[REVIEW] Sam Samudio - Hard And Heavy (1971)

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Rincewind
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[REVIEW] Sam Samudio - Hard And Heavy (1971)

#1

Beitrag: # 59Beitrag Rincewind
30.12.2015, 17:12

Sam The Sham & Pharaohs - Woolly Bully

Diese Nummer hat wohl jeder schon mal gehört. Sam The Sham heißt in Wirklichkeit Domingo Zamudio und stammt aus Dallas, Texas. Bei seinen musikalischen Anfängen spielte er teilweise mit einem gewissen Trini Lopez in einer Band. Nach der Highschool ging es zur Navy nach Panama, wo er 6 Jahre bis zu seiner Entlassung verbrachte. Dort erhielt er den Spitznamen Big Sam. Er entschied sich für ein klassisches Musikstudium, welches er aber nach 2 Jahren abbrach. 1961 gründete er die Pharaohs, wobei der Name durch das Kostüm von Yul Brynner im '56er Film Die Zehn Gebote. Am 5 Juni 1965 erreichte Wolly Bully, ein Song über Sams Katze, Platz 2 in den Billboard Charts. Er verkaufte sich über 3 Millionen mal und wurde so zum Durchbruch und größten Hit der Band.
Ende er 60er war dann Schluss mit den Pharaohs und Sam entschied sich für den Blues und geriet vorerst in Vergessenheit, bis Ahmet Ertegun von Atlantic Records auf ihn aufmerksam wurde und ihm 1971 die Chance auf ein Album gab. Das geblödel von Sam The Sham & The Pharaohs passte nicht wirklich zu den anderen Künstlern, welche von Ertegun unter Vertrag genommen wurden und es gab einige Zweifler. Dennoch besaß Sam eine gute Blues-Stimme und den nötigen Groove. Ertegun steckte viel Zeit und Energie in die arbeiten an dem Album. Er verpflichtete den Produzenten Tom Dowd, welcher mit den Allmans und Derek & The Dominos auf einer Erfolgswelle schwam. Dazu kamen dann noch die Dixie Flyers und die Memphis Horns als Studiomusiker und Duane Allman bekam auch eine Gastrolle. Die Hälfte der Platte besteht aus eingenen Kompositionen, die andere aus Covermaterial, welches vom klassischen Blues, Tex Mex über Randy Newman bis hin zu Rock'n'Roll ein weites Spektrum amerikanischer Musik abdeckt.
Auf Hard And Heavy wirken manche momente etwas vollgestopft, da eine fast schon lächerlich große Anzahl an Musikern am Start ist. Dadurch entsteht aber auch ein gewisser Charme und ein härterer Sound. Es wurde unter dem Namen Sam Samudio veröffentlicht und man kann hören, was der gute so alles mit seiner Stimme drauf hatte. Das Album blieb relativ unbekannt, da keine Promotion stattfand und Samudio danach zu seinen alten Spielereien zurückkehrte, bevor er seine Karriere beendete. Dabei erhielt es für die Liner Notes einen Grammy. Man kann ihn noch auf dem Soundtrack zum Jack Nicholson Film The Border in Begleitung von Ry Cooder und Freddy Fender hören.

2013 kam diese Perle auf Real Gone erstmals als CD raus und enthält als Bonus noch Me And Bobby McGee, ebenfalls mit Duane an der Gitarre.

Insgesamt eine für meinen Geschmack sehr schöne Scheibe, welche einfach mehr Beachtung verdient hat. Es handelt sich dabei um einen interessanten, kraftvollen Mix und konnte mich sofort überzeugen.


Musicians
*Sam Samudio - Vocals, Guitar, Mouth Harp
*Freddy Hester - Acoustic Bass
*Jim Dickinson - Piano, Guitar
*Mike Utley - Organ
*Charlie Freeman - Guitar
*Tommy McClure - Bass
*Sammy Creason - Drums
*Wayne Jackson - Trumpet, Flugelhorn
*Andrew Love - Tenor Sax, Flute
*Ed Logan - Tenor Sax
*James Mitchell - Baritone Sax
*Roger Hopps - Trumpet
*Jack Hale - Trombone
*The Sweet Inspirations - Background Vocals
*Duane Allman - Dobro, Guitar


Tracks
1. Homework (Otis Rush, Al Perkins, D. Clark) - 2:21
2. Relativity (Domingo Samudio) - 3:16
3. Lonely Avenue (Doc Pomus) - 2:50
4. I Know It's Too Late (traditional, arr. by D. Samudio) / Starchild (D. Samudio) - 6:22
5. Let's Burn Down The Cornfield (Randy Newman) - 2:48
6. Sweet Release (W.R. Scaggs, Barry Beckett) - 4:51
7. Key To The Highway (Charles Segar, Willie Broonzy) - 2:10
8. Don't Put Me On (Domingo Samudio) - 2:32
9. 15 Degrees Capricorn Asc (Domingo Samudio) - 4:39
10.Goin' Upstairs (John Lee Hooker) - 5:10
11.Me and Bobby McGee (Fred Foster, Kris Kristofferson) - 3:36

Bild
“He’d always felt he had a right to exist as a wizard in the same way that you couldn’t do proper maths without the number 0, which wasn’t a number at all but, if it went away, would leave a lot of larger numbers looking bloody stupid.” ― Terry Pratchett

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