NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#1

Beitrag: # 46093Beitrag AusDemWegIchBinArzt
23.05.2017, 12:22

Damit ich - und auch niemand sonst hier - den Überblick nicht verliere, habe ich mal der Reihe nach alle Bands aufgelistet, die bisher verarztet wurden. Die Liste wird entsprechend weiterer Einträge fortlaufend ergänzt.

1. Mendes Prey
2. Battleaxe
3. Starfighters
4. Xero
5. Shiva
6. Maineeaxe
7. Expozer
8. Tredegar
9. Ethel The Frog
10. Le Griffe
11. Last Flight
12. Dick Smith Band
13. Sweet Savage
14. Heritage
15. Tysondog
16. Spartan Warrior
17. Avenger
18. Raw Deal
19. Urchin
20. No Quarter
21. Rhabstallion
22. Persian Risk
23. Soldier
24. Lionheart
25. Mythra
26. Limelight
27. Sabre
28. Triarchy
29. Thunderfire
30. A II Z
31. Hellanbach
32. Taurus
33. Pagan Altar
34. Virtue
35. Venom
36. Weapon
37. Witchfynde
38. Tora Tora
39. Tobruk
40. Demon Pact
41. Girl
42. Ace Lane
43. Overkill
44. Samurai
45. Salem
46. Truffle
47. Bitches Sin
48. Millenium
49. TNT
50. Pali Gap
51. Radium
52. Oxym
53. Axe / Fist
54. Aragorn
55. Axis
56. Bronz
57. Handsome Beasts
58. EF Band
59. Shywolf
60. Rox
61. Tröjan / Taliön
62. Trespass
63. Oral
64. Tygers Of Pan Tang
65. Stratus
66. Scarab
67. Quartz
68. Syar
69. Turbo
70. Elixir
71. Jess Cox
72. Sacred Alien
73. Steel
74. Desolation Angels
75. Chinatown
76. Glasgow
77. Rogue Male
78. Baby Tuckoo
79. Charger
80. Marquis De Sade
81. Grim Reaper
82. Joker
83. Terrain
84. Nightwing
85. Dedringer
86. Haze
87. Overdrive
88. Incubus
89. Black Axe / Wolf
90. Lone Wolf
91. Fireclown
92. Scorched Earth
93. Drequon
94. Rage
95. Challenger
96. Alkatrazz
97. Cracked Mirror
98. Ezy Meat
99. Money
100. Force
101. Sam Thunder
102. Split Beaver
103. Streetfighter
104. Dark Star
105. Badger Bell Band / Badger
106. Black Rose
107. Dragonslayer
108. Bleak House
109. Savage
110. Stampede
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NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#2

Beitrag: # 614Beitrag AusDemWegIchBinArzt
24.05.2017, 17:01

Hier werden in loser Folge bekanntere, aber auch viele unbekanntere Bands der faszinierenden New Wave Of British Heavy Metal (kurz: NWOBHM)-Ära in einigen Sätzen vorgestellt, begleitet durch Youtube-Videos mit dem einen oder anderen Song als Hörbeispiel. So kann sich jeder einen einigermaßen umfassenden ersten Überblick über den vielgestaltigen Mikrokosmos NWOBHM verschaffen.



1.) MENDES PREY

Wir beginnen mit Mendes Prey. Die kamen aus West Yorkshire und wurden Ende der 70er Jahre gegründet. Für das Label Heavy Metal Records lieferte man zunächst einen Beitrag zu deren Sampler "Heavy Metal Heroes II" ab, bevor man via M.P.Records 1982 die 7" "On to the borderline" (B-Seite: "Running for you") veröffentlichte. Musikalisch orientierte man sich ein wenig an Bands wie UFO.

Trotz gemeinsamer Konzerte mit Kollegen wie Diamond Head und rühriger Liveaktivitäten wurde es aber nix mit der Karriere. Ein Schicksal, das Mendes Prey trotz unbestreitbarer musikalischer Qualitäten mit unglaublich vielen NWOBHM-Kollegen aus der zweiten Reihe teilten. Da gibt es bekanntlich so einige funkelnde Diamanten, die nie groß entdeckt wurden.

Es gab 1986 noch einen weiteren Versuch mit der 7" "Wonderland" (B-Seite: "Can you believe"), der einen deutlichen Imagewandel und eine Hinwendung zu wesentlich kommerzielleren Klängen bedeutete. Aber es war einfach zu spät und so verschwanden Mendes Prey endgültig in der Versenkung.

https://www.youtube.com/watch?v=yizcdXzoikA
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#3

Beitrag: # 619Beitrag AusDemWegIchBinArzt
24.05.2017, 17:36

2.) BATTLEAXE

Battleaxe wurden erst 1981 gegründet und gehörten folglich eher zur zweiten Generation von NWOBHM-Bands. Somit veröffentlichte die Band ihre erste 7" "Burn this town" auch erst 1982 (bei Guardian Records), als die wegweisenden Alben der Bands aus der frühen Generation nahezu alle schon erschienen waren und die erste Welle bereits allmählich ihrem Ende entgegenschwappte.

Ebenso auf dem legendären"Roxcalibur"-Sampler, auch 1982 veröffentlicht, waren Battleaxe mit zwei Songs vertreten.

Die erste richtige LP, ebenfalls "Burn this town" betitelt, erschien folgerichtig auch erst 1983 - diesmal bei Music For Nations - , also recht spät.

Das zweite Album "Power of the universe" kam dann 1984 wieder über Music For Nations, es folgte 1985 noch ein Live-Album (""Live´n´kicking"), bevor fürs erste Schicht im Schacht war.

Vor allem die "Burn this town"-LP dreht sich auf meinem Plattenteller mit schöner Regelmäßigkeit.

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#4

Beitrag: # 623Beitrag AusDemWegIchBinArzt
24.05.2017, 17:51

3.) STARFIGHTERS

Vorhang auf für die Starfighters aus Birmingham! Die veröffentlichten 1981 und 1983 zwei LPs ("Starfighters" und "In-Flight Movie", beide via Jive Records) und durften u.a. mit AC/DC auftreten.

Auch musikalisch waren einige Parallelen zu den Australiern nicht wegzudiskutieren und die persönliche wie auch musikalische Connection zu AC/DC ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass Starfighters-Gitarrist Stevie Young der Neffe von Angus und Malcolm ist.

Surprise, suprise...heute ist Stevie selber Mitglied bei den populären Verwandten, wo er den demenzkranken Malcolm inzwischen ersetzt, nachdem er ihn dort bereits in den späten 80er Jahren temporär während einiger Tourneen vertrat (Malcolm machte damals einen Alkoholentzug).



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#5

Beitrag: # 624Beitrag AusDemWegIchBinArzt
24.05.2017, 17:57

4.) XERO

Die Geschichte von Xero ist irgendwo im tragikomischen Bereich anzusiedeln. Ich gebe es mal straff verkürzt wieder:

Bruce Dickinson sang vor Samson irgendwann in einer Band namens Shots. Aus der gingen schließlich Xero hervor; zu diesem Zeitpunkt war Bruce (damals noch als Bruce Bruce...) aber bereits zu Samson entschwunden und im Prinzip schon auf dem Durchmarsch zu Iron Maiden.

Xero galten durchaus als hoffnungsvoller "heißer Scheiß" neben diversen NWOBHM-Kollegen und alles sah gut aus bis zu dem Tag, an dem man sich entschloß, eine 12" einzuspielen. Das war auch erst 1983, als Bruce längst bei Maiden sang.

Mit "Oh, Baby" (so hieß die 12" dann auch) und "Hold on" hatte man zwei gute Songs am Start, beging dann aber den verhängnisvollen Fehler, mit "Lone wolf" einen weiteren Track auszugraben, der Jahre zuvor noch mit Bruce unter dem Namen Shots aufgenommen worden war. Den packte man dreist und plump ohne Brucens Wissen und Einverständnis einfach mit dazu.

Und weil ein Fettnäpchen nicht reichte, warb man auch noch so richtig schön blöd mit großem Sticker auf dem Cover ("...featuring Iron Maiden-Vocalist Bruce Dickinson...blabla...", so in diesem Stil).

Das kam natürlich im Hause Iron Maiden überhaupt nicht gut an und prompt klopfte man den hoffnungsvollen Xero in Sachen Unterlassung energisch auf die Finger, was zur Folge hatte, dass die frisch aus dem Presswerk kommenden Exemplare flugs zurückgezogen werden mußten. Damit hatte sich das Thema Karriere für Xero, obwohl noch eine alternative Pressung ohne dieses Lied herausgebracht wurde, erledigt.

Ach ja, musikalisch war das übrigens alles top ! Shots / Xero spielten einen erstklassigen, leicht bluesigen Hardrocksound, der an Kollegen wie Samson erinnerte.



Das "böse" Lied:

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#6

Beitrag: # 625Beitrag AusDemWegIchBinArzt
24.05.2017, 18:01

5.) SHIVA

Als nächstes kommen Shiva an die Reihe, welche ebenfalls eine der interessantesten Bands der NWOBHM-Periode sind. Um 1979 herum in Bristol gegründet, schaffte man es 1982 über Heavy Metal Records (neben Neat Records das zweitwichtigste Indielabel in Sachen NWOBHM), zwei 7"-Releases herauszubringen ("Rock lives on" und "Angel of mons").

Im gleichen Jahr folgte dann die - leider - einzige vollwertige LP "Firedance", aber die ist immer noch ein kleiner Geheimtip. Stilistisch waren Shiva eher schon im Grenzbereich zum Progressive Rock (Einflüsse von z.B. Rush waren erkennbar) unterwegs, dabei immer auch sehr auf ausgeklügelte Melodien und epische Passagen bedacht.

Die allerhärtesten NWOBHM-Vertreter waren sie sicherlich nie, aber das war angesichts der Klasse ihres Materials auch überhaupt nicht nötig.

Der Song "En Cachent" befand sich auch auf der legendären "Heavy Metal Heros"-Compilation. Bemerkenswerterweise handelte es sich bei Shiva übrigens um ein Trio, genau wie bei Rush.





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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#7

Beitrag: # 688Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 08:57

6.) MAINEEAXE

Ein später Vertreter der NWOBHM waren Maineeaxe, deren drei LPs erst Mitte der 80er erschienen, also eher Nachzügler waren.

Was außer dem schlechten Timing den Durchbruch der Band vereitelte, waren u.a. auch permanente Line-Up-Probleme. Das Mitgliederkarussell drehte sich unablässig und es war einfach keine Kontinuität hineinzubringen.

Irgendwann wurden sogar die Kollegen von Syar, einer anderen NWOBHM-Kapelle, quasi absorbiert, als drei von ihnen geschlossen zu Maineeaxe überliefen. Gebracht hat es trotzdem nichts.

Außer den drei LPs "Shout it out" (1984), "Going for Gold" (1985) und "The Hour of Thunder" (1986) gab es noch
zwei 7"-Veröffentlichungen ("Gonna make you rock" und "The Game", beide 1984) sowie eine 12" ("Gimme your love", 1985).

Prototypisch rauer, aber stets melodiöser Heavy Metal britischer Machart wurde von der Band geboten und obwohl man sogar mit Größen wie Magnum touren durfte, blieb der Erfolg aus. Selbst die 7"-Single "The Game", eine Ballade, die es sogar ins Radio schaffte, änderte daran nichts.

Insbesondere "Shout it out" ist ein Album, welches ich mir immer wieder gerne auf den Plattenteller packe, wobei die anderen Releases aber auch definitiv nicht schlecht sind.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#8

Beitrag: # 689Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 08:59

7.) EXPOZER

Sehr interessant sind auch Expozer, von denen aber leider nicht viel außer des Namens bekannt ist. Auf jeden Fall war die Band 1981 mit dem Song "Rock Japan" auf dem "Heavy Metal Heroes"-Sampler vertreten und hatte es bereits im Jahr zuvor geschafft, eine 7"-Single namens "Exposed at last" zu veröffentlichen, die optisch durchaus edel gestaltet war und auch musikalisch absolut überzeugend ist. Die A-Seite enthält das bereits erwähnte "Rock Japan", während sich auf der B-Seite der Titeltrack befindet.

Leider war das Thema Expozer nach diesen Bemühungen erledigt, was sehr schade ist, denn da hätte mehr draus werden können. Es war nämlich reichlich Potenzial vorhanden.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#9

Beitrag: # 690Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 09:01

8.) TREDEGAR

Bei Tredegar musizierten 2/3 Budgie, weil die Budgie-Gründungsmitglieder Ray Phillips und Tony Bourge mit von der Partie waren. Auch musikalisch ist daher teilweise eine enorme Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen, denn Tredegar klangen zu einem großen Teil original wie Budgie. Besonders fällt das auf, wenn man Budgie und Tredegar direkt nacheinander hört. Die Unterschiede sind zum Teil nur marginal.

Damit wird auch klar, welche Vorreiterrolle Budgie einst besaßen, denn die Waliser haben die NWOBHM musikalisch im Prinzip um zehn Jahre vorweggenommen und Tredegar brauchten dementsprechend stilistisch nicht wirklich viel zu ändern, sondern konnten daran nahtlos anknüpfen bzw. darauf aufbauen.

Sänger bei Tredegar war Russ North, der anschließend u.a. bei den Kollegen von Cloven Hoof landete.

Obwohl Tredegar schon zu Anfang der 80er aktiv waren, kam der erste und einzige, im Übrigen selbstbetitelte Langspieler erst 1985 heraus, dafür aber immerhin im Gatefold-Cover.

1986 erschien exakt dieses Album noch ein zweites Mal in einer überarbeiteten (remastered) Fassung bei einem anderen Label.

Dazwischen gab es auch noch eine Singleauskopplung ("Duma", 1986), aber alles in allem waren ansonsten keine größeren Aktivitäten mehr zu verzeichnen. Die Band hat zwar noch einige Jahre weitergemacht, teilweise auch kommerzielleres Material ausprobiert, aber veröffentlichungstechnisch nicht mehr wirklich was gebacken gekriegt.

Die LP ist aber wirklich gut und eine Empfehlung für jeden Budgie-Fan.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#10

Beitrag: # 691Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 09:06

9.) ETHEL THE FROG

So....jetzt komme ich mal zu einer meiner allerliebsten NWOBHM-Bands: Ethel The Frog !

Die waren so dermaßen fabelhaft, dass mir fast die Worte fehlen, um meiner Begeisterung adäquat Ausdruck verleihen zu können.

Normalerweise hätten sie einwandfrei das qualitative Zeug gehabt, neben den Großen der Szene (Maiden, Saxon, Leppard etc.) bestehen zu können. Kompositorisch und spieltechnisch befand sich die Band nämlich auf sehr hohem Niveau.

Dass es letztlich nicht klappte mit der großen Karriere, dürfte meiner Ansicht nach u.a. daran gelegen haben, dass die Band im Vergleich zu Maiden & Co. etwas "altmodisch" und deutlich unspektakulärer rüberkam sowie in Sachen Heavyness einfach nicht mithalten konnte.

Der Sound von Ethel The Frog wurzelt musikalisch ganz eindeutig im Hard-/Heavy Rock der frühen 70er und läßt sich teilweise sogar bis in die 60er zurückverfolgen, wie u.a. das erstklassige Beatles-Cover "Eleanor Rigby" beweist.

Daran sieht man aber auch mal wieder, wie ungenau Schubladenbegriffe der Marke "NWOBHM" definiert sein können, wenn man die enorme musikalische Vielfalt der darunter versammelten Bands betrachtet. Letztlich einte diese Bands doch vor allem die geographische Herkunft, die zeitlichen Parallelen und die Selfmade-Attitüde, musikalisch gab es hingegen eine Bandbreite die von kommerzielleren, AOR-orientierten Acts über progressiveres Zeug und typischem Heavy Metal bis hin zu beinhartem Proto-Speed Metal reichte.

Und innerhalb dieser immensen stilistischen Vielfalt tummelten sich dann eben auch Ethel The Frog, die wie bereits angedeutet weitaus mehr Hardrock als Heavy Metal waren, auch wenn sich die Band stets bemühte, ihre Musik mit der zeittypischen Energie darzubieten. Very british klang der Ethel-Sound aber so oder so.

Nach einem Demo 1980 schaffte es die Band alsbald, auf dem ersten Teil der legendären "Metal for Muthas"-Compilation von EMi zu landen, quasi der Mutter aller NWOBHM-Sampler.

Damit hatte man eigentlich einen unerwarteten Glücksgriff getan, denn die damals noch sehr potente EMi stand ja auch hinter Größen wie Iron Maiden und man ersparte sich somit den Weg über irgendwelche Kleinstlabels, wie sie eigentlich oft typisch für die Bands der NWOBHM-Periode waren.

Die EMi veröffentlichte dann auch noch im gleichen Jahr das sagenhafte, selbstbetitelte Debütalbum. Eine der besten und musikalisch gehaltvollsten Scheiben der gesamten NWOBHM-Zeit nach meinem Empfinden.

Danach passiert aber nichts mehr, die Platte blieb wie Blei in den Regalen liegen und wurde zu Unrecht quasi völlig ignoriert. Daran änderte auch die Auskopplung von "Eleanor Rigby" als Single nichts. Obwohl man noch über ein weiteres Album nachdachte, wurde logischerweise daraus nichts mehr und kurze Zeit später trennte sich die begnadete Truppe leider. Das Musikbusiness ist bekanntlich voller Ungerechtigkeiten, dieses ist eine davon.

Paul Tognola und Paul Conyers hatten bereits parallel zu Ethel The Frog die Gruppe Salem als Nachfolgeband ins Leben gerufen, als sich der Zerfall von ersteren abzuzeichnen begann. Aber außer einer 7" im Jahre 1982 ("Reach to eternity") passierte auch bei Salem nicht viel und das ist noch weniger als bei Ethel The Frog.

Die "Ethel The Frog"-LP ist ein Paradebeispiel für großartige Arrangements und Melodien, getragen durch hervorragendes Gitarrenspiel und äußerst angenehmen, unaffektierten Gesang.

Von kernigeren, dabei immer melodiösen Hard-/Heavy Rock-Nummern ("Fight back"; "Apple of your eye"; "Bleeding heart") über progressiv angehauchtes, vertrackteres Material ("Fire bird") bis hin zu Boogie Rock-artigem Zeugs ("Why don´t you ask"; "Staying on my mind") oder dem angesprochenen Beatles-Cover ist der Band damals ein sehr spannendes, abwechslungsreiches Album gelungen, welches ich immer wieder nur dringend empfehlen kann. Ein echter Hammer !







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#11

Beitrag: # 692Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 09:10

10.) LE GRIFFE

Le Griffe kamen aus Stoke-On-Trent, wo sie 1980 gegründet wurden (offenbar ein gutes Pflaster für Musiker, aus der Ecke stammen ja u.a. auch Lemmy oder Slash).

Auch Le Griffe hatten hier und dort einen dezenten Boogie-Einschlag in ihrer Musik verankert und brachten es zu Lebzeiten auf drei 12"-Maxis, die aber alle erst relativ spät erschienen, als die erste Welle schon abgeebbt war ("Fast Bikes" 1983 sowie "Breaking Strain" und "You´re killing me" beide 1984, alle via Bullet Records).

Offenbar haperte es trotz vieler Auftritte quer durch das Königreich aber gehörig mit der Unterstützung, so dass die Kapelle irgendwann klammheimlich wieder von der Bildfläche verschwand.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#12

Beitrag: # 724Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 11:38

11.) LAST FLIGHT

Ein toller NWOBHM-Act waren auch Last Flight, auch wenn von denen nur wenig bekannt wurde und es zu keiner richtigen Fulltime-LP reichte.

Obwohl die Band immer wieder neues Material schrieb, blieb die einzige Vinylveröffentlichung die 7"-Single "Dance to the music", die 1981 auf Heavy Metal Records erschien.

Der Titeltrack jener Single wurde im gleichen Jahr auch noch auf dem "The Friday Rock Show"-Sampler der BBC verewigt.

Weiter passierte nicht mehr viel. Man nahm zwar noch ein weiteres Demo auf und verschickte es an die verschiedenen Companies, aber das nützte überhaupt nichts und somit löste sich die talentierte Truppe kurze Zeit später auf.

Musikalisch wird prototypischer, rauer britischer Heavy Metal geboten, der haargenau in die damalige Zeit passte.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#13

Beitrag: # 728Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 11:58

12.) DICK SMITH BAND

Als nächstes komme ich auf die Dick Smith Band zu sprechen, eine weitere Obskurität in NWOBHM-Kreisen. Diese Formation brachte es 1980 auf lediglich eine einzige 7"-Single namens "Giving the game away", die bei hol-o-gram Records erschien.

Wenn auch vielleicht nicht unbedingt essenziell, so handelt es sich doch zumindest um eine für die NWOBHM recht typische und ohne Zweifel interessante Veröffentlichung.

Die A-Seite mit dem Titelsong überzeugt dabei mit rauem, kernig-kraftvollem Heavy-Sound, der absolut in die damalige Zeit paßt.

Die B-Seite mit "The way of the world" ist dagegen um einiges melodiöser und weniger heavy geraten und erinnert mich stilistisch eher ein wenig an das, was Diamond Head drei Jahre später auf dem "Canterbury"-Album versucht haben.

Danach hat man nichts mehr von Dick Smith Band gehört. Ich hab die Single nebst einigen anderen NWOBHM-Goodies mal vor vielen Jahren aus einer Flohmarkt-Grabbelkiste gezogen, in der sich auch zahlreiche Schlager-und James Last-Platten befanden.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#14

Beitrag: # 729Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:01

13.) SWEET SAVAGE

Jetzt kommen Sweet Savage an die Reihe, eine ebenfalls geradezu legendäre Band aus NWOBHM-Kreisen.

Besondere Bekanntheit erlangte der Name der Band sicherlich vor allem dadurch, dass ihr talentierter Gitarrist Vivian Campbell ab 1983 in der Soloband von Ronnie James Dio für Furore sorgte, später kurzzeitig bei Whitesnake spielte und 1992 den tragisch verstorbenen Steve Clark bei Def Leppard beerbte, wo er bis heute fest im Sattel sitzt.

Ein weiterer Grund für den Ruhm von Sweet Savage dürfte aber auch deren erste 7"-Single "Take no prisoners" aus dem Jahre 1981 sein. Wohlgemerkt, auch hier der Fall einer NWOBHM-Band, die es zu Lebzeiten nie schaffte, eine
vollständige LP einzuspielen und das, obwohl in diesem Falle sogar ein Album eingespielt worden sein soll, welches dann aber aus verschiedenen Gründen nie erschien.

Die 1979 im nordirischen Belfast gegründete im Gruppe hatte bereits diverse Auftritte als Support von Größen wie Wishbone Ash oder Motörhead bestritten, ehe sie die "Take no prisoners"-7"aufnahm. Und "Take no prisoners" (A-Seite: "Take no prisoners" / B-Seite: "Killing Time") ist wirklich exzellent!

Im Prinzip ein früher (und zudem virtuoser) Vertreter des Speed Metals, dessen hervorragender Ruf bis nach Übersee schallte, wo sich alsbald ein gewisser Lars Ulrich als beinharter Fan der Band (und der NWOBHM generell) outete.

Auch auf dem bereits im Beitrag zu Last Flight angesprochenen BBC-Sampler "The Friday Rock Show" waren Sweet Savage mit einem Song ("Eye of the storm") vertreten.

Leider kam dieser hoffnungsvollen Combo alsbald ihr wohl talentiertestes Mitglied - eben Campbell - abhanden, welches dem Ruf zu Ronnie James Dio folgte (einige Songs auf dessen "Holy Diver"-Scheibe sollen angeblich ursprünglich von Campbell noch für Sweet Savage verfasst worden sein und landeten dann deutlich umarrangiert auf "Holy Diver").

Danach bekam die Band für einige Zeit nicht mehr viel auf die Kette und es gab diverse Umbesetzungen, ehe dann
1984 mit "Straight thru the heart" doch noch eine weitere 7" erschien, die allerdings mit dem anderen Material der Band kaum mithalten konnte und im Prinzip eher irrelevant in musikalischer Hinsicht ist.



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#15

Beitrag: # 730Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:04

14.) HERITAGE

Heritage bzw. ihre einzige LP "Remorse Code" (1982) sind auch ein echtes Masterpiece der NWOBHM, welches ich überaus schätze.

Besagte LP wurde bei Rondelet Records veröffentlicht, einem kleinen Label, welches ursprünglich eher im Punkbereich aktiv war. Allerdings befanden sich Heritage damals in durchaus adäquater Gesellschaft dort, denn auch Kollegen wie Witchfynde veröffentlichten dort ihre ersten musikalischen Erzeugnisse.

Vor der LP hatte das Label 1981 mit "Strange place to be" bereits eine ebenfalls sehr gelungene Single von Heritage herausgebracht.

Guter, kernig-melodiöser und dabei eigenständiger Heavy Rock / Metal mit Anspruch war das Markenzeichen von Heritage, die sich leider nur kurze Zeit nach ihrer LP (die sowieso relativ spät dran war, da sich die erste Phase der NWOBHM bereits ihrem Ende entgegen bewegte) auflösten.

Ich finde es auch in diesem Falle mehr als bedauerlich, dass diese talentierte Band nie mehr erreicht hat.





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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#16

Beitrag: # 732Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:06

15.) TYSONDOG

Tysondog aus Newcastle waren erst relativ spät am Start und fielen somit eher in die zweite NWOBHM-Periode.

Gegründet 1982, folgte bereits 1983 ein Demo, auf welchem niemand geringerer als Brian Ross (u.a. Blitzkrieg; Satan) für den Gesang zuständig war.

Mit "Eat the rich" folgte noch im gleichen Jahr eine 7"-Single, die auf dem legendären Label Neat Records veröffentlicht wurde.

Dort kam dann 1984 auch die Debüt-LP "Beware of the dog" heraus, ebenso wie deren Nachfolgealbum "Crimes of insanity" (1986).

Beide Alben waren sehr gut, aber auch bereits etwas aus der Zeit gefallen, insbesondere das zweite Album, weil zu diesem Zeitpunkt viele Fans schon längst nach den neueren, härteren und extremeren Metal-Stilrichtungen Ausschau hielten, die da seit einiger Zeit die Szene umkrempelten.

Zwischenzeitlich gab es 1985 übrigens auch noch eine EP, die schlicht "Four Track E.P." betitelt war, aber ebenfalls recht wenig Beachtung fand. Außerdem waren eigentlich nur drei der vier Songs neu, denn das Stück "Hammerhead" hatte man bereits auf der"Beware of the dog"-LP hören können.

Musikalisch waren Tysondog absolut überzeugend, nur einfach letztlich wohl etwas zu spät dran.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#17

Beitrag: # 733Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:08

16.) SPARTAN WARRIOR

Spartan Warrior brachten 1983 ihre Debüt-LP "Steel´n´chains" heraus, also einen Ticken zu spät um noch von der ersten NWOBHM-Welle profitieren zu können. Dieses (gute) Album erschien beim Indie-Label Guardian Records, wo u.a. auch Releases von Mythra, Satan, Hollow Ground oder Battleaxe herauskamen.

7"/12"-Veröffentlichungen gab es von Spartan Warrior im Gegensatz zu vielen anderen NWOBHM-Bands dafür keine. Allerdings bekam man trotz des eher weniger günstigen Timings nach dem Debüt die Chance, ein weiteres Album aufzunehmen und zwar diesmal für die um einiges bekanntere Firma Roadrunner Records, die offenbar Blut an Spartan Warrior geleckt hatten.

Das selbstbetitelte Zweitwerk erschien 1984, kann qualitativ allerdings keinesfalls mit der Debütscheibe mithalten.
Es klingt um einiges glatter als der raue Erstling und ist auch vom Songwriting her weit weniger überzeugend.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#18

Beitrag: # 734Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:11

17.) AVENGER

Ein weiteres Betätigungsfeld für den umtriebigen Brian Ross waren Avenger, die aufgrund ihres späten Starts eher zur zweiten NWOBHM-Generation zählten.

Mr.Ross war denn auch auf der ersten 7"-Single "Too wild to tame" zu hören, die 1983 bei Neat das Licht der Welt erblickte, warf anschließend allerdings das Handtuch - er war aber mit seinen zahlreichen anderen Projekten auch zur Genüge ausgelastet.

Es kam ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel zustande, denn während Ross nun zu Satan ging, kam von dort deren bisheriger Sänger Ian Swift, um den frei gewordenen Posten bei Avenger zu beerben...

Im Anschluß veröffentlichten Avenger über Neat zwei LPs, nämlich "Blood Sports" (1984) und "Killer Elite" (1985),
beide bockstark. Auch Avenger waren ein eher Speed Metal-orientierter Vertreter der NWOBHM, hatten aber Mitte der 80er Jahre kaum eine Chance gegen die harte amerikanische Konkurrenz vom Schlage Metallica und Co., die noch einen deutlichen Zacken aggressiver zur Sache gingen und den Speed / Thrash Metal auf ein neues, weiterentwickeltes Level hoben.

Da die beiden LPs somit folglich auch nicht sonderlich gut liefen, löste sich die Band stillschweigend auf. Ohne Frage gehören die Platten, sofern man sie irgendwo findet (und wenn es "nur" als spätere CD-Neuauflage ist), aber in jede gutsortierte NWOBHM-Sammlung.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#19

Beitrag: # 735Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:13

18.) RAW DEAL

Raw Deal gehören zu den großen Unbekannten der NWOBHM, die außer einer einzigen, "Lonewolf" betitelten 7" auch nichts weiteres zustande gebracht haben, obwohl dieser Release sogar über das seinerzeit in Sachen NWOBHM äußerst aktive Neat-Label das Tageslicht erblickte.

Musikalisch gab es nix spektakuläres im eigentlichen Sinne, es handelte sich bei Raw Deal um einen weiteren Vertreter jener Bands, die in ihrer Freizeit vermutlich gerne Status Quo hörten, aber auch Einflüsse von Bands wie Free sind auszumachen. Spaßig ist es trotzdem anzuhören, bloß war es damals offenbar vielen Fans einfach zu hausbacken, weswegen letztlich wahrscheinlich auch keine weiteren Umtriebe mehr zu verzeichnen gewesen sind.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#20

Beitrag: # 736Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:21

19.) URCHIN

Eine wichtige Band, die man niemals vergessen sollte wenn es um die NWOBHM geht, sind Urchin. Urchin waren zwar eher Prä-NWOBHM und kein wirklicher Bestandteil dieser Bewegung, aber Wegbereiter derselben waren sie ohne jeden Zweifel.

Urchin existierten von 1974 bis 1981 und waren die Band von Adrian Smith, bevor dieser dem Ruf von Steve Harris zu Iron Maiden folgte. Den Rest der Geschichte kennen wir. Ursprünglich wollte Harris den Gitarristen schon zu einem früheren Zeitpunkt zu Iron Maiden lotsen, aber damals glaubte Smith noch an eine große Zukunft von Urchin und lehnte die Offerte ab.

Erst zwei, drei Jahre später gab er dem wiederholten Werben von Steve Harris nach, wohl, nachdem er sich auch selbst eingestehen mußte, dass aus Urchin nicht mehr allzu viel werden würde.

Auch Dave Murray, ebenfalls Maiden-Gitarrist seit Urzeiten, spielte 1977 für einige wenige Monate in der Band seines Kumpels Smith, nachdem er sich bei Iron Maiden vorübergehend verkracht hatte.

Urchin waren seinerzeit eine sehr umtriebige Formation und spielten etliche Livekonzerte, haben aber nie eine vollwertige Langspielplatte zustande gebracht, obwohl die Band über die Jahre hinweg permanent Songs schrieb und immer wieder Demos aufnahm. Es reichte letztlich nie für einen größeren Sprung, trotz unbestrittener Qualitäten.

Lediglich 1977 und 1978 gab es mit den 7"-Singles "Black Leather Fantasy" und "She´s a roller" wenigstens zwei offizielle Veröffentlichungen.

Musikalisch war das noch kein Heavy Metal, aber kraftvoller 70er Jahre-Hardrock, der fantasievoll und originell dargebracht wurde und einen klaren Fingerzeig in Richtung dessen machte, was später zur NWOBHM werden sollte.

Die wunderbaren Jungs von High Roller Records haben in den letzten Jahren mit viel Liebe im Fundus von Urchin gegraben und etliche Demotracks und unveröffentlichte Aufnahmen zutage gefördert, die ansonsten vermutlich nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt hätten. Das kann man gar nicht hoch genug würdigen und so entsteht erst heute abseits der beiden offiziellen (und raren) Singles ein vollständiger Eindruck der musikalischen Leistungsfähigkeit von Urchin.

Für jeden NWOBHM-Historiker und Iron Maiden-Trüffelsucher sowie Fans von Adrian Smith sind da zum Teil absolute Pretiosen ans Tageslicht gekommen, noch dazu alles in guter Klangqualität. Der seinerzeitige professionelle Anspruch von Urchin ist nicht von der Hand zu weisen. Die Band hatte Potenzial (kein Wunder, dass Smith fest damit rechnete, mit Urchin durchstarten zu können) und war alles andere als eine bloße Feierabendkapelle.

Das während mehrerer Jahre und Bandphasen entstandene Material ist durchaus vielseitig und abwechslungsreich gestaltet. Urchin schreckten beispielsweise auch nicht vor funkigen Anleihen zurück, es gab verspieltere Tracks genauso, wie straighte, kraftvolle Rocker unterschiedlicher Couleur oder balladeskes.

Einige Beispiele:











Kleine Anmerkung: Wer beim letzten Songbeispiel "Life in the city" unwillkürlich an den Iron Maiden-Track "The Sheriff of Huddersfield" denken muß, liegt nicht verkehrt - "Life in the city" ist quasi die ursprüngliche, embryonale Version vom "Sheriff", mit anderem Text.

Eigentlich also eine Urchin-Nummer, die von Maiden später aufgegriffen, in Richtung Heavy Metal gepimpt, mit neuen Lyrics versehen und dann als B-Seite der 86er "Wasted Years"-Single verwendet wurde. Ich mag beide Versionen.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#21

Beitrag: # 737Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 12:27

20.) NO QUARTER

Als nächstes möchte ich die aus Wales stammenden und nach dem bekannten Led Zep-Song benannten No Quarter vorstellen.

1980 gegründet, konnte man sich erstmals auf dem "Heavy Metal Heroes, vol.2"-Sampler (1982) einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren, nachdem man zuvor bereits zwei Demos aufgenommen hatte.

Ein gutes Jahr später war es dann endlich soweit, dass man mit "Survivors" eine 12"-Maxi unter die Leute bringen konnte und noch im gleichen Jahr folgte mit "Birds of prey" eine weitere 12", allerdings bei einem anderen Label.

Obwohl die Band auch auf dem Livesektor nicht ganz untätig war, gelang es ihr wohl nicht, sich ein größeres Publikum zu erspielen. und das, obwohl sich die beiden Maxis durchaus gut verkauft hatten.

No Quarter hätten es aber durchaus schaffen können, denn auch Kult-DJ Tommy Vance von der BBC zeigte sich durchweg angetan von der Truppe und förderte die Band, die u.a. einen halbstündigen Auftritt für seine populäre Sendung ("The Friday Rock Show") spielen durfte, der sogar zweimal ausgestrahlt wurde.

Am Ende scheiterten weitere Ambitionen aber auch an Sänger Snappi, der gesundheitlich kürzer treten mußte, nachdem er bei einem Gig zusammengeklappt war.

In den Neunziger Jahren reformierte die Band sich noch mal in einem anderen Line-Up, veröffentlichte aber kein neues Material mehr.

https://www.youtube.com/watch?v=7Avp613U0Pc

https://www.youtube.com/watch?v=4ks3Pee5zws
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#22

Beitrag: # 742Beitrag Vertigo
25.05.2017, 14:07

Dass die You Tube Links hier nur als Links sind ist normal so? Nur für den Fall wenn ich mal mit einem komme
Ich lese gerade:

RICHARD DAVID PRECHT - Die Kunst kein Egoist zu sein

ÉMILE ZOLA - Das Paradies der Damen

OSCAR DE MURIEL - Die Schatten von Edinburgh

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#23

Beitrag: # 744Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 14:17

Ich bin da auch etwas unglücklich drüber, aber anders scheint das bislang nicht zu funktionieren, leider. Jedenfalls nicht bei mir. Aber besser erstmal die Links als garnichts, habe ich mir gedacht.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#24

Beitrag: # 745Beitrag Oracle
25.05.2017, 14:25

ich hab die unteren mal wie es sich gehört editiert.
Ich verstehe das Problem nicht.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#25

Beitrag: # 755Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.05.2017, 15:07

21.) RHABSTALLION

Rhabstallion waren ebenfalls eine der zahlreichen Bands aus der NWOBHM-Ära, bei der man sich bis heute fragt, woran es eigentlich gescheitert ist. Denn auch Rhabstallion besaßen genug Qualitäten, anhand derer sie es eigentlich hätten schaffen können (müssen).

Seinerzeit zählte die Band aus Huddersfield auch keineswegs zu den Unbekannten. Rhabstallion waren schon ganz gut in vorderster Front mit dabei, als die erste NWOBHM-Welle über den Deich schwappte.

Sie gehörten zu den essenziellen Wegbereitern der NWOBHM, was natürlich auch daran lag, dass sie mit ihrer Gründung 1976 zu den frühesten Vertretern gehörten.

Auf dem "New Electric Warriors"-Sampler hatten die Huddersfielder 1980 dann bereits einen Beitrag ("Chain Reaction") geleistet und auch als Liveband wohl einen ziemlich guten Ruf, ehe sie sich zur Herstellung einer 7"-Single entschlossen:

"Day to day" kam 1981 heraus, allerdings nur als Privatpressung, ohne Label im Hintergrund. Obwohl das Teil musikalisch erstklassig ist und einen hervorragenden, kernig-melodiös intonierten Heavy Rock / Metal bietet,
kam damals überhaupt nichts dabei heraus. Das wundert mich wie gesagt noch heute, angesichts der Klasse des Materials.

Während andere, ungefähr zeitgleich gestartete Kollegen entweder richtig abhoben (Iron Maiden, Saxon) oder zumindest für einen gewissen Zeitraum ein bißchen durchstarten konnten (Tygers Of Pan Tang, Witchfynde, Diamond Head), rührte sich bei Rhabstallion rein gar nichts.

Rhabstallion sind eine dieser typischen übersehenen Perlen, die es während der NWOBHM in so enorm reichhaltiger Anzahl gab.

Jedenfalls muckte die Band erst noch ein wenig vor sich hin und löste sich dann irgendwann stillschweigend auf. Ein Jammer !

Immerhin gab es aber Mitte der 90er nachträglich eine CD, welche die "Day to day"-Single plus diverse unveröffentlichte Songs enthielt. Ist aber auch längst vergriffen, so ziemlich.



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