[REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

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[REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#1

Beitrag: # 51203Beitrag AusDemWegIchBinArzt
02.12.2018, 12:51

Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

Eigentlich habe ich schon seit Jahren vor, ├╝ber dieses Dokument der k├╝nstlerischen Ersch├Âpfung eine Rezension zu verfassen. Ich versp├╝re eine fast schon sadistische Lust dazu. ├ťber den Sinn und Zweck von Coveralben l├Ą├čt sich ja sowieso vortrefflich streiten, aber in diesem Fall bleibt mir als vorweggenommenes Res├╝mee wirklich nur eine einzige Frage: Warum zum Teufel mu├čte dieses grauenvolle Machwerk ver├Âffentlicht werden ?

Das, was zur Brisanz der ganzen Angelegenheit zus├Ątzlich beitr├Ągt, ist der Umstand, dass Whitesnake hier nicht etwa Songs irgendwelcher x-beliebigen Bands gecovert haben - nein, sie haben vielmehr das unverzeihliche Verbrechen begangen, ausgerechnet und ausnahmslos Songs von Deep Purple zu vergewaltigen, denen David Coverdale bekanntlich von 1973-76 als S├Ąnger vorstand.

Und hier ist der Vorwurf der Vergewaltigung wirklich angebracht, denn der liebe Gott hat David Coverdale leider nicht die Weisheit gegeben, die St├╝cke mit Whitesnake wenigstens unter sensibler Beachtung ihrer ganzen Feinheiten und Details gef├╝hlvoll zu interpretieren und somit dem Charakter der Originale gerecht zu werden.

Stattdessen hat er Coverdale ein viel zu gro├čes Schwert in die Hand gedr├╝ckt, mit dem dieser den Ursprungsversionen flugs den Kopf abgeschlagen hat, um anschlie├čend daraus mit schneller Nadel gestrickte, tiefergelegte Metalversionen zu basteln. Wenn man sich vor Augen f├╝hrt, wieviele Soul-und Funkeinfl├╝sse in den Songs der Mk.III/IV-├ära von Deep Purple vorhanden sind, wieviel Filigranit├Ąt, wird schnell klar, dass diese Kombination einfach nicht funktionsf├Ąhig sein kann.

Vor allem liegt dem auch das grundlegende Mi├čverst├Ąndnis zugrunde, dass Deep Purple jemals irgendwas mit Heavy Metal zu tun gehabt haben k├Ânnten. Haben sie nicht. Deep Purple sind seit jeher eine Hardrock-Band gewesen und auch immer geblieben. Noch dazu eine sehr vielseitige und detailverliebte, f├╝r die Einfl├╝sse aus Klassik und Rock┬┤n ┬┤Roll stets genauso selbstverst├Ąndlich waren, wie eben die prim├Ąr in der Mk.III/IV-Periode pr├Ąferierten Funk-und Soul-Elemente. Bestenfalls kann man ihnen die Rolle als einflussreiche Urv├Ąter sp├Ąterer Heavy Metal-Nachk├Âmmlinge zugestehen, aber ihre Musik war nie Heavy Metal und wird auch niemals welcher werden.

Da also mit einer derartig r├╝den Empathielosigkeit und Unsensibili├Ąt vorzugehen, noch dazu als ehemals dieser Band angeh├Âriger S├Ąnger, der es eigentlich besser wissen m├╝├čte, macht selbst heute, 3 Jahre nach Ver├Âffentlichung dieses Katastrophenalbums, noch sprachlos.

Aus den Boxen quillt ein einziger, undefinierbarer Klangbrei, ein aufgepumpter Soundmatsch, der von hinten bis vorne mit Heavy Metal-Bratgitarren zugeschmiert und zugekleistert ist, ├╝ber denen das eher angestrengte denn maskuline Gekr├Ąchze und Geschreie von David Coverdale thront, der seine besten Tage schon seit Jahren weit hinter sich gelassen hat und sich als untoter Gesangszombie vergeblich bem├╝ht, gegen die brachialen Gitarrenw├Ąnde anzukreischen, mit seinem vermeintlich lasziven Gest├Âhne aber mittlerweile eher an die Ger├Ąuschkulisse auf der Geriatrie des ├Ârtlichen Krankenhauses erinnert.

Die gesangliche Leistung der ewig jugendlichen Botoxmumie ist mittlerweile so tief gesunken wie das Wrack eines kaputtgeschossenen Piratenschiffs und das macht gerade dieses Album mehr als deutlich. Eigentlich fleht man innerlich die ganze Zeit, dass David doch endlich ein Einsehen haben und seine Karriere bitte endg├╝ltig an den Nagel h├Ąngen m├Âge.

Mir wird richtig schlecht bei dem Gedanken, dass f├╝rs kommende Jahr ein neuer Whitesnake-Studiodreher angek├╝ndigt ist, denn von der Brillianz der fr├╝hen Whitesnake-Alben oder eben der besagten Deep Purple-Werke ist man mittlerweile um Lichtjahre entfernt.

Da die aktuelle Whitesnake-Metal-Inkarnation - eine von vielen der letzten Jahre - zum Gro├čteil aus cool herumposierenden Amerikanern mit Blendaxl├Ącheln und Dauerwelle besteht, denen jedes Fingerspitzengef├╝hl abgeht, sollte man auch nicht die Hoffnung wagen, dass sich jemals wieder etwas zum besseren ├Ąndern k├Ânnte im Hause Coverdale. Drumlegende Tommy Aldridge hat ├╝brigens auch schon deutlich besseres abgeliefert als das stupide herumgedresche, welches hier bevorzugt wurde.

Mit "The Purple Album" wurde jedenfalls der absolute Whitesnake-Tiefpunkt erreicht und bislang ist dieser bandeigene Rekord (noch) ungebrochen.
Diese Scheibe kann man sich nicht mal volltrunken sch├Ân h├Âren und wer einmal den geradezu grotesk entstellten, mehr als grenzwertigen Versionen von eigentlich unantastbaren Klassikern wie "Burn", "Love Child", "Sail Away" oder "Stormbringer" gelauscht hat, vom Rest ganz zu schweigen, wird mir ohne weiteres zustimmen.

Die Songs

1. Burn
2. You Fool No One
3. Love Child
4. Sail Away
5. The Gypsy
6. Lady Double Dealer
7. Mistreated
8. Holy Man
9. Might Just Take Your Life
10. You Keep On Moving
11. Soldier Of Fortune
12. Lay Down Stay Down
13. Stormbringer
14. Lady Luck
15. CominÔÇÖ Home


Die Band


David Coverdale ÔÇô Gesang
Reb Beach ÔÇô Gitarre
Joel Hoekstra - Gitarre
Michael Devin ÔÇô Bass
Tommy Aldridge ÔÇô Schlagzeug

Bild
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#2

Beitrag: # 51222Beitrag Oracle
02.12.2018, 20:48

Fast jede Altband w├Ąrmt irgendwelche alte Sachen auf, um wieder einen guten Grund f├╝r eine gewinnversprechende Tournee zu haben.
Neue Songs zu schreiben und aufzunehmen ist den Jungs zu viel "Act".
Nun, es ist dann heute tats├Ąchlich so, dass selbst Gro├če Namen kaum mehr als 200000 Einheiten verkaufen, wenn ├╝berhaupt.

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Vertigo
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#3

Beitrag: # 51230Beitrag Vertigo
03.12.2018, 06:47

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
02.12.2018, 12:51
Warum zum Teufel mu├čte dieses grauenvolle Machwerk ver├Âffentlicht werden ?
Da gibts nur eine Antwort: Geld. Sonst nix.

Coverdale ist l├Ąngst zu unkreativ f├╝r was gescheits, Purple kennt jeder, also Coverversionen. Nat├╝rlich sch├Ân doof gemacht, damits auch ordentlich dr├╝ckt in den aufgemotzten Autoanlagen, einen anderen Zweck brauchts ja nimmer zu erf├╝llen.

Alben f├╝r das musikalische Prekariat.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#4

Beitrag: # 51389Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.12.2018, 17:19

Eigentlich ist das Prinzip bei Whitesnake noch nicht mal was neues, denn bereits auf dem "1987"-Millionenseller und danach auf der "Slip Of The Tongue" hatten sie Remakes ihrer eigenen Songs wie "Here I Go Again", "Crying In The Rain" oder "Fool For You Loving" und diese zu Metalversionen umfrisiert.

Das war schon seinerzeit mehr als fragw├╝rdig, einen Steve Vai oder einen John Sykes da in eitler Guitar Hero-Manier alles kaputtdudeln zu lassen und aus St├╝cken, die eigentlich als bluesige Hardrocksongs gedacht waren, blankpolierte Tussi-Metal-Songs zu machen. Hat schon da nicht wirklich funktioniert.

Mit einem gravierenden Unterschied: Seinerzeit konnte Coverdale wenigstens noch singen und im Vergleich zu dem, was auf "The Purple Album" abgeliefert wurde, war das noch beinahe dezent umgesetzt damals. Mittlerweile ist ja wirklich jegliches Gesp├╝r f├╝r irgendwas verlorengegangen und wird noch f├╝nf Etagen unterirdischer durchgezogen als Ende der 80er.

Dass der schn├Âde Mammon in solchen F├Ąllen die Hauptmotivationsquelle darstellt, ist mir nat├╝rlich v├Âllig klar und Coverdale hat damit ja auch immer Erfolg gehabt.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#5

Beitrag: # 51397Beitrag Vertigo
04.12.2018, 18:03

Ich glaub Coverdale war irgendwann Anfang der 80er rum schwerst frustriert, dass er in den USA keinen Erfolg hatte, ├Ąhnlich wie Ritchie. Und dann hat Ritchie seine Rainbow auf AOR umgebogen und David seine Whitesnake so nach und nach Richtung Heavy Metal. Der Erfolg gab beiden ja dann recht. Musikalisch allerdings waren sie dann beide nicht mehr relevant, auch wenn beim Ritchie noch der ein oder andere sch├Âne Song dabei rumkam.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#6

Beitrag: # 51416Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.12.2018, 18:59

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
04.12.2018, 18:03
Ich glaub Coverdale war irgendwann Anfang der 80er rum schwerst frustriert, dass er in den USA keinen Erfolg hatte, ├Ąhnlich wie Ritchie. Und dann hat Ritchie seine Rainbow auf AOR umgebogen und David seine Whitesnake so nach und nach Richtung Heavy Metal. Der Erfolg gab beiden ja dann recht. Musikalisch allerdings waren sie dann beide nicht mehr relevant, auch wenn beim Ritchie noch der ein oder andere sch├Âne Song dabei rumkam.
Lustigerweise hat Ritchie mit Rainbow aber trotz der deutlich kommerzielleren Ausrichtung den US-Markt nicht wirklich knacken k├Ânnen. Der Mega-Erfolg wie er hingegen bei Whitensnake ein paar Jahre sp├Ąter eintraf, ist bei Rainbow weitgehend ausgeblieben. Das wird auch einer der Gr├╝nde gewesen sein, warum Ritchie dann schlu├čendlich ├╝ber seinen Schatten gesprungen ist und seine Aversion gegen Ian Gillan vor├╝bergehend begraben hat, um eine Deep Purple-Mk.II-Reunion durchzuziehen. Weil das erfolgversprechender war.

Dieser Fanatismus, unbedingt in Amerika gro├č absahnen zu wollen, hat in den 80ern ja so einige Bands k├╝nstlerisch b├Âse ins Straucheln gebracht. Die USA waren ja fast schon so was wie eine Religion f├╝r Rockmusiker.

So weit ich wei├č, war Coverdale Mitte der 80er auch ziemlich pleite. Der residierte in irgendwelchen Nobelhotels und lebte auf gro├čem Fu├č, hatte aber im Prinzip keine m├╝de Mark in der Tasche, weil Whitesnake trotz ihres durchaus ansehnlichen Erfolges als bluesige Hardrockband bis dato kaum was eingebracht hatten. Jon Lord, der ja selber bis zur Purple-Reunion bei Whitesnake spielte, hat mal in einem Interview durchblicken lassen, dass die Zeit bei Whitesnake menschlich mit eine der sch├Ânsten in seinem Leben gewesen sei und man h├Ątte viel Spa├č miteinander gehabt, allerdings w├Ąre finanziell so gut wie nichts h├Ąngengeblieben bei den Musikern.
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#7

Beitrag: # 51421Beitrag Vertigo
04.12.2018, 19:06

Das denk ich mir, dass die Blues-Rock Whitesnake finanziell nicht so das Erfolgsmodell waren, leider.

Ritchie hat ├╝brigens gar nicht so ne Aversion gegen Ian und umgekehrt, das war beiden eher immer so ne Hassliebe. Beide respektieren sich sehr, arbeiteten gern mit dem anderen und dann eben wieder gar nicht, weil jeder dem anderen viel zu ├Ąhnlich ist. Zwei ganz gro├če Alphatiere eben. Abneigung ist da nicht, aber jeder ist ohne den anderen nun besser dran.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#8

Beitrag: # 51426Beitrag AusDemWegIchBinArzt
04.12.2018, 19:19

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
04.12.2018, 19:06
Das denk ich mir, dass die Blues-Rock Whitesnake finanziell nicht so das Erfolgsmodell waren, leider.

Ritchie hat ├╝brigens gar nicht so ne Aversion gegen Ian und umgekehrt, das war beiden eher immer so ne Hassliebe. Beide respektieren sich sehr, arbeiteten gern mit dem anderen und dann eben wieder gar nicht, weil jeder dem anderen viel zu ├Ąhnlich ist. Zwei ganz gro├če Alphatiere eben. Abneigung ist da nicht, aber jeder ist ohne den anderen nun besser dran.
Immerhin hat die Hassliebe dazu gereicht, dass Ritchie einst wutentbrannt angest├╝rmt kam und dem lieben Ian einen Teller mit Spaghetti ins Gesicht geklatscht hat, weil er ihn verd├Ąchtigte, eine ganze Flasche Ketchup dar├╝ber ausgeleert zu haben. Ian schw├Ârt bis heute, dass er unschuldig war. Diejenigen, die das damals miterlebt haben, sprechen heute noch voller Bewunderung dar├╝ber, wie sehr Ian in diesem Moment die Beherrschung wahrte, sich nur die Spaghetti aus den Haaren zupfte und einfach wegging. Denn eigentlich war er Blackmore k├Ârperlich ├╝berlegen und h├Ątte ihn locker einen Kopf k├╝rzer machen k├Ânnen. Ritchie war sich dessen auch voll bewu├čt.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#9

Beitrag: # 51450Beitrag Vertigo
05.12.2018, 08:31

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
04.12.2018, 19:19
Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
04.12.2018, 19:06
Das denk ich mir, dass die Blues-Rock Whitesnake finanziell nicht so das Erfolgsmodell waren, leider.

Ritchie hat ├╝brigens gar nicht so ne Aversion gegen Ian und umgekehrt, das war beiden eher immer so ne Hassliebe. Beide respektieren sich sehr, arbeiteten gern mit dem anderen und dann eben wieder gar nicht, weil jeder dem anderen viel zu ├Ąhnlich ist. Zwei ganz gro├če Alphatiere eben. Abneigung ist da nicht, aber jeder ist ohne den anderen nun besser dran.
Immerhin hat die Hassliebe dazu gereicht, dass Ritchie einst wutentbrannt angest├╝rmt kam und dem lieben Ian einen Teller mit Spaghetti ins Gesicht geklatscht hat, weil er ihn verd├Ąchtigte, eine ganze Flasche Ketchup dar├╝ber ausgeleert zu haben. Ian schw├Ârt bis heute, dass er unschuldig war. Diejenigen, die das damals miterlebt haben, sprechen heute noch voller Bewunderung dar├╝ber, wie sehr Ian in diesem Moment die Beherrschung wahrte, sich nur die Spaghetti aus den Haaren zupfte und einfach wegging. Denn eigentlich war er Blackmore k├Ârperlich ├╝berlegen und h├Ątte ihn locker einen Kopf k├╝rzer machen k├Ânnen. Ritchie war sich dessen auch voll bewu├čt.
Kenn ich die Geschichte. Aber eben auch die, als Ritchie eines Morgens so 1978 oder 1979 rum, einfach bei Ian vor der T├╝r stand, der ihn reinlie├č und beim gemeinsamen Essen und Quatschen dr├╝ber geredet wurde, obs ne M├Âglichkeit g├Ąbe, dass Ian zu Rainbow kommt.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#10

Beitrag: # 51462Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 09:32

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 08:31
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
04.12.2018, 19:19
Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
04.12.2018, 19:06
Das denk ich mir, dass die Blues-Rock Whitesnake finanziell nicht so das Erfolgsmodell waren, leider.

Ritchie hat ├╝brigens gar nicht so ne Aversion gegen Ian und umgekehrt, das war beiden eher immer so ne Hassliebe. Beide respektieren sich sehr, arbeiteten gern mit dem anderen und dann eben wieder gar nicht, weil jeder dem anderen viel zu ├Ąhnlich ist. Zwei ganz gro├če Alphatiere eben. Abneigung ist da nicht, aber jeder ist ohne den anderen nun besser dran.
Immerhin hat die Hassliebe dazu gereicht, dass Ritchie einst wutentbrannt angest├╝rmt kam und dem lieben Ian einen Teller mit Spaghetti ins Gesicht geklatscht hat, weil er ihn verd├Ąchtigte, eine ganze Flasche Ketchup dar├╝ber ausgeleert zu haben. Ian schw├Ârt bis heute, dass er unschuldig war. Diejenigen, die das damals miterlebt haben, sprechen heute noch voller Bewunderung dar├╝ber, wie sehr Ian in diesem Moment die Beherrschung wahrte, sich nur die Spaghetti aus den Haaren zupfte und einfach wegging. Denn eigentlich war er Blackmore k├Ârperlich ├╝berlegen und h├Ątte ihn locker einen Kopf k├╝rzer machen k├Ânnen. Ritchie war sich dessen auch voll bewu├čt.
Kenn ich die Geschichte. Aber eben auch die, als Ritchie eines Morgens so 1978 oder 1979 rum, einfach bei Ian vor der T├╝r stand, der ihn reinlie├č und beim gemeinsamen Essen und Quatschen dr├╝ber geredet wurde, obs ne M├Âglichkeit g├Ąbe, dass Ian zu Rainbow kommt.
Kennst Du auch die Geschichte von der leicht aus dem Ruder gelaufenen Kost├╝mparty ? Ich meine, die hat Ian Paice mal erz├Ąhlt. Das war 1987 oder 88, entweder zur Releaseparty von "The House Of Blue Light" oder "Nobody┬┤s Perfect", genau wei├č ich das jetzt nicht mehr. Jedenfalls hatte Ritchie schon damals diesen Mittelalter-Tick und auf seinen ausdr├╝cklichen Wunsch hin mu├čten alle Anwesenden in mittelalterlichen Fummeln antreten.

Weil Jon Lord aus irgendeinem Grund nicht konnte (krank oder anderweitig verhindert), machte man sich kurzerhand den Spa├č, einen Typen aus dem engeren Bandumfeld, der Jon wohl sehr ├Ąhnlich sah, als ebendiesen zu verkleiden, mit Langhaarper├╝cke und so weiter, so dass die Band gewisserma├čen "vollz├Ąhlig" erscheinen konnte. Da der Alkohol in Str├Âmen flo├č, fiel der kleine Betrug wohl auch niemandem richtig auf und besonders die anwesenden Damen rissen sich um den falschen Jon Lord. Offenbar konnte "Jon Lord" an dem Abend so einige Frauen abschleppen, wie man am├╝siert zur Kenntnis nahm.

Ritchie war nat├╝rlich auch vor Ort und f├╝r seine Verh├Ąltnisse in ausgelassener Stimmung, tanzte, sch├Ąkerte mit seiner damaligen Freundin (noch nicht Candice) herum usw. Bis zu jenem Zeitpunkt, wo ein schwer betrunkener Ian Gillan, der sich schon den ganzen Abend hatte vollaufen lassen, auf ihn zutrat, die Hose runterlie├č und vor allen Anwesenden Ritchie provokativ seinen nackten Arsch zeigte. Woraufhin dieser davonrauschte und die Party t├Âdlich beleidigt vorzeitig verlie├č. :biggrinn:
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#11

Beitrag: # 51469Beitrag Vertigo
05.12.2018, 09:42

Nein die kannte ich noch nicht. Die beiden, zum Kopfsch├╝tteln. Wie Richard Burton und Liz Taylor.
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#12

Beitrag: # 51474Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 09:47

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 09:42
Nein die kannte ich noch nicht. Die beiden, zum Kopfsch├╝tteln. Wie Richard Burton und Liz Taylor.
Ja, kommt einem wirklich so ein bi├čchen wie ein verkrachtes Ehepaar vor. K├Ânnen nicht miteinander, ohne einander aber auch nicht wirklich. Wobei ohne einander wohl doch der schlauere Weg ist um sich nicht andauernd in die Quere zu kommen, wie man seit 25 Jahren sieht. Aber wenn man Ian beispielsweise heutzutage nach Ritchie fragt, h├Ârt man eigentlich nichts schlechtes von ihm ├╝ber seinen ehemaligen Bandkollegen, obwohl man ja meinen k├Ânnte das er mehr als genug Gr├╝nde h├Ątte, sich negativ ├╝ber ihn auszulassen. Offenbar haben sich die Gem├╝ter in der langen Zeit der Trennung also abgek├╝hlt und sind einer wohlwollenden Altersmilde gewichen.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#13

Beitrag: # 51476Beitrag Vertigo
05.12.2018, 09:57

Ich denke auch, das tut beiden gut, dass sie nun beruflich nix mehr miteinander zu tun haben. Ich h├Âre die heute auch nur Gutes ├╝ber den anderen reden. Altersmilde ist schon was feines.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#14

Beitrag: # 51477Beitrag nixe
05.12.2018, 10:02

Nee, die mit Ian*s NacktArsch kannte ich auch noch nicht.
Musik hat die F├Ąhigkeit uns geistig, k├Ârperlich & emotional zu beeinflussen!

!!!I like Prog!!!

!!!Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten!!!

Tsch├╝├č
nixe

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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#15

Beitrag: # 51479Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 10:04

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 09:57
Ich denke auch, das tut beiden gut, dass sie nun beruflich nix mehr miteinander zu tun haben. Ich h├Âre die heute auch nur Gutes ├╝ber den anderen reden. Altersmilde ist schon was feines.
Merkt man ja auch bei sich selbst. Man sieht Dinge einfach entspannter und ├╝bergeordneter als mit 20, wo man gleich mit dem Kopf durch die Wand will. Und das finde ich pers├Ânlich au├čerordentlich angenehm. ;)
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#16

Beitrag: # 51486Beitrag nixe
05.12.2018, 10:28

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:04
Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 09:57
Ich denke auch, das tut beiden gut, dass sie nun beruflich nix mehr miteinander zu tun haben. Ich h├Âre die heute auch nur Gutes ├╝ber den anderen reden. Altersmilde ist schon was feines.
Merkt man ja auch bei sich selbst. Man sieht Dinge einfach entspannter und ├╝bergeordneter als mit 20, wo man gleich mit dem Kopf durch die Wand will. Und das finde ich pers├Ânlich au├čerordentlich angenehm. ;)
Also, auf der D-DVD von Ian erz├Ąhlt er ganz gern ├╝ber die stories mit dem schwarzen BanjoSpieler, wie er Ritchie da nennt. Aber Ritchie, auf seiner DVD, h├Ąlt sich nur raus.
Musik hat die F├Ąhigkeit uns geistig, k├Ârperlich & emotional zu beeinflussen!

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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#17

Beitrag: # 51489Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 10:32

nixe hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:28
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:04
Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 09:57
Ich denke auch, das tut beiden gut, dass sie nun beruflich nix mehr miteinander zu tun haben. Ich h├Âre die heute auch nur Gutes ├╝ber den anderen reden. Altersmilde ist schon was feines.
Merkt man ja auch bei sich selbst. Man sieht Dinge einfach entspannter und ├╝bergeordneter als mit 20, wo man gleich mit dem Kopf durch die Wand will. Und das finde ich pers├Ânlich au├čerordentlich angenehm. ;)
Also, auf der D-DVD von Ian erz├Ąhlt er ganz gern ├╝ber die stories mit dem schwarzen BanjoSpieler, wie er Ritchie da nennt. Aber Ritchie, auf seiner DVD, h├Ąlt sich nur raus.
Ich wei├č gerade nicht, ob es Gillan oder Paice war, aber einer von beiden hat gesagt, dass man dem Toupettr├Ąger heute nur das Beste w├╝nsche und man kein Problem damit h├Ątte, ein Bier mit ihm zu trinken, falls man sich mal ├╝ber den Weg laufen sollte.

Das finde ich schon bemerkenswert, wenn man sich ├╝berlegt, auf welchem Tiefpunkt die Stimmung in der Band vor Ritchies finalem Ausstieg angekommen war. Damals sagte Gillan auch so Sachen wie, dass er nie wieder mit ihm gemeinsam auf einer B├╝hne stehen wolle und auch die ersten Jahre danach wurde das Thema Blackmore m├Âglichst vermieden. Das hat sich grundlegend gewandelt.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#18

Beitrag: # 51491Beitrag nixe
05.12.2018, 10:44

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:32
nixe hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:28
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:04


Merkt man ja auch bei sich selbst. Man sieht Dinge einfach entspannter und ├╝bergeordneter als mit 20, wo man gleich mit dem Kopf durch die Wand will. Und das finde ich pers├Ânlich au├čerordentlich angenehm. ;)
Also, auf der D-DVD von Ian erz├Ąhlt er ganz gern ├╝ber die stories mit dem schwarzen BanjoSpieler, wie er Ritchie da nennt. Aber Ritchie, auf seiner DVD, h├Ąlt sich nur raus.
Ich wei├č gerade nicht, ob es Gillan oder Paice war, aber einer von beiden hat gesagt, dass man dem Toupettr├Ąger heute nur das Beste w├╝nsche und man kein Problem damit h├Ątte, ein Bier mit ihm zu trinken, falls man sich mal ├╝ber den Weg laufen sollte.

Das finde ich schon bemerkenswert, wenn man sich ├╝berlegt, auf welchem Tiefpunkt die Stimmung in der Band vor Ritchies finalem Ausstieg angekommen war. Damals sagte Gillan auch so Sachen wie, dass er nie wieder mit ihm gemeinsam auf einer B├╝hne stehen wolle und auch die ersten Jahre danach wurde das Thema Blackmore m├Âglichst vermieden. Das hat sich grundlegend gewandelt.
Na immerhin, das sollte auch nicht ewig gehen! Vielleicht hat der Tod von Jon sie wachger├╝ttelt! Denn ein paar Jahre waren sie ja dicke Freund & haben sich ein Zimmer geteil. Nur was da war, das es so kam, davon spricht nunmal keiner dr├╝ber!
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#19

Beitrag: # 51492Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 11:07

nixe hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:44
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:32
nixe hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 10:28


Also, auf der D-DVD von Ian erz├Ąhlt er ganz gern ├╝ber die stories mit dem schwarzen BanjoSpieler, wie er Ritchie da nennt. Aber Ritchie, auf seiner DVD, h├Ąlt sich nur raus.
Ich wei├č gerade nicht, ob es Gillan oder Paice war, aber einer von beiden hat gesagt, dass man dem Toupettr├Ąger heute nur das Beste w├╝nsche und man kein Problem damit h├Ątte, ein Bier mit ihm zu trinken, falls man sich mal ├╝ber den Weg laufen sollte.

Das finde ich schon bemerkenswert, wenn man sich ├╝berlegt, auf welchem Tiefpunkt die Stimmung in der Band vor Ritchies finalem Ausstieg angekommen war. Damals sagte Gillan auch so Sachen wie, dass er nie wieder mit ihm gemeinsam auf einer B├╝hne stehen wolle und auch die ersten Jahre danach wurde das Thema Blackmore m├Âglichst vermieden. Das hat sich grundlegend gewandelt.
Na immerhin, das sollte auch nicht ewig gehen! Vielleicht hat der Tod von Jon sie wachger├╝ttelt! Denn ein paar Jahre waren sie ja dicke Freund & haben sich ein Zimmer geteil. Nur was da war, das es so kam, davon spricht nunmal keiner dr├╝ber!
Es ist ja nicht nur Ian Gillan, der seine Probleme mit ihm hatte. Auch von so einigen fr├╝heren Rainbow-Mitgliedern h├Ârte man nur selten positives ├╝ber ihn. Ein richtig beliebter Zeitgenosse war er wohl grunds├Ątzlich nicht und irgendjemand, leider wei├č ich auch hier nicht mehr genau wer es war, sagte mal dass er bereits in den 60ern, noch vor Deep Purple, allgemein ziemlich seltsam und unnahbar drauf gewesen sei und ein Faible f├╝r makabere Scherze hatte.

Heute tut er mir eher leid, mit der Rainbow-Reunion (falls man das so nennen kann bei der merkw├╝rdigen Kaspertruppe, die da neben ihm die B├╝hne blockiert) hat er sich aus meiner Sicht definitiv keinen Gefallen getan, Nostalgie hin oder her. Ob es an seiner Arthritis oder einfach nur so am Alter liegt, wei├č ich nicht, aber er kann die Songs einfach nicht mehr ad├Ąquat spielen und deswegen sollte er es lieber ganz lassen. Das war keine gute Idee.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#20

Beitrag: # 51494Beitrag Vertigo
05.12.2018, 11:15

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 11:07
leider wei├č ich auch hier nicht mehr genau wer es war, sagte mal dass er bereits in den 60ern, noch vor Deep Purple, allgemein ziemlich seltsam und unnahbar drauf gewesen sei und ein Faible f├╝r makabere Scherze hatte.
Das hab ich dir mal erz├Ąhlt. Ritchie war in den 60ern von Screaming Lord Sutch beeindruckt, der ja durch exzessive Auftritte Aufmerksamkeit bekam, obwohl er gar nicht so gut gewesen sein soll. Das brachte ihn wohl auf die Idee immer ein wenig exzentrisch zu agieren, aber mit dem was man tut exzellent zu sein. Tats├Ąchlich gibts da so einige Storys, die mir aber entfallen sind, schon aus den 60ern. Dann anfangs bei Purple war er v├Âllig okay, sagte Paice erst. Erst so um 1972/73 rum kam das mehr und mehr durch diese Aggression und Arroganz und untragbares Verhalten. Aufgeh├Ârt hat das wohl wirklich erst als er Candice kennenlernte. Das ist wohl einfach die Frau auf die er sein Leben lang gewartet hat. Die kann mit ihm, die wei├č ihn zu nehmen, die kann sogar kreativ mit ihm sein und die darf sogar auf offener B├╝hne Scherze ├╝ber ihn machen, wof├╝r er fr├╝her wahrscheinlich seine Stratocaster quer ├╝ber die B├╝hne dem Mitglied an den Kopf geworfen h├Ątte. Er hat nun seinen Frieden gefunden und jetzt spielt er nochmal ein bisserl Rocker und meinetwegen, aber kaufen mu├č ich mir das nimmer.
"Wir Bayern sind eben nicht nur gem├╝tlich, wir sind auch ungem├╝tlich. Wir sind nicht nur lustig, wir sind auch grantig." (Walter Sedlmayr)

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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#21

Beitrag: # 51499Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 11:37

Ach ja, stimmt, genau....Du hattest mir das erz├Ąhlt :rainbow: . Auf jeden Fall spricht das alles daf├╝r, dass er ein ziemlich komplexer Charakter (gewesen) ist und sich das bisweilen in reichlich bizarren Aktionen entladen hat, mit denen er sich nicht gerade Freunde gemacht hat. Mit Candice scheint er wirklich so eine Art inneren Frieden gefunden zu haben. Ich finde es aber trotzdem schade, dass er dann so pl├Âtzlich mit dem rocken aufgeh├Ârt und sich ausschlie├člich dieser Minnemusik zugewandt hat. Vor allem wenn ich so dr├╝ber nachdenke, dass nach "Stranger In Us All" noch ein weiteres Rainbow-Album schon in der Planung gewesen ist und sogar eine R├╝ckkehr von Ronnie James Dio angedacht war. Damals w├Ąre er sicherlich noch in der Lage gewesen, was gutes mit Rainbow auf die Beine zu stellen, was man ja nun heute nicht mehr behaupten kann. Will damit sagen, eine Fortf├╝hrung von Rainbow h├Ątte seinerzeit mehr Sinn gemacht als sie es heute tut.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#22

Beitrag: # 51504Beitrag Vertigo
05.12.2018, 11:53

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 11:37
Ach ja, stimmt, genau....Du hattest mir das erz├Ąhlt :rainbow: . Auf jeden Fall spricht das alles daf├╝r, dass er ein ziemlich komplexer Charakter (gewesen) ist und sich das bisweilen in reichlich bizarren Aktionen entladen hat, mit denen er sich nicht gerade Freunde gemacht hat. Mit Candice scheint er wirklich so eine Art inneren Frieden gefunden zu haben. Ich finde es aber trotzdem schade, dass er dann so pl├Âtzlich mit dem rocken aufgeh├Ârt und sich ausschlie├člich dieser Minnemusik zugewandt hat. Vor allem wenn ich so dr├╝ber nachdenke, dass nach "Stranger In Us All" noch ein weiteres Rainbow-Album schon in der Planung gewesen ist und sogar eine R├╝ckkehr von Ronnie James Dio angedacht war. Damals w├Ąre er sicherlich noch in der Lage gewesen, was gutes mit Rainbow auf die Beine zu stellen, was man ja nun heute nicht mehr behaupten kann. Will damit sagen, eine Fortf├╝hrung von Rainbow h├Ątte seinerzeit mehr Sinn gemacht als sie es heute tut.
Aber damals war er der Meinung, das ohne Cozy nicht wieder aufnehmen zu wollen. Ich denke da hatte er das Gef├╝hl, dass die aktuelle Rainbow Band mit Doogie White eben nicht wirklich gut war, auch meine Meinung. Inzwischen sind halt 20 Jahre bald vergangen und da sieht man manches anders, schon gleich wenn man alt wird und wei├č es kann jedes Jahr das letzte sein. Tief drin wird er wohl wissen, dass das jetzt nicht wirklich superklasse ist. Aber es macht ihm wohl wieder Spa├č, es bringt Geld und er wei├č es ist das letztemal dass er sowas tun kann. Kann man schon nachvollziehen aus seinem Standpunkt.

Dass er damals dann komplett mit Hardrock aufh├Ârte fand ich interessant, spricht aber meiner Meinung nach daf├╝r, dass Hardrock f├╝r ihn immer das Ventil f├╝r diese Masse an angestauter Aggression und Unzufriedenheit war. Und dann war da Candice und diese andere Musik, die anfangs auch nur als Nebenbei-Spa├čprojekt gedacht war und auf einmal waren die Aggressionen und die Unzufriedenheit weg oder deutlich weniger und es brachte auch noch Erfolg und Geld, womit er wohl bei Blackmore's Night nicht gerechnet hatte. Auch da kann ich ihn absolut nachvollziehen. Du hast auch mit dem Ding Erfolg, es bringt dir auch Geld und dein Leben hat sich sowieso stark ver├Ąndert, du f├╝hlst dich leichter, beschwingter, sanfter und kannst endlich was tun, dass du schon seit sehr sehr langer Zeit tun wolltest, alte Musik spielen. Da passt doch dann alles, warum h├Ątte er damals also weitermachen sollen mit dem Hardrock?
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#23

Beitrag: # 51507Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 11:59

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 11:53
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 11:37
Ach ja, stimmt, genau....Du hattest mir das erz├Ąhlt :rainbow: . Auf jeden Fall spricht das alles daf├╝r, dass er ein ziemlich komplexer Charakter (gewesen) ist und sich das bisweilen in reichlich bizarren Aktionen entladen hat, mit denen er sich nicht gerade Freunde gemacht hat. Mit Candice scheint er wirklich so eine Art inneren Frieden gefunden zu haben. Ich finde es aber trotzdem schade, dass er dann so pl├Âtzlich mit dem rocken aufgeh├Ârt und sich ausschlie├člich dieser Minnemusik zugewandt hat. Vor allem wenn ich so dr├╝ber nachdenke, dass nach "Stranger In Us All" noch ein weiteres Rainbow-Album schon in der Planung gewesen ist und sogar eine R├╝ckkehr von Ronnie James Dio angedacht war. Damals w├Ąre er sicherlich noch in der Lage gewesen, was gutes mit Rainbow auf die Beine zu stellen, was man ja nun heute nicht mehr behaupten kann. Will damit sagen, eine Fortf├╝hrung von Rainbow h├Ątte seinerzeit mehr Sinn gemacht als sie es heute tut.
Aber damals war er der Meinung, das ohne Cozy nicht wieder aufnehmen zu wollen. Ich denke da hatte er das Gef├╝hl, dass die aktuelle Rainbow Band mit Doogie White eben nicht wirklich gut war, auch meine Meinung. Inzwischen sind halt 20 Jahre bald vergangen und da sieht man manches anders, schon gleich wenn man alt wird und wei├č es kann jedes Jahr das letzte sein. Tief drin wird er wohl wissen, dass das jetzt nicht wirklich superklasse ist. Aber es macht ihm wohl wieder Spa├č, es bringt Geld und er wei├č es ist das letztemal dass er sowas tun kann. Kann man schon nachvollziehen aus seinem Standpunkt.

Dass er damals dann komplett mit Hardrock aufh├Ârte fand ich interessant, spricht aber meiner Meinung nach daf├╝r, dass Hardrock f├╝r ihn immer das Ventil f├╝r diese Masse an angestauter Aggression und Unzufriedenheit war. Und dann war da Candice und diese andere Musik, die anfangs auch nur als Nebenbei-Spa├čprojekt gedacht war und auf einmal waren die Aggressionen und die Unzufriedenheit weg oder deutlich weniger und es brachte auch noch Erfolg und Geld, womit er wohl bei Blackmore's Night nicht gerechnet hatte. Auch da kann ich ihn absolut nachvollziehen. Du hast auch mit dem Ding Erfolg, es bringt dir auch Geld und dein Leben hat sich sowieso stark ver├Ąndert, du f├╝hlst dich leichter, beschwingter, sanfter und kannst endlich was tun, dass du schon seit sehr sehr langer Zeit tun wolltest, alte Musik spielen. Da passt doch dann alles, warum h├Ątte er damals also weitermachen sollen mit dem Hardrock?
Na ja, nat├╝rlich ist das schon nachvollziehbar, aber andere Rockmusiker werden schlie├člich auch ├Ąlter oder haben ein angenehmes Leben, verlieren deswegen aber trotzdem nicht gleich die Lust am rocken.

Vor allem h├Ątte ja eigentlich auch nichts dagegen gesprochen, beides parallel laufen zu lassen. Blackmore┬┤ s Night auf der einen Seite als Nebenprojekt um sich anderweitig k├╝nstlerisch auszuleben und alle paar Jahre trotzdem ein Album oder eine Tour mit Rainbow, das w├Ąre doch sicherlich gut gegangen. Eigentlich w├Ąre das doch sogar eher der ├╝bliche Weg, anstatt ganz und gar mit einer Sache zu brechen.

Aber der Tod von Cozy kam damals dazwischen, stimmt. Das hat der ganzen Sache sicherlich einen Schlag versetzt, allerdings w├Ąre Bobby Rondinelli als Ersatz denkbar gewesen oder er h├Ątte weiter auf Chuck B├╝rgi setzen k├Ânnen, der war ja eh schon in der Band drin und ist kein schlechter Mann.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#24

Beitrag: # 51512Beitrag Vertigo
05.12.2018, 12:09

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 11:59
Eigentlich w├Ąre das doch sogar eher der ├╝bliche Weg, anstatt ganz und gar mit einer Sache zu brechen.

Aber der Tod von Cozy kam damals dazwischen, stimmt. Das hat der ganzen Sache sicherlich einen Schlag versetzt, allerdings w├Ąre Bobby Rondinelli als Ersatz denkbar gewesen oder er h├Ątte weiter auf Chuck B├╝rgi setzen k├Ânnen, der war ja eh schon in der Band drin und ist kein schlechter Mann.
Das w├Ąre der ├╝bliche Weg, aber wir sprechen eben hier ├╝ber Ritchie, der niemals der ├╝bliche Rockstar war ;)

Wenn ein Musiker das aus nem Kalk├╝l heraus macht, dann l├Ąuft sowas auch meist parallel. Aber das wars ja bei Ritchie nicht. Und wenns so ist, wie ich vermute, dass er den Hardrock quasi als Selbsttherapie f├╝r seinen Frust brauchte, dann war diese Triebfeder eben dann weg. Ich denke da war ganz simpel keine Energie mehr daf├╝r da, er hat sich einfach nicht mehr danach gef├╝hlt den wilden Mann zu geben, weil er endlich der sanfte Mann auch sein konnte und damit mehr als gut ankam. Und ohne Energie geht halt gscheiter Hardrock nicht, sieht man ja jetzt bei ihm. Eigentlich isser zu alt daf├╝r, da ist kein Feuer mehr da, aber als Abschlu├č seines Rockerlebens sei ihm das herzlich geg├Ânnt.

Dass Ritchie damals nur Cozy oder gar keinen haben wollte spricht aber sehr f├╝r ihn finde ich. Da gehts nicht darum ob Rondinelli oder B├╝rgi gute Drummer sind, ich denke da gings um die menschliche Geschichte. Mit Cozy konnte er eben sehr gut, den mochte er. Dass der trotzdem aus der Band ausstieg, nun das ist eben Ritchies pers├Ânliche Trag├Âdie, dass er immer auch mal mit denen brach, die er eigentlich sehr mochte und wertsch├Ątzte. Da war er sich selber halt immer im Weg und hat das wohl erst nun im Alter erkannt.
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Re: [REVIEW] Whitesnake - "The Purple Album" (2015)

#25

Beitrag: # 51515Beitrag AusDemWegIchBinArzt
05.12.2018, 12:11

Vertigo hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 12:09
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ÔćĹ
05.12.2018, 11:59
Eigentlich w├Ąre das doch sogar eher der ├╝bliche Weg, anstatt ganz und gar mit einer Sache zu brechen.

Aber der Tod von Cozy kam damals dazwischen, stimmt. Das hat der ganzen Sache sicherlich einen Schlag versetzt, allerdings w├Ąre Bobby Rondinelli als Ersatz denkbar gewesen oder er h├Ątte weiter auf Chuck B├╝rgi setzen k├Ânnen, der war ja eh schon in der Band drin und ist kein schlechter Mann.
Das w├Ąre der ├╝bliche Weg, aber wir sprechen eben hier ├╝ber Ritchie, der niemals der ├╝bliche Rockstar war ;)

Wenn ein Musiker das aus nem Kalk├╝l heraus macht, dann l├Ąuft sowas auch meist parallel. Aber das wars ja bei Ritchie nicht. Und wenns so ist, wie ich vermute, dass er den Hardrock quasi als Selbsttherapie f├╝r seinen Frust brauchte, dann war diese Triebfeder eben dann weg. Ich denke da war ganz simpel keine Energie mehr daf├╝r da, er hat sich einfach nicht mehr danach gef├╝hlt den wilden Mann zu geben, weil er endlich der sanfte Mann auch sein konnte und damit mehr als gut ankam. Und ohne Energie geht halt gscheiter Hardrock nicht, sieht man ja jetzt bei ihm. Eigentlich isser zu alt daf├╝r, da ist kein Feuer mehr da, aber als Abschlu├č seines Rockerlebens sei ihm das herzlich geg├Ânnt.

Dass Ritchie damals nur Cozy oder gar keinen haben wollte spricht aber sehr f├╝r ihn finde ich. Da gehts nicht darum ob Rondinelli oder B├╝rgi gute Drummer sind, ich denke da gings um die menschliche Geschichte. Mit Cozy konnte er eben sehr gut, den mochte er. Dass der trotzdem aus der Band ausstieg, nun das ist eben Ritchies pers├Ânliche Trag├Âdie, dass er immer auch mal mit denen brach, die er eigentlich sehr mochte und wertsch├Ątzte. Da war er sich selber halt immer im Weg und hat das wohl erst nun im Alter erkannt.
Cozy konnte aber auch ein ziemlicher Arsch sein, genau wie Ritchie. Wahrscheinlich haben die sich deswegen so gut verstanden, die haben sich einfach erg├Ąnzt. Hattest Du mir nicht auch erz├Ąhlt, dass die beiden Don Airey aus der Band gemobbt haben ?
Wenn Musik Bilder erzeugen und den H├Ârer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erf├╝llt.



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