Beardfish - The Platform

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Mal sehen, was das gibt?

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nixe
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Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72496Beitrag nixe
14.09.2019, 08:56

Noch *ne Band, die es leider nicht mehr gibt:
Beschreibung
Beardfish war eine schwedische Progressive-Rock-Band. Stilistischer Ausgangspunkt der Band ist der Retro-Prog, hinzu kommen weitere Einflüsse aus tradierten und zeitgemäßen Musikrichtungen und besonders auch Humor als Stilelement. Wikipedia
Aktiv bis: 2016
Herkunft: Schweden (2001)
Mitglieder: Rikard Sjöblom, David Zackrisson, Magnus Östgren, Robert Hansen, Petter Diamant, Stefan Aronsson, Gabriel Olsson
Genres: Progressive Rock, Progressive Metal



Beardfish - The Platform
Musik hat die Fähigkeit uns geistig, körperlich & emotional zu beeinflussen!

!!!I like Prog!!!

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Tschüß
nixe

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Vertigo
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72502Beitrag Vertigo
14.09.2019, 09:35

Die rein instrumentalen Teile sind recht guter Hardrock. Die Gesangsteile völlig langweilig. Das alte Problem, dass ich mit Prog neueren Datums habe. Selten wird ein Song draus. Hab mir die Box mit den Beardfish Alben ja auch mal gekauft, könnte aber sein, dass die auch mal rausfliegt, mal sehen.

Ich denke der Modern-Prog Bereich wird irgendwann bei mir nur noch marginal sein. Da bleiben dann nur sowas wie Pendragon, IQ, Mostly Autumn und Big Big Train oder so übrig.

Is gut, dass der Oberfish hier nun Big Big Train mit seinen instrumentalen Fähigkeiten verstärkt und das Songschreiben dort lieber lässt
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Monk
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72504Beitrag Monk
14.09.2019, 10:02

Das alte Problem, das ich mit Prog Rock immer schon hatte: Es gibt einfach viel zu viele Stücke (Bands), bei denen innert allerkürzester Zeit dermassen viel passiert, dass ich mich überhaupt nicht in den Song hinein fühlen kann. Für mich wieder eines dieser Beispiele, bei dem dieses ätzende "seht her, was wir alles können" über einem packenden Grundsong steht, in den man sich hineinhören kann.

Warum können Prog Rock Bands nicht einfach wie Robert Reed denken und fühlen, wenn sie komponieren ? Fand ich Magenta schon über alle Zweifel erhaben, so gab mir Robert Reed mit seinen Mike Oldfield-Reminiszenzen ("Sanctuary") noch den definitiv letzten Beweis, dass nicht alles so hohl wie etwa die neue Tool LP (gaaaanz schreckliche Musik) klingen muss, sondern, dass durchdachter, perfekt in Szene gesetzter Prog Rock auch heute noch möglich ist. Ansonsten stimme ich Jürgen zu - das meiste, was heute unter Prog Rock oder Prog Metal veröfentlicht wird, kannst in die Tonne kloppen, weil es nix Eigenständiges mehr ist, sondern sich immer öfters nach Wiederkäuen anhört: Musik, die längst gegessen, verdaut und als Dung wiederverwertet wird.
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Pavlos
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72506Beitrag Pavlos
14.09.2019, 10:31

Bei den "neuen" Bands gefallen mir nur a few. Beardfish gehören dazu.

Schöner Song, acht Punkte.

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Vertigo
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72507Beitrag Vertigo
14.09.2019, 10:36

Ich glaub so ein Hauptproblem beim heutigen Prog ist dieses Gewollte. Da setzen sich fünf Jungs zusammen und wollen Großes schaffen. Es geht nicht um nen Song den sie dabeihaben, nicht um ne Musik die sie gern spielen wollen, weil es sie berührt, nicht um ne Melodie die ihnen eingefallen ist und ihnen einfach guttut, es geht um GROSSES.
Da wird daheim - möglichst ohne lästige Menschen wie Bandkumpels - getüftelt und haben sie mal ne brauchbare Idee gefunden, muß die nach anderthalb Minuten natürlich unbedingt zerhackt werden mit ner ganz anderen Idee, möglichst einer, die das vorherige atmosphärisch zerstört. Denn das setzt Reizpunkte, das ist wichtig, das ist GROSS.

Dass unser heutiges Leben andauernd bis zum Erbrechen voll mit Reizpunkten optischer und akustischer Art ist, ist ihnen entweder nicht bekannt, da sie alle ein behütetes Leben in einem wunderschönen Blockhaus inmitten von unberührter Natur führten und drum dringend mal Reizpunkte brauchten oder solch eine profane Idee wie Harmoniebedürftigkeit kommt ihnen einfach grundsätzlich nicht in den Sinn weil sie es mit so gewöhnlichen menschlichen Empfindungen halt nicht so haben, denn die sind ja nicht GROSS.

Wenn ich mich an Interviews mit den alten Proggrößen der 70er erinnere dann kann ich mich (bis auf wenige Ausnahmen) nicht erinnern, dass die Musiker angetreten sind um Musik zu machen die vor allem kompliziert sein soll und GROSS.
So ziemlich fast alle alten Helden (Keith Emerson mal ausgenommen, der wollte immer schon Weltmeister werden, hatte aber auch musikalisch mehr auf dem Kasten als die heutigen Progmusiker zusammen, denn er hatte trotz diesem Bedürfnis genug Menschlichkeit, siehe z.B. seine komödiantischen ELP Songs die er auf so ziemlich jedem Album drauf hatte, weil ihm das wichtig war) sind einfach angetreten die Musik zu machen die sie fühlten. Da wurde nicht experimentiert ob man nach nem 9/8 nen 16/15tel Beat spielen sollte damits GROSS klingt. Wenn sie das Gefühl hatten das muß da rein, dann taten sie es, aber wenn Menschen nach ihrem Gefühl gehen kommt da nur selten sowas raus.

Wo ist das Gefühl bei der heutigen Prog-Generation? Mein Eindruck ist, dass das überwiegend eine total verkopfte Bande ist, die am liebsten weltfremd und ungestört von jeder menschlichen Regung ihren Quark am PC anrührt und sich dann einen drauf runterholt, dass ihre neue Scheibe wirklich GROSS ist und so kompliziert mit ihren 129 Wendungen in viereinhalb Minuten, dass es außer solchen sozial gehemmten Individuen wie sie wirklich niemanden berühren kann, der noch nicht seine Emotionen in der Tiefkühltruhe im Keller eingesperrt hat.

Prog braucht Melodie, braucht die Lust am Song, Prog braucht die Freude am hemmungslosen Frönen im Kitsch. Das alles gepaart mit bestaunenswertem instrumentalen Können erreicht dann Menschen wie mich, die nicht nur Kopf sein wollen, wohl aber ihren Kopf zu benützen wissen.

Warum ich z.B. unter all den Prog-Metal Bands immer noch (trotz Mike Mangini) Dream Theater am interessantesten finde? Sie sind mit Abstand die kitschigste Band des Genres. Sie sind geprägt von US-Unterhaltung und darum sind sie so gut, weil sie nicht nur für weltferne Spinner musizieren, sondern genauso gern die Menschen erreichen wollen. Das ist ihnen etwas aus der Balance geraten, "The Astonishing" hat viel zuviel Kitsch, das eine oder andere Album davor zuviel Kopfwichse. Insgesamt aber sind sie zurecht auf dem Thron da, weil sie unterhaltsam sind.

Und das scheint mir ist für 99 Prozent der Progmenschen von heute ein Schimpfwort. Unterhaltsam heißt bei denen, mal kurz mit dem Kopf zu nicken oder die Mundwinkel anerkennend zu verziehen.

Genau darum geht mir der Prog immer mehr am Popo vorbei, er unterhält mich nicht als ganze Person. Das hat sicher mit meiner eigenen Entwicklung zu tun, meiner wiedergefundenen Erdung, aber das ist ja Progmusikern nicht verboten mal ihren Arsch und Eier und......ihr Herz.....wiederzufinden, nicht?
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72548Beitrag Oracle
15.09.2019, 14:28

Insgesamt ist mir der Song zu straight und riffig für eine Band die eigentlich für komplexe Musikstücke steht.
Wobei der Gesang sehr sperrig rüberkommt, da benötigt man erst mal mehr Durchläufe um das zu fassen.
Ohne Zweifel gut gespielt aber auch sehr Stereotyp und unnötig überladen.
Das gibt natürlich Punktabzug: 7Pkt.

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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72549Beitrag Oracle
15.09.2019, 15:36

Vertigo hat geschrieben:
14.09.2019, 10:36

Wo ist das Gefühl bei der heutigen Prog-Generation?
Monk hat geschrieben:
14.09.2019, 10:02
- das meiste, was heute unter Prog Rock oder Prog Metal veröfentlicht wird, kannst in die Tonne kloppen, weil es nix Eigenständiges mehr ist, sondern sich immer öfters nach Wiederkäuen anhört: Musik, die längst gegessen, verdaut und als Dung wiederverwertet wird.
Dieses Narrativ "Früher war alles besser!" wird ja häufig und zwangsläufig von älteren Leuten, die einer anderen Generation angehören, festgestellt.
Ich denke aber, dass dieses empfinden, zyklenhaft, jede Generation aufs neue, irgendwie anders, erlebt.
Jede Generation fühlt und denkt anders, wächst in verändertem Umfeld auf, ist von anderen Dingen beeinflusst.
Von daher lässt sich die Musikqualität von aktuellen, gegenüber alten Bands nur schwer quantifizieren.

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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72565Beitrag Vertigo
16.09.2019, 08:29

Oracle hat geschrieben:
15.09.2019, 15:36
Vertigo hat geschrieben:
14.09.2019, 10:36

Wo ist das Gefühl bei der heutigen Prog-Generation?
Monk hat geschrieben:
14.09.2019, 10:02
- das meiste, was heute unter Prog Rock oder Prog Metal veröfentlicht wird, kannst in die Tonne kloppen, weil es nix Eigenständiges mehr ist, sondern sich immer öfters nach Wiederkäuen anhört: Musik, die längst gegessen, verdaut und als Dung wiederverwertet wird.
Dieses Narrativ "Früher war alles besser!" wird ja häufig und zwangsläufig von älteren Leuten, die einer anderen Generation angehören, festgestellt.
Ich denke aber, dass dieses empfinden, zyklenhaft, jede Generation aufs neue, irgendwie anders, erlebt.
Jede Generation fühlt und denkt anders, wächst in verändertem Umfeld auf, ist von anderen Dingen beeinflusst.
Von daher lässt sich die Musikqualität von aktuellen, gegenüber alten Bands nur schwer quantifizieren.
Früher war nicht alles besser aber vieles anders und vor allem war sehr vieles nicht auf reine Wirkung geplant. Mir ist heute viel zu vieles durchgeplant, so mag ich nicht leben
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72595Beitrag Oracle
16.09.2019, 22:54

Vertigo hat geschrieben:
16.09.2019, 08:29
Oracle hat geschrieben:
15.09.2019, 15:36
Vertigo hat geschrieben:
14.09.2019, 10:36

Wo ist das Gefühl bei der heutigen Prog-Generation?
Monk hat geschrieben:
14.09.2019, 10:02
- das meiste, was heute unter Prog Rock oder Prog Metal veröfentlicht wird, kannst in die Tonne kloppen, weil es nix Eigenständiges mehr ist, sondern sich immer öfters nach Wiederkäuen anhört: Musik, die längst gegessen, verdaut und als Dung wiederverwertet wird.
Dieses Narrativ "Früher war alles besser!" wird ja häufig und zwangsläufig von älteren Leuten, die einer anderen Generation angehören, festgestellt.
Ich denke aber, dass dieses empfinden, zyklenhaft, jede Generation aufs neue, irgendwie anders, erlebt.
Jede Generation fühlt und denkt anders, wächst in verändertem Umfeld auf, ist von anderen Dingen beeinflusst.
Von daher lässt sich die Musikqualität von aktuellen, gegenüber alten Bands nur schwer quantifizieren.
Früher war nicht alles besser aber vieles anders und vor allem war sehr vieles nicht auf reine Wirkung geplant. Mir ist heute viel zu vieles durchgeplant, so mag ich nicht leben
Ich verstehe, glaube ich, wie ihr das meint.
Im Prinzip bin ich mit euch auch d'accord, finde es nur unfair junge Bands in die Tonne zu treten.
Die brauchen uns alte auch gar nicht, sollen sie doch ruhig ihr Ding machen.
Dass heute viel Spontanität, Experimentierlust und Risikobereitschaft fehlt, ist ein Dogma unserer Zeit.
Alles wird perfekt organisiert und durchgestylt, keimfreie Musik sozusagen.

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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72596Beitrag Oracle
16.09.2019, 22:59

Noch zu Beardfish.
Ich habe die Destined Solitaire und finde die sehr gut gemacht auch wenn es da crowls gibt.
Im Gegensatz zu dem Song hier ist auf Destined Solitaire alles jazziger bzw. canterburyesker und das fand ich vom ersten Spin gut.
The Platform ist anders, irgendwie berechnender in Richtung Prog-Metal, wo ein größeres Publikum sitzt.


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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72597Beitrag Monk
17.09.2019, 07:40

Oracle hat geschrieben:
16.09.2019, 22:54
Ich verstehe, glaube ich, wie ihr das meint.
Im Prinzip bin ich mit euch auch d'accord, finde es nur unfair junge Bands in die Tonne zu treten.
Die brauchen uns alte auch gar nicht, sollen sie doch ruhig ihr Ding machen.
Dass heute viel Spontanität, Experimentierlust und Risikobereitschaft fehlt, ist ein Dogma unserer Zeit.
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72598Beitrag Monk
17.09.2019, 07:42

Oracle hat geschrieben:
16.09.2019, 22:59
Noch zu Beardfish.
Ich habe die Destined Solitaire und finde die sehr gut gemacht auch wenn es da crowls gibt.
Im Gegensatz zu dem Song hier ist auf Destined Solitaire alles jazziger bzw. canterburyesker und das fand ich vom ersten Spin gut.
The Platform ist anders, irgendwie berechnender in Richtung Prog-Metal, wo ein größeres Publikum sitzt.
Growls sind für mich die unterste Schicht, wie man überhaupt einen Song mit einer Stimme anreichern kann. Das ist schlicht kein Gesang, sondern hirnloses Gurgeln ohne desinfizierendes Mundwasser. Dagegen finde ich ehrlich gesagt sogar das monotone Hip-Hop Gequatsche noch unnerviger.
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72609Beitrag Vinyl
17.09.2019, 09:34

Da kann ich die Statements von Andreas, Mäse und Jürgen nur unterstreichen!

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Vertigo
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72610Beitrag Vertigo
17.09.2019, 09:35

Oracle hat geschrieben:
16.09.2019, 22:54

1.) finde es nur unfair junge Bands in die Tonne zu treten.
2.) Die brauchen uns alte auch gar nicht, sollen sie doch ruhig ihr Ding machen.
3.) Dass heute viel Spontanität, Experimentierlust und Risikobereitschaft fehlt, ist ein Dogma unserer Zeit.
Alles wird perfekt organisiert und durchgestylt, keimfreie Musik sozusagen.
zu 1.) In die Tonne treten will ich damit niemand denn..
zu 2.) richtig, die brauchen uns Alte nicht und sollen ihr Ding machen wie sie meinen, ich darf sie dafür aber auch kritisieren als Künstler
zu 3.) genau da fehlt mir dann eben die Kunst oder bezeichnen wir es mal anders, die Lust am Beruf. Wenn ich Musiker bin und den Beruf genauso angehe wie der Verlagsmitarbeiter der morgens ins Büro geht, seine Akten weiter bearbeitet, die üblichen Vorgänge in die Wege leitet, das alles natürlich möglichst fehlerfrei, ja wo bitte ist dann der Unterschied vom Musiker zum Angestellten?

Da kritisiere ich diese ganze Generation und nicht nur im Bereich Musik. Wer schon als junger Mensch anstatt seine Ideen und Leidenschaften zu leben nur dauernd alles richtig und perfekt machen will, hat nicht im Ansatz verstanden um was es im Leben eigentlich geht sage ich.

Das finde ich einfach nur reichlich doof mal ganz ehrlich, vor allem wenn ich sehe, dass da anscheinend eine ganze Generation, bis auf Ausnahmen natürlich, dabei ist das so zu handhaben. Bloß nix riskieren, ausprobieren, experimentieren oder gar was verrücktes machen. Lieber gucken was vermarktbar ist, auf Nummer sicher gehen, es möglichst perfekt, optimiert hinbekommen....also sorry um Leuten mit Beamtenmentalität beim Instrumentenbedienen zuzuhören bin ich nicht Musikliebhaber geworden. Und ich sag ausdrücklich Musikliebhaber, nicht Rockliebhaber, denn Musik hat so viele Farben und Abstufungen und Schattierungen aber du solltest sie mit Leidenschaft, Feuer, Verrücktheit, Zärtlichkeit, Liebe und Hingabe erfüllen, ob du nun Volksmusik machst oder Progressive Rock spielst.

Das ist meine Kritik. Da krieg ich Alben von jungen Leuten vorgesetzt und die klingen für mich mit ihrer "Auf Nummer Todsicher" gehenden Mentalität älter als wir Alten.
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72612Beitrag Vertigo
17.09.2019, 09:42

Monk hat geschrieben:
17.09.2019, 07:42
Oracle hat geschrieben:
16.09.2019, 22:59
Noch zu Beardfish.
Ich habe die Destined Solitaire und finde die sehr gut gemacht auch wenn es da crowls gibt.
Im Gegensatz zu dem Song hier ist auf Destined Solitaire alles jazziger bzw. canterburyesker und das fand ich vom ersten Spin gut.
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Growls sind für mich die unterste Schicht, wie man überhaupt einen Song mit einer Stimme anreichern kann. Das ist schlicht kein Gesang, sondern hirnloses Gurgeln ohne desinfizierendes Mundwasser. Dagegen finde ich ehrlich gesagt sogar das monotone Hip-Hop Gequatsche noch unnerviger.
Growls und HipHop Gestammel, für mich Auswüchse desselben Mangels. Der Mangel an Selbstvertrauen. Fürs Singen reichts nicht, also reime ich ganz lustig und stammel das mal hektisch aggressiv oder auch mal wahnsinnig betroffen weinerlich daher. Der Beat ist eh immer derselbe und alles Gute in meinem Song hab ich mir irgendwo geklaut. Das ganze Genre spricht für mich nicht für respektvolle, selbstbewusste Menschen die Musik an sich lieben, sondern ein eklatantes Defizit in ihrer Persönlichkeit haben, dass sie mit möglichst geringen Mitteln ein wenig auffüllen wollen.

Beim Growlen ists genauso. Ich weiß nicht obs jeder tat, aber ich habs mal versucht hier, mal versucht so ein paar Zeilen gegrowlt (gekrault? :mrgreen: ) zu singen. Wer da nicht sofort spürt was er seinen Stimmbändern damit antut, muß sehr weit weg von seinem Gefühl für sich selber sein. Ich kann halt je älter ich werde Menschen die dauernd irgendwas tun das Aufmerksamkeit erzeugt, aber schwachsinnig ist, einfach nimmer ernst nehmen, ein Segen (oder Fluch?) des Alters, aber mir taugts dass dem so ist.

Dazu fällt mir auch der Trottel Mike Mangini, Dream Theaters Drummer nach Portnoy ein. Hängt seine Becken soweit nach oben, dass er die nur mit ausgestrecktem Arm weit über seinem Kopf schlagen kann. Sein Orthopäde freut sich sicherlich schon, wird ihm schon mal ein paar Termine für die Zukunft gebucht haben. Eine Tour lang seine Becken so zu spielen sieht in Manginis Augen vielleicht ultracool aus (in meinen ultradeppert) aber ein dauernd überstreckter Arm in der Art und Weise ist nicht hilfreich für nen Schlagzeuger der auch fühlen sollte was er da spielt und nicht nur Weltmeister im Taktezählen sein möchte.
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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72632Beitrag Pavlos
17.09.2019, 13:32

Hhmmm....wenn ich mir den Thread hier durchlese dann stimme ich schon in ganz vielen Punkten zu, überlege aber gleichzeitig ein Thema bzgl. "spannender neuer Bands" zu starten. Denn Formationen wie Jordsjo, Wobbler oder auch Disillusion empfinde ich schon als spannend, spontan und keimfrei.

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Re: Beardfish - The Platform

Beitrag: # 72634Beitrag Vertigo
17.09.2019, 13:51

Pavlos hat geschrieben:
17.09.2019, 13:32
überlege aber gleichzeitig ein Thema bzgl. "spannender neuer Bands" zu starten. Denn Formationen wie Jordsjo, Wobbler oder auch Disillusion empfinde ich schon als spannend, spontan und keimfrei.
find ich gut, mach ruhig, vielleicht entdecke ich ja was. Wobei ich Wobbler ein bisserl kenne
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