Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Singer-Songwriter ; US-Folk; UK-Folk; Folk Rock; Progressive Folk
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Emma Peel
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Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112099Beitrag Emma Peel
18.04.2022, 13:01

Wooden Wand And The Briarwood Virgins „Briarwood“ -2011-

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Der Musiker James Jackson Toth wurde 1978 in New York City geboren und trat musikalisch als Singer- und Songwriter auf, hatte sich später aber dem weiten Feld der Americana verschrieben. Hierbei reichte das musikalische Spektrum über Indie-, Rock-, Folk bis hin zu Countryelementen. Der Name „Wooden Wand“ wurde einzig von ihm als Künstlernamen genutzt, folglich verbirgt sich dahinter keine Band. Trotzdem wurden seine Alben in der Regel durch eine Vielzahl von Musikern eingespielt, mit denen er weitläufig befreundet war.

James Jackson kann als wahrer Workoholic beschrieben werden, denn in dem Zeitfenster 2004 – 2017 brachte er allein 15 Studioalben unter den Namen Wooden Wand heraus, dazu gesellten sich noch mehrere Einspielungen mit der Band Jex Thoth, wo er unter dem Pseudonym Jim Grim auftrat. Und so ganz nebenbei spielte er noch drei Soloalben ein und wirkte bei den Aufnahmen zahlreicher anderer Bands mit (Hagerty-Toth Band, One Eleven Heavy, Blood Group, Golden Calves, Totem und Zodiac. Das Wort Stillstand war für diesen Musiker offensichtlich ein Fremdwort. Trotz seiner musikalischen Rastlosigkeit ist er in unseren Breiten und vermutlich auch im Music Asylum nahezu unbekannt. In den USA hingegen ist er ein gern gesehener Gast in Clubs und kleineren Festivals.

Das zu besprechende Album „Briarwood“ war somit seine 12. Einspielung unter den Namen Wooden Wand. „Briarwood“, übersetzt Bruyereholz, steht für Holz, das aus der Baumheide gewonnen wird und wegen seiner Festigkeit seine Nutzung in der Pfeifenherstellung findet. Es ist ein Album, das tief in der nordamerikanischen Rockmusik verankert ist und den musikalischen Geist in Teilen von Neil Young und von Bob Dylan transportiert. Durch die unterschiedlichen Musikstücke wird aber die Eigenständigkeit des Künstlers bewahrt. Die gleichbleibende positive Atmosphäre des Albums ist ansteckend und vermittelt dem Hörer ein hohes Maß an Wohlgefühl, also Musik, die zum Zuhören verführt.

Das Album

Der Opener „Winter In Kentucky“ entwickelt sich verhalten und entführt uns in die Welt von Bob Dylan. Tragendes Element ist hierbei das einfühlsame Keyboardspiel von Janet Simpson.

Der zweite Song „Scorpion Glow“ ist tief in der Americana verwurzelt. Der nuschelige Gesang von James Toth und die Slidegitarre bilden hierbei eine homogene Einheit bis sich die Slidegitarre nach 2 Minuten freischwimmt und ein kleines Feuerwerk abbrennt.

Das dritte Stück „Wither Away“ suggeriert einen verträumten Charakter und lebt von den spielerischen Elementen der Slidegitarre, die immer wieder Glanzpunkte zu setzen vermag.

Im vierten Stück „Be My Friend Mary Jo“ ist das Thema Freundschaftsbildung der zentrale Punkt und gestaltet sich musikalisch zurückhaltend und geradezu zart in der Instrumentierung, sich aber gegen Ende des Stücks sowohl im Tempo als auch in der gesamten Dynamik steigert und die hierbei entwickelten Glücksmomente offenbart.

Das Folgestück „Big Mouth“ startet mit einem harten Gitarrenanschlag und entwickelt sich zu einem klassischen Rockstück.

Der 6. Song “Good Time Man” nimmt das zuvor eingeschlagene Tempo wieder zurück und ist voller Emotionen. Der Gesang von James Toth wirkt zerbrechlich und das Gitarrenspiel passt sich diesem an, weiß aber durch seine Einschübe sehr gefühlvolle Farbtupfer zu setzen.

Eines der Glanzlichter des Albums ist sicherlich der Longtrack „Motel Stationary“ mit einer Laufzeit von über 7 Minuten. Hier wird sehr positiv der jammende Geist von Neil Young transportiert und es findet eine perfekte Verschmelzung zwischen dem Gesang von James Toth und Janet Simpson und dem musikalischen Spiel der Musiker statt. Und erneut weiß das markige Gitarrenspiel etliche Höhepunkte zu setzen.

Das achte Musikstück „Passin Thru“ taucht wieder in die Welt der verhalteneren Americana ein und vermittelt trotz der scheinbaren Ruhe einen hohen Grad an Individualität. Und wieder sind der Gesang und das Gitarrenspiel die berührenden Säulen des Liedes.

Den Schlusspunkt setzt der Song „The DNR Waltz“. Sehr fragil vom Gesang und seiner Instrumentierung bildet es den würdigen Abschluss eines überzeugenden Albums.

Die Musiker

Brian “Shitlist” Lowery: Dobro, Pedal Steel Guitar, Organ, Vocals
Brad Davis: Drums, Percussion
David Hickox: Guitar, Acoustic Guitar, Bass, Percussion, Vocals
Lester Nuby III: Guitar, Bass, Drums, Vocals
Janet Elizabeth Simpson: Piano, Organ, Percussion, Vocals
Jody Nelson: Slide Guitar, Guitar [Weird], Vocals
Duquette Johnston: Vocals, Bass, Guitar, Percussion
James Jackson Toth: Vocals, Guitar

Trackliste

Winter In Kentucky 3.35
Scorpion Glow 3.17
Wither Away 3.59
Be My Friend, Mary Jo 4.38
Big Mouth USA 3.19
Good Time Man 4.15
Motel Stationery 7.10
Passin' Thru 4.28
The DNR Waltz 4.37

Songbeispiele:








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Vertigo
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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112104Beitrag Vertigo
18.04.2022, 15:18

Da hast aber ein schönes Americana Scheibchen auf dem Präsentierteller. Gefällt mir sehr gut, trifft genau meine Vorlieben. Erinnert ein wenig an Dylan, an Steve Earle, an Rich Hopkins, an Neil Young usw. usf. also exakt Musik für mich. Hab ich mal gleich in den Warenkorb gepackt, den Namen hatte ich noch nie gehört. Dankeschön :good:
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Monk
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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112124Beitrag Monk
18.04.2022, 20:04

Mich stören hier die harten, verzerrten Gitarren. Das erste Stück ist wunderbar, aber die anderen sind mir zu düster. Das ist bei mir eben so eine Sache: Americana und verzerrte Gitarren - das geht für mich kaum zusammen. Mich erinnert das ein bisschen an Neil Young, mit dem ich leider auch nicht viel anfangen kann. :roll:
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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112155Beitrag Vertigo
19.04.2022, 10:32

Monk hat geschrieben: 18.04.2022, 20:04 Mich stören hier die harten, verzerrten Gitarren. Das erste Stück ist wunderbar, aber die anderen sind mir zu düster. Das ist bei mir eben so eine Sache: Americana und verzerrte Gitarren - das geht für mich kaum zusammen. Mich erinnert das ein bisschen an Neil Young, mit dem ich leider auch nicht viel anfangen kann. :roll:
Diese Gitarren sinds vermutlich, dass mir das hier sofort gefiel
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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112161Beitrag Monk
19.04.2022, 11:43

Vertigo hat geschrieben: 19.04.2022, 10:32
Monk hat geschrieben: 18.04.2022, 20:04 Mich stören hier die harten, verzerrten Gitarren. Das erste Stück ist wunderbar, aber die anderen sind mir zu düster. Das ist bei mir eben so eine Sache: Americana und verzerrte Gitarren - das geht für mich kaum zusammen. Mich erinnert das ein bisschen an Neil Young, mit dem ich leider auch nicht viel anfangen kann. :roll:
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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112172Beitrag Louder Than Hell
19.04.2022, 12:32

Was mir an dem Album so gut gefällt, ist seine Vielschichtigkeit. Es findet eine Verschmelzung aus verhalteneren und aber auch forscheren Musikstücken statt, die somit eine geschlossene Einheit bilden und zur Abrundung des Albums beitragen. Schade nur, dass diese Band in unseren Breiten fast unbekannt ist.

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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 112872Beitrag nixe
23.04.2022, 18:11

*ne schön schmackhafte Rezi, weiter so!
Nur Americana & ich? Ich hab mir immerhin Motel Stationary komplett angehört!
Musik hat die Fähigkeit uns geistig, körperlich & emotional zu beeinflussen!

!!!I like Prog!!!

!!!Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten!!!

Tschüß
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Emma Peel
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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 113340Beitrag Emma Peel
26.04.2022, 23:03

Vielen Dank für eure Anmerkungen zu meiner Rezi :balloon:

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Re: Wooden Wand And The Briarwood Virgins "Briarwood"

Beitrag: # 115134Beitrag Oracle
07.05.2022, 22:58

Die Clips gefallen mir gut.
Die Songs haben alle eine starke Crazy Horse Grundstimmung und diese schroffen Gitarren sind eh mein Ding.
Der Gesang verschwindet etwas hinter der Gitarrenwand, ist auch nicht so bemerkenswert.
Big Mouth USA ist natürlich von dem genialen Jim Ford, da kommen sie nicht ran.
Für mich keine herausragende Band aber die Stücke sind alle gut gemachter Americana Stoff.
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