Jahresrückblick 2019

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Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76015Beitrag Oracle
03.01.2020, 11:57

Es wird Zeit mal wieder Bilanz zu ziehen

Wie war euer 2019?
- Enttäuschungen - Reinfälle - Highlights -
->Politik -> Gesellschaft -> Sport -> Kultur -> Privat -> und natürlich Musik

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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76016Beitrag Oracle
03.01.2020, 11:58

Schwierige Wahl dieses Jahr.
Bei der Top 5 hätte jede Scheibe Album des Jahres bei mir werden können.
Letztendlich hat mich Cass McCombs am meisten bewegt.
Kiwanuka leidet stark unter einem grottigen Sound.
Bonnie "Prince" Billy ist eine schöne Überraschung und tendiert teils zum Wohlklang

  1. Cass McCombs - Tip Of The Sphere
  2. Michael Kiwanuka - Kiwanuka
  3. Bonnie "Prince" Billy - I Made A Place
  4. Bruce Springsteen ‎– Western Stars
  5. Tedeschi Trucks Band - Signs
  6. Jon Anderson - 1000 Hands - Chapter One
  7. Motorpsycho - The Crucible
  8. Durand Jones & The Indications - American Love Call
  9. Weyes Blood - Titanic Rising
  10. Chris Robinson Brotherhood - Servants Of The Sun
  11. Rustin Man - Drift Code
  12. Andrew Bird - My Finest Work Yet
  13. The Claypool Lennon Delirium - South Of Reality
  14. Jordsjø - Nattfiolen
  15. Richard Hawley - Further
  16. Steve Gunn - The Unseen In Between
  17. Bill Callahan - Shepherd In A Sheepskin Vest
  18. Swans - Leaving Meaning
  19. The Teskey Brothers - Run Home Slow
  20. The Comet Is Coming - Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery
  21. Van Morrison - Three Chords & The Truth
  22. Calexico / Iron And Wine - Years To Burn
  23. Nick Cave And The Bad Seeds - Ghosteen
  24. The Allman Betts Band - Down To The River
  25. Tindersticks - No Treasure But Hope
  26. Robert Forster - Inferno
  27. The Magpie Salute - High Water II
  28. Wilco - Ode To Joy
  29. The Who - Who
  30. Neil Young With Crazy Horse - Colorado
  31. Lee Fields & The Expressions - It Rains Love
  32. Belle And Sebastian - Days Of The Bagnold Summer
  33. Steve Hackett - At The Edge Of Light
  34. Eloy - The Vision, The Sword And The Pyre - Part II
  35. Lambchop - This (Is What I Wanted To Tell You)
  36. Santana - Africa Speaks
01 - 05 -5.5
06 - 20 -5
20 - 30 -4
30 - 35 -3,5

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AusDemWegIchBinArzt
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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76020Beitrag AusDemWegIchBinArzt
03.01.2020, 19:50

Sehr schön, dass Du die liebgewonnene Tradition des Jahresrückblicks weiterführst, Andreas. Danke schon mal dafür ! :good:

Dann will ich auch gleich mal gucken, was ich diesmal dazu beitragen kann....



Enttäuschungen 2019:
2019 war im Vergleich zum aus bekannten Gründen fürchterlichen 2018 für mich persönlich überwiegend ein ausgesprochen positives Jahr und echte Enttäuschungen sind daher tatsächlich weitestgehend ausgeblieben. Zum Glück. Ich kann sogar mit Fug und Recht behaupten, dass 2019 beinahe zur Gänze wie eine Entschädigung für das völlig mißlungene Vorjahr für mich gewesen ist. So durch die Bank gute Jahre hat man selten.

Das einzig enttäuschende, wenn überhaupt, ist das Verhalten von Tina und Mike gewesen, welches sich trotz für mich erfolgreicher Gerichtsverhandlung letzlich nicht grundlegend geändert hat. Aber eigentlich kann man auch da nicht mal von einer Enttäuschung sprechen, denn es war im Prinzip erwartbar und es wird sicherlich auch noch eine Weile so weitergehen, weswegen ich die persönliche Kommunikation mit Tina mittlerweile auf ein absolutes Minimum reduziert habe (nur wenn es wirklich absolut unvermeidbar nötig ist). Es geht nicht anders und daher ist es die richtige Entscheidung, die auch definitiv was befreiendes hat.

Nein, ansonsten fällt mir selbst bei angestrengtem Nachdenken nichts wirklich negatives zu 2019 ein. Und das ist positiv. ;)


Reinfälle 2019:
Gab es für mich persönlich keine nennenswerten, also ähnlich wie bei den Enttäuschungen. Obwohl, na ja: Die neue und wohl auch finale Eloy ("The Vision, The Sword And The Pyre pt.2") hat mich wirklich ein wenig aus den Socken gehauen, aber in negativer Hinsicht. Das Album ist für mich ein veritabler Schuss ins Knie und kann den Erwartungen in kaum einer Weise gerecht werden. Auch nach Monaten hat die Scheibe nichts hinzugewonnen und das finde ich als alter Eloy-Fan sehr traurig. Ehrlich, da hör ich mir noch lieber "Ra" oder "Destination" an...:roll:


Highlights 2019:
Das ist doch sonnenklar: Nach dem sehr trübsinnigen, deprimierenden und frustrierenden 2018 und dem unerwarteten Zusammenbruch meines kompletten bisherigen Lebens wurde mir ein ebenso unerwartetes Geschenk gemacht, welches sich auf das Jahr 2019 ausnahmslos positiv ausgewirkt hat: Ich hatte das Glück, Ursula kennenzulernen und ich möchte fast sagen, dass es wohl tatsächlich die Frau meines Lebens ist. Das will ich garnicht an einzelnen Details festmachen, es ist einfach das "Gesamtkonzept" ihrer Persönlichkeit, welches ich hinreißend anziehend finde. Es hat von Anfang an zu 100% gepasst, schon beginnend mit der Tatsache, dass wir am gleichen Tag Geburtstag haben.... :yahoo:

Und ich bin dankbar, dass ich den Mut und die Energie hatte, meinem Dasein einen neuen Schub zu verpassen, alte Zöpfe abzuschneiden und mein altes Leben hinter mir zu lassen, um an einem anderen Ort mit Ursula ein neues anzufangen. Auch wenn sowas nie ganz einfach ist und einen echten Gestaltungs-und Veränderungswillen erfordert, habe ich es bislang keine Sekunde bereut, ganz im Gegenteil. Ich habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.

In diesem Zusammenhang war das dritte Highlight dann meine neue Arbeitsstelle, die ich mir ja durch den Umzug suchen mußte. Auch da habe ich mich beruflich nochmal komplett neu orientiert und ich kann nicht klagen: Ich habe klasse Kollegen, komme mit meiner Chefin bestens aus, die Arbeit ist abwechslungsreich und macht Spaß, ich genieße viele Freiheiten und habe mich nicht zuletzt auch durch den Job richtig gut eingelebt im Ort. Die Probezeit habe ich erfolgreich hinter mich gebracht und damit war dann auch gleich, nach der Festübernahme, eine erste Lohnerhöhung verbunden. Und wirklich: Ich gehe morgens immer mit guter Laune hin und komme abends auch immer mit guter Laune wieder nach Hause, selbst an stressigen Tagen. Es ist einfach ein Träumchen. Ich bin viel ausgeglichener als früher. Damit wäre also auch der Punkt "Privatleben 2019" gleich abgehakt. 8-)

Politik 2019: Nicht anders als 2018. Die Welt wird regiert von inkompetenten, korrupten, egozentrischen Vollidioten und es wird nicht besser, eher noch schlechter. Reaktionäre Nazideppen sind weiter im Aufwind und fluten die Welt mit ihrem verbalen Dünnschiss. In Amerika, der Türkei und England bekleiden nach wie vor geistige Amokläufer mit dem Verstand und dem Benehmen eines Kleinkindes das höchste Staatsamt, von Verhältnissen in Ländern wie Nordkorea, Syrien oder dem Iran mal ganz zu schweigen. Mit anderen Worten: Politik ist mittlerweile so frustrierend, dass man sich nicht mal mehr drüber aufregen mag. Und das ist schlimm, denn die Demokratie wie zumindest hier im Westen ist ein unschätzbar wertvolles Geschenk, welches aber zunehmend zerstört und ausgehöhlt wird.

Nur eine Sache hat mich dann doch gefreut: Wie sich dieser korrupte österreichische Nazivogel H.-C.Strache in Windeseile selbst demontiert und als absoluter Trottel geoutet hat, der gleich noch die ganze Regierung mit in den Abgrund reißt, das war schon Weltklasse. Das hätte sich kein Drehbuchautor besser ausdenken können. Auch die Versuche von ihm und seiner werten Gattin, den Kopf noch aus der Schlinge zu bekommen, waren wirklich selten dämlich. Was für ein Idiot ! Und es beweist nur mal wieder das, was wir eh schon wissen: Die heutigen Politker sind fast alle Arschlöcher und schwachsinnige Weichkekse. Und das ist kein Betriebsgeheimnis. Arme Welt.

Sport 2019: Da mich Sport bekanntlich nicht mal peripher interessiert, kann ich dazu absolut gar nichts sagen. Es ist halt wie immer: Der Sportteil der Zeitung wird grundsätzlich ignoriert und ist meistens auch das erste, was ich wegwerfe oder zum Ofen anfeuern verwende. ;) :biggrinn:

Gesellschaft 2019: Momentan zweifle ich in sehr vielen Bereichen vor allem an einem: Am gesunden Menschenverstand ! Das scheint jene Eigenschaft zu sein, die in diesen überdrehten Zeiten vielen Leuten zunehmend fehlt.

Musik 2019: Es gab auch letztes Jahr wieder ein paar sehr bedauerliche Todesfälle:

Timi Hansen (Mercyful Fate), Ted McKenna (Sensational Alex Harvey Band; MSG), Larry Wallis (Pink Fairies; Motörhead), Bernie Torme (Gillan), Paul Raymond (UFO; MSG), Phil McCormack (Molly Hatchet), Andre Matos (Angra), Tony Mills (TNT; Shy), Roky Erickson und natürlich der große, wunderbare Ginger Baker. All diesen wunderbaren Musikern sei an dieser Stelle noch mal gedacht. Und gedankt !
R.I.P. !!!! :cry:


Die aus meiner Sicht besten Veröffentlichungen, die im vergangenen Jahr erschienen sind:

1. Thunder - "Please Remain Seated" (Live)
2. King Diamond - "Songs For The Dead Live" (Live)
3. Candlemass - "The Door To Doom"
4. Overkill - "The Wings Of War"
5. Saint Vitus - "same"
6. Diamond Head - "The Coffin Train"
7. The Rods - "Brotherhood Of Metal"
8. Tony Mills - "Beyond The Law" (sein Abschiedswerk - bereits im Wissen eingespielt, dass er seine Krebserkrankung nicht überleben würde).
9. Sacred Reich - "Awakening"
10. Alice Cooper - "Breadcrumbs" (EP)
11. Grim Reaper - "At The Gates"
12. Vanden Plas - "The Ghost Xperiment - Awakening"
13. Ray Alder - "What The Water Wants"
14. Angel Witch - "Angel Of Light"
15. Tygers Of Pan Tang - "Ritual"
16. Sodom - "Out Of The Frontline Trench" (EP)
17. Blitzkrieg - "Loud And Proud" (EP)
18. Running Wild - "Crossing The Blades" (EP)
19. Steve Hackett - "At The Edge Of Light"
20. Arch / Matheos - "Winter Ethereal"
Wenn Musik Bilder erzeugen und den Hörer mit auf eine Reise nehmen kann, hat sie eine ihrer edelsten Aufgaben erfüllt.



Ein Komma kann über Leben und Tod entscheiden. Zum Beispiel bei dem Satz "Wir essen jetzt, Opa."

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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76034Beitrag Oracle
03.01.2020, 22:38

Live im Tempodrom ist für mich das Beste Livealbum des Jahre.
Das hat gute Gründe:
  • sehr gute Songauswahl
  • exzellente Konzertatmosphäre
  • Gut aufgelegte Band
  • Querschnitt durch die Diskografie gelungen
  • hervorragende Aufnahmequlität
  • Vinylpressung vorbildlich
Auf Neil Young mit den Stray Gators hab ich lange gewartet, das Lineup hielt ja leider nur kurz.
Leider ist die Spielzeit von Tuscaloosa auch sehr kurz, so ist es nur fragmenthaft.

Die *YES 50 Live* zeigt wo die Band spieltechnisch im Augenblick steht.
Songauswahl interessant, Vinyl gut mit schönem Cover
  1. Element Of Crime - Live Im Tempodrom
  2. Neil Young + Stray Gators - Tuscaloosa
  3. Yes - Yes 50 Live
  4. Vibravoid - Intergalactic Acid Freak Out Orgasms
0-1: -5.5
2-3: -4,5
--4: -4

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Vertigo
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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76051Beitrag Vertigo
04.01.2020, 12:16

Privat: Drei lang anhaltende Erkältungen/Bronchitis, dazu ein Unfall mit Kopf gegen Eisenstange. Gesundheitlich eher ein recht anstrengendes Jahr, dafür hab ich aber im Februar 19 mit meinen Qi Gong Stunden angefangen und möchte sie nicht missen. Tut dem Körper gut und da mein italienischer Lehrer so eine Seele von Mensch ist, der seine Lektionen im Leben gelernt hat und darum Sonne und Liebe verbreitet, tuts auch meiner Seele gut.

Schade war aber, dass Menschen mit denen man ewig zu tun hat und die einen mal als Freund bezeichnet haben, auch 2019 bewiesen haben, dass sie leider immer noch nicht erwachsen geworden sind und sich dementsprechend mit Schwierigkeiten und Problemen auseinandersetzen, sondern lieber immer noch wie ein Teenager bockend die Flucht ergreifen, so wie sie das eigentlich immer in ihrem Leben getan haben, zumindest auf den Zeitraum bezogen wo ich sie kenne. Dass sie immer noch glauben, das Leben funktioniert dann am besten wenn man den Kopf in den Sand steckt, ganz weit weg flüchtet und davon träumt, dass Bambiland ewig währen sollte, anstatt dass sie Probleme als etwas das man miteinander löst betrachten.

Politik: Alles wie immer, nur dass nun nach brauner Diktatur und roter Diktatur immer mehr Anzeichen auftauchen, dass auch eine grüne Diktatur denkbar ist. Die Menschen lieben halt ihre Blindheit, ihre Verbissenheit, ihre selbstverliebte Dummheit, dass nur sie den richtigen Weg haben und den folgerichtig dann anderen aufzwingen müssen. Dieses Verhalten zieht sich über die ganze Welt, von den USA über Europa bis nach Asien rüber. Ob Süd oder Nord, Ost oder West, ob Donald, Angela, Recep oder Greta, Hauptsache gnadenlos selbstverliebte Trottel, allüberall. Widerlich.
Ich werd mich wieder für Politik interessieren wenn Menschen aufgehört haben Ideologien zu folgen und stattdessen problem- und situationsbezogen denken. Wenn sie aufgehört haben ihre Ideen anderen aufzwingen zu wollen, im Namen irgendeines Gottes, einer Partei oder eines Gesellschafts-Trends. Wenn sie aufgehört haben wie ein Kleinkind zu glauben, dass irgendeine Partei, ein Gott oder eine Person, gleich welcher Farbe, die Lösung für irgendwas anbietet. Die Lösung liegt in jedem selber. Selbstreflektion führt zu einem besseren Miteinander was dann langfristig zu einer besseren Welt führt. Nicht einem Anführer nachlaufen, ob er nun im Oval Office sitzt oder auf den Weltmeeren für den Frieden schippert.
Aber die anderen denken lassen ist halt so furchtbar bequem, warum soll man da selber reflektieren wer man ist und was man so tut, wenn man die richtige Einstellung doch auch im Supermarkt kaufen oder auf dem T-Shirt spazieren tragen kann.
Pfui Deifi

Musik: Wie immer merk ich mir meine Scheiben nicht nach Jahren, obwohl ichs in der Datenbank notiere. Aber da ich inzwischen zu 99,9 Prozent alte Scheiben kaufe die ich noch nie hatte oder gar nicht kannte oder mir in schöneren Versionen zulegen will, weil mir das Album so gut gefällt, kann ich da keine Jahreswertung abgeben, da es ja nix über die Musik aussagt, wenn die 2019 wieder aufgelegt wurde, aber 1968 aufgenommen.
Auch stehen Alben oft sehr lange bei mir rum bevor ich sie höre, so dass vielleicht eine Neuheit von 2019 bei mir im Juli 2020 das erstemal laufen wird, obwohl sie schon seit Juli 2019 bei mir steht.

Sport: Lustig - nein eigentlich nicht - wie der FC Bayern mit einem schlechten Trainer Niko Kovac trotzdem Meisterschaft und Pokal gewinnt, weil die anderen Mannschaften es mal wieder nicht schafften konkurrenzfähig zu sein. Und da sich das nun seit sieben Jahren so hinzieht (das mit dem schlechten Trainer gottseidank nicht) ist das ein wahres Armutszeugnis für die Arbeit der Bundesligakollegen. Liegt natürlich alles nur am Geld des FC Bayern. Das ist einfach eine superpraktische Entschuldigung für eigentlich alles im Bundesliga-Fußball wenn die eigene Saison wiedermal scheiße lief. Bayern hat Geld, das ist der Grund für absolut alles was mit dem Ball zu tun hat, ach wir Armen, was soll man da tun.

Aber endlich in der laufenden Saison herrscht nach langer Zeit mal wieder Spannung an der Spitze und diesmal bin ich wirklich sehr gespannt ob es nochmal gelingen wird auf dem Thron zu sitzen, ich denke nicht.
Ansonsten ist das eine Umbruchs- und Neuanfangszeit bei den Bayern und da bin ich neugierig ob sie das so hinbekommen, dass es mir taugen wird, doch das wird wohl noch so zwei, drei Jahre andauern.


Generell: Werden die Enttäuschungen Jahr für Jahr weniger für mich, weil die Erwartungen gar nicht mehr da sind, es aber auch generell mir nicht mehr so besonders wichtig ist, dass da von außen was kommt. Ich genieße das was kommt und mir gefällt und gut tut, aber ich rege mich nicht mehr wirklich auf wenns nicht so ist, es hat einfach nimmer die Relevanz für mich, meine persönliche Weiterentwicklung ist mir einfach wichtiger und die muß von innen nach außen passieren und nicht umgekehrt.

D.h. nicht, dass ich mich nicht mehr über Dinge oder Menschen ärgere, das tue ich schon und das muß dann auch mit bayrischer Wucht hinaus, aber wirklich entscheidend sind diese Ereignisse für mich nicht mehr.
"Ich glaube, dass ein Optimist, der erkennen muß, dass seine Ideale sich nicht erfüllen, trotzdem ein erfüllteres Leben hat, als ein Pessimist, der sich bestätigt sieht" (Richard David Precht)

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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76053Beitrag Oracle
04.01.2020, 14:48

Politik ~ Gesellschaft:

es liegt ja nun auch schon wieder ein Jahrzehnt zurück, was sich geändert hat, ist eine zunehmende Radikalisierung der Weltmächte.
Rund um die Welt gibt es einen deutlichen Zuwachs von Wahlerfolgen populistischer Parteien.
Die expandierende Weltwirtschaft erzeugt Verlierer und bereitet den Nährboden für radikale Ideen, extrem links und extrem rechts.
Totalitäres antidemokratisches Denken war schon lange nicht mehr so präsent wie jetzt.
Wir leben im Zeitalter des "Empörilaismus" und der "Skandalisierung", bestimmte Gruppen versuchen sprachliche Tabus aufzustellen.
Es wird nicht argumentativ begegnet, sondern mit Empörung und selektiver Berichterstattung.
Alles Ausflüchte, um sich nicht mit den Positionen andersdenkender auseinandersetzen zu müssen.
Sachargumente werden durch eine moralisch aufgeladene Einsortierung in Schubladen ersetzt.
So entsteht Symbolpolitik, weil sich keine Mehrheiten für nachhaltige Entscheidungen mehr bilden.
Das sehe ich als ein Grundproblem der Zukunft und hoffe, dass die bürgerliche Mitte bald wieder einen sicheren Stand hat.
Nicht, dass die bürgerliche Mitte jetzt der Idealzustand wäre aber es ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss.
Jedenfalls waren die 90er und 00er Jahre wesentlich friedlicher und kalkulierbarer.

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Vertigo
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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76062Beitrag Vertigo
04.01.2020, 18:57

Oracle hat geschrieben:
04.01.2020, 14:48
Politik ~ Gesellschaft:

es liegt ja nun auch schon wieder ein Jahrzehnt zurück, was sich geändert hat, ist eine zunehmende Radikalisierung der Weltmächte.
Rund um die Welt gibt es einen deutlichen Zuwachs von Wahlerfolgen populistischer Parteien.
Die expandierende Weltwirtschaft erzeugt Verlierer und bereitet den Nährboden für radikale Ideen, extrem links und extrem rechts.
Totalitäres antidemokratisches Denken war schon lange nicht mehr so präsent wie jetzt.
Wir leben im Zeitalter des "Empörilaismus" und der "Skandalisierung", bestimmte Gruppen versuchen sprachliche Tabus aufzustellen.
Es wird nicht argumentativ begegnet, sondern mit Empörung und selektiver Berichterstattung.
Alles Ausflüchte, um sich nicht mit den Positionen andersdenkender auseinandersetzen zu müssen.
Sachargumente werden durch eine moralisch aufgeladene Einsortierung in Schubladen ersetzt.
So entsteht Symbolpolitik, weil sich keine Mehrheiten für nachhaltige Entscheidungen mehr bilden.
Das sehe ich als ein Grundproblem der Zukunft und hoffe, dass die bürgerliche Mitte bald wieder einen sicheren Stand hat.
Nicht, dass die bürgerliche Mitte jetzt der Idealzustand wäre aber es ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss.
Jedenfalls waren die 90er und 00er Jahre wesentlich friedlicher und kalkulierbarer.
Kluge, weise Worte
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Vinyl
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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76089Beitrag Vinyl
06.01.2020, 09:07

Vertigo hat geschrieben:
04.01.2020, 12:16
Privat: [/b
Schade war aber, dass Menschen mit denen man ewig zu tun hat und die einen mal als Freund bezeichnet haben, auch 2019 bewiesen haben, dass sie leider immer noch nicht erwachsen geworden sind und sich dementsprechend mit Schwierigkeiten und Problemen auseinandersetzen, sondern lieber immer noch wie ein Teenager bockend die Flucht ergreifen, so wie sie das eigentlich immer in ihrem Leben getan haben, zumindest auf den Zeitraum bezogen wo ich sie kenne. Dass sie immer noch glauben, das Leben funktioniert dann am besten wenn man den Kopf in den Sand steckt, ganz weit weg flüchtet und davon träumt, dass Bambiland ewig währen sollte, anstatt dass sie Probleme als etwas das man miteinander löst betrachten.


Generell: Werden die Enttäuschungen Jahr für Jahr weniger für mich, weil die Erwartungen gar nicht mehr da sind, es aber auch generell mir nicht mehr so besonders wichtig ist, dass da von außen was kommt. Ich genieße das was kommt und mir gefällt und gut tut, aber ich rege mich nicht mehr wirklich auf wenns nicht so ist, es hat einfach nimmer die Relevanz für mich, meine persönliche Weiterentwicklung ist mir einfach wichtiger und die muß von innen nach außen passieren und nicht umgekehrt.

D.h. nicht, dass ich mich nicht mehr über Dinge oder Menschen ärgere, das tue ich schon und das muß dann auch mit bayrischer Wucht hinaus, aber wirklich entscheidend sind diese Ereignisse für mich nicht mehr.


Das kann ich Dir sehr gut nachempfinden, allerdings muss man an der Stelle nicht schon wieder nachtreten. Ich hielte hier etwas Selbstkritik für angebracht. Bitte überlege Dir doch Mal wieviele Forenmitglieder 2019 nach Diskussionen mit Dir das Forum verlassen haben.

Menschen sind unterschiedlich empfindlich und man muss auch etwas gut sein lassen können (gilt natürlich auch für mich und ich hatte lange überlegt ob ich hier was dazu schreibe) und eben nicht immer den Leuten Dinge an den Kopf knallen und dies dann mit "Bayerischer Wuchtigkeit" oder "ich streite mich dann mit den Menschen, haue ihnen alles um die Ohren, umso schöner ist dann die Versöhnung", zu entschuldigen. Das geht nicht immer.
Bei mir warst Du eigentlich moderat, als Du mich wegen Matthias des "Euphemismus" bezichtigt hast.
Es gibt eben auch Menschen, die noch andere Themen im Leben haben als das Forum.

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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76090Beitrag Vinyl
06.01.2020, 09:11

Oracle hat geschrieben:
04.01.2020, 14:48
Politik ~ Gesellschaft:

es liegt ja nun auch schon wieder ein Jahrzehnt zurück, was sich geändert hat, ist eine zunehmende Radikalisierung der Weltmächte.
Rund um die Welt gibt es einen deutlichen Zuwachs von Wahlerfolgen populistischer Parteien.
Die expandierende Weltwirtschaft erzeugt Verlierer und bereitet den Nährboden für radikale Ideen, extrem links und extrem rechts.
Totalitäres antidemokratisches Denken war schon lange nicht mehr so präsent wie jetzt.
Wir leben im Zeitalter des "Empörilaismus" und der "Skandalisierung", bestimmte Gruppen versuchen sprachliche Tabus aufzustellen.
Es wird nicht argumentativ begegnet, sondern mit Empörung und selektiver Berichterstattung.
Alles Ausflüchte, um sich nicht mit den Positionen andersdenkender auseinandersetzen zu müssen.
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Das sehe ich als ein Grundproblem der Zukunft und hoffe, dass die bürgerliche Mitte bald wieder einen sicheren Stand hat.
Nicht, dass die bürgerliche Mitte jetzt der Idealzustand wäre aber es ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss.
Jedenfalls waren die 90er und 00er Jahre wesentlich friedlicher und kalkulierbarer.
Dazu kam am Samstag ein schöner Artikel bezüglich der Wählerwanderungen zu radikalen Grupperungen in der Zeitung. Ganz ganz kurzgefasst heißt es, dass es nichts mit Bildung zu tun haben muss, sondern damit wie Menschen sozialisiert wurden, d.h. Menschen die es gewohnt waren, dass alles von Familie, dem Staat reguliert wurden, sind eher empfänglich für totalitäre Systeme bzw. die Propaganda die gemacht wird.

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Re: Jahresrückblick 2019

Beitrag: # 76105Beitrag Oracle
07.01.2020, 21:00

Konzertbesuche waren 2019 rar bei mir, dafür umso schöner.
Der Necomer Kiwanuka mit seiner Soul-Rock-Show, die CRB noch vor dem Freitod von Neal Casal.
TTB wieder mir dem üblichen musikalischen Hochgenuss.

Michael Kiwanuka 09. August "Im Wizemann"; Stuttgart
viewtopic.php?p=70882#p70882

Chris Robinson Brotherhood 23. Juli im Colos-Saal – Aschaffenburg
viewtopic.php?p=70238#p70238

Tedeschi Trucks Band 05. April in Winterbach, Stuttgart – Salierhalle
viewtopic.php?p=62585#p62585

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