NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#76

Beitrag: # 1014Beitrag AusDemWegIchBinArzt
28.05.2017, 11:53

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69.) SYAR

Etwas später dran waren Syar, die mit ihrer Gründung 1982 somit eher zur zweiten Generation NWOBHM-Bands gezählt werden müssen. Die aus Harrogate, Yorkshire, stammende Band konnte allerdings schon sehr zeitig nach ihrer Gründung einen Albumdeal unter Dach und Fach bringen und zwar bei der belgischen Company Mausoleum Records, die in Heavy Metal-Kreisen alles andere als unbekannt ist.

Dennoch ließ man sich Zeit und es dauerte gute zwei Jahre, bis man 1984 endlich die erste und einzige LP" Death before dishonour" in die Plattenläden wuchten konnte.

Das Warten hatte sich jedoch gelohnt, denn Syar gelang es auf Anhieb, eine der besten und gehaltvollsten Scheiben der gesamten NWOBHM-Ära einzuspielen, die musikalisch weit überdurchschnitlich geraten ist und mit druckvoll gespieltem, wuchtigem und dennoch eingängigem Heavy Metal in meist mittlerem Tempo zu überzeugen weiß, der auch gelegentliche dezent progressive Schlenker zuläßt, aber alles in allem sehr gut auf den Punkt gebracht ist.

Das Songwriting ist allererste Sahne, besitzt großartige Hooklines und selbst die Produktion, üblicherweise nicht gerade eine Spezialität bei den meist auf Low Budget geeichten Mausoleum-Bands, ist ausgesprochen gut geraten. Lustig ist übrigens auch das (gelungene) Artwork in seinem Schwerter-Krieger-Drachen-Klischeedesign, welches eher an nordische Bands der Marke Heavy Load erinnert.

Leider hielten Syar trotz aller musikalischen Substanz nicht lange durch und lösten sich schon bald nach dem Debüt wieder auf, Singles wurden erst gar nicht herausgebracht. Vermutlich dürstete es viele Fans Mitte der 80er Jahre einfach schon zu sehr nach härteren und extremeren Bands, wie sie insbesondere aus den USA herüberschwappten, als das sie Syar noch eine reelle Chance geben wollten.

Wer "Death before dishonour" aber irgendwo sieht, sollte unbedingt zugeifen. Es lohnt sich ! Das Teil wurde 1994 bei Mausoleum Classix auch nochmal als CD wiederveröffentlicht, die allerdings mittlerweile mindestens genauso rar wie die LP sein dürfte.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#77

Beitrag: # 1016Beitrag AusDemWegIchBinArzt
28.05.2017, 12:10

70.) TURBO

Turbo stammten aus der Gegend um Bradford und wurden 1980 als Quintett gegründet. Noch im gleichen Jahr durften sie den Song "Running" auf dem legendären "New Electric Warriors"-Sampler (der mit dem sensationellen Cover: Grüne Kawasaki auf Kuhweide und drei headbangende und Luftgitarre spielende Typen im Hintergrund !!!) beisteuern, der bei Logo Records erschien.

Anschließend ging man auf eine kleine Tournee durchs vereinigte Königreich und konnte schließlich einen Plattendeal mit dem unbedeutenden Cargo-Label landen.

Cargo brachten dann 1981 schließlich auch die einzige 3-Track-EP der Band heraus, die den Titel "Stallion" trägt und hemdsärmelig-rauen, ohne viel Schnickschnack in Szene gesetzten NWOBHM-Sound mit dem typischen Charme bietet. Nichts hyper-originelles, aber durchaus sympathisch und somit hörenswert.

Das Teil lief sogar recht erfolgreich, aber leider konnte die Band nichts darauf aufbauen und schon bald verlor sich die Spur von Turbo.



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Pavlos
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#78

Beitrag: # 1050Beitrag Pavlos
28.05.2017, 21:34

Ich habe in den letzten Jahren immer tiefer im 80er Metal Underground gebuddelt und bin auch auf ein paar NWOBHM Leckerlis gestoßen, die ich vorher noch gar nicht kannte. Falls Interesse besteht, könnte ich die ein oder andere Band hier auch mal vorstellen....

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#79

Beitrag: # 1052Beitrag AusDemWegIchBinArzt
28.05.2017, 21:49

Pavlos hat geschrieben:
28.05.2017, 21:34
Ich habe in den letzten Jahren immer tiefer im 80er Metal Underground gebuddelt und bin auch auf ein paar NWOBHM Leckerlis gestoßen, die ich vorher noch gar nicht kannte. Falls Interesse besteht, könnte ich die ein oder andere Band hier auch mal vorstellen....

Da fragst Du noch ? Ich bitte sogar darum ! Nur zu ! :-)
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#80

Beitrag: # 1464Beitrag AusDemWegIchBinArzt
03.06.2017, 11:59

71.) ELIXIR

Eindeutig zur zweiten Generation von NWOBHM-Bands gehören Elixir, die erst Ende 1983 gegründet wurden und zunächst mit Sally Pike über das Novum einer Frontfrau verfügten, was im Heavy Metal-Bereich vor allem seinerzeit doch eher eine relative Ausnahme darstellte. 1984 wurde zunächst ein Demo aufgenommen, welchem man 1985 die in Eigeninitiative veröffentlichte "Treachery"-7" folgen ließ. Zu diesem Zeitpunkt war Sally Pike aber bereits durch Paul Taylor ersetzt worden.

In der Band spielten zu dieser Zeit Musiker, die in NWOBHM-Kreisen bereits einen guten Ruf genossen: Gitarrist Norman Gordon kam von Sweet Savage und sein Klampfenkollege Phil Denton von der zwischenzeitlichen Praying Mantis-Nachfolgetruppe Stratus. Obwohl die Band mit ihrem rauen und traditionellen, aber durchaus schon bereits eher in die Power Metal-Richtung tendierenden Material keinen Plattenvertrag abschließen konnte, spielte man 1986 den Debüt-Langspieler mit dem Titel "The Son Of Odin" ein, der somit ebenfalls in Eigenregie erschien.

Aufgrunddessen war die Auflage natürlich relativ niedrig und die Verbreitung blieb folglich mehr als überschaubar, was jammerschade ist, da Elixir wirklich gute, hochwertige Musik boten und zu den interessantesten Bands der zweiten NWOBHM-Welle zählten. Unverdrossen nahm die Truppe 1988 jedoch ihr Zweitwerk auf, dessen ursprünglicher Titel "Sovereign Remedy" lautete. Mittlerweile saß am Schlagzeug ein weiteres bekanntes Gesicht, nämlich ex-Iron Maiden-Drummer Clive Burr, den Phil Denton noch aus seiner Zeit bei Stratus kannte.

Elixir konnten dann doch noch überraschend einen Plattenvertrag ergattern und zwar bei dem Indielabel Sonic Records, wo das Zweitwerk dann in veränderter Form und unter dem Titel "Lethal Potion" 1990 veröffentlicht wurde. Musikalisch ebenso stark wie das Debüt, brachte es jedoch keinen weiteren Erfolg, denn 1990 wirkte die Musik noch "unzeitgemäßer" (solche Attribute sind einfach nur lächerlich, aber egal) als 4, 5 Jahre zuvor und mittlerweile stand Grunzmetal hoch im Kurs. Also keine Chance. Etwa zu jener Zeit stieg Phil Denton aus und das wars dann auch erstmal.

2004 wurde "Lethal Potion" unter seinem ursprünglichen Titel "Sovereign Remedy" re-released (via TPL Records) und zwar mit der originalen Songreihenfolge, dem originalen Mix und einem neuen Artwork. Auch "The son of Odin" kam später zu Reissue-Ehren, was sehr vorteilhaft ist, da der originale Privatpressungs-Release wohl kaum aufzutreiben sein dürfte.

Zuvor, 2001, hatte es bereits eine Reunion mit einigen der Originalmitglieder gegeben und seit 2003 sind insgesamt drei weitere Studiowerke entstanden, die allesamt ordentlich geraten sind, jedoch nicht mehr die Magie der ersten beiden Alben erreichen.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#81

Beitrag: # 1470Beitrag AusDemWegIchBinArzt
03.06.2017, 12:53

72.) JESS COX

Der Mann mit der markanten, rauen und unmelodiösen Stimme stand einst den großartigen Tygers Of Pan Tang vor, mit denen er u.a. dass unfassbare geile "Wild Cat"-Debüt aufnahm, einen zeitlosen Klassiker des britischen Heavy Metals an der Schwelle von den 70ern in die 80er Jahre.

Anschließend gründete Cox mit dem gerade bei Iron Maiden in Ungnade gefallenen Gitarristen Dennis Stratton (später u.a. Praying Mantis) die quasi als NWOBHM-Supergroup gehandelten Lionheart, welche zunächst mit ihrem einzigen (!) gelungenen Song ("Lionheart") auf dem legendären "Heavy Metal Heroes, vol.2"-Sampler auf sich aufmerksam machen konnten, die Vorschußlorbeeren jedoch nicht verdient hatten, weil sie die ganze Chose mit ihrer seichten, AOR-lastigen Debüt-LP "Hot Tonight" zwei Jahre später gnadenlos an die Wand fuhren.

Zu diesem Zeitpunkt war Jess Cox aber schon längst nicht mehr mit dabei, denn der hatte bereits das Handtuch geworfen, noch bevor der Song "Lionheart" auf dem Sampler landete und stattdessen mit der Unterstützung von Neat Records-Boss Dave Wood, der ihn noch von den Tygers Of Pan Tang her kannte, eine Solokarriere angestrebt.

Wood gab ihm zunächst die Chance, den Song "Devil´s Triangle aufzunehmen, welcher dann - surprise, surprise - ausgerechnet als Samplerbeitrag ebenfalls auf "Heavy Metal Heroes, vol.2" landete, wo Cox gleichzeitig mit (den mittlerweile ex-Kollegen) Lionheart vertreten war. Kurios.

"Devil´s Triangle" gefiel Wood so gut, dass er Cox schließlich einen Plattenvertrag gab und die 7"-Single "Bridges" (1982) veröffentlichte. Im Jahr 1983 folgte dann das richtige Debüt in Form der LP "Third Step". Über den Titel kann nur spekuliert werden, möglicherweise war mit dem "dritten Schritt" die Solokarriere gemeint: Erst die Tygers, dann Lionheart und jetzt eben Solo.

Aus dem Album wurde der noch recht passable Melodicrocker "One in a million" mit seinem leichten Praying Mantis-Touch als Single ausgekoppelt, der Rest der Scheibe fällt leider jedoch stärker ab und zeigt Cox auf einem ähnlichen Irrweg wie seine ex-Kollegen Lionheart etwas später auf "Hot Tonight": Relativ beliebiger und kommerzieller Mainstream-Rock / Hardrock ohne allzuviel Substanz. Ganz nett, aber nicht zwingend.

Die B-Seite von "One in a million" ist hingegen interessanterweise deutlich besser geraten: "Bad Time Girl", so heißt der Song, zeigt Cox schon fast wieder in alter musikalischer Form !

Weiter passierte jedoch nicht viel und so verliefen die solistischen Ambitionen des ex-Tygers-Mannes schon alsbald wieder im Sande.





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#82

Beitrag: # 1505Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.06.2017, 09:04

73.) SACRED ALIEN

Sehr spannenden und interessanten Heavy Metal boten auch Sacred Alien aus Manchester. Stilistisch erinnert das ganze Unterfangen ein wenig an die Kollegen von Cloven Hoof, ist aber dennoch mit genügend eigenständigem Charakter umgesetzt. Konzeptionell vertrat die Band eine spirituelle, spacige Richtung, in der es um Außerirdische, magische Steinzirkel und ähnliches ging, was auf der Bühne auch visuell durch entsprechende Konstümierungen und aufwendige Pyro-/Lichttechnik unterstrichen wurde.

Trotz des abgedrehten inhaltlichen Konzepts und der guten Musik konnten Sacred Alien keinen vernünftigen Plattenvertrag bei einem anständigen Label ergattern und so blieb es letztlich bei zwei 7"-Singles. Zum einen ist das "Spiritual Planet", 1981 auf dem Minilabel Greenwood Music veröffentlicht. Und zum anderen folgte 1983 noch "Legends", diese allerdings nurmehr als Split-Single gemeinsam mit der Band Virgin veröffentlicht und das auf dem noch obskureren Label Heighway Robbery Wreckords (alleine der Name hätte schon einen Orden verdient). Insofern ist insbesondere letztere auch superselten und quasi überhaupt nicht aufzutreiben.



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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#83

Beitrag: # 1508Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.06.2017, 09:15

74.) STEEL

Über Steel ist fast überhaupt nichts bekannt, außer das es sich um ein Quintett handelte. Über die Band sind selbst im Internetzeitalter so gut wie keine Informationen zu bekommen. Fakt ist immerhin, dass die Band seinerzeit vom NWOBHM-Vorzeigelabel Neat unter Vertrag genommen wurde und die Chance bekam, eine 7"-Single zu veröffentlichen. Diese, "Rock out" betitelt, wurde 1981 veröffentlicht und verkaufte sich wohl nicht besonders gut - so ist es kein Wunder, dass die Band wieder schnell auf dem Abstellgleis landete und die Option auf eine LP-Veröffentlichung in weite Ferne rückte. Nach der Single, die absolut gutklassigen und typischen, wenn auch nicht hyperoriginellen NWOBHM-Stoff präsentierte, hörte man nie wieder was von Steel.

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#84

Beitrag: # 1509Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.06.2017, 09:28

75.) DESOLATION ANGELS

Die Desolation Angels gehörten musikalisch zu den Vorzeigebands der zweiten NWOBHM-Welle, haben jedoch trotz aller Qualitäten nie den Durchbruch geschafft. Vermutlich waren sie mit ihrem "altmodischen" Stil auch einfach schon eine Spur zu spät dran, da Speed-und Thrash Metal bereits in den Startlöchern standen.

Die aus Woodfort / Essex stammende Band wurde allerdings schon 1981 gegründet, hätte also durchaus schon in der Spätphase der ersten NWOBHM-Generation für Furore sorgen können. Mit ihren Liveauftritten tat sie das wohl auch, leider nur ließ man dem zunächst keine Tonträgerveröffentlichung folgen und so dauerte es sage und schreibe bis 1984, ehe man mit der erstklassigen, selbstproduzierten "Valhalla"-Single etwas diesbezügliches vorlegen konnte. Zu spät !

Man spielte eifrig Konzerte, u.a. mit Diamond Head oder Mama´s Boys und offenbar zeigte sich das Label Bullet Records zunächst interessiert, ließ die ganze Chose jedoch aus unbekannten Gründen kurz vor Kontraktunterzeichnung platzen. So mußte man die selbstbetitelte Debüt-LP 1985 abermals als Eigenproduktion in Angriff nehmen und vertreiben, was der Band natürlich in Punkto Karrierefortschritt nicht viel nützte. Dabei ist es mit Sicherheit eine der besten LPs, die während der zweiten NWOBHM-Phase erschienen ist. Wie auch immer, man kam nicht vorwärts und nachdem man 1987 noch ein Demo mit dem Titel "Fury" produziert hatte, gingen alsbald die Lichter bei den Desolation Angels endgültig aus. Schade, sehr sehr schade.





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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#85

Beitrag: # 4866Beitrag AusDemWegIchBinArzt
26.07.2017, 14:03

76.) CHINATOWN

Als ich gerade ihr Album auf den Plattenteller packte, fiel mir ein, dass ich Chinatown noch gar nicht in diesem Thread vorgestellt habe. Dieses Versäumnis wird somit umgehend korrigiert. ;)

Die Band stammte aus Hampshire und fand sich bereits als Schülercombo zusammen, zunächst noch unter anderem Namen. Anfangs war der Sound noch stark Glam-beeinflußt, womit man Kollegen vom Schlage Girl, Rox oder Silverwing nicht ganz unähnlich war.

Allerdings wurde man schnell härter und entwickelte einen fast schon brachialen, aber trotzdem melodischen Heavy Metal-Sound mit saftigen Riffs, der lebendig und durchaus eigenwillig rüberkam. Gesanglich gibt es ein paar Defizite zu vermerken, aber das erhöht den Charmefaktor eher, als wirklich störend zu sein.

1981 erschien mit "Short and Sweet" / "How many times" zunächst eine Veröffentlichung im für die NWOBHM üblichen 7"-Format, bevor man noch im gleichen Jahr mit "Play it to the death" den ersten und einzigen Longplayer folgen ließ, der eigentlich ein Quasi-Livealbum ist, da die Songs aus Kostengründen (Studiozeit und vernünftige Tontechniker sind teuer) unter Livebedingungen aufgenommen wurde.

Zu NWOBHM-Zeiten eine durchaus beliebte Methode um Geld zu sparen, siehe bspw. "The witch of Berkeley" von A II Z und zahlreiche andere, wo ähnlich vorgegangen wurde.

Weiteres kam leider nicht mehr, abgesehen von einem Beitrag zum 1984 veröffentlichten "Reading Rock ´82"-Sampler, der beim obskuren Label Mean Records erschien und keinesweg nur NWOBHM-Bands featured, sondern einen breiten Querschnitt, der von Whitesnake über Marillion bis hin zu Budgie und Randy California reicht - eben alles, was in Reading so auf der Bühne stand. Um 1984 herum senkte sich dann auch endgültig der Vorhang für Chinatown.




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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#86

Beitrag: # 12192Beitrag AusDemWegIchBinArzt
24.10.2017, 20:00

78.) GLASGOW

Eigentlich viel zu spät dran waren Glasgow aus, ähem, Glasgow. Die Band schwappte überhaupt erst mit der zweiten NWOBHM-Welle über den Deich und schaffte es selbst in diesem ohnehin schon bescheideneren Rahmen kaum, einen größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen, der über Insiderkreise hinausging. Deswegen ist über die Band auch nicht allzuviel bekannt.

Die schottische Band war auch erst 1982 gegründet wurden, als die entscheidenden Werke der NWOBHM alle schon veröffentlicht worden waren und sich die erste wie auch wichtigste Welle bereits mehr oder weniger auf dem Rückzug befand.

Die Bandmitglieder hatten vorher schon in selbst für NWOBHM-Verhältnisse völlig unbekannten lokalen Gruppen gespielt, bevor sie sich unter dem Namen Glasgow zusammentaten. Immerhin schafften es Glasgow, in der Region einige Supportslots für bekanntere Acts wie Uriah Heep, Nazareth oder Pallas zu ergattern.

Nach einem selbstbetitelten Demo (1983) konnte man schließlich immerhin einen Deal mit dem NWOBHM-Vorzeige-Indie Neat Records einfädeln und infolgedessen dort 1984 die erste 7"-Single mit dem Titel "Stranded" veröffentlichen, der man noch im gleichen Jahr die 12"-Maxi "Miles Better" folgen ließ, welche aber seltsamerweise dann nicht mehr bei Neat, sondern bei einem unbedeutenden Saftladen namens Clyde Records erschien.

Danach passierte jedoch nicht viel. Die Verkäufe waren nicht der Brüller und die Band somit auch nicht in aller Munde, das Besetzungskarussell drehte sich und man trat ungesund lange auf der Stelle, ohne etwas bewegen zu können.

Erst knapp 3 Jahre später hatte man sich schließlich soweit wieder gefangen, dass man einen Vertrag mit dem ebenfalls recht obskuren Label Sonet unterzeichnen konnte. Aber da waren alle Züge natürlich längst abgefahren. Man schaffte es aber, tatsächlich noch eine richtige LP aufzunehmen und auch zu veröffentlichen.

"Zero For One" erschien dann auch noch 1987 und konnte sogar keinen geringeren Gastmusiker als Don Airey vorweisen, aber das nützte natürlich auch nichts mehr.

Mit "Secret in the dark" (1987), "Will you be mine" (1987) und "Under the lights" (1988) kamen anschließend noch drei weitere 7"-Singles via Sonet heraus, aber all diese Bemühungen liefen ins Leere und schließlich lösten Glasgow sich 1988 still und leise auf, ohne größere Spuren hinterlassen zu haben.

Vielleicht lag es aber auch an der etwas belanglosen Musik, denn der anfänglich noch NWOBHM-typisch raue Heavy Metal der Gruppe zeigt sich auch aus heutiger Sicht doch als relativ bieder und vorhersehbar, vor allem fehlen die zwingenden Melodien ein wenig. Ganz nett soweit zwar und eine interessante Randnotiz der NWOBHM, mehr aber eben auch nicht.

Auf der LP "Zero For One" wurde dann zu allem Überfluß auch noch eine Kehrtwende zu Synthesizer-dominiertem (Don Airey !) Kommerzrock/Metal ausprobiert, aber auch hier blieb das Niveau zu großen Teilen unter dem Durchschnitt vergleichbarer Bands und geriet im Ergebnis trotz der Bemühungen um Eingängigkeit insgesamt wenig packend.

Für NWOBHM-Afficionados alleine aus Sammlergründen dennoch interessant.




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#87

Beitrag: # 12211Beitrag Vertigo
25.10.2017, 07:27

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
24.10.2017, 20:00

Eigentlich viel zu spät dran waren Glasgow aus, ähem, Glasgow.
Glasgow aus Edinburgh oder Birmingham oder Huddersfield, das wär ein Witz gewesen. Die kenn ich noch vom Sehen, hatte mein Bruder. Wußte aber gar nicht, dass die noch zur NWOBHM gezählt werden, dachte immer das wär schon Hair-Metal gewesen.
Ich lese gerade:

RICHARD DAVID PRECHT - Die Kunst kein Egoist zu sein

ÉMILE ZOLA - Das Paradies der Damen

OSCAR DE MURIEL - Die Schatten von Edinburgh

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#88

Beitrag: # 12212Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.10.2017, 07:34

Vertigo hat geschrieben:
25.10.2017, 07:27
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
24.10.2017, 20:00

Eigentlich viel zu spät dran waren Glasgow aus, ähem, Glasgow.
Glasgow aus Edinburgh oder Birmingham oder Huddersfield, das wär ein Witz gewesen. Die kenn ich noch vom Sehen, hatte mein Bruder. Wußte aber gar nicht, dass die noch zur NWOBHM gezählt werden, dachte immer das wär schon Hair-Metal gewesen.
Ja, die werden zur NWOBHM gezählt. Musikalisch haut das auf der ersten Single und der EP auch noch hin, während die 87er LP dagegen wirklich auf (schlechten) Hair Metal getrimmt wurde. Den Unterschied hörst Du auch gut, wenn Du die beiden obigen Beispielstücke vergleichst.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#89

Beitrag: # 12227Beitrag Vertigo
25.10.2017, 08:05

Grade mal reingehört, "Stranded" ist tatsächlich astreiner NWOBHM Sound, kannte ich nicht von ihnen. Das andere Stück kenne ich, dann hab ich die bei meinem Bruder doch mal gehört und darum in den Hair-Bereich einsortiert.
Ich lese gerade:

RICHARD DAVID PRECHT - Die Kunst kein Egoist zu sein

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#90

Beitrag: # 12271Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.10.2017, 11:53

Vertigo hat geschrieben:
25.10.2017, 08:05
Grade mal reingehört, "Stranded" ist tatsächlich astreiner NWOBHM Sound, kannte ich nicht von ihnen. Das andere Stück kenne ich, dann hab ich die bei meinem Bruder doch mal gehört und darum in den Hair-Bereich einsortiert.
Immerhin kennt Dein Bruder die Band, ist ja auch nicht selbstverständlich, Glasgow sind schließlich immer ein Insider-Ding geblieben. Hat er seine Liebe zu härteren Klängen bis heute beibehalten ?
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#91

Beitrag: # 12274Beitrag Vertigo
25.10.2017, 12:03

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.10.2017, 11:53
Konnte er seine Liebe zu härteren Klängen bis heute beibehalten ?
Er hört nix anderes und da auch nur so Power Symphonic Metal wo für mich alles gleich klingt mit der Zeit. Ich hab von Rhapsody (oder Rhapsody Of Fire wie sie ja heute heißen) auch zwei, drei Alben, durch ihn kennengelernt. Und er hat quasi nur Bands die für mich so klingen. Mal mehr mal weniger Bombast, immer dasselbe Double Bass Tempo, immer diese an sich hymnisch schönen Melodien, aber wenn du halt nur sowas hörst, dann gehts dir sowas von auf den Geist.

Bein einer Autofahrt mit ihm und seiner damaligen Freundin (vor zwei Jahren war das) hatte er nen Stick mit Heavy Metal dabei. Ich neugierig, dachte ich könnte vielleicht mal was Neues kennenlernen. Er hatte einen Iron Maiden Song drauf "The Nomad", weiß der Geier warum er dieses Prachtstück dann doch mag, denn Maiden mag er überhaupt nicht, sind zu langsam, einen Dream Theater Song (Dream Theater sind zu kompliziert), eine der Balladen der Band, die ich dann schwer auseinanderhalten kann manchmal und sonst nur Sch..... für mich. Unglaublich. Progressive Metal ist für ihn sowas wie ein Schimpfwort. Wenns ihn herausfordert nervts ihn schon. Das "alte Zeug" von der NWOBHM findet er heute nur noch furchtbar, 70er Jahre Sachen total furchtbaren Hippie-Scheiß (dabei hat er einmal viel gekifft, ich nicht). Ein paar alte AC/DC oder Motörhead Sachen lässt er noch gelten, aber das hat alles eigentlich einen "Scheiß-Sound", weil er halt nur noch das auf Hochglanz produzierte heutige Zeug gewöhnt ist.

Wie sagte meine Frau? Dass ihr zwei Brüder seid, kann man eigentlich nicht glauben. Denn auch von der Art her sind wir Feuer und Wasser. Ich liebe das Lesen und das Denken, er hält beides für Zeitverschwendung.

Irgendwie ist er nie über 16 Jahre hinausgekommen hab ich oft so das Gefühl, er reagiert auf sehr vieles wie ein erwachsener Pubertierer.
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#92

Beitrag: # 12275Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.10.2017, 12:06

Vertigo hat geschrieben:
25.10.2017, 12:03
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.10.2017, 11:53
Konnte er seine Liebe zu härteren Klängen bis heute beibehalten ?
Er hört nix anderes und da auch nur so Power Symphonic Metal wo für mich alles gleich klingt mit der Zeit. Ich hab von Rhapsody (oder Rhapsody Of Fire wie sie ja heute heißen) auch zwei, drei Alben, durch ihn kennengelernt. Und er hat quasi nur Bands die für mich so klingen. Mal mehr mal weniger Bombast, immer dasselbe Double Bass Tempo, immer diese an sich hymnisch schönen Melodien, aber wenn du halt nur sowas hörst, dann gehts dir sowas von auf den Geist.

Bein einer Autofahrt mit ihm und seiner damaligen Freundin (vor zwei Jahren war das) hatte er nen Stick mit Heavy Metal dabei. Ich neugierig, dachte ich könnte vielleicht mal was Neues kennenlernen. Er hatte einen Iron Maiden Song drauf "The Nomad", weiß der Geier warum er dieses Prachtstück dann doch mag, denn Maiden mag er überhaupt nicht, sind zu langsam, einen Dream Theater Song (Dream Theater sind zu kompliziert), eine der Balladen der Band, die ich dann schwer auseinanderhalten kann manchmal und sonst nur Sch..... für mich. Unglaublich. Progressive Metal ist für ihn sowas wie ein Schimpfwort. Wenns ihn herausfordert nervts ihn schon. Das "alte Zeug" von der NWOBHM findet er heute nur noch furchtbar, 70er Jahre Sachen total furchtbaren Hippie-Scheiß (dabei hat er einmal viel gekifft, ich nicht). Ein paar alte AC/DC oder Motörhead Sachen lässt er noch gelten, aber das hat alles eigentlich einen "Scheiß-Sound", weil er halt nur noch das auf Hochglanz produzierte heutige Zeug gewöhnt ist.

Wie sagte meine Frau? Dass ihr zwei Brüder seid, kann man eigentlich nicht glauben. Denn auch von der Art her sind wir Feuer und Wasser. Ich liebe das Lesen und das Denken, er hält beides für Zeitverschwendung.

Irgendwie ist er nie über 16 Jahre hinausgekommen hab ich oft so das Gefühl, er reagiert auf sehr vieles wie ein erwachsener Pubertierer.
Wer ist der ältere von Euch beiden ?
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.

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#93

Beitrag: # 12279Beitrag Vertigo
25.10.2017, 12:15

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.10.2017, 12:06
Vertigo hat geschrieben:
25.10.2017, 12:03
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.10.2017, 11:53
Konnte er seine Liebe zu härteren Klängen bis heute beibehalten ?
Er hört nix anderes und da auch nur so Power Symphonic Metal wo für mich alles gleich klingt mit der Zeit. Ich hab von Rhapsody (oder Rhapsody Of Fire wie sie ja heute heißen) auch zwei, drei Alben, durch ihn kennengelernt. Und er hat quasi nur Bands die für mich so klingen. Mal mehr mal weniger Bombast, immer dasselbe Double Bass Tempo, immer diese an sich hymnisch schönen Melodien, aber wenn du halt nur sowas hörst, dann gehts dir sowas von auf den Geist.

Bein einer Autofahrt mit ihm und seiner damaligen Freundin (vor zwei Jahren war das) hatte er nen Stick mit Heavy Metal dabei. Ich neugierig, dachte ich könnte vielleicht mal was Neues kennenlernen. Er hatte einen Iron Maiden Song drauf "The Nomad", weiß der Geier warum er dieses Prachtstück dann doch mag, denn Maiden mag er überhaupt nicht, sind zu langsam, einen Dream Theater Song (Dream Theater sind zu kompliziert), eine der Balladen der Band, die ich dann schwer auseinanderhalten kann manchmal und sonst nur Sch..... für mich. Unglaublich. Progressive Metal ist für ihn sowas wie ein Schimpfwort. Wenns ihn herausfordert nervts ihn schon. Das "alte Zeug" von der NWOBHM findet er heute nur noch furchtbar, 70er Jahre Sachen total furchtbaren Hippie-Scheiß (dabei hat er einmal viel gekifft, ich nicht). Ein paar alte AC/DC oder Motörhead Sachen lässt er noch gelten, aber das hat alles eigentlich einen "Scheiß-Sound", weil er halt nur noch das auf Hochglanz produzierte heutige Zeug gewöhnt ist.

Wie sagte meine Frau? Dass ihr zwei Brüder seid, kann man eigentlich nicht glauben. Denn auch von der Art her sind wir Feuer und Wasser. Ich liebe das Lesen und das Denken, er hält beides für Zeitverschwendung.

Irgendwie ist er nie über 16 Jahre hinausgekommen hab ich oft so das Gefühl, er reagiert auf sehr vieles wie ein erwachsener Pubertierer.
Wer ist der ältere von Euch beiden ?
ich, aber nur um 1 Jahr
Ich lese gerade:

RICHARD DAVID PRECHT - Die Kunst kein Egoist zu sein

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#94

Beitrag: # 12291Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.10.2017, 12:42

Vielleicht ist es ein seit jeher vorhandenes, unbewußtes Bedürfnis Deines Bruders, sich gegen Dich als Älterem abzugrenzen / zu emanzipieren in irgendeiner Form. Sowas kommt unter Geschwistern öfter vor. Ich weiß auch nicht, wie Euer heutiges Verhältnis sonst so untereinander ist oder früher war (also rivalisierend o.ä.) geht mich ja auch nix an.

Übrigens mal ganz nebenbei, hast Du Dich eigentlich nochmal mit Pagan Altar auseinandergesetzt ? Wir sprachen doch neulich mal drüber...
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#95

Beitrag: # 12294Beitrag Vertigo
25.10.2017, 12:51

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.10.2017, 12:42
Vielleicht ist es ein seit jeher vorhandenes, unbewußtes Bedürfnis Deines Bruders, sich gegen Dich als Älterem abzugrenzen / zu emanzipieren in irgendeiner Form. Sowas kommt unter Geschwistern öfter vor. Ich weiß auch nicht, wie Euer heutiges Verhältnis sonst so untereinander ist oder früher war (also rivalisierend o.ä.) geht mich ja auch nix an.

Übrigens mal ganz nebenbei, hast Du Dich eigentlich nochmal mit Pagan Altar auseinandergesetzt ? Wir sprachen doch neulich mal drüber...
ah nein, Pagan Altar hatte ich wieder vergessen.... :oops:

Unser Verhältnis ist grade im Moment seit Juli wieder nicht existent. So geht das immer. Mal ist eine zeitlang Funkstille und diese zeitlang kann sich auch über Jahre erstrecken. Dann nähern wir uns wieder einander an, was aber immer von mir ausgeht. Es kracht aber früher oder später immer wieder, weil mir seine Art wahnsinnig auf den Zeiger geht und umgekehrt wohl meine ihm.

Das Abgrenzen war sicherlich ein Grund und ein notwendiger in der Entwicklung, nur heute isser 52 und verhält sich so, als ob da meine Eltern im Sessel sitzen und dort der böse, weil intellektuelle große Bruder, ihn bedroht. Er hat halt nie irgendwas reflektiert. Unsere Eltern sind seit 23 und 18 Jahren tot.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#96

Beitrag: # 12330Beitrag AusDemWegIchBinArzt
25.10.2017, 15:39

79.) ROGUE MALE

Spätstarter waren auch die Jungs von Rogue Male, die sich erst 1983 zusammenfanden und somit eindeutig zur zweiten und bedeutend kleineren NWOBHM-Welle zählten. Als logische Konsequenz konnten Rogue Male trotz ihres ansprechenden, aggressiv-kraftvollen Sounds keine wirklichen Lorbeeren mehr einheimsen, da inzwischen ganz andere Bands die englische Szene überholt hatten und die kamen zumeist aus Übersee (Metallica, Anthrax, Slayer etc.).

Obwohl die Band sogar vom damals sehr populären "Kerrang!"-Magazin gefeatured wurde - zumindest in ihrem Heimatland - stellte sich kein Erfolg auf breiterer Ebene ein. Nichtsdestotrotz konnte man aber einen Vertrag mit Music For Nations unter Dach und Fach bringen, der zunächst zu der 12"-Single "All over you" (1985) führte, der man kurze Zeit später mit "First Visit" die erste, verheißungsvoll betitelte LP folgen ließ.

1986 folgten schnell die zweite LP "Animal Man" sowie eine weitere 12"-Single namens "Belfast", welche jedoch ebenso sang- und klanglos untergingen. Im Jahr 1987 trennte sich die Band und das Kapitel Rogue Male wurde zu den Akten gelegt, was absolut schade ist, denn die beiden Alben können mit ihrem rauen britischen Heavy Metal durchweg überzeugen. Aber die Band war mutmaßlich einfach zu spät dran, um noch richtig durchstarten zu können.



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#97

Beitrag: # 12475Beitrag AusDemWegIchBinArzt
26.10.2017, 18:00

80.) BABY TUCKOO

Die Band mit dem seltsam albernen Namen hat eigentlich kaum jemand auf dem Schirm und selbst bei vielen versierten NWOBHM-Kennern läuft die Truppe oft völlig unterm Radar, dabei hat sie sogar zwei Longplayer veröffentlicht, die zudem alles andere als schlecht sind (vor allem der erste ist eine Wucht !).

Die aus Bradford in West Yorkshire stammende Formation wurde auch erst 1982 gegründet, war also kein Bestandteil der ersten NWOBHM-Welle und nahm somit erst mit der kleineren, zweiten Welle ein wenig Fahrt auf.

Allzuviel ist über die Jungs aber nie bekannt geworden und somit wird der Kapelle auf immer und ewig das Schicksal einer Fußnote der NWOBHM anhaften bleiben, aber sollte man irgendwo - was so gut wie ausgeschlossen ist - über die erste LP "First Born" stolpern, kann man guten Gewissens zugreifen.

"First Born" erschien 1984 bei Ultranoise und enthält kraftvollen und gut gespielten, leicht hymnischen Heavy Metal, der mit schönen, eingängigen und dabei völlig kitschfreien Melodien punkten kann, die durch Keyboardflächen wirkungsvoll und gekonnt untermalt werden, ohne den harten Sound dabei zu verwässern. Eine echte Perle, die vom Stil her manchmal ein wenig an die Mitt-80er-Phase von Saxon zwischen "Power And The Glory" und "Rock The Nations" erinnert. :D

Der Nachfolger "Force Majeure" kam 1986 bei Music For Nations heraus, ist aber eine ganze Spur kommerzieller und auch einfallsloser geraten, klingt vor allem von den Keyboards her deutlich penetranter und käsiger. Dennoch immer noch ein solides Album, aber "First Born" ist eindeutig besser.

Insgesamt betrachtet sind Baby Tuckoo aber auf jeden Fall klar eine Empfehlung wert - es ist schon schwer nachvollziehbar, warum aus dieser Band nie mehr wurde, da sie faktisch alle richtigen Zutaten mitbrachte. Ein falscher Zeitpunkt ist auch hier wahrscheinlich, weil die NWOBHM Mitte der 80er allmählich in den letzten Zügen lag und viele Bands nicht mehr so wahrgenommen wurden, wie einige Jahre zuvor noch die großen Helden der ersten Welle (Maiden, Tygers, Saxon etc.).

Lediglich (der im Übrigen gute) Sänger Rob Armitage erreichte später noch einen zweifelhaften Bekanntheitsgrad, weil er 1987 bei Accept den ausgestiegene Udo Dirkschneider ablösen sollte, dort aber nur wenige Monate durchhielt und somit auch auf keinem Accept-Album zu hören ist. Die Deutschen entschieden sich bereits nach kurzer Zeit, ihn wiederum durch den Amerikaner David Reece zu ersetzen.




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#98

Beitrag: # 12496Beitrag AusDemWegIchBinArzt
26.10.2017, 20:48

Vertigo hat geschrieben:
25.10.2017, 12:51
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
25.10.2017, 12:42
Vielleicht ist es ein seit jeher vorhandenes, unbewußtes Bedürfnis Deines Bruders, sich gegen Dich als Älterem abzugrenzen / zu emanzipieren in irgendeiner Form. Sowas kommt unter Geschwistern öfter vor. Ich weiß auch nicht, wie Euer heutiges Verhältnis sonst so untereinander ist oder früher war (also rivalisierend o.ä.) geht mich ja auch nix an.

Übrigens mal ganz nebenbei, hast Du Dich eigentlich nochmal mit Pagan Altar auseinandergesetzt ? Wir sprachen doch neulich mal drüber...
ah nein, Pagan Altar hatte ich wieder vergessen.... :oops:

Unser Verhältnis ist grade im Moment seit Juli wieder nicht existent. So geht das immer. Mal ist eine zeitlang Funkstille und diese zeitlang kann sich auch über Jahre erstrecken. Dann nähern wir uns wieder einander an, was aber immer von mir ausgeht. Es kracht aber früher oder später immer wieder, weil mir seine Art wahnsinnig auf den Zeiger geht und umgekehrt wohl meine ihm.

Das Abgrenzen war sicherlich ein Grund und ein notwendiger in der Entwicklung, nur heute isser 52 und verhält sich so, als ob da meine Eltern im Sessel sitzen und dort der böse, weil intellektuelle große Bruder, ihn bedroht. Er hat halt nie irgendwas reflektiert. Unsere Eltern sind seit 23 und 18 Jahren tot.
Meine Frau meinte mal zu mir, dass Geschwister oftmals umso rivalisierender im Umgang miteinander sind, häufigere Konflikte austragen und stärker um Abgrenzung voneinander bemüht sind, wenn sie altersmäßig sehr dicht beisammen liegen, was bei Euch zum Beispiel auch der Fall ist.

Wir kamen auf das Thema, weil bei unseren Töchtern teilweise ähnliche Verhaltensmuster zu beobachten sind und die liegen auch nur 2 Jahre auseinander.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#99

Beitrag: # 12507Beitrag Vertigo
27.10.2017, 08:33

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
26.10.2017, 20:48

Wir kamen auf das Thema, weil bei unseren Töchtern teilweise ähnliche Verhaltensmuster zu beobachten sind und die liegen auch nur 2 Jahre auseinander.
Wie äußert sich das bei deinen Mädels?
Ich lese gerade:

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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#100

Beitrag: # 12512Beitrag AusDemWegIchBinArzt
27.10.2017, 09:36

Vertigo hat geschrieben:
27.10.2017, 08:33
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
26.10.2017, 20:48

Wir kamen auf das Thema, weil bei unseren Töchtern teilweise ähnliche Verhaltensmuster zu beobachten sind und die liegen auch nur 2 Jahre auseinander.
Wie äußert sich das bei deinen Mädels?
Eigentlich so, wie beschrieben. RIvalitäten, Konkurrenzverhalten, Bemühung um Abgrenzung und Eigenständigkeit der Schwester gegenüber. Oft gibt es wegen vermeintlicher Lapalien schon Auseinandersetzungen. Dazu sind sie sich in manchen Verhaltensweisen und Reaktionen äußerst ähnlich, in anderen dafür grundverschieden. Also, die haben sich schon lieb und sind grundsätzlich auch sozial miteinander im Umgang. Aber manchmal kommt es so rüber, dass man denkt, die können miteinander nicht richtig, aber ohne einander eben auch nicht.

Mir fiel das schon längere Zeit immer wieder auf und da erklärte meine Frau mir dann eben auf meine Nachfrage, ob sie das normal fände, dass das bei Geschwistern die altersmäßig so dicht aufeinander liegen, häufig der Fall und sogar eher typisch sei.
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Re: NWOBHM: Bekannte & unbekannte Highlights (mit Hörbeispielen)

#101

Beitrag: # 12520Beitrag Vertigo
27.10.2017, 10:34

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
27.10.2017, 09:36
Vertigo hat geschrieben:
27.10.2017, 08:33
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
26.10.2017, 20:48

Wir kamen auf das Thema, weil bei unseren Töchtern teilweise ähnliche Verhaltensmuster zu beobachten sind und die liegen auch nur 2 Jahre auseinander.
Wie äußert sich das bei deinen Mädels?
Eigentlich so, wie beschrieben. RIvalitäten, Konkurrenzverhalten, Bemühung um Abgrenzung und Eigenständigkeit der Schwester gegenüber. Oft gibt es wegen vermeintlicher Lapalien schon Auseinandersetzungen. Dazu sind sie sich in manchen Verhaltensweisen und Reaktionen äußerst ähnlich, in anderen dafür grundverschieden. Also, die haben sich schon lieb und sind grundsätzlich auch sozial miteinander im Umgang. Aber manchmal kommt es so rüber, dass man denkt, die können miteinander nicht richtig, aber ohne einander eben auch nicht.

Mir fiel das schon längere Zeit immer wieder auf und da erklärte meine Frau mir dann eben auf meine Nachfrage, ob sie das normal fände, dass das bei Geschwistern die altersmäßig so dicht aufeinander liegen, häufig der Fall und sogar eher typisch sei.
Wenn sie sich damit gut auskennt, könntest du sie mal bitte fragen, ob das dann auch normal wäre, wenn das mal im Alter immer noch so ist? Das finde ich ja das seltsame. Das man konkurriert wenn man noch unter einem Dach ist und ja erst anfängt seine Persönlichkeit zu entwickeln, das denke ich auch ist recht normal. Aber als erwachsene, alte Männer? Die wenn überhaupt freiwillig miteinander zu tun haben?

Das Problem das bei uns aber diesmal zum Krach geführt hat ist seine Unfreundlichkeit, Unehrlichkeit und Geiz noch dazu. Und eben dann wenn er sich dabei ertappt fühlt als Reaktion gleich die Aggression.
Ich lese gerade:

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