NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

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Pavlos
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#151

Beitrag: # 46345Beitrag Pavlos
03.10.2018, 22:50

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Die FORCE Scheibe finde ich ja großartig, die hat so'nen latenten early Magnum Touch.

:good:

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Vertigo
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#152

Beitrag: # 46347Beitrag Vertigo
04.10.2018, 07:36

Pavlos hat geschrieben:
03.10.2018, 22:50
Die FORCE Scheibe finde ich ja großartig, die hat so'nen latenten early Magnum Touch.

:good:
Hey Pavlos! Wieder mal hier, schön von dir zu lesen
Ich lese gerade:

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#153

Beitrag: # 46365Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.10.2018, 17:51

Pavlos hat geschrieben:
03.10.2018, 22:50
Die FORCE Scheibe finde ich ja großartig, die hat so'nen latenten early Magnum Touch.

:good:
Schön, mal wieder was von Dir zu lesen ! *freu* :good:

Und, ja: Die Force-Scheibe ist alles andere als schlecht ! 8-)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.

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Pavlos
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#154

Beitrag: # 46492Beitrag Pavlos
06.10.2018, 17:43

Jo, schaue immer wieder mal hier rein.

Ihr habt hier was verdammt cooles aufgebaut.

Respekt.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#155

Beitrag: # 46504Beitrag AusDemWegIchBinArzt
06.10.2018, 20:38

109.) BADGER BELL BAND / BADGER

Viel ist über die obskure Truppe leider nicht in Erfahrung zu bringen. Zumal es mindestens noch eine weitere Band mit dem Namen Badger gab, die
zeitgleich in Großbritannien ihr Unwesen trieb. Diese Formation hier jedenfalls stammte aus Wales und startete um 1980 herum zunächst unter dem
Namen Noizegate, bevor man sich relativ schnell in Badger Bell Band umbenannte - nach ihrem Frontmann, der auf den Namen Badger Bell hörte.
Ab 1985 hieß die Band nur noch Badger.

Unter all diesen Bandnamen nahm man Songs auf, veröffentlichte jedoch erst 1985 eine erste 7" Single namens "Rock The Vicar", noch als Badger Bell Band, im Eigenvertrieb auf 1000 Exemplare limitiert über das bandeigene Label Noizegate Records.

1986 folgte, nurmehr unter dem Namen Badger, eine zweite 7" Single mit dem Titel "Over The Wall", auch diese in lediglich 1000 Exemplaren.

Beide Singles wirkten schon Mitte der 80er völlig aus der Zeit gefallen und klingen wirklich wie fünf Jahre zu spät veröffentlicht. Ein absolut roher und eher dumpfer badass-Heavy-Sound, vollkommen unpoliert und ungefiltert und wirklich wie early NWOBHM at it´s best, die natürlich zu diesem Zeitpunkt schon längst tempi passati war. 1990 schließlich löste sich die Band auf.

Das rührige High Roller-Label war so nett, 2012 unter dem Titel "Faceless Gang" sämtliche verfügbaren Aufnahmen der Gruppe (hier unter dem Namen Badger Bell Band veröffentlicht) auf einer CD zu kompilieren, inklusive des Materials der beiden Singles. Immerhin sieben Songs kamen so zusammen. Das macht alleine schon deswegen Sinn, weil die raren Originale so gut wie nicht aufzutreiben sind, schon gar nicht außerhalb der Insel.


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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#156

Beitrag: # 46551Beitrag AusDemWegIchBinArzt
07.10.2018, 10:56

110.) BLACK ROSE

Ebenfalls zu meinen Top-Favoriten in Sachen NWOBHM zählen Black Rose, die 1978 unter dem Namen Ice in Middlesborough gegründet wurden.
1980 wechselte man zu dem neuen Bandnamen Black Rose und es läßt sich sagen, dass man von Anfang an daran interessiert war, die Band ernsthaft und nicht bloß als Wochenendhobby zu betreiben.

Man spielte viele Konzerte in der näheren Umgebung und konnte sich auf diese Weise schnell zu einem guten lokalen Bekanntheitsgrad verhelfen.
1981 schließlich enterte man das hauseigene Studio von Neat Records, um ein sechs Songs umfassendes Demo aufzunehmen, welches jedoch am Ende veröffentlichungstechnisch nie das Licht der Welt erblickte.

Stattdessen rappelte es im Besetzungskarton, was die Band jedoch nicht daran hinderte, unermüdlich weiter an neuen Liedern zu arbeiten. Man schaffte es jedoch trotz aller Bemühungen nicht, irgendein Label auf sich aufmerksam zu machen, was sehr seltsam erscheint, da die musikalische Qualität von Black Rose in jeder Hinsicht top of the cream war.

Schließlich konnte man zu Beginn des Jahres 1982 immerhin zwei Songs ("No Point Runnin´ " und "Ridin´ Higher") auf dem legendären "Roxcalibur"-Sampler von Guardian Records unterbringen und wenig später hatte man tatsächlich einen bescheidenen Deal unter Dach und Fach gebracht, nämlich mit dem völlig obskuren Teesbeat-Label, welches "No Point Runnin´ " dann tatsächlich nochmal als eigenständige Single rausbrachte (mit der formidablen B-Seite "Sucker For Your Love" - eine der geilsten NWOBHM-Nummern ever !),

Diese Single sorgt tatsächlich dafür, dass die Band ihre Popularität nochmal ein bißchen ausbauen konnte, bevor dann erneut ein Line Up-Wechsel stattfand. Die Band wurde in der damaligen britischen Metal-Bibel "Kerrang!" positiv erwähnt, was ihr durchaus einen weiteren Schub nach vorne verpaßte und es standen diverse Konzerte mit Raven und Vardis an. Weiterhin stand ein Festival-Auftritt auf dem Programm, wo Black Rose u.a. gemeinsam mit Budgie, Limelight und den Baguette-Hardrockern von Trust reüssierten.

Infolge tourte die Band auch durch Resteuropa, spielte gleich dreimal im bekannten Londoner "Marquee" und hielt zahlreiche weitere Einzelkonzerte zusammen mit den damals gerade wiedervereinigten Atomic Rooster, Terraplane (aus denen Ende der 80er Thunder hervorgingen), Diamond Head und Spider ab.

1982 standen erneut Demoaufnahmen an und es gelang, auf dem Neat-Sampler "One Take No Dubs" den neuen Song "Knocked Out" zu platzieren. Nach der Produktion eines weiteren Demos schaffte man es schließlich, bei Bullet Records einen Plattenvertrag zu unterschreiben und dort 1983 eine selbstbetitelte EP herauszubringen, die aus vier Liedern zusammengewürfelt war, die man bei den bisherigen Studioaufenthalten aufgenommen hatte.

1984 erschien dann - endlich - die erste vollständige LP mit dem Titel "Boys Will Be Boys", natürlich ebenfalls bei Bullet. Das Titelstück kam kurz darauf als Single heraus (B-Seite: "Liar").

Nebenbei trat die Band in Verhandlungen sowohl mit Bronze Records als auch mit Atlantic, aber in beiden Fällen kam nichts brauchbares zustande.

Bullet waren obendrein überhaupt nicht zufrieden mit den bisherigen Verkaufszahlen, so dass man sich schließlich voneinander trennte und die Black Rose bei Neat Records landeten. Selbige brachten dann auch 1985 die EP "Nightmare" heraus, die bereits aufgenommen worden war, als die Band noch bei Bullet unter Vertrag gestanden hatte. Überflüssig zu erwähnen, dass sich das Besetzungskarussell zwischenzeitlich munter weitergedreht hatte.

Anfang 1986 gab es einen Auftritt bei der äußerst populären "Friday Rock Show", welcher auch aufgezeichnet wurde. Dort spielte die Band neben bekanntem Material einige neue Lieder, was berechtigten Anlaß zur der Hoffnung gab, dass in Kürze weiteres Material veröffentlicht würde.

Nach einem weiteren Besetzungswechsel und einigen zusätzlichen Konzerten wurde dann 1987 die zweite vollständige LP "Walk It How You Talk It" über Neat auf den Markt gebracht. Im gleichen Jahr spielten Black Rose diverse Konzerte gemeinsam mit Warfare und fingen direkt im Anschluß an, neue Songs auszuarbeiten, nebenbei tourte man ausgiebig. Eine avisierte Tournee durch die USA platzte jedoch aus rechtlichen Gründen, weil eine gleichnamige US-Band (die mir völlig unbekannt ist wohlgemerkt), welche sich pikanterweise die Namensrechte gesichert hatte, eine Strafe von 500.000 US-Dollar androhte.

Das Ende vom Lied war schließlich, dass 1989 das Totenglöckchen über Black Rose geläutet wurde und die Band sich einvernehmlich auflöste.

Seit 2006 existiert die Band aber wieder und hält seitdem vor allem Auftritte auf einschlägigen old school-Festivals ab, wie etwa dem "Headbangers Open Air" oder dem "Hammerfest". Ein neues Album mit dem Titel "Cure For Your Disease" erschien 2010 letztlich nicht in physischer Form, sondern wurde den Fans nur noch als Download zugänglich gemacht. Davon mag man halten was man will, ich persönlich finde solche Entscheidungen schade und wenig zuträglich.

Musikalisch bewegen sich Black Rose überwiegend im prototypischen, noch am Hardrock orientierten Heavy Metal urbritischer Prägung, also allerbester NWOBHM-Stoff wie aus dem Bilderbuch. Grob einsortieren läßt sich die Musik der Band stilistisch zwischen den Tygers Of Pan Tang,
Diamond Head, Jaguar oder Tokyo Blade. Das betrifft allerdings ausdrücklich nur das frühe Material, sprich die erste Single, die frühen Demos und die frühen Samplerbeiträge. Die sind allesamt extrem geil !

Bereits ab der ersten LP "Boys Will Be Boys" war das Material etwas mainstreamiger geworden, wenn auch überwiegend noch gelungen. Ab dem zweiten Album "Walk It How You Talk It" hatte sich das Blatt in eine sehr kommerzielle, poprockige Richtung gewendet und diese Scheibe ist tatsächlich auch relativ verzichtbar.

Wer sich für die Band interessiert, dem sei zum Einstieg die vorzügliche "Loveshock"-Compilation empfohlen, die 2012 vom wunderbaren High Roller-Label herausgebracht wurde. Diese enthält nämlich die ersten drei Demos aus den Jahren 1981/82 (also auch jenes, welches damals unveröffentlicht blieb !) und bietet einen hervorragenden Überblick über den damaligen Sound der Band. Das ist NWOBHM vom Feinsten !




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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#157

Beitrag: # 46564Beitrag Vertigo
07.10.2018, 13:08

Pavlos hat geschrieben:
06.10.2018, 17:43
Jo, schaue immer wieder mal hier rein.

Ihr habt hier was verdammt cooles aufgebaut.

Respekt.
Danke fürs Kompliment! Darfst gerne dich öfters blicken lassen, da würden wir uns freuen
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#158

Beitrag: # 46571Beitrag AusDemWegIchBinArzt
07.10.2018, 14:48

Vertigo hat geschrieben:
07.10.2018, 13:08
Pavlos hat geschrieben:
06.10.2018, 17:43
Jo, schaue immer wieder mal hier rein.

Ihr habt hier was verdammt cooles aufgebaut.

Respekt.
Danke fürs Kompliment! Darfst gerne dich öfters blicken lassen, da würden wir uns freuen
Ich bedanke mich ebenfalls und unterschreibe das Wort für Wort.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#159

Beitrag: # 47625Beitrag AusDemWegIchBinArzt
21.10.2018, 13:30

111.) DRAGONSLAYER

Dragonslayer aus Lancashire formierten sich 1978 zunächst unter dem Namen Heavy Thunder, den sie 1980 in Slayer änderten. Im gleichen Jahr nahm die Band ein aus fünf Songs bestehendes Demo auf, welches klangtechnisch von Colin Richardson betreut wurde, der später zu einem gefragten Metalproduzenten avancierte und vor allem ab den 90er Jahren durch seine Arbeit für Bands wie Machine Head oder Fear Factory einen großen Bekanntheitsgrad erlangte.

1983 nahm man schließlich die EP "I Want Your Life" auf, doch noch bevor der Release das Licht der Welt erblickte, veröffentlichten die US-Thrasher Slayer ihr Debütalbum "Show No Mercy". Dadurch sahen sich die britischen Slayer zu einer raschen Namensänderung genötigt und nannten sich fortan Dragonslayer. Die Hüllen und Labels der "I Want Your Life"-EP, die bereits fertig gedruckt waren, bekamen flugs einen Sticker mit dem geänderten Bandnamen verpaßt, um beim Release erwartbaren Namensstreitigkeiten mit der US-Combo von vorneherein aus dem Wege zu gehen.

Dragonslayer spielten diverse Konzerte, dabei fortwährend Ausschau haltend nach einem lukrativen Plattendeal, doch kein Label wollte anbeißen.
1986 spielte man schließlich ein weiteres Demo ein, aber auch diesmal passierte nicht viel. Man konnte lediglich einen Song ("Rock The Radio") auf dem Ebony-Sampler "The Metal Collection, Vol.II" (1987) platzieren, das war es aber auch schon. Zumal auch Ebony zu dieser Zeit bereits aus dem letzten Loch pfiffen.

Im Prinzip war das Thema damit durch und viel mehr bekam man aus dem Hause Dragonslayer auch nicht mehr zu hören. Musikalisch tendierte das Ganze ein bißchen in Richtung Cloven Hoof oder Grim Reaper.

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Pavlos
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#160

Beitrag: # 48144Beitrag Pavlos
26.10.2018, 22:36

Sensationelle Band. Das Internet wurde bestimmt für das Ausbuddeln solcher verloren geglaubter Schätze erfunden....

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#161

Beitrag: # 48443Beitrag AusDemWegIchBinArzt
31.10.2018, 08:32

112.) BLEAK HOUSE

Einer der am schillerndsten leuchtenden Diamanten innerhalb der NWOBHM sind Bleak House (benannt nach einem Roman von Charles Dickens) aus der Grafschaft Hertfordshire, die bereits 1972 gegründet wurden und damit schon zu Prä-NWOBHM-Zeiten aktiv waren. Das hört man der Musik auf ihren späteren Veröffentlichungen auch deutlich an, denn die Musik liegt eindeutig identifizierbar am Übergang zwischen dramatischem, emotionsgeladenem 70er Hardrock und von ungezügelter Energie geprägtem, aber stets melodiösem Früh-80er Heavy Metal. Die Musikalität der Band ist auch heute noch beeindruckend.

Wobei wir uns immer klar machen sollten, dass wir hier von einer anderen und viel ursprünglicheren Form des Heavy Metal sprechen, die nichts mit dem zu tun hat, was die meisten Leute heute darunter verstehen - hier geht es ausdrücklich nicht um von oben bis unten zutätowierte Affen, die die ganze Zeit zu abgehackten, massiven RIffwänden wie am Spieß herumbrüllen. :biggrinn: :roll:

Der erste Release bestand 1980 aus der fulminanten, über Buzzard Records herausgebrachten EP "Rainbow Warrior", deren Titeltrack zu meinen absoluten NWOBHM-Toptracks zählt.

Interessant ist übrigens, dass aus all den Jahren in denen die Band existierte zwar einige Namensänderungen (man nannte sich u.a. Rasputin, Rock Bottom oder Ripper, bevor man den endgültigen Namen Bleak House wählte) bekannt sind, aber keine nennenswerten Line-Up-Änderungen. Die Gruppe spielte über all die Jahre soweit bekannt immer in der gleichen Besetzung

Die zweite EP hieß 1982 "Lions In Winter", erschien ebenfalls bei Buzzard Records und war etwas stärker in den 80ern angekommen. Das bedeutet, dass die 70er-Elemente infolge einer natürlichen Weiterentwicklung mehr in den Hintergrund traten und die Musik etwas härter bzw. metallischer geworden war, was aber nahezu ohne Qualitätsverlust vonstatten ging. Außerdem war ein solcher Werdegang ja durchaus typisch für eine Vielzahl von NWOBHM-Bands, die in den 70er angefangen hatten. Auch "Lions In Winter" weiß somit also zu gefallen.

Danach hörte man leider, aus welchen Gründen auch immer, nichts mehr von der Band. Ob und wann sie aufgelöst wurde oder ob sie heute wieder bzw. immer noch besteht, ist nicht bekannt. Aber in einer gerechten Welt müßte sich die Band heute eigentlich auf dem Popularitätsniveau von Iron Maiden oder Saxon bewegen.... :? :roll:

Seit den 2000er Jahren gab es noch mehrere Compilations, wovon die beiden letzten ("Bleak House", 2013 und "Chasing The Wind", 2018) beim gewohnt umtriebig und leidenschaftlich agierenden High Roller-Label herauskamen und problemlos erhältlich sein dürften, zudem auch exzellent zusammengestellt sind. Außerdem existiert irgendwo im Nirwana der Musikwelt noch ein Livemitschnitt, der 1980 mitgeschnitten wurde und sinnigerweise "Live 1980" betitelt ist, im Jahr 2000 aber nur über irgendeinen Indie-Laden herauskam und praktisch nicht auffindbar ist.







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#162

Beitrag: # 48451Beitrag Vertigo
31.10.2018, 09:00

Schöne NWOBHM Band. Hattest du, meine ich, irgendwo schon mal vorgestellt, war mir jetzt nicht unbekannt, aber von damals kenn ich sie nicht.
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#163

Beitrag: # 48455Beitrag AusDemWegIchBinArzt
31.10.2018, 09:04

Vertigo hat geschrieben:
31.10.2018, 09:00
Schöne NWOBHM Band. Hattest du, meine ich, irgendwo schon mal vorgestellt, war mir jetzt nicht unbekannt, aber von damals kenn ich sie nicht.
Auf jeden Fall hatte ich sie hier im Forum schon mal erwähnt, aber frag mich jetzt bloß nicht, wo.... boys_0137
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#164

Beitrag: # 48458Beitrag Vertigo
31.10.2018, 09:05

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
31.10.2018, 09:04
Vertigo hat geschrieben:
31.10.2018, 09:00
Schöne NWOBHM Band. Hattest du, meine ich, irgendwo schon mal vorgestellt, war mir jetzt nicht unbekannt, aber von damals kenn ich sie nicht.
Auf jeden Fall hatte ich sie hier im Forum schon mal erwähnt, aber frag mich jetzt bloß nicht, wo.... boys_0137
Macht ja nix. Wie bei Atlantean Kodex auch, es schadet ja nicht, wenn man öfters über ein Thema redet. So kriegt man auch leichter 5389 neue Besucher :biggrinn:
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#165

Beitrag: # 48459Beitrag Vertigo
31.10.2018, 09:11

Grade in nem Interview gefunden. Trummer empfiehlt, wenn man Atlantean Kodex mag, diese Alben.

Trummer: Zu empfehlen wäre folgendes Siebengestirn: "Twilight Of The Gods" von Bathory, "Into Glory Ride" von Manowar, "Mighty & Superior" von Isen Torr, "Death's Crown Is Victory" von Solstice, "Hoagascht" von Lunar Aurora, "Bergtatt" von Ulver sowie "Demons And Wizards" von Uriah Heep.
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#166

Beitrag: # 48461Beitrag AusDemWegIchBinArzt
31.10.2018, 09:14

Vertigo hat geschrieben:
31.10.2018, 09:11
Grade in nem Interview gefunden. Trummer empfiehlt, wenn man Atlantean Kodex mag, diese Alben.

Trummer: Zu empfehlen wäre folgendes Siebengestirn: "Twilight Of The Gods" von Bathory, "Into Glory Ride" von Manowar, "Mighty & Superior" von Isen Torr, "Death's Crown Is Victory" von Solstice, "Hoagascht" von Lunar Aurora, "Bergtatt" von Ulver sowie "Demons And Wizards" von Uriah Heep.
Da hat er den Nagel auf den Kopf getroffen, genau diese Referenzen würde ich auch nennen, wobei ich die Scheiben von Lunar Aurora und Ulver allerdings nicht kenne. Aber der Rest paßt auf jeden Fall.
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#167

Beitrag: # 48463Beitrag Vertigo
31.10.2018, 09:20

Ich hör grade in die Bathory rein. Ne Band die ich unter uninteressantem Grunzmetal im Kopf verbucht hatte. Und bin verblüfft! Geiles Stück Musik und der Kerl singt ja! Ich denke diese Liste, von der ich nur die Heep und die Manowar habe (die ich auch beide gewählt hätte bei so ner Frage) muß ich mir mal genauer ansehen.
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#168

Beitrag: # 48464Beitrag AusDemWegIchBinArzt
31.10.2018, 09:29

Vertigo hat geschrieben:
31.10.2018, 09:20
Ich hör grade in die Bathory rein. Ne Band die ich unter uninteressantem Grunzmetal im Kopf verbucht hatte. Und bin verblüfft! Geiles Stück Musik und der Kerl singt ja! Ich denke diese Liste, von der ich nur die Heep und die Manowar habe (die ich auch beide gewählt hätte bei so ner Frage) muß ich mir mal genauer ansehen.
Bathory haben sehr unterschiedliche Sachen gemacht. Die ersten Alben waren tatsächlich sowas wie Black Metal-Vorläufer, aber später hat sich die Band eben sehr in diese epische Richtung entwickelt, wie auf "Twilight Of The Gods" oder auch "Hammerheart" und "Blood On Ice". Analog dazu wurden ja auch vermehrt Themen aus der nordischen Mythologie und über die Wikinger verarbeitet und kein okkultes Gedöns mehr, wie in den Anfangstagen.
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#169

Beitrag: # 48465Beitrag Vertigo
31.10.2018, 09:37

..du bist übrigens mit ner Lupe dran, gell
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#170

Beitrag: # 48467Beitrag AusDemWegIchBinArzt
31.10.2018, 09:44

Vertigo hat geschrieben:
31.10.2018, 09:37
..du bist übrigens mit ner Lupe dran, gell

Jetzt weiß ich auch wieder, wo ich Bleak House erwähnt hatte...."Rainbow Warrior" war ein Lupensong bei mir. :biggrinn:
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#171

Beitrag: # 48469Beitrag Vertigo
31.10.2018, 09:51

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
31.10.2018, 09:44
Vertigo hat geschrieben:
31.10.2018, 09:37
..du bist übrigens mit ner Lupe dran, gell

Jetzt weiß ich auch wieder, wo ich Bleak House erwähnt hatte...."Rainbow Warrior" war ein Lupensong bei mir. :biggrinn:
na da hammas ja schon!
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#172

Beitrag: # 48766Beitrag AusDemWegIchBinArzt
03.11.2018, 23:16

113.) SAVAGE

Und da hätten wir mit den von mir ebenfalls sehr geschätzten Savage aus Mansfield (richtig, aus Mansfield stammen auch die Kollegen von Witchfynde....) gleich den nächsten Kandidaten für eine Pole Position in Sachen NWOBHM.

Obwohl die 1978 gegründete Band zu den bekannteren Vertretern der NWOBHM gehört, ist auch sie letztendlich nie über die 2.Reihe hinausgekommen, was mehr als bedauerlich ist. Dabei gehörten Savage mal zu den "...größten Heavy Metal-Hoffnungen Englands", wie das Metal Forces in seiner Ausgabe Nr.7 einst ganz unbescheiden (aber durchaus berechtigt) konstatierte.

Nachdem man sich 1979/80 mit zwei Demos warm gespielt hatte, folgte ein erster offiziellerer Beitrag in Form von zwei Songs, die ihren Weg auf die "Scene Of The Crime"-Compilation (1981) fanden, die bei Suspect Records erschien und außer Savage noch Bands wie Panza Division, Sparta oder Tyrant aufbot.

1982 schließlich folgte mit "Ain´ t No Fit Flace" eine erste Single, die bei den Branchenspezialisten von Ebony erschien. Ebony nahm die Band auch gleich für weitere Veröffentlichungen unter Vertrag und so folgte schon 1983 mit dem Rückenwind des Labels der erste Longplayer "Loose´n Lethal", ein wirklich sagenhaftes Teil und nicht ohne Grund mit dem Terminus Kultalbum versehen. Mit diesem Feuerwerk aus messerscharfen Heavy Metal-Granaten, die die richtige Mischung aus Eingängigkeit, Anspruch und Härte trafen, hätte der Band eigentlich aus dem Stand der Durchbruch gelingen müssen. Doch nichts dergleichen passierte.

Savage, die über die Jahre übrigens erstaunlich wenige Line Up-Wechsel zu verzeichnen hatten, wurden von Ebony fallen gelassen und brachten ihre folgende EP "We Got The Edge" (1984) bei Axe Killer Records heraus. Kurze Zeit darauf unterzeichnete man einen Deal mit Zebra Records, wo dann 1985 die zweite Langspielscheibe "Hyperactive" erschien. Ein immer noch über weite Strecken gutes Album, es erreicht allerdings nicht auf ganzer Länge das Niveau des brillianten Ausnahmekrachers "Loose´ n Lethal".

Nachdem auch "Hyperactive" nicht den erhofften Erfolg brachte, lösten sich Savage 1986 fürs Erste auf. Um 1995 herum kam es jedoch zu einem Comeback, welches die Band infolgedessen sogar erstmals bis nach Deutschland führte (u.a. trat man auf prestigeträchtigen Festivals wie dem BANG YOUR HEAD! oder WACKEN auf).

Die drei seit der Reunion entstandenen Alben "Holy Wars" (1995), "Babylon" (1997) und insbesondere das bewußt auf modern getrimmte "Xtreme Machine" (2000) kommen jedoch nicht mehr an die früheren Alben heran, vor allem letzteres ist sogar geradezu ein Griff ins Klo. Der aktuelle Status der Band ist etwas unklar, offenbar existiert sie aber noch und bastelt auch an weiterem Material.







Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#173

Beitrag: # 49073Beitrag AusDemWegIchBinArzt
07.11.2018, 18:07

114.) STAMPEDE

Stampede wurden 1981 vom Brüderpaar Reuben und Laurence Archer gegründet, die in der Rock-und Metalszene zu dieser Zeit als Sänger und Gitarrist bereits keine ganz Unbekannten mehr waren.

Reuben hatte zuvor kurzfristig bei Lionheart gesungen, dem mit gewissen Vorschußlorbeeren gestarteten, letztlich aber im Sande verlaufenen AOR-Projekt von Dennis Stratton.

Vor Lionheart hatte Reuben mit seinem Bruder gemeinsam bei den ebenso großspurig begonnenen Wild Horses gezockt, jener Band um ex-Thin Lizzy-Gitarrero Brian Robertson, welche ebenso schnell wie grandios scheiterte.

Die kurzlebigen Wild Horses waren eine Art Auffangbecken für alle möglichen bekannteren und unbekannteren Musiker gewesen, denn neben Robertson und den beiden Archers waren dort u.a. Jimmy Bain (ex-Rainbow, später Dio), Jimmy McCulloch (ex-Wings), John Lockton (später Victory) oder Kenney Jones (ex-Small Faces / Faces, später The Who) tätig gewesen.

Aus der letzten Wild Horses-Besetzung gesellte sich dann noch Drummer Frank Noon zu den beiden Brüdern und ihrer neuen Band Stampede, der außer für die Wild Horses u.a. auch als Vorgänger von Rick Allen bei Def Leppard in die Felle gedroschen hatte und später noch eine Scheibe für Waysted, die Soloband von Pete Way, eintrommelte.

Klingt verwirrend ? Ist es aber eigentlich gar nicht..... :biggrinn:

Jedenfalls schafften Stampede es relativ schnell, die Aufmerksamkeit des seinerzeit äußerst angesagten Radio-DJs Tommy Vance zu erlangen, der die Gruppe in seiner populären "Friday Rock Show" auftreten ließ. Es folgten einige weitere Auftritte, u.a. auch auf dem einen oder anderen Festival, bevor Frank Noon wieder aus der Band gekickt und durch Eddie Parsons ersetzt wurde.

Schließlich schaffte man es tatsächlich, den Major Polydor für sich einzunehmen und dort einen Plattenvertrag abzuschließen und 1982 mit "Days Of Wine And Roses" eine erste Single abzuliefern. Noch im gleichen Jahr schob Polydor eilig das Livealbum "Official Bootleg" hinterher, welches aus mitgeschnittenen Auftritten beim Reading Festival und dem Mildenhall Rock Festival zusammengestöpselt war.

Erst danach war die Band schließlich soweit, ihren ersten Studio-Longplayer in Angriff zu nehmen: "Hurricane Town" erschien 1983, die Band tourte mit Gary Moore und nahm Mark Stanway von Magnum als Keyboarder in die Band auf. Mit "The Other Side" kam ebenfalls 1983 noch eine weitere Single heraus, doch dann war ehe man sich versah schon wieder Schluß im Hause Stampede und die Band löste sich um 1984 herum auf.

2009 jedoch kam es zu einem unerwarteten Comeback, aus dem 2011 ein neues Studioalbum namens "A Sudden Impulse", bei Rock Candy Records erschienen, resultierte. Diese Scheibe ist mir jedoch bislang noch nicht zu Ohren gekommen, deswegen kann ich dazu nicht viel sagen.

Das Langspiel-Debüt von 1983 allerdings bietet guten, recht melodischen NWOBHM-Sound, der nah am Hardrock gebaut ist und durchaus Einflüsse von Bands wie UFO erkennen läßt.



Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.

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