[REVIEW] The Hanging Stars-A New Kind of Sky

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[REVIEW] The Hanging Stars-A New Kind of Sky

Beitrag: # 77954Beitrag Oracle
22.03.2020, 11:08

Die britischen "The Hanging Stars" erleuchten uns mit einer sepiafarbenen meisterlichen dritten LP.
Zu den Hanging Stars gehören der Songwriter, Sänger und Gitarrist Richard Olson, Sam Ferman am Bass, Paulie Cobra am Schlagzeug, Patrick Ralla an den Gitarren, Tasten und Gesang sowie der bekannte Pedalsteel-Spieler Joe Harvey-Whyte.
Sie haben, seit ihrem letzten Album, ihre klanggestalterischen Möglichkeiten erweitert, in dem sie in Richtung kalifornischen Folk-Rock gerückt sind.
Musikalisch wird man direkt in die vergangene Ära der Cosmic American Music und Gram Parsons geführt, behandelt jedoch aktuelle Themen.


In Pastoralismus gehüllt, beginnt A New Kind Of Sky mit der traumhaften Melodie von „Choir of Criers“, in der Collin Hegna (Ex-Brian Jonestown Massacre), mit einer Zither die Stimmung in die 60er führt.
Dieser ätherische, himmlische Klang verschwindet in den zehn Songs des Albums nicht mehr.
Während "I Woke Up In July" den Hörer in einen Tagtraum versetzt, prägt "These Rolling Hills" eine Mischung aus Tex-Mex-, Country- und psychedelischem Sonnenschein, dosiert mit pochenden Drums.
Eine kosmische Reise durch die Wüste, eine Mischung aus Staub und Kaktusblüte über einem Sternenhimmel.
Das Erbe der Byrds tritt “(I’ve Seen) The Summer In Her Eyes” in einem zeitgemäßen, leicht nach Garage klingendem Track an.
Die sonnenverwöhnte Glückseligkeit von "Heavy Blue", einer mit Goldstaub bestreuten Country-Story, im zeitlosen Stil von „The Band“.
Durch den Nebel zwischen Pedalsteel und weichen Gitarren kommt (Song For) Fred Neil.
Wenn die Hanging Stars einen Hit brauchen, um ihre Fangemeinde zu erweitern, haben sie es mit 'I Will Please You' geschafft.
Ein grooviger, eingängiger und rundum perfekter Popsong, der eine gut-gelaunte Stimmung bietet, obwohl der Inhalt weitaus dunkler ist als es erscheint.
Tom Waits sagte einmal: „Ich mag schöne Melodien, die mir schreckliche Dinge erzählen.
Wenn es dir genauso geht, ist das ein gutes Beispiel.
"Lonely Rivers" könnte von Buffalo Springfield aufgenommen worden sein.
Kosmische Bilder, die den Eindruck erwecken, über die malerischen Landschaften der Westküste zu fliegen.
Sumpfnebel webt sich zwischen die Melodien, die unter „I Was a Stone“ kriechen.
A New Kind Of Sky schließt das Album und entfaltet seine Magie mit rollenden Rhythmen die eine Landschaft mit dicken Gitarrenschwaden und verträumten Pedalguitarwellen zeichnen.
Sie singen: „Habe genug von heute, vom grauen Himmel und vom Regen“ und reflektieren damit die Vergangenheit, in der sie sich fragen, ob es wirklich so war, wie es all die Legenden erzählen.


Fazit:
The Hanging Stars klingen wie das fehlende Bindeglied zwischen der kalifornischen Wüstensonne und dem grauen Himmel von London Town.
Das Album wurde zwischen LA, Nashville und Walthamstow aufgenommen, wobei jeder dieser sehr unterschiedlichen Orte die Songs prägen.
Dabei sind sie in einer langen Folk-Tradition, die britischen Sixtiespop und amerikanische Einflüsse umfasst und als Fortsetzung und nicht als Pastiche dieser Stile stehen.
Ein Album mit genug dunstigem, sonnenverwöhntem Charme, um trostloses Wetter erträglich zu machen.


1.Choir of Criers 03:52
2.I Woke Up in July 04:57
3.Three Rolling Hills 03:21
4.(I've Seen) The Summer in Her Eyes 02:36
5.Heavy Blue 03:03
6.(Song For) Fred Neil 02:56
7.I Will Please You 05:07
8.Lonely Rivers 03:52
9.I Was a Stone 03:17
10.A New Kind of Sky 03:58

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Vertigo
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Re: [REVIEW] The Hanging Stars-A New Kind of Sky

Beitrag: # 77955Beitrag Vertigo
22.03.2020, 12:53

Wieder mal exzellent geschrieben und das Album liest sich genau so wie mein Bauchgefühl beim Anblick des Covers mir sagte....Jürgenplatte. Danke dir :good:
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Re: [REVIEW] The Hanging Stars-A New Kind of Sky

Beitrag: # 77959Beitrag Oracle
22.03.2020, 19:16








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Re: [REVIEW] The Hanging Stars-A New Kind of Sky

Beitrag: # 77962Beitrag Vertigo
23.03.2020, 09:27

Wirklich sehr schön Andreas. Dieses schwebende, das viele Songs durchzieht, erinnert teilweise sogar an Floyd
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