Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

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Oracle
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Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76796Beitrag Oracle
11.02.2020, 00:18

Ich denke, dass durch Musikstreaming der Höhepunkt der Digitalisierung erreicht wurde.
Die Hörgewohnheiten haben sich im Mainstream komplett geändert.
Es werden keine Platten mehr gehört sondern Playlists und aus den gehörten Songs errechnet der Computer ein Hörprofil und erstellt wieder neue Playlists die wieder millionenfach gehört werden.
Ist das das ENDE von Radio und CD?
Am Anfang die Umsonstkultur, dann die Häppchenkultur, haben die Musikkultur kaputt gemacht.


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Vertigo
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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76799Beitrag Vertigo
11.02.2020, 12:26

Das Ende vom Radio sicher noch nicht, denn Radio stellt ja genauso eine Berieselung da wie diese Playlisten, welche die Leute sich ja nicht selber gezielt zusammenstellen, sondern von Zufallsgeneratoren zusammenstellen lassen. Das passt halt zu all dem anderen wunderbar. Für sehr viele Menschen ist ein bewusstes Leben, in welchem man selber entscheidet wann man einkauft, welche Musik man hört, wo man heute abend hingeht und noch vieles anderes heute anstrengend. Sie empfinden das nicht als Freiheit, diese Entscheidungsmöglichkeiten, sondern als anstrengende Arbeit. Drum lassen sie sich dann von dem ganzen "Smart" Kram gerne bevormunden, weils ja so praktisch ist. Und das ist das einzige was zählt, isses praktisch und nimmt mir Arbeit ab (und Selberdenken ist Arbeit für die), dann wirds gekauft.

Nur sind diese Menschen und jemand wie ich sowieso nicht auf demselben Planeten zuhause. Mit denen gibts keinerlei Berührungspunkte für mich. Wer freiwillig so lebt interessiert mich schlicht nicht, ich kenne seine Argumente schon, ohne mit ihm geredet zu haben, denn es sind immer diesselben und das kann einen Individualisten wie mich nicht verlocken. Sollen sie so leben wie sie wollen, ich lebe meine letzten vielleicht 20 Jahre weiter so wie ich es mag. Ob dieses Volk dann untergeht, weiter verdummt als ohnehin schon, in weiteren ihrer Sinne verkümmert....mich kümmerts nicht mehr.

Wer freiwillig sich in solche Abhängigkeiten begibt soll halt darin leben oder sterben.

Wenn ich über diese Menschen nachdenke, dann kann einem der Gedanke kommen, bei all den totalitären Politikern, die immer mehr überall aufkommen, dass es vielleicht doch mal ganz nützlich wäre, wenn ne neue Diktatur aufkäme. Dann hätte das Volk der versammelten Schwachköpfe mal wieder die Chance zu spüren was Freiheit wirklich bedeutet. Die Freiheit zu leben wie man will, Freiheit selber zu denken und zu entscheiden, Freiheit sein Leben selbst zu steuern und sich nicht von totalitären Politikern oder totalitären Techniken fernsteuern zu lassen. Vielleicht würde so eine temporäre Beschränkung aller Freiheiten, wie diese Politiker sie anstreben, mal in den totverwöhnten Hirnen dieser Menschen einen Gedankenprozess in Gang setzen. Vielleicht wäre das die einzige Möglichkeit sie aus ihrer alles Leben erstickenden Bequemlichkeit herauszulösen.

Aber wie auch immer, mir ists wurscht. Möge es so kommen oder auch nicht.
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Pavlos
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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76800Beitrag Pavlos
11.02.2020, 12:41

Der letzte Satz gilt auch für mich. Ich wandle in Sachen Musik jetzt schon sehr lange in Nischen umher, meistens weit abseits des Mainstreams. Ergo sind mir diese sicherlich unschönen Entwicklungen egal. Für den Stoff den ich liebe, wird es immer einen kleine, feinen (analogen) Markt geben. Ein beruhigendes Gefühl, wie ich meine....

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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76812Beitrag Oracle
11.02.2020, 21:34

Also ich habe bis jetzt auch einen Spotify Account.
Da kann man sich auch seine Playlist selbst zusammenstellen.
So wie ich es früher mit Kassetten gemacht habe.
Im Auto, beim laufen,Fahrrad fahren, in der Küche, im Bad höre ich dann übers Handy meine Musik.
Das finde ich eine sehr gute Lösung, denn man spart sich die ganzen Kassetten und davon hatte ich mal 250 Stück.
Wie schon von Vertigo angesprochen ist das aber auch nur eine art Berieselung bzw. Begleitung.

"Zu Hause ist wo die Plattensammlung steht" und "My home is my castle" könnte man sagen.
Das ist wofür mein Herz schlägt, die Zeit mit Platten, Musik und HiFi Geräten, das ist mir wichtig.
Von daher ist und bleibt Musikstreaming für mich nur eine Nebensache.
Allerdings erschreckt mich, dass sich das dermaßen breit durchsetzt.
Plattenläden sterben wieder reihenweise, das ist mein Hauptproblem mit dieser Entwicklung.

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Vertigo
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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76819Beitrag Vertigo
12.02.2020, 09:01

Oracle hat geschrieben:
11.02.2020, 21:34
Also ich habe bis jetzt auch einen Spotify Account.
Da kann man sich auch seine Playlist selbst zusammenstellen.
So wie ich es früher mit Kassetten gemacht habe.
Im Auto, beim laufen,Fahrrad fahren, in der Küche, im Bad höre ich dann übers Handy meine Musik.
Das finde ich eine sehr gute Lösung, denn man spart sich die ganzen Kassetten und davon hatte ich mal 250 Stück.
Wie schon von Vertigo angesprochen ist das aber auch nur eine art Berieselung bzw. Begleitung.

"Zu Hause ist wo die Plattensammlung steht" und "My home is my castle" könnte man sagen.
Das ist wofür mein Herz schlägt, die Zeit mit Platten, Musik und HiFi Geräten, das ist mir wichtig.
Von daher ist und bleibt Musikstreaming für mich nur eine Nebensache.
Allerdings erschreckt mich, dass sich das dermaßen breit durchsetzt.
Plattenläden sterben wieder reihenweise, das ist mein Hauptproblem mit dieser Entwicklung.
Man kann das da schon, das ist mir bekannt Andreas. Aber dazu gehört ein Grundwissen und intensive Beschäftigung. Die Regel ist wohl eher das, wie ich es grade kennengelernt habe: Eine junge Frau, 36, sympathisch, klug, steht auf 70er Jahre Soul- und Funk. Aber ihre Playlist wird ihr halt zusammengestellt. Sie kannte ein, zwei Lieder, gab die ein und dann kamen weitere Vorschläge, da wird kurz reingehört und dann werden die hinzugefügt.

Ergibt dann auch eine tolle Playlist, hat aber an sich nix mit der Person zu tun, denn zusammengestellt hats ein Computerprogramm. Da sind mir 250 mit Liebe und Bedacht zusammengestellte Cassetten, vielleicht auch noch dementsprechend beschriftet, halt deutlich lieber, denn das sagt mir was über die Person aus. Das andere Beispiel sagt mir, dass Spotify (oder was auch immer für ein Programm ihr das zusammengestellt hat) gut funktioniert.
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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76837Beitrag Oracle
12.02.2020, 23:46

Vertigo hat geschrieben:
12.02.2020, 09:01
Da sind mir 250 mit Liebe und Bedacht zusammengestellte Cassetten, vielleicht auch noch dementsprechend beschriftet, halt deutlich lieber, denn das sagt mir was über die Person aus. Das andere Beispiel sagt mir, dass Spotify (oder was auch immer für ein Programm ihr das zusammengestellt hat) gut funktioniert.
Ja stimmt! So war das.
Und wenn man es nicht so mit Liebesbriefen hatte, nahm man ein Tape mit seinen Lieblingsstücken auf.
Wenn das dann auch noch gepasst hat war man richtig. :biggrinn:

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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76838Beitrag Oracle
12.02.2020, 23:55

Vertigo hat geschrieben:
12.02.2020, 09:01


Man kann das da schon, das ist mir bekannt Andreas. Aber dazu gehört ein Grundwissen und intensive Beschäftigung. Die Regel ist wohl eher das, wie ich es grade kennengelernt habe: Eine junge Frau, 36, sympathisch, klug, steht auf 70er Jahre Soul- und Funk. Aber ihre Playlist wird ihr halt zusammengestellt. Sie kannte ein, zwei Lieder, gab die ein und dann kamen weitere Vorschläge, da wird kurz reingehört und dann werden die hinzugefügt.
Die Emotionen werden quasi von Computeralgorithmen bestimmt.
Eigentlich eine gruselige Vorstellung aber wir sind schon mittendrin.

Interessant ist allerdings die Entwicklung von jüngeren, neuen Generationen die nicht wie früher von ihrer Clique, von Szenen und Trends geprägt werden sondern völlig befreit davon einen Musikgeschmack entwickeln.

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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76849Beitrag Vertigo
13.02.2020, 10:40

Oracle hat geschrieben:
12.02.2020, 23:55

Die Emotionen werden quasi von Computeralgorithmen bestimmt.
Eigentlich eine gruselige Vorstellung aber wir sind schon mittendrin.

Interessant ist allerdings die Entwicklung von jüngeren, neuen Generationen die nicht wie früher von ihrer Clique, von Szenen und Trends geprägt werden sondern völlig befreit davon einen Musikgeschmack entwickeln.
Wie du sagst entwickeln sie schon abseits von Cliquen einen eigenen Geschmack, aber eben von Maschinen vorgegeben. Als ob ein Roboter das kleine Baby hegt und pflegt. Für mich supergruslig. Ich finde das Lernen bei Gleichaltrigen (oder auch älteren, klar) einfach viel logischer in der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Das war ja schon nicht anders als wir noch alle in Höhlen wohnten, man lernte von anderen Menschen und andere Menschen haben immer ihre eigene Geschichte und eigene Emotionen, Ideen und eben Persönlichkeit.

Maschinen haben nur eigene Bauteile, die aber alle vom selben Hersteller kommen. Ich möchte einfach von so etwas seelenlosem nicht "erzogen" werden, sei es musikalisch oder generell.
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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76852Beitrag AusDemWegIchBinArzt
13.02.2020, 11:09

Was soll ich dazu sagen ?

Für mich gibt es nur LP, CD und MC.

Und meinetwegen das eine oder andere bei Youtube, zum reinhören. Aber das war es dann auch.

Kurz gesagt;: Ich brauche diesen ganzen Mist nicht. Für mich bedeutet das eine Entwertung der Musik.
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.


Früher war mehr Lametta !!!

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Re: Musikstreaming - Die ZUKUNFT!?

Beitrag: # 76871Beitrag Oracle
14.02.2020, 17:20

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
13.02.2020, 11:09
Was soll ich dazu sagen ?

Für mich gibt es nur LP, CD und MC.

Und meinetwegen das eine oder andere bei Youtube, zum reinhören. Aber das war es dann auch.

Kurz gesagt;: Ich brauche diesen ganzen Mist nicht. Für mich bedeutet das eine Entwertung der Musik.
Entwertung ist eine weitere Folge.

Damit hätten wir schon folgende Auswirkungen durch den Streaming-Trend:

1. Geschmacksbildung
2. Hörgewohnheiten
3. Entwertung

Ein weiterer Punkt wäre der Verlust des Gruppenerlebnisses.
Früher gingen wir gemeinsam in Plattenläden, gingen zusammen zu Konzerten, hörten mit der Clique Platten und tauschten sie untereinander aus.

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