträge: 14696
Registriert: 18.05.2017, 11:24
Wohnort: MĂĽnchen
Hat sich bedankt: 5625 Mal
Danksagung erhalten: 2765 Mal
Kontaktdaten:

Re: "Tatort" - die alten Folgen (bis 1995)

#25

Beitrag: # 41173Beitrag Vertigo
29.07.2018, 08:22

Oracle hat geschrieben: ↑
28.07.2018, 23:46
hab gerade mal wieder eine Wiederholung von Zahn um Zahn mit Schimanski gesehen.
Hat mir nicht gefallen, war mir zu klischeehaft und unnatĂĽrlich.
Dann auch noch die Musik von Klaus Lage, das hat mich echt genervt.
Kann mich noch erinnern, dass der Film im Kino lief und sauerfolgreich war.
Alle wollten plötzlich Schimanskijacken. :biggrinn:
Götz George war darstellerisch aber trotzdem grandios.
Ich mochte Götz George, aber mochte den Schimanski nie. George war in so vielen anderen Rollen besser und interessanter fand ich. Den Charakter Schimanski fand ich immer viel zu schablonenhaft, zu holzschnittartig.
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag