[REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

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[REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

#1

Beitrag: # 65476Beitrag AusDemWegIchBinArzt
17.05.2019, 20:07

Demon - "British Standard Approved" (1984)

Gegen Mitte der 80er Jahre hatten sich die seit jeher sträflich unterbewerteten Demon zu einer teilweisen Abkehr von den hartmetallischen Klängen und der NWoBHM entschieden.

Das wurde bereits auf dem Vorgänger "The Plague" (1983) deutlich, der nach zwei vorzüglichen, eher Heavy Metal-typischen Werken ("Night Of The Demon", 1981 und "The Unexpected Guest", 1982) bereits umgeschwenkt war auf eine stilistisch eigenständige Form des melodiösen, progressiven Hardrocks.

Doch "British Standard Approved" ging dann ein knappes Jahr später noch einen entscheidenden Schritt weiter und lotete stilistisch völlig neue Klangwelten aus, die mitunter stark von Pink Floyd inspiriert waren.

Gleichzeitig handelt es sich um das letzte Album, an dem Gitarrist und Gründungsmitglied Mal Spooner noch maßgeblich beteiligt war, der zum Zeitpunkt der Aufnahmen gesundheitlich bereits schwer angeschlagen war und kurz nach der Veröffentlichung tragischerweise - viel zu früh - verstarb.

Die Band setzte neben dem üblichen Instrumentarium auch verstärkt auf Metal-"untypische" Instrumente - so fand neben reichlich eingebauten Synthesizerflächen u.a. auch eine Flöte Verwendung, während die prägnanten Gitarrenriffs von Spooner eher in den Hintergrund traten. Was den Songs indes keinen Schaden zufügte, im Gegenteil !

Die zumeist nahtlos ineinander übergehenden Songs stellen sowas wie eine musikalische Reise dar, die von verschiedenen Aussichtsplattformen immer wieder neue, interessante Perspektiven ermöglicht.

Wenn man die stilistischen Scheuklappen etwas beiseite legt und sich vom typischen Heavy Metal-Kontext der ersten beiden Demon-Alben freidenkt, wird man mit einem sehr gehaltvollen, bisweilen gar ungewöhnlichen Konzeptalbum belohnt, welches sehr inspirierten und auch inspirierenden progressiven Rock/Hardrock mit ganz eigener Atmosphäre bietet.

Eine reiz-und fantasievolle Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen, aber auch ein Album mit dem sich beschäftigt werden will und welches nicht als banale Hintergrundberieselung taugt ! 8-)

Die Songs

1. First Class
2. Cold In The Air
3. Touching The Ice
4. Second Stage
5. Proxima
6. The Link (Part 1)
7. The Link (Part 2)
8. New Ground
9. From The Outside
10. Wonderland
11. Hemipheres (British Standard Approved)

Die Band

Dave Hill (Gesang)
Gavin Sutherland (Bass)
Mal Spooner (Gitarre)
John Waterhouse (Gitarre)
Steven Watts (Synthesizer)
John Wright (Schlagzeug)


Bild
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Re: [REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

#2

Beitrag: # 65486Beitrag Oracle
17.05.2019, 22:47

FĂĽr die Progalben der Band hab ich mich auch schon interessiert aber leider komme ich mit dem Schreigesang nicht klar.

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Re: [REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

#3

Beitrag: # 65530Beitrag AusDemWegIchBinArzt
18.05.2019, 17:00

Oracle hat geschrieben: ↑
17.05.2019, 22:47
FĂĽr die Progalben der Band hab ich mich auch schon interessiert aber leider komme ich mit dem Schreigesang nicht klar.
Schreigesang würde ich nicht sagen....wo willst Du da die Grenze ziehen ? Robert Plant oder Coverdale können auch sehr brünstig klingen.....was sie ja auch auszeichnet. Bei Dave Hill ist das eigentlich nicht viel anders, nur dass seine Stimme nicht so "rund" und "wohltönend" klingt wie bei den anderen beiden, sondern sperriger, ungelenker....aber eben nichtsdestotrotz auch sehr markant und eigenständig. Also, Geschrei ist für mich jedenfalls was anderes... ;)
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.

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Re: [REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

#4

Beitrag: # 65549Beitrag Oracle
18.05.2019, 23:46

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben: ↑
18.05.2019, 17:00
Oracle hat geschrieben: ↑
17.05.2019, 22:47
FĂĽr die Progalben der Band hab ich mich auch schon interessiert aber leider komme ich mit dem Schreigesang nicht klar.
Schreigesang würde ich nicht sagen....wo willst Du da die Grenze ziehen ? Robert Plant oder Coverdale können auch sehr brünstig klingen.....was sie ja auch auszeichnet. Bei Dave Hill ist das eigentlich nicht viel anders, nur dass seine Stimme nicht so "rund" und "wohltönend" klingt wie bei den anderen beiden, sondern sperriger, ungelenker....aber eben nichtsdestotrotz auch sehr markant und eigenständig. Also, Geschrei ist für mich jedenfalls was anderes... ;)
Das ist ganz klar meine persönliche Wahrnehmung.
Es ist eben genau diese Art von Gesang die ich nicht mag.
Coverdale und Plant finde ich dagegen fantastisch, die haben eben irgendwie Seele in der Kehle.

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Vertigo
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Re: [REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

#5

Beitrag: # 65560Beitrag Vertigo
19.05.2019, 09:01

Oracle hat geschrieben: ↑
18.05.2019, 23:46
Coverdale und Plant finde ich dagegen fantastisch, die haben eben irgendwie Seele in der Kehle.
E X A K T! Genau meine Empfindung. Und Gillan hat Rock & Roll in the soul ;)

Schreien und Schreien ist eben nicht automatisch dasselbe
Ich lese gerade:

HENRYK M. BRODER - Kritik der reinen Toleranz

OSCAR DE MURIEL - Der Todesfee der Grindlay Street (Ein Fall fĂĽr Frey und McGray 3)

MICHAEL JACKSON - Whisky

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Re: [REVIEW] Demon - "British Standard Approved" (1984)

#6

Beitrag: # 65584Beitrag AusDemWegIchBinArzt
19.05.2019, 19:17

Vertigo hat geschrieben: ↑
19.05.2019, 09:01
Oracle hat geschrieben: ↑
18.05.2019, 23:46
Coverdale und Plant finde ich dagegen fantastisch, die haben eben irgendwie Seele in der Kehle.
E X A K T! Genau meine Empfindung. Und Gillan hat Rock & Roll in the soul ;)

Schreien und Schreien ist eben nicht automatisch dasselbe
Das habe ich doch auch nicht bestritten. Ich hab doch schließlich genau differenziert, indem ich beider Gesang als "runder" angepriesen habe, während Dave Hill eben deutlich sperriger und "unfertiger" rüberkommt....aber dennoch nicht weniger markant. Er hat Wiedererkennungswert und Schreihälse sind für mich andere Leute.
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