[REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

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[REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80156Beitrag AusDemWegIchBinArzt
18.05.2020, 21:31

AC/DC - "Back In Black" (1980)

Groß war der Schock, den die aufstrebende australische Hardrock-Hoffnung AC/DC zu Beginn des Jahres 1980 verdauen mußte, als Frontmann Bon Scott nach einer seiner regelmäßigen Sauftouren den nächsten Morgen nicht mehr erlebte: Tot, erstickt am eigenen Erbrochenen lautete die verhängnisvolle Schlagzeile, die nicht nur seine Bandkumpanen völlig unvorbereitet traf, sondern auch die gesamte restliche Rockwelt und natürlich die Fans in Trauer versetzte. Von diesem Schlag, so zunächst die einhellige Meinung, würde die Band sich nie wieder erholen.

Und in der Tat war die Ausgangssituation zu diesem Zeitpunkt mehr als schwierig. Das vorherige Album "Highway To Hell", erstmals unter der Ägide von Soundfetischist Mutt Lange anstelle des bis dato bewähren Produktionsteams Harry Vanda / George Young enstanden, war für die Truppe nach Jahren harter Vorarbeit der erste Millionenseller geworden. AC/DC waren endlich dort angekommen, wo sie hingehörten - ganz oben nämlich. Die jahrelangen Mühen begannen sich auszuzahlen und die Zukunft schien in den schönsten Farben für die Musiker zu leuchten.

Auf den unvorhersehbaren Tod eines Bandmitglieds war, wie hätte es auch anders sein sollen, niemand auch nur ansatzweise vorbereitet gewesen. Zu allem Überfluß hatten Bon Scott und die beiden Young-Brüder bereits gemeinsam begonnen, die Fragmente erster neuer Songs grob auszuarbeiten und Demos für den "Highway To Hell"-Nachfolger aufzunehmen, wobei Bon während dieser Sessions teilweise sogar das Schlagzeug spielte. Das die geplante neue Scheibe den vielgerühmten Vorgänger möglichst noch übertreffen mußte, war zu dieser Zeit sowieso schon allen Beteiligten klar. Und dann kam, wie aus dem Nichts, völlig unerwartet der zerstörerische Nackenschlag durch das plötzliche Ableben des lebensfrohen, Exzessen noch nie abgeneigten Sängers.

Den stets energiegeladenen, charmant raubeinigen, schlitzohrigen, liebenswerten und in lyrischer Hinsicht unerreichten Gossenpoeten Bon Scott gab es mit einem Mal nicht mehr. Dieser charismatische Unruhepol, der den Rock´n´Roll wie kein zweiter lebte - abgesehen von Lemmy und Keith Richards vielleicht - existierte nicht mehr. Schnell gelebt und schnell verglüht, wie eine Sternschnuppe in der Atmosphäre. Für einen Moment schien die rockmusikalische Welt stillzustehen und regelrecht in sich gelähmt zu sein.

Als die erste Schockstarre sich gelegt und sich die Welt der Trauernden wieder etwas gefangen hatte, schien es dennoch unumstößlicher Konsens, dass die hinterbliebene Band diesen Verlust niemals würde kompensieren können. Das vorzeitige Ende der australischen Riffrocker schien de facto schon besiegelt und niemand hatte damit gerechnet, dass die Young-Brüder ihre Trauerbewältigung damit verbringen würden, verbissen die Arbeit an den bereits begonnenen Songs wieder aufzunehmen, die in diesem Sinne auch eine Katharsis darstellen, ein Verarbeiten des schmerzlichen Verlustes.

Der Wille weiterzumachen wäre ohne Frage, so machte man sich immer wieder selber Mut, auch im Sinne ihres soeben viel zu früh zu Grabe getragenen Freundes und Bandkollegen gewesen. Auch das Management der Band war der Meinung, dass man in dieser Situation auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken dürfe.

Was jedoch noch viel weniger erwartet worden war: Gerade einmal zwei Monate nach der Beerdigung von Bon zauberten die Youngs einen neuen Sänger wie das vielzitierte Kaninchen aus dem Hut und zwar in Gestalt von Brian Johnson, der zu dieser Zeit eigentlich schon längst mit seinem Rockstardasein abgeschlossen hatte und sich somit nicht gerade in der Form seines Lebens fühlte, als er überraschend eingeladen wurde bei den Youngs vorzusingen.

Brian war schon seit einiger Zeit weitgehend weg vom Fenster und arbeitete als Autoschlosser, nachdem er es mit der Glamrock-Band Geordie Anfang der 70er abgesehen von drei Alben lediglich zu leidlicher Bekanntheit und eher übersichtlichem Erfolg gebracht hatte. Die Möglichkeit, in die Fußstapfen von Bon Scott zu treten, war somit das unverhoffte große Los für ihn und der Wendepunkt in seinem Leben.

Gemeinsam mit den Youngs stellte er in kürzester Zeit das neue Material fertig, schrieb sofort alle Texte für die Songs und nicht zuletzt diesem Umstand ist es zu verdanken, dass AC/DC schneller als gedacht wieder als funktionsfähige Einheit mit erhobenen Häuptern vor ihren Fans standen, getreu dem Motto "Jetzt erst recht !". Zumal viel auf dem Spiel stand.

Als das Album "Back In Black" dann erschien, dem Anlaß entsprechend ganz in schwarz, war auch dem letzten Fan schnell klar dass dieses Werk eine eindeutige Hommage, einen letzten Gruß an Bon darstellte, gleichzeitig aber auch einen Aufbruch in eine neue Zeit bedeutete mit einem neuen Sänger, der zum Glück von Anfang an er selbst blieb und nicht den Fehler machte, Bon kopieren zu wollen. Denn das wäre sowieso ein Ding der Unmöglichkeit. Einen Bon Scott konnte es nur einmal geben. Und alle Beteiligten waren klug genug, das zu wissen und dieses Andenken nicht zu beschmutzen.

Brian setzte direkt seine eigenen Akzente und ob man diese mag oder nicht (ich persönlich favorisiere auf immer und ewig Bon) - man muß dem Mann mit der charakteristischen Schiebermütze, die seinem bodenständigen Arbeiterklassen-Ethos Tribut zollt, einfach Respekt erweisen. Dafür, dass er sich von Beginn an nicht verbogen hat und dafür, dass er all seinen Mut zusammennahm, sich dieser fast unlösbaren und undankbaren Aufgabe zu stellen, Bon zu ersetzen und das letztlich auch mit Bravour zu schaffen.

Letztlich hat Brian nicht nur seine eigene Identität in die Band eingebracht, sondern auch mit dazu beigetragen, weiterhin das Vermächtnis von Bon zu bewahren und nicht zuletzt AC/DC einen Weg in die Zukunft zu ebnen, der die Band erfolgreich am Leben hielt.

Auch wenn die Band die durchgängige musikalische Stärke und ungezügelte Energie der Bon-Jahre nie wieder erreichen sollte und nach "Back In Black" auch einige schlappe, ziemlich mäßige Alben hervorbrachte, hat das ihrem bis dato zementierten Status nicht ernsthaft etwas anhaben können, bis heute nicht. Und die Tatsache dass Brian - der auf "Back In Black" durchaus noch gut klang - mit den Jahren immer gepresster und gequälter intonierte, fügte der Erfolgsgeschichte auch keinen wirklichen Schaden zu. Aber das ist ein anderes Thema. Einen neuen Sänger zu installieren, der von den Fans genauso akzeptiert wird wie der alte und es schafft, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, bekommen nur die wenigsten Bands hin.

Was ist zu "Back In Black", dem letzten wirklich großen AC/DC-Release, musikalisch überhaupt zu sagen ? Nun, im Prinzip wird der musikalische Stil von "Highway To Hell" erwartungsgemäß fortgesetzt, zumal auch hier Produzentenguru Mutt Lange erneut die Regler in der Hand hielt.

Das bedeutet, das die bereits auf dem Vorgänger begonnene Abkehr vom roh-rotzigen Ursprungssound hier weiter vollzogen wird und eine Öffnung hin zu einem "größeren", sprich etwas glatteren und, wenn man so will, stadionkompatibleren Sound stattgefunden hat, ohne dabei allerdings die Roots der Band komplett zu verwässern.

Es klingt alles immer noch eindeutig nach AC/DC, nur eben etwas mainstreamtauglicher umgesetzt. Dass die Jungs aus Down Under diesen Weg ebenfalls gegangen wären, wenn Bon am Leben geblieben wäre, ist auch zu vermuten.

Dennoch zieht sich speziell durch "Back In Black" teilweise ein ungewohnt düsterer, fast schwermütiger Anstrich, wie man ihn zuvor von der Band nicht unbedingt kannte und der sicherlich seinen Ursprung in der Verarbeitung von Bons Tod besitzt. Das äußert sich in Kompositonen wie der wuchtigen, beinahe schleppenden Walze "Let Me Put My Love Into You" oder dem massiven Opener "Hells Bells", der durch eindringliche Glockenschläge eingeleitet wird. Interessanterweise klingen auch die Gitarren auf keinem anderen AC/DC-Album so "metallisch", wie auf diesem.

Beim schweren Groovemonster "Rock´N´Roll Ain´t Noise Pollution" kommen die Blueswurzeln der Band etwas deutlicher zum Vorschein, während der simpel-effektive Titeltrack dann der klassische harte Riffrock-Kracher ist, der bis heute ähnlich wie "Hells Bells" aus der Livesetlist der Band nicht wegzudenken ist.

Das schlüpfrige "What Do You Do For Money Honey" (wie überhaupt das ganze Album ein Konvolut aus sexuellen Anspielungen, Siff, Sumpf und Suff ist - aber wen könnte das bei einer Band wie AC/DC ernsthaft stören ? :biggrinn: ) ist ebenfalls stark, kraftvoll und dabei straight im Midtempo gehalten, während es bei "Shoot To Thrill" etwas forscher und verspielter, aber nicht weniger eingängig zur Sache geht.

All das sind Songs, die das Qualitätsniveau von "Highway To Hell" problemlos zu halten imstande sind. Allerdings haben sich auf "Back In Black" dann auch erstmals einige wenige Aussetzer minderer Güte eingeschlichen - allen voran das unglaublich nervige "You Shook Me All Night Long", dessen penetranter Refrain unangenehm poppig rüberkommt und bei dem man sich dann doch nicht so ganz vorstellen mag, dass Bon Scott sowas hätte singen müssen, wenn er nicht vorher....aber lassen wir das. Und "Shake A Leg" ist ein erstes Beispiel für jene beliebig und nichtssagend wirkenden Langweiler, wie man sie dann in den folgenden Jahren von AC/DC noch des öfteren vorgesetzt bekommen sollte.

"Have A Drink On Me", eindeutig Bon gewidmet, ist immerhin guter Durchschnitt. Nicht so schwach wie die beiden letztgenannten, aber auch nicht so stark wie die anderen aufgeführten Stücke. Durchschnitt eben.

Somit haben AC/DC mit "Back In Black" geschafft, in Würde das Erbe von Bon Scott anzutreten und das letzte zu großen Teilen gute Album der Bandgeschichte einzuspielen, welches sowohl den Abschied von einer alten, als auch den Beginn einer neuen Ära markiert. Vor allem: Der Erfolg von "Highway To Hell" konnte nicht nur gehalten, sondern sogar um ein vielfaches übertroffen werden ! Gleichzeitig muß man aber auch festhalten, dass sie musikalisch danach kontinuierlich von Album zu Album abgebaut haben, auch wenn es ihrer Karriere wie gesagt nicht geschadet hat. Ganz im Gegenteil.


Die Songs

1. Hells Bells (5:12)
2. Shoot To Thrill (5:17)
3. What Do You Do For Money Honey (3:35)
4. Givin The Dog A Bone (3:31)
5. Let Me Put My Love Into You (4:15)
6. Back In Black (4:15)
7. You Shook Me All Night Long (3:30)
8. Have A Drink On Me (3:58)
9. Shake A Leg (4:05)
10. Rock´N´Roll Ain´t Noise Pollution (4:16)

Die Band

Brian Johnson (Gesang)
Cliff Williams (Bass)
Malcolm Young (Gitarre)
Angus Young (Gitarre)
Phil Rudd (Schlagzeug)


Bild
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80162Beitrag Vertigo
19.05.2020, 08:46

Hier ist, noch stärker als auf dem Vorgänger, diese Reduzierung rein aufs Riff zu beobachten. Das wild-verspielte, was immer ein Element bei ACD/DC war, kommen sie doch aus dem Rock & Roll, wurde weiter abgeschliffen, um massenkompatibel zu werden. Und das hört man schon recht unangenehm hier.

Ob das Album überhaupt mit Bon zustandegekommen wäre ist nicht so ganz sicher, aber ziemlich sicher wäre es wohl sein letztes für die Band gewesen. Die Plattenfirma wollte ihn weghaben. Seine unberechenbar wilde Art passte nicht zum Plan AC/DC für die Masse tauglich zu machen und es gab bereits Bestrebungen ihn raushaben zu wollen. Ich denke lange hätte sich Bon nicht mehr halten können. Seit ich das gelesen habe, ist sein Tod da zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so tragisch für mich, denn so oder so hätte ich ein AC/DC ohne ihn bekommen.
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80186Beitrag Pavlos
19.05.2020, 16:10

Prima Review einer tollen Scheibe. Am geilsten im Zusammenhang mit diesem Klassiker finde ich immer die Story über die Glockenschläge am Anfang von Hell's Bells. Die Band nahm auf den Bahamas auf und die Glockenschläge sollten in England aufgenommen werden. Da dies jedoch aufgrund der ständig umherflatternden Tauben nicht klappte, wurde einfach eine neue Glocke gegossen und dann für die Aufnahmen verwendet. You gotta love the 80s!!!!

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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80191Beitrag AusDemWegIchBinArzt
19.05.2020, 18:03

Vertigo hat geschrieben:
19.05.2020, 08:46
Hier ist, noch stärker als auf dem Vorgänger, diese Reduzierung rein aufs Riff zu beobachten. Das wild-verspielte, was immer ein Element bei ACD/DC war, kommen sie doch aus dem Rock & Roll, wurde weiter abgeschliffen, um massenkompatibel zu werden. Und das hört man schon recht unangenehm hier.

Ob das Album überhaupt mit Bon zustandegekommen wäre ist nicht so ganz sicher, aber ziemlich sicher wäre es wohl sein letztes für die Band gewesen. Die Plattenfirma wollte ihn weghaben. Seine unberechenbar wilde Art passte nicht zum Plan AC/DC für die Masse tauglich zu machen und es gab bereits Bestrebungen ihn raushaben zu wollen. Ich denke lange hätte sich Bon nicht mehr halten können. Seit ich das gelesen habe, ist sein Tod da zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so tragisch für mich, denn so oder so hätte ich ein AC/DC ohne ihn bekommen.
Ich schätze mal, dass er sowieso nicht mehr allzu lange gelebt hätte, denn seine Leber war wohl durch die jahrelange Sauferei schon ziemlich hinüber und sein Arzt hatte ihm meines Wissens auch schon prophezeit, dass er es in diesem Zustand nicht mehr sonderlich lange machen würde. Wenn nicht in dieser Nacht, wäre er vielleicht ein oder zwei Jahre später eh gestorben, das ist gut möglich.

Wo hast Du denn davon abgesehen gelesen, dass es generelle Bestrebungen gab, ihn aus der Band zu entfernen ?
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80197Beitrag Vertigo
20.05.2020, 08:38

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
19.05.2020, 18:03
Vertigo hat geschrieben:
19.05.2020, 08:46
Hier ist, noch stärker als auf dem Vorgänger, diese Reduzierung rein aufs Riff zu beobachten. Das wild-verspielte, was immer ein Element bei ACD/DC war, kommen sie doch aus dem Rock & Roll, wurde weiter abgeschliffen, um massenkompatibel zu werden. Und das hört man schon recht unangenehm hier.

Ob das Album überhaupt mit Bon zustandegekommen wäre ist nicht so ganz sicher, aber ziemlich sicher wäre es wohl sein letztes für die Band gewesen. Die Plattenfirma wollte ihn weghaben. Seine unberechenbar wilde Art passte nicht zum Plan AC/DC für die Masse tauglich zu machen und es gab bereits Bestrebungen ihn raushaben zu wollen. Ich denke lange hätte sich Bon nicht mehr halten können. Seit ich das gelesen habe, ist sein Tod da zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so tragisch für mich, denn so oder so hätte ich ein AC/DC ohne ihn bekommen.
Ich schätze mal, dass er sowieso nicht mehr allzu lange gelebt hätte, denn seine Leber war wohl durch die jahrelange Sauferei schon ziemlich hinüber und sein Arzt hatte ihm meines Wissens auch schon prophezeit, dass er es in diesem Zustand nicht mehr sonderlich lange machen würde. Wenn nicht in dieser Nacht, wäre er vielleicht ein oder zwei Jahre später eh gestorben, das ist gut möglich.

Wo hast Du denn davon abgesehen gelesen, dass es generelle Bestrebungen gab, ihn aus der Band zu entfernen ?
Da war im Classic Rock ein großer Artikel zur "Highway To Hell" letztes Jahr, sogar mit Coverfoto auf dem Heft vorn drauf meine ich. Da stand das drin, dass das Label ihn loshaben wollte und auch, dass das Label gezielt kommerziellere Musik von AC/DC wollte.
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80202Beitrag AusDemWegIchBinArzt
20.05.2020, 08:57

Vertigo hat geschrieben:
20.05.2020, 08:38
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
19.05.2020, 18:03
Vertigo hat geschrieben:
19.05.2020, 08:46
Hier ist, noch stärker als auf dem Vorgänger, diese Reduzierung rein aufs Riff zu beobachten. Das wild-verspielte, was immer ein Element bei ACD/DC war, kommen sie doch aus dem Rock & Roll, wurde weiter abgeschliffen, um massenkompatibel zu werden. Und das hört man schon recht unangenehm hier.

Ob das Album überhaupt mit Bon zustandegekommen wäre ist nicht so ganz sicher, aber ziemlich sicher wäre es wohl sein letztes für die Band gewesen. Die Plattenfirma wollte ihn weghaben. Seine unberechenbar wilde Art passte nicht zum Plan AC/DC für die Masse tauglich zu machen und es gab bereits Bestrebungen ihn raushaben zu wollen. Ich denke lange hätte sich Bon nicht mehr halten können. Seit ich das gelesen habe, ist sein Tod da zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz so tragisch für mich, denn so oder so hätte ich ein AC/DC ohne ihn bekommen.
Ich schätze mal, dass er sowieso nicht mehr allzu lange gelebt hätte, denn seine Leber war wohl durch die jahrelange Sauferei schon ziemlich hinüber und sein Arzt hatte ihm meines Wissens auch schon prophezeit, dass er es in diesem Zustand nicht mehr sonderlich lange machen würde. Wenn nicht in dieser Nacht, wäre er vielleicht ein oder zwei Jahre später eh gestorben, das ist gut möglich.

Wo hast Du denn davon abgesehen gelesen, dass es generelle Bestrebungen gab, ihn aus der Band zu entfernen ?
Da war im Classic Rock ein großer Artikel zur "Highway To Hell" letztes Jahr, sogar mit Coverfoto auf dem Heft vorn drauf meine ich. Da stand das drin, dass das Label ihn loshaben wollte und auch, dass das Label gezielt kommerziellere Musik von AC/DC wollte.
Echt ? Das Heft muß mir wohl entgangen sein. Aber die "Classic Rock" lese ich eh nicht so oft, weil ich die nicht so wirklich richtig gut finde, auch wenn hin und wieder mal ganz interessante Artikel drin sind. Ich greife eher zum "Rocks"....obwohl das auch etwas nachgelassen hat, finde ich.

Aber denkst Du, da ist tatsächlich was dran ? Ich meine, Label verlangen immer dies und jenes, wenn der Tag lang ist....aber die Youngs sind ja nun bekannt dafür, mit familiärer Disziplin zusammenzuhalten, eher stur ihr Ding durchzuziehen und auf die Meinung anderer zu pfeifen. Zu deren Welt hat nicht jeder Außenstehender Zutritt, schon gar nich nirgendwelche Deppen von der Plattenfirma. Von daher kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sie Bon gegenüber ihre Loyalität aufs Spiel gesetzt hätten. Zumal sie ja wußten was sie an ihm haben, trotz seiner Eskapaden.
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80203Beitrag Vertigo
20.05.2020, 09:08

AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
20.05.2020, 08:57
Vertigo hat geschrieben:
20.05.2020, 08:38
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
19.05.2020, 18:03


Ich schätze mal, dass er sowieso nicht mehr allzu lange gelebt hätte, denn seine Leber war wohl durch die jahrelange Sauferei schon ziemlich hinüber und sein Arzt hatte ihm meines Wissens auch schon prophezeit, dass er es in diesem Zustand nicht mehr sonderlich lange machen würde. Wenn nicht in dieser Nacht, wäre er vielleicht ein oder zwei Jahre später eh gestorben, das ist gut möglich.

Wo hast Du denn davon abgesehen gelesen, dass es generelle Bestrebungen gab, ihn aus der Band zu entfernen ?
Da war im Classic Rock ein großer Artikel zur "Highway To Hell" letztes Jahr, sogar mit Coverfoto auf dem Heft vorn drauf meine ich. Da stand das drin, dass das Label ihn loshaben wollte und auch, dass das Label gezielt kommerziellere Musik von AC/DC wollte.
Echt ? Das Heft muß mir wohl entgangen sein. Aber die "Classic Rock" lese ich eh nicht so oft, weil ich die nicht so wirklich richtig gut finde, auch wenn hin und wieder mal ganz interessante Artikel drin sind. Ich greife eher zum "Rocks"....obwohl das auch etwas nachgelassen hat, finde ich.

Aber denkst Du, da ist tatsächlich was dran ? Ich meine, Label verlangen immer dies und jenes, wenn der Tag lang ist....aber die Youngs sind ja nun bekannt dafür, mit familiärer Disziplin zusammenzuhalten, eher stur ihr Ding durchzuziehen und auf die Meinung anderer zu pfeifen. Zu deren Welt hat nicht jeder Außenstehender Zutritt, schon gar nich nirgendwelche Deppen von der Plattenfirma. Von daher kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sie Bon gegenüber ihre Loyalität aufs Spiel gesetzt hätten. Zumal sie ja wußten was sie an ihm haben, trotz seiner Eskapaden.
Bei der Classic Rock les ich so ziemlich jede Ausgabe, die Rocks dann eher je nach Titelthema.

Doch, das las sich schon sehr plausibel, sehr nachvollziehbar. Atlantic hatte auch durchgesetzt, dass Mutt Lange produziert und nicht mehr Vanda/Young. Auch da wurden AC/DC unter Druck gesetzt. Malcolm war immer massiv dagegen, aber Angus ist da zu sehr Geschäftsmann, als dass er den US-Erfolg riskieren wollte. Von Bon hätten sie sich sicher nicht leichtfertig getrennt. Aber vorausgesetzt Bon hätte so weitergemacht (und ich denke das kann man voraussetzen) wäre es ihnen am Punkt X dann sicher leichtgefallen, weil er eh immer weniger für die Band tauglich gewesen wäre. Der Artikel mutmaßte dazu noch, dass ein Grund, dass Bon es immer mehr übertrieb war, dass er spürte dass seine Tage in der Band gezählt waren, weil eben das Label ihn nicht haben wollte. Könnte ich mir vorstellen. Ich denke hinter der rauhen Schale war Bon ein recht sensibler Kerl und dass ihn dann solche Gerüchte und so ein Gefühl fertigmachen und er noch mehr zur Flasche greift als eh schon find ich auch plausibel.

Kann übrigens auch im Rocks gewesen sein, ich kann mir das nie merken was wo, weil ja beide Magazine eh sehr ähnlich sind, auch aus demselben Vertrieb kommen und vermutlich nur die Redaktionen ein wenig unabhängig voneinander sind.
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80206Beitrag AusDemWegIchBinArzt
20.05.2020, 09:38

Vertigo hat geschrieben:
20.05.2020, 09:08
AusDemWegIchBinArzt hat geschrieben:
20.05.2020, 08:57
Vertigo hat geschrieben:
20.05.2020, 08:38


Da war im Classic Rock ein großer Artikel zur "Highway To Hell" letztes Jahr, sogar mit Coverfoto auf dem Heft vorn drauf meine ich. Da stand das drin, dass das Label ihn loshaben wollte und auch, dass das Label gezielt kommerziellere Musik von AC/DC wollte.
Echt ? Das Heft muß mir wohl entgangen sein. Aber die "Classic Rock" lese ich eh nicht so oft, weil ich die nicht so wirklich richtig gut finde, auch wenn hin und wieder mal ganz interessante Artikel drin sind. Ich greife eher zum "Rocks"....obwohl das auch etwas nachgelassen hat, finde ich.

Aber denkst Du, da ist tatsächlich was dran ? Ich meine, Label verlangen immer dies und jenes, wenn der Tag lang ist....aber die Youngs sind ja nun bekannt dafür, mit familiärer Disziplin zusammenzuhalten, eher stur ihr Ding durchzuziehen und auf die Meinung anderer zu pfeifen. Zu deren Welt hat nicht jeder Außenstehender Zutritt, schon gar nich nirgendwelche Deppen von der Plattenfirma. Von daher kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sie Bon gegenüber ihre Loyalität aufs Spiel gesetzt hätten. Zumal sie ja wußten was sie an ihm haben, trotz seiner Eskapaden.
Bei der Classic Rock les ich so ziemlich jede Ausgabe, die Rocks dann eher je nach Titelthema.

Doch, das las sich schon sehr plausibel, sehr nachvollziehbar. Atlantic hatte auch durchgesetzt, dass Mutt Lange produziert und nicht mehr Vanda/Young. Auch da wurden AC/DC unter Druck gesetzt. Malcolm war immer massiv dagegen, aber Angus ist da zu sehr Geschäftsmann, als dass er den US-Erfolg riskieren wollte. Von Bon hätten sie sich sicher nicht leichtfertig getrennt. Aber vorausgesetzt Bon hätte so weitergemacht (und ich denke das kann man voraussetzen) wäre es ihnen am Punkt X dann sicher leichtgefallen, weil er eh immer weniger für die Band tauglich gewesen wäre. Der Artikel mutmaßte dazu noch, dass ein Grund, dass Bon es immer mehr übertrieb war, dass er spürte dass seine Tage in der Band gezählt waren, weil eben das Label ihn nicht haben wollte. Könnte ich mir vorstellen. Ich denke hinter der rauhen Schale war Bon ein recht sensibler Kerl und dass ihn dann solche Gerüchte und so ein Gefühl fertigmachen und er noch mehr zur Flasche greift als eh schon find ich auch plausibel.

Kann übrigens auch im Rocks gewesen sein, ich kann mir das nie merken was wo, weil ja beide Magazine eh sehr ähnlich sind, auch aus demselben Vertrieb kommen und vermutlich nur die Redaktionen ein wenig unabhängig voneinander sind.
Ach, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass die Hefte sich immer ähnlicher werden. Ich sagte ja schon, dass das "Rocks" meiner Meinung nach etwas abgebaut hat (so innerhalb der letzten 2 Jahre vor allem, denke ich) und mir ist aufgefallen, dass sich seit geraumer Zeit die Themen und Inhalte beider Hefte in den jeweiligen Monatsausgaben überschneiden. Das "Rocks" hat dadurch an Eigenständigkeit und Qualität nicht unerheblich eingebüßt. Aber dann ist mir jetzt dank Deiner Bemerkung bzgl. des gleichen Vertriebs usw. natürlich auch klar, woran das liegt. Das war mir bisher nämlich entgangen.

Wie auch immer, die Sache mit Mutt Lange ist mir bekannt....allerdings war ja vor Mutt zunächst Eddie Kramer vorgesehen und gegen den hat die Band regelrecht rebelliert, bei der Zusammenarbeit kam nicht viel heraus. Soweit ich weiß war es Angus und Malcolm gar nicht recht, überhaupt jemand anderen als das bewährte Young/Vanda-Team einzubeziehen. Also kann man schon sagen, dass Atlantic da eindeutig gegen den Willen der Youngs agiert haben. Ob der Einfluß dann auch soweit gereicht hätte, Bon tatsächlich vor die Tür zu setzen ist daher fraglich....obwohl die Ausführungen, die Du gemacht hast, natürlich schon absolut plausibel und nachvollziehbar klingen.

Außerdem kann man ja nicht unbedingt behaupten, dass Bon direkt eine Gefahr für den Erfolg der Band gewesen ist. Er war ein guter Performer mit tonnenweise Charisma, ein hervorragender Texter, bei den Fans beliebt. Und selbst Angus hat stets betont, dass Bon immer zur Stelle gewesen sei und professionell seinen Job erledigt hätte, wenn er gebraucht worden wäre...auch, wenn er zuvor gerade ein paar Flaschen Bourbon verhaftet hatte.
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Re: [REVIEW] AC/DC - "Back In Black" (1980)

Beitrag: # 80208Beitrag Vertigo
20.05.2020, 10:02

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Echt ? Das Heft muß mir wohl entgangen sein. Aber die "Classic Rock" lese ich eh nicht so oft, weil ich die nicht so wirklich richtig gut finde, auch wenn hin und wieder mal ganz interessante Artikel drin sind. Ich greife eher zum "Rocks"....obwohl das auch etwas nachgelassen hat, finde ich.

Aber denkst Du, da ist tatsächlich was dran ? Ich meine, Label verlangen immer dies und jenes, wenn der Tag lang ist....aber die Youngs sind ja nun bekannt dafür, mit familiärer Disziplin zusammenzuhalten, eher stur ihr Ding durchzuziehen und auf die Meinung anderer zu pfeifen. Zu deren Welt hat nicht jeder Außenstehender Zutritt, schon gar nich nirgendwelche Deppen von der Plattenfirma. Von daher kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sie Bon gegenüber ihre Loyalität aufs Spiel gesetzt hätten. Zumal sie ja wußten was sie an ihm haben, trotz seiner Eskapaden.
Bei der Classic Rock les ich so ziemlich jede Ausgabe, die Rocks dann eher je nach Titelthema.

Doch, das las sich schon sehr plausibel, sehr nachvollziehbar. Atlantic hatte auch durchgesetzt, dass Mutt Lange produziert und nicht mehr Vanda/Young. Auch da wurden AC/DC unter Druck gesetzt. Malcolm war immer massiv dagegen, aber Angus ist da zu sehr Geschäftsmann, als dass er den US-Erfolg riskieren wollte. Von Bon hätten sie sich sicher nicht leichtfertig getrennt. Aber vorausgesetzt Bon hätte so weitergemacht (und ich denke das kann man voraussetzen) wäre es ihnen am Punkt X dann sicher leichtgefallen, weil er eh immer weniger für die Band tauglich gewesen wäre. Der Artikel mutmaßte dazu noch, dass ein Grund, dass Bon es immer mehr übertrieb war, dass er spürte dass seine Tage in der Band gezählt waren, weil eben das Label ihn nicht haben wollte. Könnte ich mir vorstellen. Ich denke hinter der rauhen Schale war Bon ein recht sensibler Kerl und dass ihn dann solche Gerüchte und so ein Gefühl fertigmachen und er noch mehr zur Flasche greift als eh schon find ich auch plausibel.

Kann übrigens auch im Rocks gewesen sein, ich kann mir das nie merken was wo, weil ja beide Magazine eh sehr ähnlich sind, auch aus demselben Vertrieb kommen und vermutlich nur die Redaktionen ein wenig unabhängig voneinander sind.
Ach, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass die Hefte sich immer ähnlicher werden. Ich sagte ja schon, dass das "Rocks" meiner Meinung nach etwas abgebaut hat (so innerhalb der letzten 2 Jahre vor allem, denke ich) und mir ist aufgefallen, dass sich seit geraumer Zeit die Themen und Inhalte beider Hefte in den jeweiligen Monatsausgaben überschneiden. Das "Rocks" hat dadurch an Eigenständigkeit und Qualität nicht unerheblich eingebüßt. Aber dann ist mir jetzt dank Deiner Bemerkung bzgl. des gleichen Vertriebs usw. natürlich auch klar, woran das liegt. Das war mir bisher nämlich entgangen.

Wie auch immer, die Sache mit Mutt Lange ist mir bekannt....allerdings war ja vor Mutt zunächst Eddie Kramer vorgesehen und gegen den hat die Band regelrecht rebelliert, bei der Zusammenarbeit kam nicht viel heraus. Soweit ich weiß war es Angus und Malcolm gar nicht recht, überhaupt jemand anderen als das bewährte Young/Vanda-Team einzubeziehen. Also kann man schon sagen, dass Atlantic da eindeutig gegen den Willen der Youngs agiert haben. Ob der Einfluß dann auch soweit gereicht hätte, Bon tatsächlich vor die Tür zu setzen ist daher fraglich....obwohl die Ausführungen, die Du gemacht hast, natürlich schon absolut plausibel und nachvollziehbar klingen.

Außerdem kann man ja nicht unbedingt behaupten, dass Bon direkt eine Gefahr für den Erfolg der Band gewesen ist. Er war ein guter Performer mit tonnenweise Charisma, ein hervorragender Texter, bei den Fans beliebt. Und selbst Angus hat stets betont, dass Bon immer zur Stelle gewesen sei und professionell seinen Job erledigt hätte, wenn er gebraucht worden wäre...auch, wenn er zuvor gerade ein paar Flaschen Bourbon verhaftet hatte.
Ja, der Eddie Kramer wurde ihnen zuerst auf die Nase gedrückt, stimmt. Mit dem konnten sie gar nicht, er mit ihnen auch nicht. Gefallen hat ihnen das nicht, auch die Idee mit Mutt Lange nicht und es hätte ihnen sicher nicht gefallen den Bon rauszukicken. Andererseits hatten sie eben da den Vertrag mit der Atlantic für die USA gemacht und da hätten sie wohl große Probleme bekommen, wenn sie ihn nicht rausgeworfen hätten. Für die Atlantic war Bon einfach zu unberechenbar, zu wild, zu wenig vermarktbar für die große Masse und das war das erklärte Ziel des Labels und hat ja dann mit der "Highway To Hell" und der "Back In Black" auch bestens funktioniert.

Ich denk schon, dass das so gekommen wäre. Ein Label, dass dich loshaben will, deine Emotionen die du nur unter Kontrolle kriegst wenn du zunehmend mehr besoffen bist und der unausgesprochene Druck der Restband, die dich zwar behalten will, aber in ne andere Richtung will als du es bieten kannst. Ich denke das hätte Bon auf die Dauer nicht gepackt, vielleicht wär er halt dann gegangen, wenn er nicht gefeuert worden wäre. Man kann jemanden ja auch dazu bringen freiwillig zu gehen.

Classic Rock und Rocks gehören beide zu Piranha Medien. Wie lange schon, das weiß ich nicht, ich lese beide Hefte aber unregelmäßig schon seit fünf, sechs Jahren. Zudem hat Classic Rock ja ein englisches Muttermagazin dahinter, welches 2017, zusammen mit dem PROG Magazin und dem Metal Hammer aufgekauft wurde, nun zur Firma Future Publishing gehört. Kann schon sein, dass in dem Zug, die beiden Magazine in Deutschland unter einem Dach landeten. Schade, dass das Prog Magazin in Deutschland nicht erscheint, das wäre auch immer wieder interessant, aber so als englisches Heft kostets um die 15-20 Euro, das ist mir zuviel
"Ich glaube, dass ein Optimist, der erkennen muß, dass seine Ideale sich nicht erfüllen, trotzdem ein erfüllteres Leben hat, als ein Pessimist, der sich bestätigt sieht" (Richard David Precht)

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2013 --- 2020

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