Die besten Songs von Rush

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Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76205Beitrag Oracle
12.01.2020, 00:34

Subdivisions
Ein Syth-Bombast-Meisterwerk wo Peart seine jazzigsten, komplexesten Grooves beisteuerte.
Lifeson beklagt die Produktion des Songs weil die Sythns zu laut im Mix sind, genau das macht aber die Wucht des St√ľcks aus.
In der Tat stehen die Gitarren nicht so im Vordergrund, andererseits wäre es ohne die Tasten nur ein weiterer Hardrocksong.
Es geht um Spaltungen in der Gesellschaft, in diesem von Synthies getriebenen Song, der die "Signals" von 1982 einleitete und in den Mainstream-Rock-Charts auf Platz acht landete.
Das St√ľck ist auch ein absoluter Livekiller.

Red Sector A
Ein kraftvoller Song vom Grace Under Pressure Album.
Ich mag die geschichteten Keyboards und Neil Peart war in dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner lyrischen Kräfte.
Red Sector A ist ein Song, der dich direkt in eine Geschichte hineinzieht - eine schreckliche Geschichte der die Verhältnisse in einem Konzentrationslager beschreibt.
Es ging um Geddy Lees Eltern, die beide √úberlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen waren.
In einer Welt voller Hass gibt dieses Lied viel Zeit zum Nachdenken.
Eines der m√§chtigsten St√ľcke der Synthesizer-√Ąra und die Keyboards machen diesen Song noch intensiver.

A Farewell to Kings
Vom gleichnamigen Album im Jahr 1977, schrieb Neil Peart diesen Song, als er noch sehr lange und Fantasy-beeinflusste Suiten komponierte.
Das Intro zu A Farewell to Kings signalisiert die Ver√§nderungen von Rush ab 1977: Synth und Glockenspiel flattern √ľber Lifesons herrlich gezupfte, in Stereo eingespielte klassische Gitarre und l√§uten ein markantes donnerndes Hardrock-Riff ein.
A Farewell to Kings handelt von guten Menschen, die versuchen, die Welt zu verbessern, während schlechte Menschen versuchen, an der Macht festzuhalten.
Die Klangbilder sind stark symphonisch, komplex und etwas trostlos.

Mission
Ich war einige Jahre lang ein großer Fan von "Hold Your Fire" aber nun bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass die doch nicht so gut war, als ich die Songs auf diese Liste setzte.
Die Band h√§lt dieses Album auch nicht f√ľr ihr bestes, aber mit Mission ist doch ein Nugget dabei.
Mission ist meiner Meinung nach aus zwei Gr√ľnden stark. Erstens sind Neil Peart's Texte in dieser √Ąra und speziell auf diesem Song fantastisch.
Zweitens, Alex Lifesons Gitarren gingen hier nicht verloren, wie so oft in der Synth-√Ąra - ein wundersch√∂nes Lifeson-Solo!
Besonders gelungen ist die Version auf dem Live-Album A Show of Hands.

The Weapon
Auch dieses Lied wird stark von Tasten dominiert. Trotzdem mag ich diese dunkle, bösartige Stimmung.
Ohne l√§cherlich oder √ľbertrieben zu wirken, warnt Peart eindringlich vor organisierter Religion und wie man Angst benutzt, um Menschen zu kontrollieren.
Wir leben f√ľr die Liebe aber wenn es hart auf hart kommt, leben wir f√ľr die Dinge, vor denen wir Angst haben.

Time Stand Still
Die Background-Vocals stammen von Amiee Mann, obwohl urspr√ľnglich Chrissie Hynde von The Pretenders singen sollte.
Die atemberaubende Stimme von Aimee Mann gibt diesem Top-3-Hit eine beruhigende Weiblichkeit und markiert die erste Zusammenarbeit der Band mit einem Gastsänger.
"Als wir diesen Song geschrieben haben, war ich einfach besessen davon, eine Sängerin zu haben, die ihm eine andere Nuance verleiht", sagte Lee.
Auch das Drumming finde ich hier göttlich, besonders bei den Liveversionen.

Manhattan Project
Dieses St√ľck ist ein pers√∂nlicher Favorit von mir, weil ich mich schon immer f√ľr die historischen Auswirkungen der Atombombe interessiert habe.
In diesem Lied lernt man mehr √ľber die Grundlagen des Manhattan-Projekts als in der Schule. Eine gute Geschichtsstunde in einem Song.
Peart untersucht das Manhattan-Projekt w√§hrend des Zweiten Weltkriegs, das zum Trinity-Atomtest f√ľhrte.
Auf diesem atemberaubenden, synthlastigen Track, dokumentiert Peart den Moment, in dem sich der Mensch in ein Biest verwandelt hat.

Xanadu
Ein Rush-Epos, der mit etwas mehr als elf Minuten einer der längsten harten Prog-Monster von Rush ist.
Dieses Lied ist musikalisch komplex und basiert auf dem unvollendeten Gedicht Kubla Khans von Samuel Taylor Coleridge.
Neil Peart gibt einen lyrischen Einblick in die Coleridge-Geschichte, während die Band ein musikalisch kompliziertes Setting mit einer Reihe exotischer Instrumente, schreibt.
Peart's R√∂hrenglocken ist eines von vielen neueren Instrumenten, dass sie zusammen mit einer Reihe von Synthesizern, Glockenspielen, Tempelbl√∂cken, in den Rushsound einf√ľhrten.
"Xanadu ist kein Lied, das du hörst, sondern ein Lied, das du erlebst."

Tom Sawyer
ist in mehrfacher Hinsicht der ultimative Rush-Song, der seit fast vier Jahrzehnten nicht aus dem Rockradio wegzudenken ist.
Es ist ihre gelungeneste Fusion aus Prog und Hardrock, mit ihrem dichtesten Zusammenspiel und einem eingängigen Gitarrenriff.
Wie die gesamten Moving Pictures von 1981 ist es auch eine faszinierende Kreuzung zwischen den Rush der 70er und 80er Jahre.
Das St√ľck entstand aus einer von zahlreichen Jam-Sessions w√§hrend eines besonders kalten Winters auf einer Farm in Toronto.
Neil Peart hat die meisten Texte von Rush geschrieben, aber ihr ber√ľhmtestes Lied entstand gemeinsam mit dem kanadischen Dichter Pye Dubois.
Letzterer hatte ein Gedicht √ľber einen modernen Rebellen, der stark an Tom Sawyer erinnerte und Peart formulierte daraus ein vollst√§ndigen Song.
TS war die zweite Single von Moving Pictures und stieg nie höher als Nummer 44 bei den Hot 100, wurde aber seitdem unzählige Male im klassischen Rockradio gespielt und ist bis heute das Markenzeichen der Band.

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Vertigo
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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76208Beitrag Vertigo
12.01.2020, 12:57

Ich geh wieder chronologisch vor:

Here Again:
Das vielgeschm√§hte Album, das meist nur wegen "Working Man" √ľberhaupt erw√§hnt wird, ist mir wegen "Here Again" allein den Preis wert. Eine Bluesballade mit melancholischer Grundstimmung, die f√ľr mich genau deswegen so besonders ist, weil Geddy kein Bluess√§nger ist. Die Harschheit seiner damaligen Gesangsstimme kontrastiert f√ľr mich aber wunderbar mit der Blues-Melancholie. Eine nie gehobene Perle im Rush Repertoire, schwer, schwerf√§llig, klassische Hardrock-Schule im Bluesgewand

2112 Overture / The Temples Of Syrinx:
Ich mag die ganze Song-Suite, aber die beiden Teile geh√∂ren f√ľr mich zum besten, dass es an Prog-Hardrock gibt. Perfekt! Takt- und Stimmungwechsel in k√ľrzester Zeit und doch fast mitsingbar.

Xanadu:
DAS Rush-Epos √ľberhaupt. Ein rundum absolut perfekter Prog-Hardrock Longsong. Einer zum dreimal hintereinander h√∂ren und ihn immer noch genie√üen k√∂nnen

A Farewell To Kings:
Mittelalterlich wirkendes Gitarrenintro, mit √ľbrigens ganz besonders sch√∂nem Akustikgitarrensound, Synthie- und Glockenspielbegleitung (ich liebe das Glockenspiel!) und dann ein Klasse Hardrock-Song mit sch√∂nen Breaks

Closer To The Heart:
Einfach nur schön, geht mir ans Herz, hör ich immer gerne, hebt meine Stimmung

Circumstances:
Die meisterliche Kunst in nichtmal vier Minuten einen eing√§ngigen Hardrocker mit Widerhaken aufzuf√ľhren. Das war das allererste St√ľck, das ich von Rush jemals h√∂rte (im Radio!!!) und ich wei√ü noch gut, wie ich den leicht verschobenen, schleppenden Rhythmus anfangs sehr verst√∂rend und genauso neugierig machend empfand. Wird immer einen Ehrenplatz bei mir haben. Und ein Text der sooo wahr ist.
All the same, we take our chances, laughed at by time, tricked by circumstances. Ist es nicht so?

The Trees:
Und das n√§chste meisterliche St√ľck gleich hinterher. Die wundervolle Parabel um die B√§ume, die nicht so recht zufrieden sein wollen mit dem was sie sind, einen Aufstand aufzetteln und alles ins Chaos st√ľrzen, bis sie am Ende alle sch√∂n gleich und tot sind. Ist es nicht so mit uns Menschen? Wie bei allen "Hemispheres" St√ľcken knie ich nieder vor Neil Pearts Drumspiel. Zu der Zeit benutzte er allerlei Spielzeug - Andreas hats so sch√∂n aufgez√§hlt - und ich krieg nie genug das alles mir zu erh√∂ren. F√ľr mich das ideale Rock Drumspiel, denn Neal entfacht jederzeit Druck wenn gew√ľnscht, spielt da hinten aber auch gern mal einfach so f√ľr sich rum auf dem Album. So mag ich das, f√ľr die Band da, f√ľr sich alleine da

La Villa Strangiato:
Und das n√§chste hinterher. Merkt man, dass ich die "Hemispheres" liebe? Eine Finger√ľbung in "wir zeigen euch mal, was wir wirklich so alles k√∂nnen in 10 Minuten". Hab ich mir auch schon f√ľnfmal hintereinander angeh√∂rt, so sch√∂n, so geil, so widerborstig ist das.
Der Longtrack auf Seite 1 wird hier nur nicht erw√§hnt von mir, weil die Seite 2 einfach perfekt ist. An sich m√ľsste ich auch den nennen, der mir noch besser als Teil 1 der Cygnus Suite gef√§llt

The Spirit Of Radio:
Schon das Gitarrendudel-Intro zaubert augenblicklich Vorfreude ins Gesicht. Die Melodie, Geddys Gesang und die kleinen Stops im Song, mit Neals Spielereien als Begleitung. Liebe ich sehr, den Song. Den Text auch, weil ich die Zeit noch gut kenne, als Radiohören extrem spannend war.


Jacob's Ladder:
Wenn ich nur einen einzigen Rush-Song nennen d√ľrfte, w√ľrde ich trotz allem was ich geschrieben habe immer den nehmen. Der hats mir vom allerersten H√∂ren so unglaublich angetan, weil Neil dauernd die Takte verschiebt, der Song dadurch dauernd schr√§g wirkt, hinterher hinkt und trotzdem groovt und treibt. Das mu√ü man erstmal hinbekommen. Auch mag ich den Text √ľber das Wetterph√§nomen sehr gerne, weil er hier auch so plastisch umgesetzt wird

Natural Science:
Rushs lange Songs sind f√ľr mich alle in einer Extraklasse und da macht das dreiteilige St√ľck hier keine Ausnahme. Auch da treibt man wieder durch die Stimmungen. Den aggressiven zweiten Teil "Hyperspace", mit Geddys √ľberschlagender Stimme mag ich besonders gern. "Natural Science" ist auch ein ganz gro√üer Favorit von mir. Die Wasserger√§usche im ersten Abschnitt "Tide Pools" gefallen mir sehr, weil sie f√ľr ne besondere Atmosph√§re sorgen

Tom Sawyer:
Wieder so eine Blaupause f√ľr nen eing√§ngigen Song, der seine kleinen Widerhaken hat. Zurecht ein Rock-Disco Klassiker, weil Ohrwurm mit Anspruch

YYZ:
Wie k√∂nnte ich das Ding nicht nennen? Nen Morsecode als melodische Grundlage zu nehmen, um daraus, nach "La Villa Strangiato", ein weiteres kleines "guckt mal was wir k√∂nnen" Werk zu basteln, nur diesmal halb so lang. Auch, dass das jahrelang der Startschu√ü f√ľr Neals Solo war, macht das St√ľckerl besonders f√ľr mich. F√ľr mich der kleine Bruder der Villa.

Witch Hunt:
Das erste St√ľck des vierteiligen "Angst" Werkes, hats mir besonders angetan, weil die d√ľstere Atmosph√§re der Hexenverfolgungen im schwerf√§lligen St√ľck sehr gut r√ľberkommt. Auch die Parallelen zum heutigen Verhalten, denn es hat sich nix ge√§ndert. Heute sorgt das Internet f√ľr die Witch Hunt.

The Camera Eye:
Klar, dass der letzte Rush Longtrack hier auch dabei sein mu√ü. Auch da stimmt noch einmal alles. Die Melodie, die so leicht zum mitsummen verf√ľhrt, bis sie dann gleich mal gebrochen wird. Das dengelnde Ger√§usch (Keyboards vermutlich), das immer wieder im Song auftaucht, das Tempo des St√ľcks (f√ľr Rush schon richtig schnell), noch einmal perfekt

Subdivisions:
Bestes St√ľck des ersten Albums der neuen, keyboardlastigen Rush. Entfacht Druck, hat einen wieder einmal mich sehr ansprechenden Text und ist ein Ohrwurm. Das ist die neue Masche, die sie vorher vereinzelt und ab hier immer √∂fter anwenden. Anspruch und Eing√§ngigkeit im kurzen Songformat

The Weapon:
Nicht so gut wie die "Witch Hunt", mag ich den Teil von "Fear" aber auch. Die Sounds sinds vor allem

Red Sector A:
War sofort nach Kauf des Albums mein ganz großer Favorit hier drauf. Auf den Text hab ich jedoch nie geachtet muß ich sagen, es ist die Musik die es mir hier angetan hat

The Enemy Within:
Der erste Teil von "Fear" ist mein Liebster und die Zeile "you've got nothing to fear, but fear itself" hat mich gepr√§gt, danke Neil! Das hat dem jungen J√ľrgen damals sehr geholfen, das Leben ein St√ľck weiter zu verstehen

Manhattan Project / Mystic Rhythms:
Das Album mit dem vielleich blödesten Cover ihrer Karriere ist musikalisch ein Volltreffer. Hier ist ihr keyboardlastiger Sound auf dem Höhepunkt. Die Songs sind wieder ein wenig länger, ein wenig komplexer. Der ganze Sound des Albums ist sehr 80er und trotzdem sehr Rush. Diese Eigenständigkeit gelang nicht vielen Bands.
"Manhattan Project" taugt mir mit "Mystic Rhythms" am meisten hier drauf, aber eigentlich nehm ich das Album immer nur als Ganzes wahr. Nur das kreuzdumme Cover hat verhindert, dass das Album bei mir auf den Vergöttert-Thron gekommen ist.

Force 10 / Time Stand Still / Mission:
√Ąhnlich wie beim Vorg√§nger, nehm ich das Album als ein Ganzes wahr, nur dass die einzelnen Teile daraus schw√§cher als vorher sind. Drum stechen hier auch die drei St√ľcke f√ľr mich heraus, der Rest hat angenehmen Sound, bleibt mir aber meist nicht h√§ngen. Das st√ľrmisch-schnelle "Force 10", die Halbballade "Time Stand Still" mit Frauengesang und das kleine Epos "Mission", bei dem ich besonders die Gesangsmelodie mag, m√ľssen aber genannt werden

The Pass:
Geddy nannte ihn seinen Lieblingssong in nem Interview und ich finde er hat eine der allerschönsten Melodien, welche die Band geschrieben hat. War auch mein Lieblingssong hier, Jahre bevor ich Geddys Aussage mal gelesen hatte.

Hand Over Fist:
Ist der andere Song hier, den ich wegen seiner Melodie noch mag und sofort beim Lesen der Trackliste im Kopf habe. Nix so gro√üartig besonderes, einfach ein sch√∂nes, eing√§ngiges St√ľck mit eing√§ngigem Refrain

Dreamline / You Bet Your Life:
Obwohl ich die Band das einzige Mal in meinem Leben auf der Tour zur "Roll The Bones" gesehen habe, ist mir vom Album gar nicht so wirklich viel h√§ngengeblieben. Ich mags Titelst√ľck gern, aber rauspicken tu ich mir immer gleich den T√ľr√∂ffner "Dreamline" der mit Power, Tempo und Melodie wieder mal punktet und das Schlu√üst√ľck, bei dem ich vor allem den Gesang sehr mag.

Animate:
Von nun an gings bergab. Ab "Counterparts" wirds f√ľr mich immer schwieriger einzelne St√ľcke zu picken, die gro√üe Ausnahme ist "Animate", das noch einmal ein absoluter H√∂hepunkt an Neils Schaffen ist. Ein Rhythmusmonster! Mu√ü man h√∂ren und drauf achten, wie Neil hier spielt. Der Rest des Songs ist auch klasse, aber rhythmisch hat mich das sofort umgeblasen und das vermag es noch heute

Ghost Rider:
Erst auf der "Vapor Trails Remixed" von 2013 wird das St√ľck so sch√∂n wie es eigentlich ist. Nochmal eine dieser melancholisch wehm√ľtigen Rush-Melodien, hier dann auch in anh√∂rbarem Sound.
"Ich glaube, dass ein Optimist, der erkennen mu√ü, dass seine Ideale sich nicht erf√ľllen, trotzdem ein erf√ľllteres Leben hat, als ein Pessimist, der sich best√§tigt sieht" (Richard David Precht)

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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76225Beitrag Oracle
12.01.2020, 23:42

Findest du das Power Windows Cover wirklich so schlimm.
Ich bin eher von Hold your Fire enttäuscht.
Als LP war wenigstens der Schriftzug embossed aber als CD Cover hat es keinerlei Wirkung.

Ab Counterparts hab ich keine Favoriten mehr, nichts blieb hängen.
Schon Test for Echo verstaubte im Regal.
Ich kann mich erinnern, dass Snakes & Arrows und Clockwork Angels schon gut hörbar war aber es gibt einfach kein Verlangen die Scheiben wieder zu hören.
Naja, irgendwann werde ich ein neuen Anlauf nehmen, dann entdecke ich sie vielleicht ganz neu, wäre nicht das erste Mal.

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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76229Beitrag Vertigo
13.01.2020, 08:55

Oracle hat geschrieben: ‚ÜĎ
12.01.2020, 23:42
Findest du das Power Windows Cover wirklich so schlimm.
Ich bin eher von Hold your Fire enttäuscht.
Als LP war wenigstens der Schriftzug embossed aber als CD Cover hat es keinerlei Wirkung.

Ab Counterparts hab ich keine Favoriten mehr, nichts blieb hängen.
Schon Test for Echo verstaubte im Regal.
Ich kann mich erinnern, dass Snakes & Arrows und Clockwork Angels schon gut hörbar war aber es gibt einfach kein Verlangen die Scheiben wieder zu hören.
Naja, irgendwann werde ich ein neuen Anlauf nehmen, dann entdecke ich sie vielleicht ganz neu, wäre nicht das erste Mal.
Ja, das "Power Windows" Cover find ich so schlimm, dass ich mir das Album wohl nicht gekauft h√§tte, wenn ich nicht zu dem Zeitpunkt schon Rush gesammelt h√§tte. Das hat mich an Howard Jones und √§hnlichen f√ľrchterlich k√ľnstlichen 80er Pop erinnert, also das h√§tte ich nichtmal in die Hand genommen im Plattenladen, wenn ich Rush nicht gekannt h√§tte. "Hold Your Fire" ist einfach langweilig. Wie du sagst war das LP Cover mit dem erhobenen Schriftzug noch nett und die drei Punkte des Covers (die ja auf die drei Rush Musiker anspielen) wie sie sich im Inneren als die drei Feuerb√§lle des Jongleurs umsetzen fand ich eine Klasse-Idee, nur ist da irgendwie die Idee besser als die Umsetzung. In den 70ern h√§tte man wohl den Schriftzug erhoben, drei L√∂cher f√ľr die drei Punkte gestanzt, auf ein Beilageblatt die Punkte gedruckt, so dass, wenn man das rauszieht in den drei Ausstanzungen dann die drei Feuerb√§lle gewesen w√§ren und so h√§tte das auch nen Sinn und nen netten Effekt ergeben

"Test For Echo", das hatte ich glaub ich hier gar nicht geschrieben, hab ich sogar ausgelassen, wie auch "Vapor Trails". Nach der "Counterparts", wo mir eben so wirklich nur noch "Animate" gefallen hat, hab ich Rush erstmal jahrelang nimmer verfolgt. Die Alben ab da hab ich alle erst später nachgekauft. "Snakes & Arrows" und "Clockwork Angels" hab ich zwar sofort bei Erscheinen dann wieder gekauft und beide auch als ganz angenehm empfunden, aber die Magie war weg. Bei "Clockwork Angels" fand ich dann das Cover auch wieder schwach, da nimmt man einfach nur Rot wahr. Es gab vorab ein anderes Cover mit ner Uhr zu sehen, das hätte ich deutlich besser gefunden.
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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76254Beitrag AusDemWegIchBinArzt
14.01.2020, 07:04

1. Working Man: Das ist f√ľr mich auf dem Deb√ľt der mit Abstand st√§rkste Song. Noch weit weg von sp√§teren Prog-Gro√ütaten handelt es sich hier um ein grooviges, rifflastiges, angebluestes Hardrock-Brett der alten Schule, das sich recht dicht an Led Zeppelin, Budgie, Cream oder Blue Cheer bewegt.

2. By-Tor & The Snow Dog: Auf dem ersten Album mit Neil Peart (R.I.P. !) ist bereits eine Ver√§nderung sp√ľrbar, die sich vor allem durch teilweise komplexeres Songwriting und ausuferndere Instrumentalparts bemerkbar macht. "By-Tor & The Snow Dog" ist somit eine sch√∂ne Mischung aus dem straighten Hardrock des Deb√ľts, abgefahren-progressiven, verspielten Instrumentalteilen und im ruhigen Mittelteil gar psychedelisch angehauchten Sounds. Ein abwechslungsreiches Meisterwerk, das nie langweilig wird.

3. The Fountain Of Lamneth: "Caress Of Steel" zeigt eine deutliche Weiterentwicklung im Sound. Das Album besitzt, trotz grunds√§tzlich beibehaltener H√§rte, eine viel m√§rchenhaftere, mystischere, verspieltere Atmosph√§re und d√ľrfte sicherlich durch damalige Progressive-Gr√∂√üen wie Genesis und Co. beeinflu√üt worden sein. Der beste Beweis daf√ľr ist das vielschichtige, in sechs Parts unterteilte "The Fountain Of Lamneth", welches knapp 20 Minuten dauert und erstmals wirklich alle n√∂tigen Ingredienzen enth√§lt, die ein progressives Epos ausmachen: Liebliche Akustikgitarrenparts, kernige Hardrockriffs, zahlreiche Tempowechsel, ambitioniertes Drumming, balladeske Einsch√ľbe und sanfte Momente, kauzige Schr√§gheiten.

4. 2112: Es war "2112", welches zusammen mit dem Livedreher "Exit...Stage Left" meinen ersten Kontakt zur Band bedeutete, wobei es allerdings nicht mein Lieblingsalbum von Rush geworden ist und keineswegs das Highlight der Kanadier f√ľr mich darstellt. Die Platten lieh mir der Stiefvater eines Klassenkameraden nebst einigen anderen Alben von Van Halen, Saga und Deep Purple. Ich war 11 oder 12 und hab die ganzen Tontr√§ger wochenlang nicht mehr herausger√ľckt. Obwohl ich mit Geddys Stimme damals ehrlich gesagt nicht so viel anfangen konnte, haben mich zumindest Teile der Scheibe rein musikalisch ziemlich umgehauen und beeindruckt, wobei ich sie in ihrer ganzen Komplexit√§t und Tiefenwirkung noch nicht wirklich erfassen konnte. Trotzdem war die Brandspur im Hirn gelegt. "Signals" (1982) oder "Moving Pictures" (1981) bedeuten mir zwar mehr und sind mir insgesamt n√§her, aber ich wei√ü "2112" ohne jede Frage sehr zu sch√§tzen und habe sie mir nach dem damaligen Erstkontakt im Laufe des Lebens zunehmend erarbeitet. Die in sieben Teilen strukturierte "2112"-Suite bietet komplexes Songwriting, m√§chtige Gitarrenriffs, Soundspielereien und akustische Parts vom Feinsten.

5. A Passage To Bangkok: Der zweite Höhepunkt auf "2112" ist "A Passage To Bangkok", welches eher wieder die rein hardrockige, satt groovende Seite der Band betont, aber zusätzlich mit einigen fernöstlich anmutenden Klangspielereien aufgewertet wird. Dreieinhalb Minuten Power-Trio pur.

6. Xanadu: Das ist ohne jede Frage einer der besten Rush-Momente, die jemals ihren Weg auf ein Album gefunden haben. Eine kompositorische Meisterleistung und eine nahezu perfekte Verbindung aus Hard-und Progressive Rock. Vielschichtig, filigran, aber auch wieder wuchtig, dabei relativ komplex, mit vielen feinen Details und atmosphärischen Synthieklängen verziert - ein wahrhaft grandioses Epos !

7. La Villa Strangiato: Ein weiterer zeitloser Klassiker der Band (einer von unz√§hlig vielen wohlgemerkt), der unbedingten Referenzwert besitzt ! Eine instrumentale Abfahrt der Kategorie "hochkar√§tig", allerdings nie so √ľbertrieben, dass man den Faden verlieren k√∂nnte oder von selbstverliebtem Egogedudel sprechen m√ľsste. Bei allem Abwechslungsreichtum wird ein konstanter Spannungsbogen aufrechterhalten und hochdynamisches Drumming steht gleichberechtigt in einer Linie mit spacigen Synthiesounds und unglaublich virtuosem, phasenweise √ľberraschend heavy intoniertem Gitarrenspiel. J√ľrgen hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass man dieses St√ľck locker f√ľnfmal hintereinander anh√∂ren kann. Man langweilt sich zu keiner Sekunde.

8. The Spirit Of Radio: Dieses St√ľck ist auf eine unglaublich angenehme Art melodi√∂s und eing√§ngig, ohne auch nur ansatzweise aufdringlich, banal oder kommerziell zu wirken. Hier wird Anspruch kongenial in Zug√§nglichkeit verpackt. "The Spirit Of Radio" geh√∂rt ebenfalls zu den Rush-Songs, die mich die l√§ngste Zeit meines Lebens begleiten.

9. Jacob¬īs Ladder: Noch ist der Hardrock-Faktor deutlich pr√§sent, aber in dieser Phase um 1980 herum wurde der bereits vorhandene Einflu√ü der Synthesizer sp√ľrbar noch mal um ein ganzes St√ľck gr√∂√üer, was dem Sound der Band aber zu jener Zeit wirklich gut tat und eine sinnvolle Erweiterung darstellte. "Jacobs¬īLadder" bietet erneut harten Prog-Rock auf allerh√∂chstem Niveau, diesmal eher d√ľster gehalten, wieder gepr√§gt durch eine phantastische Symbiose aus spacig-abgedrehten Synthiesounds und vergleichsweise harter Gitarre sowie eine gewisse Grundkauzigkeit. Das Drumming mit seinen st√§ndigen kleinen Taktverschiebungen ist nicht von dieser Welt. Es macht erneut unmi√üverst√§ndlich deutlich, welch ein gro√üer Verlust der k√ľrzliche Tod von Neil Peart f√ľr die Musikwelt ist.

10. Tom Sawyer: Geddys hochkreativ gespielter, treibender Bass, hardrockige Gitarren, ein √ľberragendes Drumming, druckvoller Gesamtsound und vor allem v√∂llig aus Zeit und Raum losgel√∂ste Synthesizersounds machen den Gesamtcharakter von "Moving Pictures" aus, welches sich genau am Schnittpunkt zwischen dem harten Prog-Rock der 70er und der synthesizerdominierten Folgealben befindet. Die stetige Entwicklung der gesamten Alben zuvor kulminiert in diesem Geniestreich und schon das einleitende, recht eing√§ngige, dennoch aber kleine Sperrigkeiten und Ecken und Kanten nicht vermissen lassende "Tom Sawyer" stellt einen Album-Einstand nach Ma√ü dar.

11. Red Barchetta: Ein weiteres perfektes Beispiel daf√ľr, wie man musikalischen Anspruch in Eing√§ngigkeit und Leichtf√ľ√üigkeit verpackt, ohne auch nur eine Sekunde lang den Verdacht des kommerziellen Ausverkaufs aufkommen zu lassen. Rush hatten neben ihren gewaltigen, komplexen Hard Prog-Epen auch f√ľr solche Nummern ein echtes H√§ndchen, die einem sofort ein L√§cheln ins Gesicht zaubern und das Gef√ľhl eines unbeschwerten Sommers heraufbeschw√∂ren, wie man ihn aus der Kindheit in Erinnerung hat.

12. YYZ: Neben "La Villa Strangiato" ein weiterer gro√üer Instrumental-Klassiker, der alles kann, aber nie das Gef√ľhl des seelenlosen, aufgeblasenen Selbstdarstellungs-Gefiedels hinterl√§√üt, daf√ľr jedoch zu jeder Sekunde maximale Spannung verspricht. Die Idee mit dem Flughafen-Morsecode ist nat√ľrlich unkonventionell und dabei sehr unterhaltsam umgesetzt, wobei das St√ľck stellenweise einen jazzigen Ausdruck besitzt, einmal mehr atmosph√§rische Synthieparts aufweist und vor allem das organische Zusammenspiel aus Bass und Drums schlicht sensationell ist.

13. Limelight: Auch wieder eine von diesen kleinen, melodi√∂sen, gradlinigen Hardrock-Hymnen mit Stadionfaktor und trotz aller Radiotauglichkeit gen√ľgend Ideen und kleinen Widerhaken, um es nicht in Belanglosigkeit abrutschen zu lassen.

14. Witch Hunt: F√ľr mein Empfinden eine der einnehmendsten Rush-Nummern √ľberhaupt. D√ľster, widerborstig, latent bedrohlich und von Unheil k√ľndend - es geht schlie√ülich um Hexenjagden bzw. um Vorurteile als deren Grundlage. Diese Stimmung ist wirklich perfekt eingefangen worden. Der Song geh√∂rt ja zu einer auf mehrere Alben verteilten Trilogie und ist f√ľr mich gleichzeitig auch der st√§rkste Teil ebendieser. Bockstark ! Eine echte Perle.

15. Subdivisions: Hier schl√§gt nun die (bereits in den Jahren zuvor sukzessive entwickelte) neue, prim√§r Keyboard-orientierte und experimentellere Gangart erstmals in voller G√§nze durch und die Tasteninstrumente gewinnen endg√ľltig die Oberhand. Mal abgesehen davon, dass das dazugeh√∂rige Album ("Signals") in seiner Gesamtheit wohl mein allerliebstes der Band √ľberhaupt ist, √ľberzeugt aber auch "Subdivisions" speziell als einer der mitrei√üendsten Rush-Tracks aller Zeiten. Die Synthesizer √ľbernehmen die Melodief√ľhrung, w√§hrend die Gitarre deutlich zur√ľckhaltender als auf fr√ľheren Songs eingesetzt wird. Wieder einmal zeigt sich die hier zur vollst√§ndigen Bl√ľte gebrachte F√§higkeit, melodi√∂se Eing√§ngigkeit mit Anspruch zu verbinden, was sich nicht zuletzt auch in den inhaltlich hervorragenden Lyrics widerspiegelt.

16. The Weapon: Definitiv ein weiterer sehr starker Song auf "Signals" und der n√§chste Teil in der Trilogie, deren Anfang das brilliante "Witch Hunt" vom Vorg√§nger markiert. "The Weapon" kommt zwar nicht ganz an "Witch Hunt" heran und ist auch weniger d√ľster, daf√ľr beherrschen hier teilweise fiebrig-nerv√∂se Synthiesounds die Atmosph√§re und das Ganze kommt insgesamt einen Ticken spr√∂der und sperriger, auch etwas variabler als "Witch Hunt" daher. Eher ein St√ľck, das man sich in gewisser Weise erarbeiten muss.

17. Distant Early Warning: Der Opener von "Grace Under Pressure" (1984)" ist ebenfalls eine unbestreitbare Hymne, die komplexe Rhythmik mit vorw√§rtstreibendem, rockigem Grundcharakter, fast Pop-kompatibler Melodik und einem harmonischen Zusammenspiel aus massiven Synthesizereins√§tzen und zur√ľckgenommener, aber stets pr√§senter Gitarre verbindet.

18. Red Sector A: Das wohl beste St√ľck auf "Grace Under Pressure". Erneut wird hier die Verbindung aus einnehmenden Melodien, futuristisch aber nie zu unterk√ľhlt oder gar k√§sig klingenden Keyboardsounds und kraftvoll rockender Ausgangsbasis eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Rush sind √ľberhaupt eine der wenigen 70er Bands, die ihren typischen Rocksound absolut verlustfrei in die 80er Jahre transferieren und modernisieren konnte, ohne das es jemals peinlich oder unw√ľrdig wurde.

19. Manhattan Project: Der Keyboardbombast n√§hert sich allm√§hlich seinem H√∂hepunkt und der Sound ist mittlerweile sehr poliert, noch mehr als auf den unmittelbaren Vorg√§ngern. Trotzdem haben es Rush eben auch in den 80ern geschafft, immer nach sich selbst zu klingen und interessante Platten zu gestalten, ohne an Qualit√§t zu verlieren. Das flott vorantreibende "Manhattan Project" ist nicht nur von textlicher Seite aus sehr interessant, sondern geh√∂rt auch aus musikalischer Sicht zu den absoluten Sternstunden im Schaffenskosmos des Kanada-Trios. Melodielinien von unaufdringlicher Eleganz durchfluten dieses wunderbare St√ľck, das es eine helle Freude ist.

20. Force Ten: "Hold Your Fire" ist sicherlich das poppigste Album der 80er-Phase und unterm Strich auch das "schw√§chste", sofern man das bei einer Band wie Rush √ľberhaupt sagen kann. Dennoch gibt es auch hier tolle, mitrei√üende St√ľcke wie den dynamischen Opener "Force Ten".

21.The Pass: Die Synthiefokussierte Rush-√Ąra verliert zunehmend an Bedeutung, was sich auf dem 89er "Presto"-Werk daran bemerkbar macht, dass erstmals nach Jahren kraftvolle Gitarrensounds wieder deutlicher wahrnehmbar ihren Weg zur√ľck in die Musik der Band finden und die Keyboards zur√ľckgefahren werden. Das auch heute noch recht vital erscheinende Album bietet eigentlich einen ziemlich ausgewogenen Mix aus Resten der melodieverliebten Keyboard-√Ąra (aber nicht mehr so glatt wie noch auf "Hold Your Fire") und etwas zur√ľckgewonnener H√§rte, wenn auch weder sonderlich viele experimentelle Momente noch progressiv-verspielte Elemente innerhalb der Songs auszumachen sind. "The Pass" ist dabei einer der reifsten, sch√∂nsten und gef√ľhlvollsten Songs auf der Scheibe.

Ab "Roll The Bones" (1991) hat mich √ľbrigens kein Album mehr so wirklich gepackt....ohne, dass die Scheiben aus den sp√§teren Jahren deswegen schlecht gewesen w√§ren, das ist bei Rush gar nicht m√∂glich. Aber trotzdem ist da nichts dabei, was ich unbedingt in der Liste haben m√ľ√üte. Obwohl, einen Song gibts da doch noch:

22. Stick It Out: Ist damals auch als Single aus "Counterparts" (1993) ausgekoppelt worden und gef√§llt mir heute noch gut. Was f√ľr ein Unterschied zu den progressiven Exkursionen der sp√§ten 70er oder gar den melodischen Synthie-Alben aus den 80ern: Hier dominiert wieder dynamischer, sehr erdig klingender und eher d√ľsterer Trio-Hardrocksound ohne jegliche Keyboardunterst√ľzung, der trotzdem nicht die von der Band gewohnte Virtuosit√§t vermissen l√§√üt, organisch vor sich hingroovt und den Schulterschlu√ü an das 74er Deb√ľt sucht. Hier ist man wie zur Fr√ľhzeit der Band tendenziell wieder nah an Bands wie Budgie, wenn auch nat√ľrlich mit Rush-typischer eigener Note.
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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76270Beitrag AusDemWegIchBinArzt
15.01.2020, 09:06

So, da ich heute erst sp√§ter zur Arbeit mu√ü, habe ich die Zeit genutzt und schon mal die ersten Songs in meiner Rush-Liste einer ausf√ľhrlicheren Analyse unterzogen....m√ľ√üt Ihr dann halt wieder etwas hochscrollen. ;)
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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76281Beitrag AusDemWegIchBinArzt
15.01.2020, 11:49

Edit: Bin jetzt doch fertig geworden mit den Ausf√ľhrungen zu ALLEN Songs. Manchmal hat es eben doch Vorteile, wenn man an manchen Tagen erst mittags um 2 zur Arbeit mu√ü. ;) :biggrinn:
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Re: Die besten Songs von Rush

Beitrag: # 76303Beitrag AusDemWegIchBinArzt
16.01.2020, 07:28

Irgendwie ist es bezeichnend, dass außer uns dreien mal wieder niemand sonst mitmachen will....obwohl meiner Meinung nach so gut wie jeder was zu den "besten Songs" beitragen könnte, zumal es keine sonderlich exotischen und unbekannten Bands sind, die bislang ausgewählt wurden. Das ist schon wirklich etwas deprimierend. Aber ich möchte trotzdem weitermachen damit, weil mir das Ganze einfach Freude bereitet - auch wenn wir anscheinend nur zu dritt dabei bleiben werden vermutlich. :?
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