[PORTRAIT] Eloy

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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50013Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 13:59

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Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 13:32


zu 2.) Das wäre zwar auch eine klanglich schöne Idee gewesen mit dem Meeresrauschen, aber auch eine ungleich klischeeartigere. Auf die Idee mit dem Meer wären vermutlich alle Durchschnittsmusiker auch gekommen.
Okay, gebe ich gerne zu, diese Idee ist sicherlich nicht ganz so ungewöhnlich und bedient vermutlich in der Tat eher eine gewisse Klischeevorstellung. Aber es hätte ja kein Meeresrauschen sein müssen, es gibt ja auch andere Geräuschkulissen, die da einen Bezug herstellen und nicht ganz so Klischeeartig anmuten. Beispielsweise das Gluckern der Priele bei Ebbe, was ich mal vor längerer Zeit ansprach und erklärte, als Du mich fragtest was man sich darunter vorstellen könne. Vielleicht noch begleitet vom Kreischen der hungrig kreisenden Möwen. Da ist sogar ein ganz konkreter Bezug zum Thema, ohne dass es etwas wäre, wo jede Durchschnittsmusiker drauf käme.

zu 3.) Tatsächlich sind es die Sängerinnen, weil sie hier richtig Gas geben, dass mir das Stück überhaupt mal positiv auffiel. Ich hatte die "Tides" nie, hab das Stück damals im Konzert gehört und da bliebs eher unterbewusst hängen
Genau dieses "Gas geben" ist mir viel zu aufdringlich und penetrant, das paßt für mich einfach überhaupt nicht zum ansonsten eher ruhigen und getragenen Duktus des Stückes. Wenn sie leiser im HIntergrund wären, flüsternder sozusagen, das könnte die Atmosphäre meiner Ansicht nach viel wirkungsvoller unterstreichen, wenn es denn schon Backgroundgesang sein muß.
Aber was genau ist daran nun ein Pro- oder Contraargument gegen eine Neuaufnahme?
Es ging mir gar nicht um pro/contra, sondern erst mal einfach nur um die Feststellung. Und, wenn man den Faden dann tatsächlich weiterspinnt, darum, dass eben Werke klassischer Komponisten, von denen es gewissermaßen nur sehr selten "die eine" Version gab aufgrund der geschilderten Begleitumstände, von vorneherein prädestinierter waren für interpretetatorische Veränderungen und diese dadurch auch von vorneherein eher Bestandteil des ganzen waren / sind, als dieses eben meinetwegen bei Rockstücken der Fall ist, wo durch die Tatsache, dass Musiker und Komponisten dieselben sind und alles von vorneherein in festgelegter Form auf einen Tonträger gepresst wird, einfach ein anderer gedanklicher Zugang dazu entsteht.

Damit sage ich nicht, dass Rockmusiker nicht das Recht hätten, ihre eigenen Werke zu überdenken und neu einzuspielen. Es ist aber problematischer, dafür eine gewisse Akzeptanz zu finden, vor allem, wenn sich dann am Ende das neue Werk vielleicht sogar grundlegend von der früheren, bekannten und sozusagen eingebrannten Version unterscheidet. Und es hat dann eher den Charakter, als würde eine Band sich selber covern. Ich weiß nicht, ob Du meinem Gedankengang da einigermaßen folgen kannst ? Ist auch etwas schwer zu erklären.
zu 6.) Das ist in der Tat so, ja. Deine Gewohnheiten prägen deinen Geschmack, bei allem was du tust. Wer immer nur den Sound von heute hört, wird den von früher nie zu schätzen wissen. Hat aber auch das Leben nicht verstanden, wie ich dann zu sagen pflege, denn die Generationen vor einem sind immer dazu da um von ihnen zu lernen, das ist ein Grundprinzip des Lebens. Wer das außen vor lässt, hat nix verstanden.
Da fällt mir dann immer Stellar als stellvertretendes Negativbeispiel ein, die unkritisch alles abfeiert was neu ist und sich irgendwie nach Langweiler-Neo Prog oder Steven Wilson anhört und offen erklärt, der alte Scheiß wie Purple oder Tull würde sie nicht die Bohne interessieren. Und sie hat sich ja schon damals zu unserer Zeit sehr ignorant diesbezüglich gezeigt. Da kann ich nur ganz trocken sagen: Wer sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigt, kann auch die Gegenwart nicht angemessen beurteilen. Und gerade in der Musik ist das Zurückverfolgen zu den Wurzeln für mich maßgeblich.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50014Beitrag nixe
17.11.2018, 14:07

Eigentlich müßte das ein Buch werden, vielleicht kann Frank noch was dazu tun, mit Photos?
Musik hat die Fähigkeit uns geistig, körperlich & emotional zu beeinflussen!

!!!I like Prog!!!

!!!Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten!!!

Tschüß
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50015Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 14:10

nixe hat geschrieben:
17.11.2018, 14:07
Eigentlich müßte das ein Buch werden, vielleicht kann Frank noch was dazu tun, mit Photos?
Ja, das wär´s ! Der ultimative Ritterschlag - am besten noch mit einem exklusiven Interview, nur für uns ! Das wäre ein Traum.... ;)
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50020Beitrag Vertigo
17.11.2018, 15:59

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 13:59
1.) Beispielsweise das Gluckern der Priele bei Ebbe, .....Vielleicht noch begleitet vom Kreischen der hungrig kreisenden Möwen.

2.) Genau dieses "Gas geben" ist mir viel zu aufdringlich und penetrant, das paßt für mich einfach überhaupt nicht zum ansonsten eher ruhigen und getragenen Duktus des Stückes.

3.) Es ging mir gar nicht um pro/contra, sondern erst mal einfach nur um die Feststellung. Und es hat dann eher den Charakter, als würde eine Band sich selber covern. Ich weiß nicht, ob Du meinem Gedankengang da einigermaßen folgen kannst ? Ist auch etwas schwer zu erklären.

4.) Da fällt mir dann immer Stellar als stellvertretendes Negativbeispiel ein, die unkritisch alles abfeiert was neu ist und sich irgendwie nach Langweiler-Neo Prog oder Steven Wilson anhört und offen erklärt, der alte Scheiß wie Purple oder Tull würde sie nicht die Bohne interessieren.
zu 1.) Auch schöne Ideen was du da anführst. Ich sag ja gar nicht, dass es nur die Mädels auf diese Art sein müssen, aber...

zu 2.) mir haben sie es damit total angetan. Das an sich ruhige und unspektakuläre, aber sehr schön atmosphärische Stück wird durch diesen, für mich jedenfalls damals, nicht erwarteten intensiven Gesang der Frauen auf eine andere Ebene nochmal gehoben. Wenn das so atmosphärisch ruhig geblieben wäre - ob nun mit Möwen oder Mädels - dann hätte ich gesagt, nett, schönes Stück. So wie es ist, ist es eines der herausragenden Stücke der jüngeren Eloy-Geschichte. Das war genau der Dreh den das Stück für mich gebraucht hat um die Ganz-Nett-Ebene zu verlassen

zu 3.) Okay, verstanden. Ich glaub schon, dass ich dir da folgen kann, aber ich hab halt per se damit nicht grundsätzlich ein Problem. Wie woanders hier schon geschrieben ist es für mich interessant zu spüren was die Intention dahinter ist. Ists nur Phantasielosigkeit, Technikverliebtheit oder der Druck der Marketingabteilung? Dann abhaken, vergessen, interessiert keine Sau. Aber will da jemand seine heutige Sicht als vielleicht alter Mann mit dem Thema das ihn als junger Mann so beschäftigt hat darstellen? Dann her damit, dann find ich das sehr spannend.

zu 4.) Ich meine ich habs schon mal geschrieben, aber ich glaube Stellar hat generell überhaupt kein Interesse an Musik. Die ist einfach nur ein kleines Girlie, ein BRAVO-Mädel die zu alt geworden ist, aber vom Gemüt her nicht mehr. Die macht sich ins Höschen wenn irgendwo Wilson draufsteht und wäre sie früher geboren, wäre sie eine dieser unerträglich depperten Beatles-Kreischerinnen gewesen, der es eben nur darum geht ein Kissen mit dem Gesicht von Paul McCartney zu haben und die davon träumt dass er sie küsst, aber was er da an Töne absondert ist absolute Nebensache. So empfinde ich die Stellar. Niemand den man auch nur in ner Diskussion ernstnehmen muß, weil sie es selber gar nicht tut. Es geht ihr darum Fan zu sein und nicht um Musik. Vermutlich gefällt ihr der Steven Wilson als Mann, wogegen ja nix zu sagen ist, und nun ist halt jeder Huster von ihm eine göttliche Äußerung.

Erzählte ich schon mal, dass George Harrison, der, so sensibel er auch war, bitterbösen göttlich guten britischen Humor haben konnte, die Mädels, welche immer in der Nähe der Beatles rumlungerten als "Apple Scruffs" bezeichnete? (nachdem die Beatles das Apple Label gegründet hatten und die Mädels dann halt immer in der Nähe des Bürohauses von Apple rumlungerten). Also in etwa Apfel-Vogelscheuchen oder Apfel-Gammler.

Sowas ist die Stellar


Und im übrigen macht mir diese Diskussion hier mächtig viel Spaß. Sowas, Moment ich schreibs groß SOWAS vermisse ich hier im Forum. Nix gegen dich, die Diskussionen mit dir sind immer lebendig und interessant, aber es wäre mächtig schön, wenn mal andere hier auch zu irgendnem Musikthema mal in den Diskussionsring steigen würden. Da gibts keine Verlierer oder Sieger, nur Austausch von Meinungen.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50021Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 16:19

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 15:59

zu 1.) Auch schöne Ideen was du da anführst. Ich sag ja gar nicht, dass es nur die Mädels auf diese Art sein müssen, aber...

zu 2.) mir haben sie es damit total angetan. Das an sich ruhige und unspektakuläre, aber sehr schön atmosphärische Stück wird durch diesen, für mich jedenfalls damals, nicht erwarteten intensiven Gesang der Frauen auf eine andere Ebene nochmal gehoben. Wenn das so atmosphärisch ruhig geblieben wäre - ob nun mit Möwen oder Mädels - dann hätte ich gesagt, nett, schönes Stück. So wie es ist, ist es eines der herausragenden Stücke der jüngeren Eloy-Geschichte. Das war genau der Dreh den das Stück für mich gebraucht hat um die Ganz-Nett-Ebene zu verlassen
Ja, ich verstehe schon wie Du das meinst. Ich kann das nachvollziehen, auch wenn ich die Meinung nicht teile. Mir persönlich wäre die "ganz nett"-Ebene einfach deutlich lieber gewesen, um restlosen Gefallen an dem eigentlich bockstarken Stück zu finden. So rutscht es für mich durch den Frauengesang aber auf die "das ist ja kaum auszuhalten"-Ebene. Ich empfinde diesen exaltierten Schlußteil fast schon als Bruch, da ich wie gesagt den Rest des Songs an sich sehr mag. Aber genau dieser Gesang ist es dann jedesmal, der mir im Prinzip die Lust nimmt, das Stück anhören zu wollen. Zumindest nicht bis zum Ende. Das gilt sowohl für die Studiofassung als auch für die Version beispielsweise auf "Reincanation On Stage". Eigentlich schade. By The Way: Welche findest Du eigentlich besser: Die "Eloy Live" oder die "Reincarnation ...." ?

zu 4.) Ich meine ich habs schon mal geschrieben, aber ich glaube Stellar hat generell überhaupt kein Interesse an Musik. Die ist einfach nur ein kleines Girlie, ein BRAVO-Mädel die zu alt geworden ist, aber vom Gemüt her nicht mehr. Die macht sich ins Höschen wenn irgendwo Wilson draufsteht und wäre sie früher geboren, wäre sie eine dieser unerträglich depperten Beatles-Kreischerinnen gewesen, der es eben nur darum geht ein Kissen mit dem Gesicht von Paul McCartney zu haben und die davon träumt dass er sie küsst, aber was er da an Töne absondert ist absolute Nebensache. So empfinde ich die Stellar. Niemand den man auch nur in ner Diskussion ernstnehmen muß, weil sie es selber gar nicht tut. Es geht ihr darum Fan zu sein und nicht um Musik. Vermutlich gefällt ihr der Steven Wilson als Mann, wogegen ja nix zu sagen ist, und nun ist halt jeder Huster von ihm eine göttliche Äußerung.
Nee, hast Du noch nicht geschrieben. Wir haben uns ja schon öfter über Stellar unterhalten, aber an diese Aussage von Dir kann ich mich nicht erinnern. Wobei sie allerdings den mutmaßlichen Kern des Problems ziemlich treffend wiedergibt. Im Prinzip ist Stellar auf dem Stand einer 14jährigen stehengeblieben, aber ernsthaftes in-die-Tiefe-gehen oder intensivere, auch kritischere Auseinandersetzungen in Bezug auf die Musik sind nicht möglich. Reine unreflektierte Heldenverehrung, mehr nicht. Und wehe, da kommt jemand und sagt was böses, dem gebe ich´ s aber....
Und im übrigen macht mir diese Diskussion hier mächtig viel Spaß. Sowas, Moment ich schreibs groß SOWAS vermisse ich hier im Forum. Nix gegen dich, die Diskussionen mit dir sind immer lebendig und interessant, aber es wäre mächtig schön, wenn mal andere hier auch zu irgendnem Musikthema mal in den Diskussionsring steigen würde. Da gibts keine Verlierer oder Sieger, nur Austausch von Meinungen.
Lustig, sowas ähnliches ging mir vorhin auch durch den Kopf. Vor allem, weil Du ja gerade vor wenigen Tagen wieder bemängelt hattest, dass hier so wenige musikalische Diskussionen stattfinden. Und schwupp haben wir hier schon eine. Und klar wäre es natürlich schön, wenn sich der eine oder andere dann auch mal dazugesellen würde.;)
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50024Beitrag Vertigo
17.11.2018, 16:31

"Eloy Live" ist eine der unantastbaren Scheiben für mich. Die fand ich so stark, so geil, von der war ich hin und weg. War natürlich meine erste Eloy auch, da ich mich ja bei vielen Bands über ne vorhandene Doppel-Live angenähert habe. Den "Sun Song" hab ich immer und immer wieder hintereinander abgespielt, LP wohlgemerkt. Ich mag einfach alles auf der "Eloy Live". Die "Reincarnation On Stage" ist ein wirklich sehr gutes, sehr rundes modernes Prog-Album geworden mit dem typischen modernen Eloy-Stempel. Die hat mich, wenn ich ehrlich bin, eigentlich erst mit den Eloy der jüngeren Geschichte so richtig versöhnt, weils Bornemann da gelungen ist diesen Sound, den er seit den 80ern bevorzugt, mal adäquat und richtig rund darzubieten. Auf der passt auch absolut alles für mich. Ich mag nur die Songs und die Atmosphäre der "Eloy Live" lieber, weil das einfach mehr meine Musik ist, aber an sich ist gegen die "Reincarnation" absolut nix zu sagen, großer Wurf nochmal für Bornemann und Co.
Und deutlich besser als die Konzerte zur "Tides" damals, viel viel besser.

Was ich, wenn ich an Stellar denke nur so bedenklich finde, diese unreflektierte zu alt gewordene Teenagerin ist eine Lehrerin. Da würde ich mir aber mächtig Sorgen machen, wenn ich ein Kind hätte, die von dieser oberflächlichen Person täglich beeinflußt werden würde. Schon schlimm genug dass sie so deppert ist, aber dann auch noch diese heiße Luft auf die Kinder abzulassen, ich weiß ja nicht....

Gell, erst stoß ich dich an diese tolle Eloy-Story zu schreiben und dann ZACK diskutiere ich auch noch mit. Zwei Fliegen mit einer Klappe und dir gehts auch noch gut dabei, dass du das so schön darbieten kannst und es auf Interesse stösst. Und ja nicht nur bei mir, wenn auch die Diskussion nur von mir und dir getragen wird.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50027Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 16:51

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 16:31
"Eloy Live" ist eine der unantastbaren Scheiben für mich. Die fand ich so stark, so geil, von der war ich hin und weg. War natürlich meine erste Eloy auch, da ich mich ja bei vielen Bands über ne vorhandene Doppel-Live angenähert habe. Den "Sun Song" hab ich immer und immer wieder hintereinander abgespielt, LP wohlgemerkt. Ich mag einfach alles auf der "Eloy Live". Die "Reincarnation On Stage" ist ein wirklich sehr gutes, sehr rundes modernes Prog-Album geworden mit dem typischen modernen Eloy-Stempel. Die hat mich, wenn ich ehrlich bin, eigentlich erst mit den Eloy der jüngeren Geschichte so richtig versöhnt, weils Bornemann da gelungen ist diesen Sound, den er seit den 80ern bevorzugt, mal adäquat und richtig rund darzubieten. Auf der passt auch absolut alles für mich. Ich mag nur die Songs und die Atmosphäre der "Eloy Live" lieber, weil das einfach mehr meine Musik ist, aber an sich ist gegen die "Reincarnation" absolut nix zu sagen, großer Wurf nochmal für Bornemann und Co.
Und deutlich besser als die Konzerte zur "Tides" damals, viel viel besser.

Was ich, wenn ich an Stellar denke nur so bedenklich finde, diese unreflektierte zu alt gewordene Teenagerin ist eine Lehrerin. Da würde ich mir aber mächtig Sorgen machen, wenn ich ein Kind hätte, die von dieser oberflächlichen Person täglich beeinflußt werden würde. Schon schlimm genug dass sie so deppert ist, aber dann auch noch diese heiße Luft auf die Kinder abzulassen, ich weiß ja nicht....

Gell, erst stoß ich dich an diese tolle Eloy-Story zu schreiben und dann ZACK diskutiere ich auch noch mit. Zwei Fliegen mit einer Klappe und dir gehts auch noch gut dabei, dass du das so schön darbieten kannst und es auf Interesse stösst. Und ja nicht nur bei mir, wenn auch die Diskussion nur von mir und dir getragen wird.

Geht mir ähnlich. Die "Eloy Live" hat einfach diese unvergleichliche, geradezu magische Atmosphäre. Ich finde, dass die trotz der technischen Probleme sehr gut eingefangen wurde und man dem fertigen Album eigentlich überhaupt nicht anhört, dass es aus verschiedenen einzelnen Teilen zusammengepuzzelt worden ist. Da wurde doch sehr gute Arbeit geleistet, um am Ende trotz aller Widrigkeiten so ein stimmiges Ergebnis rauszubekommen. Und natürlich gefällt mir da auch die Songauswahl einen Ticken besser, klar. Bei der "Reincarnation..." beeindruckt mich dagegen dieser messerscharfe und glasklare Sound, der die Band kraftvoll rüberbringt und trotzdem die Feinheiten nicht außer Acht läßt. Die Spielfreude wurde da auch sehr gut eingefangen.

Bei Stellar habe ich früher schon oft drüber sinniert, wie die wohl ihren Beruf ausübt, wenn die auch anderweitig so drauf ist wie sie sich im Forum gegeben hat. Ich glaube, wenn meine Kinder bei so jemanden Unterricht hätten, würde ich das als leicht problematisch empfinden. Vor allem ist die Frau auch überhaupt nicht kritikfähig oder in der Lage, sachlich zu argumentieren. Dafür total emotional und auch widersprüchlich oft. Das haben wir schließlich einige Male erlebt mit ihr, Du erinnerst Dich bestimmt.

Ich frage mich auch jedesmal, wie ihr Mann so tickt.....der ist ja wie so ein Phantom. Sie bezieht ihn zwar öfter mit ein und redet quasi für ihn mit ("Wir waren heute bei Steven Wilson", "Wir freuen uns auch auf Pineapple Thief", "Wir haben uns jetzt auch einen Plattenspieler zugelegt", etc.) aber irgendwie hat man überhaupt kein klares Bild von dem im Kopf. Es klingt für mich immer so ein bißchen, als wenn sie zu Hause die Hosen anhat und ihn wie so ein Schoßhündchen hinter sich herschleift und er macht alles brav und willig mit. Und wenn sie das Stöckchen wirft, bringt ers zurück. Ich kann mir nicht helfen, aber ich hatte jedesmal solche Assoziationen im Kopf dabei... :biggrinn:

Ansonsten finde ich diese ganze Diskussion hier gerade sehr schön und alle profitieren davon. Allerdings muß ich mal zusehen, dass ich jetzt mit dem letzten Teil der Story zurande komme.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50031Beitrag Vertigo
17.11.2018, 17:01

Ja, solche Assoziationen hatte ich zu Stellar und ihrem Partner auch. Wenns den wirklich gibt, dann ist der ein Schoßhündchen. Oder andersrum, er kommandiert und Stellar lässt dann ihre Unterdrückung darin raus, dass sie in der Schule oder bei Musikdiskussionen nix zulässt, könnte auch sein. Auf jeden Fall eine Person, die nicht im mindesten mit sich im Gleichgewicht ist, dieses Fantum vermutlich auch braucht um da irgendwas zu kompensieren. Also mich würde es ganz ehrlich nicht wundern, wenn da gar kein Partner wäre, sie den nur erfindet.

Und zu Eloy nochmal....es ist auf alle Fälle für mich erstaunlich welche Kurve Bornemann nochmal genommen hat, nachdem der Eloy-Karren in den 80ern ja total an die Wand gefahren war und dann nur sehr halbherzig wiederbelebt wurde. Man spürt, dass ihm diese unglaubliche Zuneigung der Fans zu der Band wirklich bewegt und Energien und Kreativität freisetzt und das ist schon sehr schön, das so mitzubekommen, denn so eine Interaktion ist jetzt auch nicht die Regel.
Außerdem spürt er und das MUSS Balsam für seine Seele sein, dass Eloy, scheißegal was die Kritiker immer meinten, einen riesengroßen Fußabdruck in der deutschen Rockmusik für immer hinterlassen haben und das bedeutet ihm wohl am meisten. So ein Fantum findet man sonst meist nur bei den ganz großen ausländischen Bands oder mal kurz bei angesagten Sternchen, aber bei ner andauernd für unfähig erklärten progressiven deutschen Band nur noch bei Grobschnitt und vermutlich bei Jane, da bin ich nicht so im Thema. Wobei Jane nicht halb so progressiv waren wie Eloy, Jane waren das ja nur teilweise in den ersten Jahren.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50037Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 17:13

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:01
Und zu Eloy nochmal....es ist auf alle Fälle für mich erstaunlich welche Kurve Bornemann nochmal genommen hat, nachdem der Eloy-Karren in den 80ern ja total an die Wand gefahren war und dann nur sehr halbherzig wiederbelebt wurde. Man spürt, dass ihm diese unglaubliche Zuneigung der Fans zu der Band wirklich bewegt und Energien und Kreativität freisetzt und das ist schon sehr schön, das so mitzubekommen, denn so eine Interaktion ist jetzt auch nicht die Regel.
Außerdem spürt er und das MUSS Balsam für seine Seele sein, dass Eloy, scheißegal was die Kritiker immer meinten, einen riesengroßen Fußabdruck in der deutschen Rockmusik für immer hinterlassen haben und das bedeutet ihm wohl am meisten. So ein Fantum findet man sonst meist nur bei den ganz großen ausländischen Bands oder mal kurz bei angesagten Sternchen, aber bei ner andauernd für unfähig erklärten progressiven deutschen Band nur noch bei Grobschnitt und vermutlich bei Jane, da bin ich nicht so im Thema. Wobei Jane nicht halb so progressiv waren wie Eloy, Jane waren das ja nur teilweise in den ersten Jahren.
Ja, das nehme ich Bornemann auch voll und ganz ab, dass ihn diese Hingabe und Loyalität der Fans zu Eloy wirklich tief berührt und dazu motiviert, etwas zurückzugeben. So eine innige Verbindung zwischen einer Band und ihren Fans gibts es wirklich nicht allzu oft. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Eloy von den Medien seit Jahrzehnten mies behandelt und schlecht geredet oder völlig ignoriert werden. Da wiegt eine solche Liebe, wie sie die Fans (und ich zähle mich ja auch dazu) der Band entgegen bringen, nur umso stärker.

Was Jane betrifft, so fand ich das sowieso immer ausgesprochen seltsam, dass diese oft als "zweite große Hannoveraner Progressive Rock-Band neben Eloy" bezeichnet werden oder man ihnen Pink Floyd-Einflüsse attestiert. Das habe ich wirklich noch nie verstanden, denn sonderlich innovativ oder progressiv ist mir ihre Musik noch nie vorgekommen, eher relativ bieder im Vergleich und halt etwas krautig. Eine Art angekrauteter Soft-Hardrock, so in etwa. Wobei ich das nicht negativ verstanden wissen will, ich mag Jane absolut. Nur sehe ich sie halt eben nicht als progressive Band und schon gleich gar nicht als Pink Floyd-beeinflußt. Nun, diese Einflüsse mag es durchaus geben, aber man hört sie nicht raus. Das einzige, was ich bei Jane als vielleicht leicht progressiv empfinden würde, sind einige Synthiesounds aus der Wieczorke-Ära und so ein paar konzeptionelle Dinge, wie die "Fire, Water, Earth + Air"-Geschichte. Aber rein musikalisch ist das für mich ansonsten weitgehend eine andere Baustelle.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50039Beitrag Vertigo
17.11.2018, 17:21

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:13
Was Jane betrifft, so fand ich das sowieso immer ausgesprochen seltsam, dass diese oft als "zweite große Hannoveraner Progressive Rock-Band neben Eloy" bezeichnet werden oder man ihnen Pink Floyd-Einflüsse attestiert. Das habe ich wirklich noch nie verstanden, denn sonderlich innovativ oder progressiv ist mir ihre Musik noch nie vorgekommen, eher relativ bieder im Vergleich und halt etwas krautig. Eine Art angekrauteter Soft-Hardrock, so in etwa. Wobei ich das nicht negativ verstanden wissen will, ich mag Jane absolut. Nur sehe ich sie halt eben nicht als progressive Band und schon gleich gar nicht als Pink Floyd-beeinflußt. Nun, diese Einflüsse mag es durchaus geben, aber man hört sie nicht raus. Das einzige, was ich bei Jane als vielleicht leicht progressiv empfinden würde, sind einige Synthiesounds aus der Wieczorke-Ära und so ein paar konzeptionelle Dinge, wie die "Fire, Water, Earth + Air"-Geschichte. Aber rein musikalisch ist das für mich ansonsten weitgehend eine andere Baustelle.
Da gehts mir genauso. Ich mag Jane gern. Aber ne Progressive-Band sind die für mich absolut nicht. Die "Together" ist progressiv und der eine oder andere spätere Song ist es und einige Sounds als Wieczorek dabei war, aber alles in allem passt sowas wie Soft-Hardrock mit ab und an mal progressivem Gewürz schon am besten.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50040Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 17:23

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:21

Da gehts mir genauso. Ich mag Jane gern. Aber ne Progressive-Band sind die für mich absolut nicht. Die "Together" ist progressiv und der eine oder andere spätere Song ist es und einige Sounds als Wieczorek dabei war, aber alles in allem passt sowas wie Soft-Hardrock mit ab und an mal progressivem Gewürz schon am besten.
Deswegen würde mich mal interessieren, wo solche merkwürdigen Einordnungen herkommen. Haben sich diejenigen, die solche unpassenden Schubladen aufgemacht haben, überhaupt mal genauer mit der Musik beschäftigt ? Oder steckt denen irgendwas in den Ohren, was die Gehörgänge verstopft ?

Vor allem, dass sich das dann auch noch so verselbständigt über die Jahrzehnte und manche Journalisten diesen Mist heute immer noch so unreflektiert übernehmen...
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50041Beitrag Vertigo
17.11.2018, 17:30

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:23
Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:21

Da gehts mir genauso. Ich mag Jane gern. Aber ne Progressive-Band sind die für mich absolut nicht. Die "Together" ist progressiv und der eine oder andere spätere Song ist es und einige Sounds als Wieczorek dabei war, aber alles in allem passt sowas wie Soft-Hardrock mit ab und an mal progressivem Gewürz schon am besten.
Deswegen würde mich mal interessieren, wo solche merkwürdigen Einordnungen herkommen. Haben sich diejenigen, die solche unpassenden Schubladen aufgemacht haben, überhaupt mal genauer mit der Musik beschäftigt ? Oder steckt denen irgendwas in den Ohren, was die Gehörgänge verstopft ?

Vor allem, dass sich das dann auch noch so verselbständigt über die Jahrzehnte und manche Journalisten diesen Mist heute immer noch so unreflektiert übernehmen...
Na letzteres was du sagst ist einfach internettypisch. Man schreibt halt irgendwo ab, anstatt sich die Mühe zu machen selbst mal zu überprüfen, gibts ja täglich leider.

Ich denke das mit dem progressiven Dings kommt von der "Fire, Water, Earth & Air". Die war ja ne ganze Weile die einzige erhältliche, da waren die anderen grade vergriffen. Und da das die progressivste ist, dachte da wohl irgendwer, der die vermutlich gehört hat, aha das ist ne Progressive-Band und schrieb das hin. Und nun wirds kopiert.

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Fire, Water, Earth & Air
und die erste Seite der "Between Heaven And Hell" laß ich als progressiv durchgehen, das Stück "Windows" auch noch. Bisserl dürftig für ne Progressive-Band ;)
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50042Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 17:36

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:30

Na letzteres was du sagst ist einfach internettypisch. Man schreibt halt irgendwo ab, anstatt sich die Mühe zu machen selbst mal zu überprüfen, gibts ja täglich leider.

Ich denke das mit dem progressiven Dings kommt von der "Fire, Water, Earth & Air". Die war ja ne ganze Weile die einzige erhältliche, da waren die anderen grade vergriffen. Und da das die progressivste ist, dachte da wohl irgendwer, der die vermutlich gehört hat, aha das ist ne Progressive-Band und schrieb das hin. Und nun wirds kopiert.

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Fire, Water, Earth & Air
und die erste Seite der "Between Heaven And Hell" laß ich als progressiv durchgehen, das Stück "Windows" auch noch. Bisserl dürftig für ne Progressive-Band ;)

Ja....aber so was geht doch nicht. Das ist für mich im Prinzip unseriöser Journalismus. Man kann doch nur etwas beurteilen, wenn man sich damit selber befasst hat, ich kann doch nicht einfach ohne nachzudenken von anderen irgendwas übernehmen bzw. abschreiben. Wenn ich Journalist wäre, würde mir so eine Einstellung sehr zuwider sein.

Stimmt, die erste Seite der "Between Heaven And Hell", die paßt auch noch ansatzweise in dieses Muster. Was Jane aber trotzdem nicht zu einer Progressive-Band macht. Und das Titelstück der "Age Of Madness", wegen der Synthiesounds.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50043Beitrag Vertigo
17.11.2018, 17:38

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:36
Ja....aber so was geht doch nicht. Das ist für mich im Prinzip unseriöser Journalismus. Synthiesounds.
So funktioniert das ganze Internet, Matthias. Unseriosität ist die Währung im Netz, Hauptsache du bist schneller und hast deinen Artikel fertig. Wie wahr der ist oder ob da jemand damit beleidigt wird warten wir mal ab ob ne Klage kommt. So läuft das heute.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50044Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 17:39

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:38
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:36
Ja....aber so was geht doch nicht. Das ist für mich im Prinzip unseriöser Journalismus. Synthiesounds.
So funktioniert das ganze Internet, Matthias. Unseriosität ist die Währung im Netz, Hauptsache du bist schneller und hast deinen Artikel fertig. Wie wahr der ist oder ob da jemand damit beleidigt wird warten wir mal ab ob ne Klage kommt. So läuft das heute.
Wobei aich diese Mär der "Progressive Rock Band" bei Jane schon in Zeiten verbreitet hat, als es noch kein Internet gab, das darf man nicht vergessen. Und sie hat sich bis heute gehalten.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50045Beitrag Vertigo
17.11.2018, 17:45

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:39
Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:38
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:36
Ja....aber so was geht doch nicht. Das ist für mich im Prinzip unseriöser Journalismus. Synthiesounds.
So funktioniert das ganze Internet, Matthias. Unseriosität ist die Währung im Netz, Hauptsache du bist schneller und hast deinen Artikel fertig. Wie wahr der ist oder ob da jemand damit beleidigt wird warten wir mal ab ob ne Klage kommt. So läuft das heute.
Wobei aich diese Mär der "Progressive Rock Band" bei Jane schon in Zeiten verbreitet hat, als es noch kein Internet gab, das darf man nicht vergessen. Und sie hat sich bis heute gehalten.
Echt ist die schon so alt? Dann stands vermutlich mal in einem Rocklexikon so
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50046Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 17:46

Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:45
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
17.11.2018, 17:39
Vertigo hat geschrieben:
17.11.2018, 17:38


So funktioniert das ganze Internet, Matthias. Unseriosität ist die Währung im Netz, Hauptsache du bist schneller und hast deinen Artikel fertig. Wie wahr der ist oder ob da jemand damit beleidigt wird warten wir mal ab ob ne Klage kommt. So läuft das heute.
Wobei aich diese Mär der "Progressive Rock Band" bei Jane schon in Zeiten verbreitet hat, als es noch kein Internet gab, das darf man nicht vergessen. Und sie hat sich bis heute gehalten.
Echt ist die schon so alt? Dann stands vermutlich mal in einem Rocklexikon so
Ja, die geistert schon seit Ewigkeiten herum. Die hat schon die 80er und 90er überlebt, muß also aus den 70ern sein.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50048Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 19:06

Eloy Pt.4: Auferstehung aus der Asche (Part 2)

Ab etwa dem Jahrtausendwechsel herrschte nunmehr also dauerhafte Funkstille im Hause Eloy. Frank Bornemann betrachtete die Geschichte seiner Band als auserzählt und widmete sich in den folgenden Jahren überwiegend seinen Ambitionen als Produzent, der Verwaltung des an Großtaten nicht armen Eloy-Backkatalogs und seiner eigenen kleinen Plattenfirma Artist Station.

Die Bedeutung, die Eloy in den Herzen der Fans besaßen, unterschätzte er zu dieser Zeit erheblich. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, welche lebenswichtige Bedeutung seine Band für viele Fans besaß und ihm war zu dieser Zeit auch nicht klar, wie sehr seine zahlreichen Anhänger nach neuen Taten von Eloy und einer Fortsetzung der Bandgeschichte dürsteten. Man erkennt hier auch sehr schön den Widerspruch zwischen der Niedermacherei durch die Medien und der nahezu bedingungslosen Treue und Hingabe der Fans, denen es völlig wurscht war, was versnobte Journalisten von sich gaben.

Zum ersten Mal nachdenklich wurde der Eloy-Kopf, als er seinen Laptop erstmals ins Internet einstöpselte (das war so ca. Mitte der Nullerjahre des neuen Jahrtausends) und ihm dort auf den unterschiedlichste Seiten eine Woge der Anerkennung entgegenschlug, die er in keinster Weise vorausgeahnt hatte. Es berührte ihn, in welch liebevollen und wohlmeinenden Worten dort von Fans über seine Band geredet wurde und zwar keineswegs nur in Deutschland, sondern bis in die hintersten Winkel der Welt, wenn man so will.

Die langsam wachsende Erkenntnis darüber, welch immense Bedeutung die Band eigentlich für ihre Fans besaß und in welcher Größenordnung von diesen nach wie vor an Eloy geglaubt wurde, faszinierte Bornemann und löste etwas in ihm aus. Vor allem, als ihm bewußt wurde, wie sehr sich die zahlreichen Fans einen Fortbestand der Band und neues Material von ihr wünschten. In Bornemann kam verstärkt die Empfindung auf, den so loyalen und anhänglichen Fans seiner Musik etwas zurückgeben zu müssen, eine Art Bringschuld zu haben, als Dank für ihre unerschöpfliche Liebe und Treue.

Und somit bahnte sich der Gedanke seinen Weg ans Tageslicht, nochmal ein neues Eloy-Album zu Wege bringen zu müssen, als Geschenk an die Fans. Dadurch angespornt versuchte Bornemann, die letzte Besetzung wieder zusammenzutrommeln, was leichter gesagt als getan war.

Es war ja auch nicht mehr so wie ganz früher, wo alle Bandmitglieder in derselben Stadt lebten, quasi um die Ecke, und sich jeden Tag spontan zum Proben treffen konnten. Die Musiker lebten mittlerweile über ganz Deutschland verstreut, hatten sich eigene Existenzen aufgebaut und waren in zahlreiche berufliche und private Verpflichtungen eingebunden.

Bornemann selber hielt sich abwechselnd in Hannover und in Frankreich auf, Klaus-Peter Matziol war als Geschäftsführer der Peter Rieger-Konzertagentur ständig auf Achse, Michael Gerlach ging in Berlin seinen Tätigkeiten nach, Bodo Schopf residierte in Stuttgart.
Alle an einen Tisch zu bekommen und zur gleichen Zeit zu Proben und Aufnahmen zusammenzutreiben, war eine unglaubliche logistische Herausforderung, obwohl alle involvierten Bandmitglieder von Anfang an Bornemanns Enthusiasmus teilten und grundsätzlich gerne das Kapitel
Eloy um ein paar Seiten erweitern wollten. Nicht der Wille war das Problem, sondern die Umsetzung.

Doch irgendwie, mit sehr intensiver Vorarbeit, die natürlich vor allem hauptsächlich auf Bornemanns Schultern lastete, klappte es schließlich.
Ein besonderer Moment der Freude war gegeben als bekannt wurde, dass es gelungen war, Hannes Folberth wieder in die Band zu bekommen,
der zuletzt 1984 mit Eloy auf der Bühne gestanden hatte und nun zumindest einige Gastparts an den Keyboards beisteuern würde. Das ließ natürlich auch die Erwartungen etwas steigen, wieder ein Album in allerbester früherer Eloy-Tradition serviert zu bekommen.

Nun, es läßt sich sagen, als "Visionary" dann 2009 vollbracht war, konnte man damit leben. Es war ein Eloy-Album, welches alle Ingredienzen beinhaltete die man erwartete und somit war es auch als Dankeschön an die Fans voll und ganz akzeptabel - aber die ganz große Offenbarung war es nun auch nicht. Eher ein bißchen wie Malen nach Zahlen. Das Songmaterial besaß ein paar einschläfernde Längen.....vor allem waren die Songs aber auch insgesamt eher mittelmäßig ausgefallen. Solider Eloy-Durchschnitt, mehr nicht. Kein Rohrkrepierer, jedoch auch kein Überflieger. Aber wenn man es als erste Fingerübung nach langer Abstinenz betrachtet, brauchbar.

Ein paar nette und härtere Gitarrenriffs tauchten auch auf, aber insgesamt war das dann doch zuwenig, um einen wirklich in Jubelarien ausbrechen zu lassen. Der beste Song dürfte wohl "The Refuge" sein, während "The Challenge" (Time To Turn, Pt.2)", das Sequel des bandeigenen Klassikers "Time To Turn" oder das kitschige "Summernight Symphony" beispielsweise recht verzichtbar gerieten.

Aber natürlich war man als Fan überhaupt froh und dankbar, nochmal ein neues Eloy-Album vorgesetzt zu bekommen, denn das hatte ja keiner mehr so recht erwartet. Insofern ging es also voll und ganz in Ordnung, Bornemanns Ziel und Absicht wurden zumindest nicht verfehlt.

Nun galt es natürlich, auch noch ein paar Livekonzerte abzuhalten bzw. eine kleine Tournee zu spielen. Nach dem neuen Album, das war der Band natürlich klar, würde das Verlangen der Fans danach riesengroß sein und man wollte dem natürlich auch gerne nachkommen und Eloy nochmal auf die Bühne bringen, möglicherweise zum letzten Mal überhaupt.

Also wurde nach ein paar wenigen ausgewählten Einzelkonzerten mit großem Aufwand eine kleine Tour für 2012/2013 geplant, bei der, wie dann durchsickerte, auch ein Livealbum mitgeschnitten werden sollte. Natürlich war hier wieder die Organisation das A und O, weil sich natürlich auch in diesem Fall das Problem ergab, alle Musiker zur gleichen Zeit am gleichen Ort zusammenzubekommen, plus Backgroundsängerinnen und weiterer Bühnenverstärkung wie dem ebenfalls anderweitig beschäftigten, langjährigen Livegitarristen Steve Mann.

Von den übrigen logistischen Herausforderungen einer Liveproduktion, noch dazu mit dem Anspruch von Frank Bornemann, mal ganz zu schweigen.
Und gerade was den angedachten Mitschnitt eines Konzertes anging, wollte Bornemann um alles in der Welt die Fehler und Probleme vermeiden, die man damals beim Mitschnitt des ersten Livealbums gehabt hatte und die dem Bandboss noch in unguter Erinnerung waren.

Aber auch hier sorgte eine gründliche und vorausschauende Planung dafür, dass alles beinahe reibungslos klappte, sehr zur Freude der Fans und natürlich auch der Musiker. Die Tournee wurde ein wahrer Rausch der Gefühle, ein Triumphzug erster Kajüte. Die Konzerte waren ausverkauft und die spielfreudige Band in absoluter Topverfassung, es stimmte alles bis aufs letzte i-tüpfelchen und somit gab es überwiegend grandiose Konzerte.

Auch vorübergehende Schwierigkeiten konnten der positiven Grundstimmung nichts anhaben: Einige Auftritte mußten nämlich kurzerhand abgesagt werden, zum einen weil Frank Bornemann krankheitsbedingt Probleme mit der Stimme bekam und zum anderen, weil er einen Fahrradunfall hatte, der ihn für eine Weile zwangsläufig kürzertreten ließ. Diese Konzerte wurden aber nachgeholt und hinterließen letztlich nichts als glückliche Fans.

Das mitgeschnittene Live-Doppelalbum erschien 2014 unter dem Titel "Reincarnation On Stage" und ist ein absoluter Kracher in beeindruckendem Sound, der sehr viel von der guten Stimmung, der Spielfreude und der positiven Energie wiedergibt, die auf der Bühne herrschten. Es zeigt Eloy nochmal auf einem späten Höhepunkt der Karriere und auch wenn der eine oder andere monierte, dass zu wenige Songs aus den 70er Jahren in der Setlist standen, so ist es doch letztlich eine runde Angelegenheit geworden. Vor allem gab es das früher nie gespielte "The Bells Of Notre Dame" erstmals live und das war wirklich ein unglaubliches Highlight, mit dem dann auch die Fans der 70er-Epoche versöhnt wurden.

Anschließend ließ Frank Bornemann durchblicken, dass nun jeder erst mal wieder seiner Wege gehen und er selbst sich abseits von Eloy um die Umsetzung seiner lange geplanten Rockoper zum Thema "Jeanne D´ Arc" kümmern würde, was sicherlich mindestens 2-3 Jahre in Beschlag nähme. Danach könne man eventuell nochmal über ein weiteres Eloy-Album nachdenken.

Aber es kommt ja immer erstens anders und zweitens als man denkt, denn irgendwann kristallisierte sich heraus, dass aus dem "Jeanne D´ Arc"-Projekt doch ein Werk für Eloy werden könnte. Zum einen umgesetzt mit der Band auf einem Konzeptalbum und davon ausgehend zum anderen eine separate Bühnenversion, die in verschiedenen Ländern auf Theater-oder Opernbühnen mit unterschiedlichen Musikern und Darstellern aufgeführt werden würde.

Dieses Mammutprojekt war einer der größten produktionstechnischen Klimmzüge für Frank Bornemann, der den mittlerweile Anfang 70jährigen
extrem in Beschlag nahm und die Bündelung sämtlicher Kraftreserven erforderte. Über den Zeitraum von mehreren Jahren, in denen Bornemann
auch mehrfach zur Recherche vor Ort in Frankreich weilte, ersann der Eloy-Chef eine umfangreiche und detaillierte Konzeptstory vom Allerfeinsten. Während dieser Entwicklungsphase stellte sich auch irgendwann heraus, dass ein Studioalbum dafür nicht reichen würde und so wurde schließlich der Entschluß gefaßt, das Album in zwei aufeinanderfolgenden Teilen zu realisieren.

Eine unendliche Armada an Gastmusikern gab sich im Laufe der Zeit im Studio die Klinke in die Hand, von Flötenspielern, über Backgroundsängern-und sängerinnen, zusätzlichen Gitarristen bis hin zum Kinderchor. Mehrere Tonassistenten wurden verschlissen. In einer derart ambitionierten Größenordnung waren Eloy noch nie unterwegs gewesen, nichts wurde dem Zufall überlassen. Die Band selbst setzte sich aus dem mittlerweile gewohnten Personal zusammen: Bornemann, Matziol, Gerlach und Folberth. Allerdings weilte am Schlagzeug aus mir unbekannten Gründen nicht mehr Bodo Schopf, sondern ein junger Studiodrummer namens Kristof Hinz.

Als dann der erste Teil, "The Vision, The Sword & The Pyre (Part 1") im August 2017 endlich in den Läden stand, konnte man es vor Spannung kaum aushalten. Zu groß die Neugier, ob das ambitionierte Konzept inhaltlich und musikalisch ansprechend umgesetzt worden war. Kurze Antwort: Ja ! Ohne falsche Bescheidenheit durften Eloy sich attestieren lassen, ein Album erschaffen zu haben, welches als das beste seit "Metromania" gelten durfte und vor allem eines, welches sich in seiner ganzen Detailfülle beim ersten Hören noch gar nicht erschließt, sondern von mal zu mal wächst.

Ein bombastisches Meisterwerk, welches traditionelle Eloy-Elemente genauso beinhaltet wie neue Ideen (zum Beispiel mittelalterlich anmutende Klänge) und auf sehr geschickte und elegante Art und Weise Reminiszenzen an die eigene Vergangenheit einstreut, ohne dass es wie platte Selbstkopiererei klingt. Das Album hat zwar auch Stücke, die für sich alleine stehen können, wirkt aber in seinem zusammenhängenden Konzept am besten, wenn man es in einem Stück hört. Natürlich haben sich hier und da auch ein paar kleinere Längen oder weniger spannende Passagen eingeschlichen, aber das wird durch die zahlreichen starken Momente wettgemacht und insofern darf man von einem ganz und gar gelungenen Album sprechen, welches neugierig werden läßt auf den angekündigten zweiten Teil, der laut Bornemann noch besser werden soll.

Und an diesem Punkt stehen wir gegenwärtig: Wir warten ungeduldig mit den Hufen scharrend auf "Part II" und hoffen, dass es vielleicht doch noch mal ein paar einzelne Konzerte der Band gibt, um das Werk der Gruppe wirklich zu einem würdigen Abschluß zu führen. Denn dass nach "Part II" noch weitere Alben erscheinen, geschweige denn Tourneen absolviert werden, erscheint wirklich ziemlich unwahrscheinlich. Man muß realistisch sein: Im April 2020 wird Frank Bornemann 75 Jahre alt und ob er dann bzw. danach noch solche Aufgaben stemmen möchte, ist fraglich.

Ich schließe jedenfalls an dieser Stelle mit den von Loriot entlehnten und leicht abgewandelten Worten "Ein Leben ohne Eloy ist möglich - aber sinnlos." :mrgreen:

Bild
(von links: Matziol, Schopf, Bornemann, Gerlach)
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50049Beitrag Oracle
17.11.2018, 19:24

@ Backgroundsängerinnen:
Eines meiner liebsten Stücke ist "The Apocalypse" und da finde ich die Frauenstimme unverzichtbar.
Bei vielen späteren Einsätzen klingt das leider häufig nach Baukastensystem.
Im Prinzip erkenne ich hier die Rezeptur von The Great Gig in the Sky von PF.

@Studiosound
Dieser 80er Botoxsound zieht sich eigentlich quer durch alle Bands die in den 70ern zu den größten zählen.
Der Grund dafür war wohl, dass überall Computersysteme in die Studios eingebaut wurden.
Das hat eine entsprechende Experimentierfreude ausgelöst.
Viele Künstler hatten sich damals ein Teil ihrer Arbeit damit zerstört.
Ra hörte ich trotzdem gerne volle Kanne laut, es war sehr ungewöhnlich, dass Bands noch ende der 80er so mysteriös klangen.

@Ra
Besonderheit bei Ra waren die BJH-Chöre, das haben sie bei anderen Alben nicht so dominierend eingebaut.
Thematisch war das Album auch sehr interessant, es ging da um Gen-Technik wo es noch gar kein Thema in der Tagespresse war.
Persönlich ist das schon ein wichtiges Album für mich, es hat mich eben 1988 am richtigen Nerv erwischt.

@ Jürgen Rosenthal
Der Mann ist klasse, das Drumming auf "The Midnight-Fight/The Victory of Mental Force" finde ich noch heute Mega-genial.
Seine Ambitionen für Texte und Konzepte gefallen mir sowieso auch wenn es etwas aufgedonnert daher kommt.
Mich würde mal interessieren was er von YES und Tales from Topographic oceans hält.
Ich finde da ein große Nähe, Textzeilen wie "Nous sommes du soleil" können eigentlich kein Zufall.
Die Roto Toms, Timbales etc. sind auch besondere Kennzeichen die Eloy später nicht mehr bieten konnte.

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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50053Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 20:32

Oracle hat geschrieben:
17.11.2018, 19:24
@ Backgroundsängerinnen:
Eines meiner liebsten Stücke ist "The Apocalypse" und da finde ich die Frauenstimme unverzichtbar.
Dort - "The Apocalypse" ist auch eines meiner Lieblingsstücke - haben sie mich zum Beispiel noch nie gestört, da empfinde ich das absolut passend und stimmig umgesetzt. Allerdings hat Bornemann zu der Zeit auch noch nicht so inflationär auf Frauenstimmen gesetzt - so richtig ging das erst ab den 80ern los.
@Studiosound
Dieser 80er Botoxsound zieht sich eigentlich quer durch alle Bands die in den 70ern zu den größten zählen.
Der Grund dafür war wohl, dass überall Computersysteme in die Studios eingebaut wurden.
Das hat eine entsprechende Experimentierfreude ausgelöst.
Viele Künstler hatten sich damals ein Teil ihrer Arbeit damit zerstört.
Das stimmt, wobei Eloy schon ein besonders krasses Beispiel sind. Ein anderes schlimmes wurde an früherer Stelle auch schon genannt:
Tull mit "Under Wraps". Und natürlich gibts noch einige mehr. Aber wie ich schon mal sagte, auch wenn "Ra" völlig indiskutabel klingt,
kann ich es der Band verzeihen und trage es ihr nicht nach, dafür liebe ich sie zu sehr. ;)

@ Jürgen Rosenthal
Der Mann ist klasse, das Drumming auf "The Midnight-Fight/The Victory of Mental Force" finde ich noch heute Mega-genial.
Seine Ambitionen für Texte und Konzepte gefallen mir sowieso
Die Roto Toms, Timbales etc. sind auch besondere Kennzeichen die Eloy später nicht mehr bieten konnte.
Da unterschreibe ich jedes einzelne Wort ! Besser als mit Rosenthal waren sie nie wieder.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50060Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.11.2018, 22:42

Und ich muß noch was anmerken: Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich Klaus-Peter Matziol für einen der grandiosesten und prägnantesten Bassisten überhaupt halte ? Sein federndes, leichtfüßiges Spiel erkennt man sofort auf den ersten Ton. Es ist für mich bei vielen Eloy-Stücken immer eine besondere Freude, seinem virtuosen Spiel zuzuhören. Unverwechselbar !
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50068Beitrag Vertigo
18.11.2018, 10:06

...weil Andreas die Roto-Toms erwähnt.....etwas das sofort wieder zurück in die Musik kehren dürfte wenns nach mir geht. Ich liebe den Klang der Roto-Toms ganz besonders. Nirgendwo ist ein Drum-Roll so prägnant als auf Roto-Toms. Wenn das ein Drummer - wie es Rosenthal eben konnte - sinnvoll in sein Set einbaut gibt das ganz geniale Akzente.

Überhaupt fand ich Drum-Sound nie besser als so von Mitte bis Ende der 70er. Der Klang der ganzen Jazz-Rock Drummer zu der Zeit - Billy Cobham und Lenny White mal stellvertretend genannt - bis eben hin zum Klang von Rock-Drummern wie Jürgen Rosenthal oder Phil Collins in diesen Jahren.....das ist für mich das absolute Nonplusultra an Drumklang. Wäre ich einer, würde ich wollen dass meine Drums auf Platte genau so klingen wie beschrieben.

Timbales, weils Andreas erwähnt hatte lieb ich auch sehr.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50083Beitrag AusDemWegIchBinArzt
18.11.2018, 10:57

Vertigo hat geschrieben:
18.11.2018, 10:06

Überhaupt fand ich Drum-Sound nie besser als so von Mitte bis Ende der 70er. Der Klang der ganzen Jazz-Rock Drummer zu der Zeit - Billy Cobham und Lenny White mal stellvertretend genannt - bis eben hin zum Klang von Rock-Drummern wie Jürgen Rosenthal oder Phil Collins in diesen Jahren.....das ist für mich das absolute Nonplusultra an Drumklang. Wäre ich einer, würde ich wollen dass meine Drums auf Platte genau so klingen wie beschrieben.

Timbales, weils Andreas erwähnt hatte lieb ich auch sehr.
Bei der Aussage gehe ich komplett mit. Und Ian Paice bitte nicht vergessen. ;)
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50095Beitrag AusDemWegIchBinArzt
18.11.2018, 11:33

An dieser Stelle, weil es so schön paßt, noch meine Top 10 in Bezug auf die Alben (nur Studiowerke) und Songs von Eloy.

Top 10 Alben:

1. "Dawn" (1976)
2. "Power And The Passion" (1975)
3. "Ocean" (1977)
4. "Silent Cries And Mighty Echoes" (1979)
5. "Colours" (1980)
6. "Metromania" (1984)
7. "Planets" (1981)
8. "Floating" (1974)
9. "The Vision, The Sword & The Pyre" (2017)
10. "Time To Turn" (1982)

Top 10 Songs

1. "The Midnight-Fight" / "The Victory Of Mental Force"
2. "The Awakening" / "Between The Times"
3. "Introduction" / "Journey Into 1358" / "Love Over Six Centuries"
4. "Mutiny"
5. "Atlantis´ Agony - At June 5th, 8498 13 P.M. Gregorian Earthtime"
6. "Poseidon´ s Creation
7. "Astral Entrance" / "Master Of Sensation"
8. "The Apocalypse"
9. "Pilot To Paradise"
10. "Silhouette"

(eigentlich reichen 10 Songs lange nicht aus, aber wir wollen mal im Rahmen bleiben...)
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50098Beitrag Vertigo
18.11.2018, 11:43

Ui, schwierig. Jetzt werd ich gleich das Kochen anfangen und dann mach ich mir mal nebenbei Gedanken dazu, vielleicht schaffe ich ja auch mal so eine Top 10 Liste zu Eloy.
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Re: [PORTRAIT] Eloy

Beitrag: # 50100Beitrag AusDemWegIchBinArzt
18.11.2018, 11:53

Vertigo hat geschrieben:
18.11.2018, 11:43
Ui, schwierig. Jetzt werd ich gleich das Kochen anfangen und dann mach ich mir mal nebenbei Gedanken dazu, vielleicht schaffe ich ja auch mal so eine Top 10 Liste zu Eloy.
Ja, bei Eloy ist das nicht wirklich einfach, weil es da einfach zu viel gutes und unverzichtbares gibt...mir wäre eine Top 20 eigentlich lieber gewesen, aber das würde dann wieder zu sehr ausufern nachher. ;)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



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