[TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

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[TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 10087Beitrag AusDemWegIchBinArzt
29.09.2017, 14:05

AC/DC - "Back In Black" (1980)

Das einzige Johnson-Album, welches noch halbwegs nahtlos an "Highway to Hell" anknüpften kann, dennoch aber bereits nur durchwachsen ist. Hier, mit dem ersten Post-Bon Scott-Album, beginnt sich die neue Zeitrechnung der Mainstream-AC/DC endgültig zu manifestieren. Ich halte das Album insgesamt zwar für noch passabel (wobei "passabel" nicht mit "geil" gleichzusetzen ist), aber deutlich überbewertet in der allgemeinen Wahrnehmung.

1. Hells Bells -5.5
2. Shoot To Thrill -5
3. What Do You Do For Money Honey -3,5
4. Givin´ The Dog A Bone -3
5. Let Me Put My Love Into You -3,5
6. Back In Black -4
7. You Shook Me All Night Long -0,5
8. Have A Drink On Me -3,5
9. Shake A Leg -3
10. Rock And Roll Ain´t Noise Pollution -5.5

Durchschnitt Album insgesamt: -4 (3,70)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.


Früher war mehr Lametta !!!


Monk
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Re: [TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 70926Beitrag Monk
12.08.2019, 10:02

Klar, dieses Album muss ich natürlich auch meinem persönlichen Rating unterstellen, auch wenn ich es inzwischen nicht mehr als ihr Bestes bezeichnen würde, was lange Zeit der Fall war. Ich finde, dieses Werk hatte nur einen einzigen, klitzekleinen Makel: Bon Scott sang nicht darauf. Sonst wäre es vermutlich schon ein ultimatives Rockwerk gewesen.

Auf dem Album kenne ich ja wie Ihr alle wohl jeden Song schon seit Jahrzehnten auswendig. Und bis heute sind es dieselben zwei Songs, mit denen ich mich nie anfreunden konnte, obwohl ich es immer wieder probiert hatte. Der eine lief mir schon nach kurzer Zeit zum Hals heraus, weil er einem permanent um die Ohren gehauen wurde, und den anderen versuchte ich immer in den Kontext zum Rest der Platte zu bringen, was mir allerdings nie gelang. So here are the resalz from Monk:

1. Hells Bells -2,5
2. Shoot To Thrill -6
3. What Do You Do For Money Honey -6
4. Givin´ The Dog A Bone -5.5
5. Let Me Put My Love Into You -5
6. Back In Black -5
7. You Shook Me All Night Long -6
8. Have A Drink On Me -6
9. Shake A Leg -2
10. Rock And Roll Ain´t Noise Pollution -4

Durchschnitt Album insgesamt: -4,5 (4,80)
I'm sorry, but the lifestyle you ordered is currently out of stock.
Please try again later.

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Vertigo
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Re: [TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 70932Beitrag Vertigo
12.08.2019, 11:00

Mit dem Album wurde ich nie warm. Damals nicht und als ich vor ein paar Jahren mir die alten AC/DC Alben mal remastered holte auch wieder nicht. Da hörte ich nach Ewigkeiten mal wieder rein, aber ich find die meisten Songs einfach schwach. Ich weiß, dass die großteils noch mit Bon erstellt wurden, finde aber, dass sich der Trend zu simpleren Songs, der auf der "Highway To Hell" schon zu spüren war, hier noch mehr fortsetzt und das hat mir schon beim legendären Vorgänger nicht so gefallen. Die bluesige Grundierung verschwand immer mehr, die scharfen, kantigen Songs wie noch auf der "Let There Be Rock" und der "Powerage" verschwanden aber auch schon wieder. Das hat mir auf der "Highway" Scheibe schon nicht mehr so gefallen, wird da aber von der Qualität der Songs und von Bon vor allem noch gerettet. Doch die "Back In Black" kann ich mir nicht mal mit Bon als "gut" vorstellen, weil ich da wirklich die Songs einfach zu langweilig finde. Da wär (oder ist, weil ichs nie todgedudelt habe und Radio hör ich ja auch nicht) "Hell's Bells" der einsame Höhepunkt, der noch Atmosphäre hat und mit Bon sicher noch schöner gewesen wäre, aber der Rest ist für mich dann schon Malen nach Zahlen. Damit haben sie dann ja leider nie wieder aufgehört. Da gibts dann auf fast jedem Album so ein oder zwei richtig geile Stücke aber ein Album lang trägt das nie wieder und das ist für mich schon auf der BIB so.
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Re: [TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 72008Beitrag AusDemWegIchBinArzt
02.09.2019, 19:35

Vertigo hat geschrieben:
12.08.2019, 11:00
Mit dem Album wurde ich nie warm. Damals nicht und als ich vor ein paar Jahren mir die alten AC/DC Alben mal remastered holte auch wieder nicht. Da hörte ich nach Ewigkeiten mal wieder rein, aber ich find die meisten Songs einfach schwach. Ich weiß, dass die großteils noch mit Bon erstellt wurden, finde aber, dass sich der Trend zu simpleren Songs, der auf der "Highway To Hell" schon zu spüren war, hier noch mehr fortsetzt und das hat mir schon beim legendären Vorgänger nicht so gefallen. Die bluesige Grundierung verschwand immer mehr, die scharfen, kantigen Songs wie noch auf der "Let There Be Rock" und der "Powerage" verschwanden aber auch schon wieder. Das hat mir auf der "Highway" Scheibe schon nicht mehr so gefallen, wird da aber von der Qualität der Songs und von Bon vor allem noch gerettet. Doch die "Back In Black" kann ich mir nicht mal mit Bon als "gut" vorstellen, weil ich da wirklich die Songs einfach zu langweilig finde. Da wär (oder ist, weil ichs nie todgedudelt habe und Radio hör ich ja auch nicht) "Hell's Bells" der einsame Höhepunkt, der noch Atmosphäre hat und mit Bon sicher noch schöner gewesen wäre, aber der Rest ist für mich dann schon Malen nach Zahlen. Damit haben sie dann ja leider nie wieder aufgehört. Da gibts dann auf fast jedem Album so ein oder zwei richtig geile Stücke aber ein Album lang trägt das nie wieder und das ist für mich schon auf der BIB so.
Ja, "Back In Black" ist auch für mich sowas wie die logische Fortsetzung des auf dem Vorgänger begonnenen Weges. Im Prinzip klingt die Scheibe wie "Highway To Hell" ohne Bon, mit noch weniger Blues, weniger Rotz, teilweise noch schwächeren Songs und noch glattgebügelteren Ecken und Kanten. Mainstreamgefällig halt. Das liegt aber nicht zuletzt auch an der fürchterlich polierten Mutt Lange-Produktion, der ja schon bei "Highway To Hell" seine Finger im Spiel hatte. Der Typ war vielleicht für Foreigner geeignet, aber ganz bestimmt nicht für AC/DC. Def Leppard hat er ja wenig später auch in Grund und Boden produziert. Lange hat so einige Bands aus dem harten Lager soundmäßig verdorben, auch wenns dem Erfolg natürlich nie geschadet hat.

Richtig gut finde ich auf "Back In Black" jedenfalls nur drei Songs: "Hells Bells", "Shoot To Thrill" und "Rock´n´Roll Ain´t Noise Pollution" sowie mit Abstrichen noch das Titelstück. Die hätten wahrscheinlich auch mit Bon funktioniert.

"You Shook Me All Night Long" ist dagegen so ziemlich das penetranteste Nervlied, welches je von AC/DC geschrieben wurde (und ich möchte mir nicht vorstellen, dass Bon DAZU gesungen haben könnte, wenn er denn am Leben geblieben wäre) und war der Anfang von vielen weiteren schwachen, nervenden, geradezu poppigen AC/DC-Stücken, die da noch folgen sollten ("Moneytalks" z.B.). Wie Jürgen schon schrieb - es gab nach "Back In Black" auf fast jedem weiteren Album 1,2 oder vielleicht auch 3 gelungene Nummern die herausragten und im Gegenzug dazu aber jede Menge belanglosen Ausschuss. BIB war definitiv der Anfang dieser Entwicklung. Zu Bons Zeiten noch hingegen war jedes Album voll mit Krachern, denen der Dreck unter den Nägeln klebte...da gab es so gut wie keine Ausreißer nach unten.
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Re: [TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 72019Beitrag Vertigo
03.09.2019, 08:09

Las grade nen großen Artikel zur "Highway To Hell". Das kam von der Plattenfirma. AC/DC so wie sie mit "Let There Be Rock" und "Powerage" waren, waren den Amis zu gefährlich. Dazu hatten sie was gegen Bon, gegen seine Sauferei und seine (für sie) unberechenbare Art. Es gab also da schon Bestrebungen Bon aus der Band zu drängen. Erster Schritt dieses geplant herbeigeführten AC/DC Umbaus war die Produzentenbelange dem Mutt Lange zu übergeben, weil der den scharfen Sound, den AC/DC bei den letzten beiden Platten live im Studio aufnahmen, abschliff und generell für genug kommerzielles Potential bürgte. So kams ja auch.
Zweiter Schritt wäre wohl gewesen Bon hinauszukomplementieren. Das hat er sich dann erspart sozusagen. Also wenn man ganz böse sein will gabs AC/DC, eine echte australische Rock-Band welche so bis 1979 existierte und dann begann AC/DC das Wirtschaftskonstrukt und das funktioniert ja bis heute
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Re: [TRACK BY TRACK] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 72028Beitrag AusDemWegIchBinArzt
03.09.2019, 08:43

Vertigo hat geschrieben:
03.09.2019, 08:09
Las grade nen großen Artikel zur "Highway To Hell". Das kam von der Plattenfirma. AC/DC so wie sie mit "Let There Be Rock" und "Powerage" waren, waren den Amis zu gefährlich. Dazu hatten sie was gegen Bon, gegen seine Sauferei und seine (für sie) unberechenbare Art. Es gab also da schon Bestrebungen Bon aus der Band zu drängen. Erster Schritt dieses geplant herbeigeführten AC/DC Umbaus war die Produzentenbelange dem Mutt Lange zu übergeben, weil der den scharfen Sound, den AC/DC bei den letzten beiden Platten live im Studio aufnahmen, abschliff und generell für genug kommerzielles Potential bürgte. So kams ja auch.
Zweiter Schritt wäre wohl gewesen Bon hinauszukomplementieren. Das hat er sich dann erspart sozusagen. Also wenn man ganz böse sein will gabs AC/DC, eine echte australische Rock-Band welche so bis 1979 existierte und dann begann AC/DC das Wirtschaftskonstrukt und das funktioniert ja bis heute
Ja, das habe ich auch schon ähnlich irgendwo so gelesen. Es ging letztlich mal wieder darum, den amerikanischen Markt zu knacken und den verweichlichten Amis in den Hintern zu kriechen, die zwar alle einen bis zur Oberkante gefüllten Waffenschrank im Wohnzimmer haben, aber beim Anblick nackter Titten oder eben beim Hören von zu "böser" Musik gleich einen Herzinfarkt bekommen.

Also haben sie zunächst das altbewährte Produktionsteam Vanda/Young kaltgestellt, welches inbesondere "Powerage" den wohl rotzigsten und beißendsten, ungeschöntesten Sound verpasst hatte, den ein AC/DC-Album jemals hatte. Aber auch sonst klangen alle von den beiden verantworteten Scheiben ja hinreichend nach Schweiß, Blut, Dreck und Tränen....das paßte halt nicht mehr ins angepeilte Erfolgsschema. Wobei es den beiden Youngs wohl auch nicht ganz leicht viel, diesen Schritt zu gehen und sich dem Willen des Labels zu beugen, denn immerhin war George Young ja ihr älterer Bruder und gehörte zusammen mit Harry Vanda seit Ewigkeiten zum engsten Bandumfeld.

Allerdings war Mutt Lange dann nicht die erste Wahl, denn zunächst hat man es mit Eddie Kramer versucht, der sich ja schon bei Jimi Hendrix, Kiss usw. hinreichend Lorbeeren verdient hatte. Mit Kramer kam die Band allerdings überhaupt nicht klar, vor allem Malcolm hat sich wohl regelrecht verweigert, so dass das ganze Prozedere schon nach wenigen Wochen gestoppt werden mußte. Da erst kam dann irgendwann Mutt Lange ins Spiel und den Rest der Story kennen wir ja. Wobei auch das Verhältnis nicht ganz konfliktfrei war, aber irgendwie schaffte es Lange eher, die Band von sich zu überzeugen, als Kramer. Und die Plattenfirma war ja eh total begeistert.
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