Stray - "Suicide"

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Edelstahl-Planierraupe oder rostiger Schrotthaufen ?

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Stray - "Suicide"

Beitrag: # 77471Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.03.2020, 08:22

Wenn von den Urvätern des Hardrock oder gar Heavy Metal die Rede ist, fallen immer die Namen Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath und Uriah Heep als erstes. Diese sind in das kollektive Bewußtsein einfach besonders tief eingebrannt und sachlich betrachtet ist das ja auch vollkommen richtig so - nur waren diese Bands halt bei weitem nicht die einzigen und somit werden mit schöner Regelmäßigkeit die Truppen aus der 2.Reihe in der Aufzählung vergessen, die musikalisch nicht weniger wegweisend und bedeutend waren, sondern denen es nur an ähnlich durchschlagendem Erfolg wie den populären Protagonisten fehlte.

Ich nenne stellvertretend für unzählige weitere Bands dieser Art nur mal Budgie, Captain Beyond, Atomic Rooster, Sir Lord Baltimore, Grand Funk Railroad, Dust, Night Sun...oder eben Stray !

Die Londoner Formation, die nicht zuletzt auch auf einen gewissen Stephen Percival "Steve" Harris einen großen Einfluß ausübte und von dessen Band Iron Maiden folgerichtig später gar gecovert wurde (mit "All In Your Mind"), hatte einen qualitativ guten Lauf in den frühen 70ern und brachte einige äußerst feine Werke zustande, die für damalige Verhältnisse sicherlich am oberen Härtegrad unterwegs waren, auch heute noch durch einen teilweise krassen Gitarrensound auffallen und sich hinter keiner anderen Band zu verstecken brauchen.

"Suicide" klingt wie ein leicht verspielter Heavy-Blues-Monolith, der stilistisch irgendwo zwischen Budgie und frühen Black Sabbath rangiert und ohne Frage Bulldozer-like alles einebnet, was sich in den Weg stellt. Ursprünglicher Heavy Rock der allerfeinsten Sorte.

Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.


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Re: Stray - "Suicide"

Beitrag: # 77475Beitrag Vertigo
04.03.2020, 08:46

Ich hab ja alle Stray Alben und darauf gibts viel gutes zu hören. Und vor allem sehr abwechslungsreiches, das kein bißchen Heavy ist, also als Heavy-Band gehen die bei mir nicht durch. Hart waren sie nur zu Anfang. "All In Your Mind" ist da absolut herausragend. Der klare melodische Gesang mit dem dauernd treibenden Beat und den Gitarrenexzessen ist unschlagbar gut.

"Suicide" dagegen find ich ne sehr langweilige Nummer. Außer dem Mittelteil, wo sich wieder andeutet was ich mit den Gitarrenexzessen meinte, dümpelt der Rest so dahin. Der grundsätzliche Sound von Stray ist klasse, Heavy Psychedelic mag ich einfach, aber der Gesang hier ist unterirdisch, nimmt der Nummer viel, wo sie eh gar nicht viel hat.

Ich hab ja auch mal nen Stray Lupensong gemacht, den find ich aber hinten und vorne viel viel besser

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Re: Stray - "Suicide"

Beitrag: # 77476Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.03.2020, 08:54

Vertigo hat geschrieben:
04.03.2020, 08:46
also als Heavy-Band gehen die bei mir nicht durch. Hart waren sie nur zu Anfang.
Ich meinte damit primär auch die ersten 2, 3 Alben. Das sie sich später stilistisch öffneten, ist unbestritten, das haben andere Bands ja teilweise auch gemacht. Aber am Anfang gehörten sie definitiv zur Hartmetall-Ursuppe, meines Erachtens nach.
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Re: Stray - "Suicide"

Beitrag: # 77586Beitrag Oracle
07.03.2020, 23:37

"Suicide" ist roh, entfesselt und im früh-70er Sound, das ist mein Ding!
Steinhartes Dämonenriffing - mit anderen Worten, verdammt cool!
Die Texte werden in verrückter, knurrender, heulender Verzweiflung aus der Perspektive eines schwarzen Mannes gesungen, der im Begriff ist, sein eigenes Gehirn mit einer Schrotflinte wegzublasen.
Also kein Party-Track.
Ein außer Kontrolle geratenes Biest mit halsbrecherischen Heavy-Ass-Mittelteil, der sicherlich zu den wahrsten Rockern zu diesem Zeitpunkt gehörte.
Der letzte Teil des Tracks besteht aus instrumentalem, stark strukturiertem Jamming, dass die Energie des Mittelteils nicht wieder erreicht.
Das gibt 9 Pkt.
10 Pkt. ist für mich das Debut

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